Wir besitzen in unserem Garten ein Becken aus Steinen. Also ein eine Art Loch, nicht zu tief, nur mit quadratischen Steinen ausgelegt. In der Mitte ist eine kleine Zisterne die noch etwa ein einhalb Meter tief in den Boden ragt. Der Boden unten ist mit Beton ausgelegt. In dieser Wasseranlage ist also keinerlei Erde oder so.
Am Grund der Zisterne ist eine Wasserpumpe die das Wasser im „Teich“ nach oben zu einem kleinen Wasserfall hochpumpt, der dann wieder in das Becken fließt. Das kann aber auch abgeschaltet werden
So, so viel zur Lage bei uns^^. Das Problem ist aber folgendes: Das Wasser ist schon nach zwei bis drei Tagen unklar. Es ist so, als ob man in eine grün-gelbe Brühe schauen würde. Wir haben das Wasser auch öfters komplett rausgelassen und neu reingelassen, es ist aber immer wieder dreckig geworden. Meine Mutter hat nun eine „Sauerstoffpflanze“ reingetan mit der Hoffnung das das Wasser irgendwie sauberer wird. Ein Reinigungsmittel für Teichgewässer hat sie auch ausprobiert - ohne Erfolg.
Was ist da jetzt das Problem? Kann das Wasser überhaupt ständig klar bleiben?
Vor einer Woche haben wir 6 Goldfische gekauft die jetzt im Teich leben. Da wär ich aber beim nächsten Problem: Die Fische bekommt man überhaupt nicht zu Gesicht. Seit dem sie da drin leben (seit ca. einer Woche) sind sie nach unten in die Zisterne verschwunden. Wenn man aber Fischfutter ins Wasser wirft ist es nach einer halben Stunde trotzdem weg.
Was machen wir falsch im Bezug auf die Fische? Sollten die da überhaupt rein?
Naja, ein richtiger Gartenteich ist es ja auch nicht, da das Wasser ja praktisch keinen Kontakt mit organischem Material hat. Da sind nur zwei Pflanzen drin, die in einem kleinen Topf auf einem Gitter stehen. Die Sauerstoffpflanze, Hornkraut (Ceratophyllum demersum), und eine „Fischfutterpflanze“ deren Name meine Mutter nicht kennt.
Ich könnte auch ein paar Bilder hochladen, wenn nicht ganz klar ist, was wir da im Garten haben.
Hallo, Grotti,
zu Veralgung ist in diesem Forum schon so viel geschrieben worden, dass ich eigentlich gar nicht mehr antworten wollte (Nutze mal die Suchfunktion).
Aber Euer Fall - der offenbar als Musterbeispiel des Zusammenpralles von reiner Funktionalität (Wasserloch) mit Natur (Teich) darstellt - hat mich dann doch gereizt.
Wasser aus der Wasserleitung enthält genug Nährstoffe, dass aus der Luft zufliegende Algensporen (und die tun das stets und ständig) sich im Paradies fühlen können und sich voll ihrer Lieblingsbeschäftigung hingeben können: Fressen und sich vermehren.
Das bißchen Sauerstoff, das da im Wasser ist, wird sehr schnell von den eingesetzten bedauernswerten Goldfischen veratmet, sodass es die Algen nicht weiter stört. Und dazu wird dann noch Fischfutter ins Wasser geworfen, das zum Teil unverbraucht die Algen füttert bzw. beim Verrotten Sauerstoff verbraucht. Das bißchen was die Fischlein verbrauchen steht dann nach Durchgang durch deren Verdauungssystem ebenfalls als Nährstoff den Algen zur Verfügung.
Da kommt dem Büschelchen Hornkraut (möglichst noch im Töpfchen mit gut gedüngter Blumenerde) eigentlich nur noch eine Alibifunktion zu. Denn Pflanzen im Teich haben die Aufgabe Nährstoffe zu verbrauchen bzw. zu binden und dann, wenn sie mehr als zwei Drittel der Teichoberfläche bedecken, teilweise aus dem Wasser entfernt zu werden (denn damit werden dem Wasser auch die in ihnen gespeicherten Nährstoffe entzogen. Außerdem erzeugen sie mehr Sauerstoff als sie selbst verbrauchen und geben den ans Wasser ab - was Algen nicht mögen, Fische aber brauchen.
