Strauchschnitt bei Frost ?

Hallo,

normalerweise schneide ich meine Sträucher selber und hätte aktuell keine Skrupel gehabt, jetzt sogar bei strengerem Frost die Magnolien zu kürzen. Noch bevor das wegen der Piepmätze nicht mehr zulässig ist.

Nun behauptet heute morgen der HiWi, den ich fürs Schneiden gewonnen habe, bei Frost solle man nicht schneiden. An der Schnittstelle nähmen die Sträucher Schaden.

Frage: Hat der gute Mann recht ? Oder war’s ihm angesichts der gefühlten -10°C einfach nur (verständlicherweise) zu kalt ?

Gruß
Karl

Hallo Karl!

Ja, üblicherweise sagt man das so, dass bei Frost nicht geschnitten werden soll.

Andererseits haben hier in der nächsten Stadt die Gemeindegärtner die Schnittaktionen auf öffentlichen Plätzen, Straßen und Parks während der ärgsten Kälteperiode durchgeführt. So groß können also die Gefahren nicht sein!

Es ist ja jetzt auch meistens so, dass gegen Mittag die Temperatur auf über Null geht. Warte also vielleicht auf eine solche Stunde.

Beste Grüße

Waldi

Hallo Waldi,

Ja, üblicherweise sagt man das so, dass bei Frost nicht geschnitten werden soll.

Hast du dafür auch noch eine Erklärung ?

Andererseits haben hier in der nächsten Stadt die Gemeindegärtner die Schnittaktionen auf öffentlichen Plätzen Straßen und Parks während der ärgsten Kälteperiode durchgeführt. So groß können also die Gefahren nicht sein!

Eben. Habe ich auch nun bewusst gesehen, allerdings erst nach meinem Anfangsposting.

Gruß
Karl

Hallo,

Ja, üblicherweise sagt man das so, dass bei Frost nicht geschnitten werden soll.

Hast du dafür auch noch eine Erklärung ?

schneidest Du einen Pflanzenteil, hat dieser an der Schnittstelle eine offene Wunde = die Leitungsbahnen für „Wasser“ sind offen.
Es heißt zwar, dass bei Frost kein Saft fließt, dennoch bleibt Wasser in Molekülgröße in den Zellen der Leitungsbahnen - das Gewebe lebt ja!

Das bedeutete, das Wasser darin gefriert, d.h. es bilden sich Kristalle.
Wie Du weißt, ist gefrorenes Gemüse nach dem Auftauen matschig.
Genau das passiert mit den Leitungsbahnen an den Schnittstellen = diese werden dauerhaft so stark geschädigt, dass sie dort absterben.
Je nach Minustemparatur nur oberflächlich, oder auch Zentimeter oder mehr den Ast hinab.

Glück für den Strauch, wenn die nächste Knospe so weit unterhalb des toten Bereichs liegt, dass dort ein Neuaustrieb möglich ist.

Randbemerkung: bei Plustemperaturen trocknen Schnittstellen ab; d.h. die Schäden bleiben deutlich kleinflächiger und es stirbt auch nur die Schnittoberfläche ab …

Andererseits haben hier in der nächsten Stadt die Gemeindegärtner die Schnittaktionen auf öffentlichen Plätzen Straßen und Parks während der ärgsten Kälteperiode durchgeführt. So groß können also die Gefahren nicht sein!

Gemeindegärtner würden diese Aktion auch nicht fahren, wenn ihnen nicht zu günstigern Schnittzeiten im Jahr andere Arbeit liegen bliebe.
Zudem wird öffentliches Grün in der Regel nur grob zugestutzt, statt auf Schönheit und man pflanzt in der Regel das Robustere.
Aus Erfahrung: wenn Du ihn nicht komplett umgebracht hst, gelingt selbst einem gröblichst zummengeschnittenen und frostgeschädigten Strauch innerhalb einer Vegetationsperiode soviel Neuaustrieb, dass man die toten Stellen auf den flüchtigen Blick nicht mehr sieht.

viele grüße
Geli

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Moin,

Frage: Hat der gute Mann recht ? Oder war’s ihm angesichts
der gefühlten -10°C einfach nur (verständlicherweise) zu kalt

mein Vater, gelernter Gärtner seines Zeichens, meinte, daß man (Obst)bäume und -sträucher zu nahezu jeder Zeit schneiden könne, mit der Ausnahme von Frost. Das bläute er mir immer ein.
Daran hab ich mich all die Jehre gehalten und bin gut damit gefahren.
Bei Frost wird bei mir kein lebendes Holz geschnitten.

Gandalf