Tierdung für das Gemüsebeet

Ich habe ein neues Gemüsebeet angelegt und dabei beim Wegeanlegen die ganze Erde durcheinander gebracht. Jetzt muß alles regeneriert werden. Mein Nachbar hat mir zu Düngungszwecken Dung von Ziege, Pony und Hühnern angeboten. Wann kann ich das Zeug aufbringen? Muß das „abgelagert“ sein? Wie bringe ich es auf?
Sylvia

hi sylvia,
leider hab ich meine bücher nicht zur hand, wo das genau drinsteht. ich empfehle marie luise kreuters ‚mein biogarten‘ (oder so), da steht es genau drin, wie man mit den verschiedenen mist-arten umgeht.
grob gesagt:

hühnermist:
ist sehr stark phosphathaltig und sollte keinesfalls im übermass angewendet werden, da sich die nährstoffgehalte im boden stark einseitig verschieben. ich hatte mal einen garten an einer stelle, auf der 30 jahre lang hühner gehalten wurden. der phosphatgehalt hat sich nach bodenanalyse derart hoch herausgestellt, dass mich die tatsache, dass alles ziemlich schlecht wuchs, nicht mehr gewundert hat.

ponymist:
denke mal, das ist mit pferdemist gleichzusetzen. so weit ich mich erinnere, muss der auf jeden fall abgelagert werden.

zu ziegenmist weiss ich gar nichts.

so weit ich weiss, sollte aller mist abgelagert sein, d.h. nicht frisch auf die beete kommen.
allgemein darf organischer dünger - so wie auch kompost - nur oberflächlich eingeharkt werden.

inwieweit dein boden durch das wegeanlegen tatsächlich ‚durcheinander‘ ist, kann man ohne die situation gesehen zu haben nicht sagen. aber tatsache ist: einfach drauf los düngen kann auch mehr schaden als nutzen bringen. düngen muss dem boden nicht unbedingt gut tun. durch wegebau bringst du eher die bodenschichtung und die struktur durcheinander als die nährstoffverhältnisse.
du sagst: neu angelegt… was war denn vorher da? war es rasen oder war es eher eine baustelle? all das ist entscheidend dafür, was jetzt dem boden hilft, sich zu ‚regenerieren‘.

wenn du es nicht professionell über eine bodenanalyse angehen willst, empfehle ich eigentlich eher, auf den betroffenen flächen dieses jahr eine gründüngung auszubringen. in deinem fall würde ich eine mischung aufbringen, die dafür sorgt dass einerseits durch leguminosen stickstoff in den boden kommt und andererseits durch entsprechende pflanzen (senf, phacelia) die struktur des bodens verbessert wird. dazu je nach boden evtl. hilfsstoffe einbringen (sandiger boden —> tonminerale, schwerer boden —> sand etc.)

wenn an der stelle vorher noch kein intakter boden war (also zum beispiel nach hausbau oder ähnlich starker bodenschädigung), dann ist das vorgehen unter umständen ein anderes.

hoffe, ich konnte dir damit ein wenig weiterhelfen,
viele grüsse, muschel

Hallo,

alles haengt vom Gemuese ab, das du auf den jeweiligen Beeten anbauen willst. Hier ein paar Beispiele:

  • Moehren und Retiche vertragen keinen frischen Dung
  • Kuerbisgewaechse (Gurken, Melonen etc) brauchen sehr viel Duenger
  • Leguminosen benoetigen nur eine Startduengung
  • viele Kraeuter brauchen sandigen, mageren Boden (Salbei, Oregano etc)

Die Materie ist sehr umfangreich und in diesem Forum kaum zu beantworten. Kauf dir ein Buch ueber Gemueseanbau. Da stehen dann die Kulturbedingungen (Saatzeit, Pflanzzeit, Bewaesserung, Duengerbedarf, Erntezeit, Schaedlinge, Krankheiten etc.) fuer die verschiedenen Pflanzen drin.

Was den Boden betrifft, wuerde ich tatsaechlich eine Analyse machen lassen, damit du nicht falsch duengst.

Gruss, Niels

Mein Nachbar hat mir zu
Düngungszwecken Dung von Ziege, Pony und Hühnern angeboten.
Wann kann ich das Zeug aufbringen? Muß das „abgelagert“ sein?
Wie bringe ich es auf?

Gedüngt (mit Kompost) wird idealerweise im Herbst, damit die Würmer Zeit haben alles unterzuarbeiten.

Hühnermist ist so ätzend, daß er immer über den Komposthaufen gehen sollte und selbst da nicht zu viel auf einmal.
Pferdemist enthält/entwickelt üblicherweise viel Ammoniak, auch hier den Weg über den Misthaufen/Kompost gehen. Außnahme: im Herbst kannst Du unter Erdbeeren etwas(!) Pferdemist direkt aufbringen.
Ziegenmist hab ich noch nie verarbeitet

Schafköttel sind der einzige Mist, der mir bekannt ist, der direkt zum Düngen verwendet werden kann, aber auch hier in Maßen und nicht in Massen.

Kompostbereitung ist ein Thema für sich, über das es dutzende von Büchern (eher mehr) und sich bekämfenden Glaubensrichtungen gibt. Hier nicht mehr dazu, das ginge zu weit.

Auf ein rohes Beet (also ein Stück Erde, das im Herbst für die Bepflanzung im Frühling vorbereitet wurde) den Kompost in dünner Schicht verteilen und grob mit einem Sauzahn einarbeiten. Den Rest erledigen die Regenwürmer.

Viel Spaß wünscht

Gandalf