Frucht tragende Bäume und Rost

Heute lief uns unser Nachbar über den Weg, welcher etwas irritiert war, dass wir wohl in diesem Jahr die erste Ernte genießen durften (Kirschen und Pflaumen) - die Tage wollen wir noch einen Apfelbaum setzen. Die Augen wurden immer größer - wir hätten wohl hier Probleme mit Pflanzenrost und man müsse da regelmäßig irgendwas sprühen, da sonst der Rost auf das Gehölz übergeht und die Pflanzen dann nicht tragen???

Habe keinen blassen Schimmer - was muss man beachten?

Gruß,
Alexandra

Hallo Alexandra,
natürlich gibt es die unterschiedlichsten Schädlinge und Erkrankungen, die Obstbäume befallen können. Spontan fällt mir der Birnengitterrost ein. Wirtspflanze (Zwischenwirt für die Sporen des Birnengitterrost) ist der Wacholder, der gern als Heckenpflanze gesetzt wird. Schon ein infizierter Strauch in der näheren Umgebung reicht, um die Erkrankung auf den Birnenbaum zu übertragen.

Aber: Mein älterer Birnenbaum hat das jedes Jahr. Ich erspare mir und der Umgebung die chemische Bekämpfung. Die Birnen schmecken trotzdem jedes Jahr erneut lecker.

Wenn Du neue Bäume pflanzt, lasse Dich in der Baumschule ausführlich beraten. Es gibt bereits weitgehend resistente Baumsorten, die gegen die jeweilige Erkrankung ziemlich stabil sind.

Also nicht verunsichern lassen. Viruserkrankungen an Pflanzen treten auch in Abhängigkeit von der Witterung immer mal wieder auf. Und trotzdem haben die alten Bäume bis heute überlebt.

MfG Lari

PS: Viel Spaß beim Pflanzen und Ernten.

Hallo Lari,

danke erst mal für die Antwort - wir haben uns eine alte Sorte ausgesucht - wie auch bei der Pflaume und der Kirsche - die sind wohl gegen einiges resistent bzw. nicht so anfällig - tragen dafür auch nicht die Masse - um einen 3 Personenhaushalt und Freunde bei der Ernte zu beschäftigen reicht es aus.

Gruß,
Alexandra

Die Nachbarn
Hallo!

Die lieben Nachbarn sagen einem immer wieder gern, was man alles „muss“. :wink: Wenn wir hier alles umsetzen würden, was uns die Nachbarn erzählen, sähe es hier ein wenig anders aus.

Abziehen muss man z.B. das Alter. Biologisches Gärtnern war vor 70 Jahren noch nicht so in. Auch gab es viele resistenten Sorten noch nicht, die es heute gibt.

Wobei man natürlich die Erfahrung nicht unterschätzen sollte, die hinter manchen Aussagen steht.

Hier im Viertel (60er-70er Jahre gebaut), haben fast alle ihren Obstbaumbestand gefällt. Macht Arbeit und Dreck. Das ist so die Grundeinstellung zu Bäumen im Allgemeinen. Nix wie Probleme.

wir hätten wohl hier Probleme mit Pflanzenrost und man müsse
da regelmäßig irgendwas sprühen, da sonst der Rost auf das
Gehölz übergeht und die Pflanzen dann nicht tragen???

Obstgehölze tragen von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Letztes Jahr z.B. konnten wir uns vor Äpfeln nicht retten, die Zwetschgen dafür an einer Hand abzählen. Der Zwetschgenbaum sah irgendwie ungesund aus.

Dieses Jahr trägt der Apfelbaum nur sehr vereinzelt, die meisten verfaulen am Baum, der aussieht, als würde er das nächste Jahr nicht erleben wollen (Merkwürdige Triebe, vertrocknete Zweige, Krebs auf dem Vormarsch). Am Zwetschgenbaum sind schon Äste abgebrochen, weil er so vollhängt mit Früchten, wir ersticken schier darin.

Bin schon gespannt aufs nächste Jahr :smile:

Habe keinen blassen Schimmer - was muss man beachten?

Ruhe bewahren. Und das beachten, was der Vorposter schreibt: Augen auf bei der Sortenwahl. Gute Qualität (Baumschule!!) am richtigen Standort pflanzen.

Fragen würde ich mal nach „Feuerbrand“ (evtl. bei einer Behörde, damit ist wirklich nicht zu spaßen). Und Birnengitterrost ist auch nicht sehr lustig, aber einen Birnbaum hattet Ihr ja eh nicht auf der Liste, oder?

Grüße
kernig

Danke!!!
Die Birnen standen auf der Terrasse und sind bei der ersten Sonne verbrannt :o(

Wir haben halt in der Nähe einen Obstbauern - dass der regelmäßig Chemie einsetzt ist klar - lieber für 200 Euro gespritzt, als den ganzen Bestand zu fällen, wenn sich die Bäume was einfangen. Immerhin lebt er davon.

Bis jetzt hatte unsere Rose mal Tau - das wars - Kirsche, Pflaume und Co sehen bis jetzt super aus.

Werd mich noch mal wegen dem Feuerbrand erkundigen - und vielleicht gehe ich noch mal zum Obstbauern.

Bäume beziehen wir aus der Biobaumschule bei Heidelberg. Wirklich 1A Ware. bzw. beziehen sie direkt aus der Forstbaumschule Darmstadt.

Gruß,
Alexandra

Krankheit und Tod
Hallo Alexandra!

Die meisten Krankheiten führen bei Obstbäumen nicht zum Absterben. Vor allem nicht, wenn es dem Baum sonst gut geht (und dafür kann man ja sorgen).

So eine Krankheit kostet eben Kraft, die dann für Früchte und Zuwachs nicht zur Verfügung steht. Oder es gibt unschöne Früchte mit z.B. Schorf (das ist dann wirklich nicht so gut). Aber fällen muss man den Baum deswegen längst nicht.

Schöne Grüße
kernig

Hallo Kernig,

habe gerade noch mal nachgelesen - so wie unser Nachbar das beschrieben hat, scheint unser Obstbauer nicht gegen Gitterrost zu sprühen (der ist bei Birnen eh nur einjährig und braucht in der Tat den Wacholder als Partner- und der geht auch nicht auf seine Apfelbäume über) sondern er sprüht gegen Feuerbrand. Da gab es wohl eine Zeit lang ein Antibiotika welches 80% des Bakteriums mit Erfolg vernichtet hat - aktuell werden Hefepilze eingesetzt, da das Antibiotika im Honig nachweisbar war. Feuerbrand kann ich verstehen - das löscht ja wirklich so eine Plantage aus.

Feuerbrand bei Hochstämmen ist wohl auch nicht ganz so „problematisch“ wie bei Halbstämmen, da man diesen weitestgehend ausschneiden kann ohne dass der Baum seine Funktion einstellt. Muss man aber dennoch nicht haben - hab gerade mal nachgesehen - es gibt kaum eine Apfelsorte die nicht davon betroffen werden kann.

Daneben gibt es Mehltau für alle Pflanzen - aber den kann man ja leicht behandeln und ist wirklich kein Problem im Vergleich zu anderen Krankheiten.

Danke für Deine Antworten - man lernt ja wirklich mit so nem Garten nie aus.

Alexandra