Habe ein kleines Weingut und stelle erst jetzt, nachdem der Schnee geschmolzen ist fest, daß in der Nähe der wurzeln überall Gänge von, ioh vermute wühlmäusen sind, wie kann ich sie bekämpfen,daß nicht die Wurzeln angefrelssen werden, und meine ganzen Rebstücke kaputt sind.
Servus,
an Wühlmausfraß geht (im Gegensatz zu schwachwüchsigen Obstbäumen) kein Rebstock kaputt. Er wird allenfalls geringfügig geschwächt.
Wühlmausgänge erkennt man bloß an der ausgeschobenen Erde. Das, was jetzt nach der relativ lange gebliebenen Schneedecke sichtbar sind, sind Gänge von Feldmäusen, die zwischen Bodenoberfläche und Schneedecke angelegt worden sind. Die nach einem Winter wie 2001/11 an der Oberfläche sichtbaren Gänge gibt es in allen anderen Jahren auch, bloß man sieht sie dann nicht. Die Mäuse haben sich nicht plötzlich vermehrt; eine geringe Zunahme des Bestandes ist gut möglich, weil Greifvögel bei der Schneedecke nicht so gut an die Mäuse rankamen. Das wird sich, sobald Bussarde, Milane etc. brüten, von selber einregeln. Feldmäuse können an Obstbäumen dramatische Schäden durch Abnagen des Bastes rund um den Stamm („Ringeln“) verursachen; an Reben gehen sie weniger, aber auch da kommt Ringeln vor - obwohl in der Regel genügend liegen gebliebene Traubenkerne da sind, mit denen sie locker über den Winter kommen.
Zur Bekämpfung: Das Wichtigste sind Lauer- und Anflugmöglichkeiten für Greifvögel, die immer von oben anfliegen und sich mit dem Start ab Boden sehr schwer tun. Man stellt einfache Stangen mit etwa 2,50 - 3 m Höhe auf (lassen sich mit Dachlatten, besser und stabiler mit geschälten Fichtenstangen „Bohnenstangen“ leicht machen) und versieht diese am oberen Ende mit einer kleinen Sitzstange (Dachlattenabschnitt ca. 20 cm).
Das kann man auch mit Nachtjägern ergänzen: Schleiereulen sind gewandtere Flieger, nutzen aber die Bussardbänkchen auch. Bei denen geht es eher um Nistmöglichkeiten (Eulenkasten). Obwohl Eulen größere Reviere haben, ist es nützlich, mehrere Kästen zu installieren, weil Eulen sie nicht gerne annehmen, wenn sie einmal von Hornissen bewohnt sind (Nebeneffekt: Hornissen räumen unter Läusen, Chinesischem Marienkäfer und anderen ungeliebten Gästen im Wingert genau so gründlich auf wie Meisen das im Gemüsegarten tun).
Wühlmäuse kann man mit geeigneten Fallen ein wenig reduzieren: Von den Hügeln aus ist der Verlauf der Gänge relativ leicht zu erkennen, weil sie assymetrisch schräg schieben. Die Spitze des Kegels ist in der Richtung vom Gang weg verschoben.
Feldmäuse ringeln nicht, wenn man die Rebstöcke mit geeigneten Schutzmanschetten einpackt - diese Manschetten gibt es auch zum Schutz vor Wildverbiss bei Neuanlagen und Jungfernreben. Wenn der Stock einmal ein paar Jahre gestanden hat, kommen die Mäuse gar nicht mehr bis zum Bast durch.
Schöne Grüße
MM