Hallo Fachleute, mein an der Südwestseite sich befindlicher Wein = roter Burgunder = gepflanzt 2000 ist krank.Seit Anfang Juli verfärben sich viele Blätter vom Rand beginnend rot-schwarz und sterben bräunend ab. An der Innenseite der Blätter sind graue Flecken ( ähnlich wie beim Mehltau ). Die Blätter sind wie von Pickeln überzogen. Gleichzeitig färben sich die Trauben blauschwarz, verkümmern und vertrocknen rosa-rot-braun.Seit Ende Juli/Anfang August ist der ganze Weinstock, in Bodennähe beginnend bis in die letzten fruchttragenden Zweige befallen und verdorben. Bei den sich links und rechts vom „Patienten“ befindenden Stöcken geht es jetzt auch los. Einer davon ist ein Weißwein.Soll ein radikaler Rückschnitt erfolgen oder was würdet ihr mir raten? Ich hoffe Schadensbegrenzung ist möglich, ohne die Produkte der Bayer-Werke einsetzen zu müssen ( wir haben Haustiere…)Ich denke, die Qualität der Fotos sollte zur Diagnose reichen,
Vielen Dank vorab - Gruß Bernhard! http://www.abload.de/image.php?img=img_1674sp0g.jpg
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Servus,
der Weinstock stirbt nicht, er leidet an Peronospora - im Pilzjahr 2009 nichts Ungewöhnliches.
Er wird in 2010 wieder austreiben.
In diesem Stadium kann man nimmer viel machen; Fungizidbehandlungen sollten in der Regel prophylaktisch und bei allerersten Befallsanzeichen vorgenommen werden, kurativ geht da fast nichts.
Es gibt mindestens ein teilsystemisches Fungizid mit dem Wirkstoff DMM (Dimetomorph), die auch die Sporenbildung und damit das Übergreifen auf die benachbarten Stöcke ein wenig hemmen. Frag mal bei Raiffeisen danach.
Schöne Grüße
MM
Peronospora - Nachtrag
Servus nochmal,
habe überlesen, dass Du moderne Fungizide nicht magst (ich wende sie auch nicht besonders gern und höchst selten an).
Wenn man früh genug dran ist, kann man Peronospora mit Netzschwefel und Kupferoktanoat ganz gut in den Griff kriegen. Beide sind für Säugetiere incl. Menschen vollkommen harmlos, bei Kupferpräparaten muss man ein bissi auf die Regenwürmer aufpassen.
Kupfer kann auf Dauer den Boden belasten; ich kenne einen Winzer, der grade aus diesem Grund die Produktion unter „ecovin“-Siegel wieder aufgegeben hat, weil er Sorge hatte, sich vor lauter „Bio“-Produktion die Wingerte zu ruinieren.
Schöne Grüße
MM
Ich hoffe Schadensbegrenzung ist möglich, ohne die Produkte
der Bayer-Werke einsetzen zu müssen ( wir haben
Haustiere)
Wie schon gesagt, wenn der falsche Mehltau schon da ist, ist die Wirkung der Pilzmittel nicht mehr sicher.
Im übrigen sind die Fungizide so spezifisch auf den Stoffwechsel der Pilze abgestimmt, dass weder Haustiere noch Menschen gefährdet sind. Nicht ganz auszuschließen ist aber das Allergieproblem, das bei allen chemischen und auch zahlreichen biologischen Substanzen auftreten kann. Betonung auf kann.
Udo Becker