Vielleicht gibt es hier ja einen Holzexperten. Bei uns ist eine
Teakholzdiskussion entbrannt. Bekanntlich sind ja Gartenmöbel aus Teakholz recht teuer. Nun behauptet ein Bekannter es gäbe
Unterschiede bei Teakholz, und zwar sei Plantagenteakholz bei
weiten nicht in der Qualität wie - tja normale Bäume??? Für mich
macht das keinen Sinn. Abgesehen davon dachte ich, dass aus
guten Gründen keine „freien“ Teakbäume mehr gefällt werden dürfen. Kann mir jemand auf die Sprünge helfen?
Wenn Holz aus Plantagenanbau schlechter wäre, als „freies“ (sprich in aller Regel in Form von Raubbau geschlagenes Holz), wäre sehr viel des hier angebotenen Holzes schlecht. Fast alles Holz wird in einer Art Plantage angebaut, nur nennt man das bei uns Nutzwald. Einen Unterschied gibts in der Qualität prinzipiell nicht, es gibt aber schlechtes Holz aus Plantagenanbau wie wohl aus „freiem“ Einschlag, also immer genau hinschauen, vor allem, wenn ein Billigheimer massive Teakmöbel für einen Bruchteil des üblichen Preises auf den markt wirft. Gute Qualität kostet (fast) immer gutes Geld.
Gandalf
Hallo Uschi!
Teakmöbel aus Skandinavien?
Wir haben mit unseren RoRoFähren jahrelang von Finnland in Finnland gebaute Segel- und Motoryachten nach Deutschland gebracht. Die meisten mit sehr teueren Teakeinbauten.
Wir hatten natürlich auf der Überfahrt Gelegenheit diese Yachten zu besichtigen und zu unserem Erstaunen wurde uns mehrmals von den Käufern oder auch Erbauern gesagt, dieses Teakholz sei in Finnland gewachsen. Es war immer finnische Kiefer, mit Teaköl poliert. Die finnische Kiefer hat eine sehr lange Wachszeit und die Maserung und Härte soll dem Teakholz sehr ähnlich sein. Dazu der Geruch des Teaköls machte dann die Illusion perfekt.
Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob Teakmöbel, wirklich Teakmöbel sind. Warum kommen diese Möbel so gehäuft aus Skandinavien?
Natürlich wird Dir jetzt kein Verkäufer erzählen, daß, was ich da sage, stimmt!
Gruß Werner
hallo uschi,
„gutes“ holz wächst auf kargen böden, die jahresringe bleiben ganz eng, weil das wachstum durch die schlechte nährstoffversorgung ganz langsam vorangeht. (= gute haltbarkeit, hoher heizwert usw.)
„schlechtes“ holz wächst auf gut versorgten böden, die jahresringe haben grosse abstände. dieses holz ist „wässrig“, braucht sehr lange trocknungszeiten, hat weniger gute haltbarkeit und nimmt viel schneller neue feuchtigkeit auf (gartenmöbel im regen z.b.)
ich kann mir durchaus vorstellen, dass das auf plantagen gezogene teakholz mit kunstdünger zu schnellem wachstum angeregt wird (es wird ja sehr viel holz benötigt), und daher kann das bekannt gute teakholz durchaus auch minderwertig sein.
Danke für Eure Antworten! Das mit dem „geförderten“ Wachstum
leuchtet mir ein. Auch das langsam gewachsenes Holz sicher
eine bessere Qualität hat, als die schnell wachsenden Hölzer.
Bei finnischem Teakholz wäre allerdings sogar ich - allgemein
als recht blauäugig bekannt - misstrauisch. Das erinnert mich
an meinen Türkeiurlaub, wo mir eine Jacke aus „echt afrikanischem Rentier“ angeboten wurde
. Aber bestimmt haben die Hölzer aus dem Norden Skandinaviens eine gute Qualität.
Bei unserer Diskussion ging es um Bali-Möbel. Das Teakholz stammt ja bekanntlich aus Plantagen auf Java.
Wie man da allerdings erkennen soll, ob es sich um gute oder
schlechte Qualität handeln soll ist mir schleierhaft.
Liebe Grüße
Uschi