Ein wenig Sauerstoff wird wohl durch den „Wasserfall“ eingebracht, aber der langt bei weitem nicht aus um die Algenbildung wirkungsvoll zu bekämpfen.
Fazit: Der mit Wasser gefüllte Betonkasten ist als Teich nicht zu gebrauchen. Er hat mit einem natürlichen Lebensraum für Tier und Pflanze nichts, aber auch gar nichts gemein. Füllt Sand ein und macht einen Zen-Garten draus.
Am Grund der Zisterne ist eine Wasserpumpe die das Wasser im
„Teich“ nach oben zu einem kleinen Wasserfall hochpumpt, der
dann wieder in das Becken fließt. Das kann aber auch
abgeschaltet werden
Wie oft ist die denn abgeschaltet ? Ist der Teich der Sonne ausgesetzt ? An wärmeren Tagen sollte die Pumpe eigentlich durchgehend laufen. In meinem Teich lief die Pumpe den ganzen Tag, die wurde nur nachts abgeschaltet, und das Wasser war immer sehr klar. Da konnte man bis auf den Grund sehen. Leider sieht man dann die Pumpe am Teichboden, auch nicht so schön, dafür aber alles was im Teich lebt. Reinigungsmittel hab ich nie reingemacht, geputzt auch nichts.
Die Goldfische ! Denen könnte es je nach Lage des Teiches zu hell oder zu warm sein am Tag. Hast du schon mal bei Dämmerung gefüttert ?
Ich bin auch kein Spezialist auf diesem Gebiet, das waren jetzt nur ein paar Überlegungen aus meinen Erfahrungen heraus.
Also die Pumpe machen wir nur an, wenn wir bzw. meine Eltern im Garten sind und dort auch für eine Weile bleiben, an schönen tagen z.B… Einfach so läuft sie eigentlich nicht. Das Wasser ist, wenn es dann mal sonnig ist, mittags der Sonne ausgesetzt, nur am Abend gegen 17:00 Uhr ist das Wasser im Schatten.
Das Wasser soll jetzt auch nicht unbedingt glasklar sein, aber bis zum Gitter (von der Oberfläche bis zum Gitter sind es etwa 30-40 cm) sollte es schon sauber sein.
Wegen den Fischen: Bei Dämmerung haben wir noch nicht probiert, und weil es zu warm ist kann ich mir nicht vorstellen. Von den Fischen war auch an kälteren und dunkleren Tagen nichts zu sehen. Kann es denen in so einem Gewässer überhaupt gut gehen? Ich kann mir das nicht so vorstellen, aber meine Mutter wollte unbedingt…
@ Susa:
Ich schau mir die Seite morgen mal an, danke!
Zur Ursache von Algenbildung haben andere ja schon was geschrieben.
In einem Wasserbehälter ohne Zu- und Ablauf oder ohne Filter kann man keine Fische halten. Mit den Fischen, dem Trockenfutter und den Ausscheidungen der Fische verschlimmert sich (nicht nur) das Algenproblem, weil die Stickstoffverbindungen nicht abgebaut werden können (Filter), verbraucht werden (viele! Pflanzen) oder herausgenommen werden (Ablauf/Zulauf/ständiger Wasserwechsel).
Goldfische sind im übrigen auch Pflanzenfresser und sehr sauerstoffbedürftig. Ich fürchte, Deine Mutter wird sie wieder sehen, wenn sie nach Luft schnappen oder tot oben treiben, weil das Wasser umgekippt ist.
Ich würde raten, sich in die Grundlagen der Aquaristik einzulesen. Fischhaltung ist in einem solchen Wasserbecken grundsätzlich schon möglich. Vorraussetzung wäre aber meiner Ansicht nach mindestens ein Innenfilter mit Pumpe statt nur einer Pumpe und der muss natürlich immer laufen.