habe im Mai vor 2 Jahren eine Weinrebe gepflanzt. Da nach dem 1. Jahr der Trieb noch sehr dünn war, habe ich im März des vergangenen Jahres den Trieb hinter dem 2. Auge gekürzt. Im Sommer ist der Trieb stark in der Länge gewachsen (ca. 3m) und auch stärker (ca. 8mm) im Durchmesser geworden. Weitere Triebe kamen direkt über die Veredlungsstelle heraus. Jedoch waren außer Blätter keine Seitentriebe zu finden.
Muss ich jetzt den Haupttrieb nochmals auf 2 Augen kürzen und die restlichen Triebe, die über die Veredlungsstelle kommen wegschneiden? Außerdem wüsste ich gern, wann und womit man den Wein düngt.
Danke.
mab46
Muss ich jetzt den Haupttrieb nochmals auf 2 Augen kürzen und
die restlichen Triebe, die über die Veredlungsstelle kommen
wegschneiden?
Es ist also jetzt erst die 2. Vegetationsperiode. Also noch alles drin. Ich würde abwarten bis alle Austriebe am Haupttrieb gut sichtbar sind und dann einige davon ausbrechen (im Mai). Je nachdem was Du mit der Rebe bezweckst, Laube oder Trauben, mehr oder weniger Austriebe belassen. Wichtig, dass Du jetzt und besonders nach dem Austrieb nicht mehr schneidest sondern nur die Neutriebe wegbrichst, sonst blutet die Pflanze lange Zeit.
Im nächsten Winter dann „auf Zapfen“ schneiden. Zum düngen nehme ich als Langzeitdünger Thomasphosphat, das ich einarbeite. Aber da haben andere sicher auch andere Vorstellungen.
Udo Becker
vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Da ja jetzt bereits die 3. Vegetationsperiode meiner Weinrebe beginnt, hatte ich mir eben Sorgen gemacht, dass mit dem Wein etwas nicht in Ordnung ist. Auf jeden Fall möchte ich erst einmal, dass der Weinstock kräftiger wird, bevor ich Trauben haben will.
Da ich auf diesem Gebiet neu bin, muss ich auch fragen, was „auf Zapfen schneiden“ bedeutet.
Sicher kann ich doch die Triebe, die direkt über der Veredlungsstelle herauswachsen, wegbrechen.
Viele Grüße mab46
Die Rebe baut sich über die Jahre auf, d.h. Du kannst jedes Jahr einen Trieb belassen, der den Hauptast weiter bildet. Wenn die Rebe ihre beabsichtigte Größe erreicht hat, bleibt dieses Hauptgerüst immer stehen, es wird im Laufe der Zeit immer dicker und borkiger. Daraus kommen jedes Jahr die Neutriebe. Trauben kommen nur aus dem zweijährigen Holz. Also ein Neutrieb wächst ein Jahr und wird dann im Winter auf Zapfen geschnitten. Der Zapfen ist ca 5 cm lang. Im Frühjahr entspringen daraus Neutriebe, die fruchten. Pro Zapfen nur einen Trieb belassen. Diese werden im Winter wieder auf Zapfen geschnitten etc. Am Hauptstamm entstehen dann durch das jährliche auf Zapfen schneiden Knubbel die nicht sehr schön aussehen.
Die kurz über der Veredelungsstelle herauswachsenden Triebe würde ich immer gleich ausbrechen. Du willst ja auch einen Stamm und keinen Busch.
Udo Becker
vielen Dank für dein schnelle Antwort.
Habe jedoch noch eine Frage. Da mein Wein nur einen Haupttrieb ohne Seitentriebe gebildet hat, muss ich diesen Trieb sicher kürzen. Auf welche Länge würdest du diesen Trieb zurückschneiden (muss sicher jetzt bald geschehen)?
Herzlichen Dank. mab46