Vogelfutter

Von: , Frage gestellt am Fr, 11. Jan 2002

Liebe Gartenfreunde,

in unserem Garten wachsen zwei hoffnungsfrohe Kirschbäume den ertragreichen Jahrzehnten entgegen. In diesem Jahr gabs zum erstenmal reifende Früchte - aber noch bevor diese rot wurden, waren sie verschwunden. Die Indizienspur führte zu den in der Nachbarschaft reichlich vorhandenen Amseln.

Diese schönen, sangesfreudigen Tiere bleiben bei uns (Kölner Bucht) auch im Winter da, und ich ermutige sie mit meinem Vogelhäuschen und "Weichfutter" auch noch dazu. Heute nun fiel mir die Kirschgeschichte wieder ein und ich fand die wohlgenährt wirkenden Tiere, als sie innerhalb einer Stunde mehrere Handvoll Futter streitend verspeisten, zum erstenmal nicht mehr nur putzig.

Meine Fragen:

Könnte das Unterlassen oder Abändern der Winterfütterung überhaupt etwas mit der Kirschernte zu tun haben? (Unser Garten ist ziemlich klein, höchstwahrscheinlich füttern auch noch andere Nachbarn.) Oder klauen die Tiere in jedem Fall alle Kirschen, unabhängig davon, ob sie im Winter bei uns Futter finden? Verspricht es mehr Kirschen, Nachbars Katze mit Leckerbissen bei Laune zu halten?

Wenn die Antwort auch nur teilweise "ja" lautet: Kann man durch besonderes Futter ("Hartfutter", Meisenknödel etc.) eine kirschneutrale Klientel anlocken?

Vorgestern versuchte ein Rotkehlchen vergeblich, aus dem zugefrorenen Brunnen Wasser zu picken. Mögen Rotkehlchen Kirschen? Wenn nein, wäre es günstig, ihnen jeden Morgen frisches Wasser hinzustellen? Was, wenn auch die Amseln daraus trinken?

Herrlich, diese nichtswürdigen Gartenproblemchen.

Danke für die Antworten,
Juliane

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    Re: Vogelfutter

    hi juliane,

    das einzige, was wirklich gegen kirschenklauende vögel hilft (und das sind nicht nur amseln) ist ein netz über dem baum. gut verspannt natürlich, damit sich nicht die vögel darin verheddern und elend sterben. selbst an in den baum gehängte alustreifen oder klappernde konservendosen etc. oder auch vogelscheuchen gewöhnen sich die vögel ein stückweit und kommen nach wie vor zum klauen. irgendwann ist dein baum auch gross genug, dass ein angemessenes miteinander möglich ist. kirschen für die vögel und kirschen für euch ;o), einstweilen: netz, sonst ist mir zumindest nichts bekannt. aber vielleicht wissen die anderen hier noch andere tips, ich hatte leider selber noch nie einen kirschbaum, daher mangelnde erfahrung :-( Könnte das Unterlassen oder Abändern der Winterfütterung
    überhaupt etwas mit der Kirschernte zu tun haben? (Oder klauen die Tiere in jedem Fall
    alle Kirschen
    alle klauen sie nur dann, wenn es wenige kirschen sind (siehe oben) unabhängig davon, ob sie im Winter bei uns
    Futter finden?
    hm, gute frage, denke mal, das eine hat nicht unbedingt mit dem anderen zu tun, vor allem dann nicht, wenn in der nachbarschaft auch gefüttert wird. und irgendjemand füttert immer. nachdem vögel aber ziemlich mobil sind, finden sie die reifen kirschen auch so, selbst wenn sie aus dem winter euren garten als nahrungsarm kennengelernt haben. Verspricht es mehr Kirschen, Nachbars Katze mit
    Leckerbissen bei Laune zu halten?
    nachdem amseln sich als kulturfolger auch zunehmend zu boden-vögeln entwickeln, sind sie es meistens, die von katzen erwischt werden. aber nur am boden! das heisst, eine katze am boden wird für amseln im kirschbaum kein schrecknis sein. da sitzt dann eine 'polizisten'amsel oben im baum, stösst ihren bekannten warnlaut aus, stösst vielleicht sogar auch mal auf die katze nieder und der rest frisst in ruhe weiter. einen kleinen effekt mag die anwesenheit einer katze vielleicht haben, aber entscheidend retten wird das eure ausbeute nicht.
    Wenn die Antwort auch nur teilweise "ja" lautet: Kann man
    durch besonderes Futter ("Hartfutter", Meisenknödel etc.) eine
    kirschneutrale Klientel anlocken?
    kirschneutrale klientel? *lach* das ist gut formuliert. kann ich dir leider nicht beantworten. denke aber auch nicht, dass du da viel erfolg haben wirst. die frage ist ja auch, inwieweit sich die winterreviere der vögel mit denen des sommers decken. und ob ein paar rotkehlchen eine kirschengierige amselmeute überhaupt beeindruckt?!?!? hab da zweifel.
    Vorgestern versuchte ein Rotkehlchen vergeblich, aus dem
    zugefrorenen Brunnen Wasser zu picken. Mögen Rotkehlchen
    Kirschen? Wenn nein, wäre es günstig, ihnen jeden Morgen
    frisches Wasser hinzustellen? Was, wenn auch die Amseln daraus
    trinken?
    keine ahnung, welcher vogel wie kirschengierig ist. wie gesagt, siehe oben, hm.. winter ist nicht gleich sommer. wasser für tiere ist im winter natürlich nie verkehrt, da die wasserversorgung jetzt schon ein problem ist, weil alles gefroren ist.
    Herrlich, diese nichtswürdigen Gartenproblemchen.
    hey, was heisst hier nichtswürdig?!?!? *g* wenns um kirschen geht, werd ich zum tier *lach*

    hoffentlich weiss dir jemand noch andere tips und tricks, warte gespannt mit ;o)
    muschel

    • Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Vogelfutter

      hi Juliane,
      und hi, Claudia :)
      Na, mit den Kirschen - die wirst Du Dir wohl auf Dauer mit den Amseln, Drosseln teilen müssen.
      Ein Wort zur Winterfütterung von Vögeln:
      Sie wird oft streng verurteilt und es werden gute Gründe angeführt. U.a. der, dass sie die "natürliche Auslese" verhindert, - als ob in unserer Kulturlandschaft noch irgendeine solche Auslese möglich wäre. Ich denke, man sollte es nicht übertreiben. Wenn es die üblichen "feuchten Sommer" sind, die wir als die Winter der letzten Jahre kennen, dann sollte man es langsam angehen, die Vögel finden auch so genug. Anders, wenn Eis und Schnee mögliches Futtersuchen verhindert. Dann sollte man seine kleine Gartenpolizei (sie vertilgen ja jede Menge "Ungeziefer") bei Laune halten. Ist ja auch nett, sie beim Füttern zu beobachten.
      Amseln sind sehr revierbewußt und der Amselhahn wird kaum einen Rivalen in "seinem" Garten dulden. auch andere Vögel werden verscheucht. Meisen und Finken stören sich daran allerdings kaum, sie nehmen ihr Futter ja anders auf, sind flink. Das Rotkehlchen kommt schon auch zu seinem Recht. Wasser ist eigentlich kein großes Problem, Vögel brauchen sehr wenig, meist langt das, was sie mit der festen Nahrung aufnehmen. Außer im Winter brauchen sie es hauptsächlich zum Baden!
      Bei uns am Stadtrand toben teilweise bis zu 30 unterschiedliche Vogelarten herum, "Exoten" sind dabei drei Spechtarten (Grünspecht, großer/kleiner Buntspecht), ein Eichelhäherpärchen, Goldhähnchen usw. Leider sind die Spatzen sehr selten geworden, Bis vor wenigen Jahren stellten sie die Mehrheit an unserem Futterplatz.
      Aber ich komme ins Plaudern, verzeiht einem alten Mann :)
      Liebe Grüße
      Eckard.

      • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
        Amsel, Drossel, Fink und Star

        Aber Eckhard,
        Plaudern ist doch der Sinn der Sache.

        Toll, wie du dich mit Vögeln auskennst! Und du hast ja sicher auch gemerkt, das Hegen und Beobachten gehört bei mir eben zu den Winter-Garten-Vergnügen, zumal weil ich wegen meim dicken Bauch (nächste Woche soll mein Baby kommen) sonst nicht allzuviel machen kann und ich wegen meiner Allergie keine Haustiere haben kann.

        Also: Ist es sinnvoll, im Winter den Vögeln Wasser (jeden Morgen, da es in der Nacht gefriert) hinzustellen?

        Welche Vögel zieht man mit welchem Futter an?

        Stimmt es, dass die Amselweibchen braun sind und Drosseln genannt werden? Könnten sich nicht unter den gegebenen Bedingungen doch mehrere, beinahe schon zahme Amselfamlien (bzw Drosseln) in unserem Garten regelmäßig mit Futter versorgen? Mir kommt es so vor, als wären diese Tiere wirklich schon von ihrem eigentlichen Verhalten abgewichen, zumal ich doch aus dem Lied weiss: normalerweise fliegen sie im Winter wech, damit sie eben im Frühling schon da sein können und dem Nebensänger ein frohes Jahr wünschen können. Echt, ich sehe doch die Vögel (und zwar vor allem große, braun gefleckte) in regelrechten Schwärmen auf dem gefrorenen Rasen herumpicken (was in aller Welt suchen sie da) oder sich eben am wohlgefüllten Futterhäuschen verlustieren.

        Wird das Kirschernte/Kirschverlust-Verhältnis nicht doch ein bisschen günstiger, wenn es eben nur noch eine Amselfamilie hierherum gibt, weil die anderen einen besseren Winterfutterplatz gefunden haben und deswegen ausgewandert sind?

        Rotkehlchen und Meisen fressen doch keine Kirschen, oder? Exoten doch auch nicht, oder doch? Und mindestens die erstgenannten bleiben doch normalerweise im Winter da und werden bei Frost (ich habe tatsächlich auch gehört, nur dann) gefüttert, weil wir tierlieb sind und hoffen, dass sie im Sommer bösartige Schädlinge auffressen. Also würde man in diesem Fall tatsächlich mit der Winterfütterung die Anwesenheit von Vögeln im Garten fördern. Gilt das für Amseln nicht? Warum?

        Danke für alle Bemühungen,

        Schöne Grüße,
        Juliane

        • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
          Re: Amsel, Drossel, Fink und Star

          Hallo, Juliane,
          na vielleicht solltest Du Dir mal ein hübsche Vogel-Erkennungsbuch schenken lassen (gibt es glaub ich von Kosmos).
          Was Du so generell als Amseln ansiehst, sind wahrscheinlich mehrere Arten von Drosseln.
          Die Amsel (Schwarzdrossel, Merle) er ist tiefschwarz mit gelbem Schnabel, sie dunkelbraun. Die mit den geschipperten Brüsten sind wahrscheinlich Singdrosseln. Amseln ziehen nicht. Sie bleiben im Winter hier. Singdrosseln sind Teilzieher, sie kommen im Winter gern an die Futterplätze.
          Meisen und Finken gehen nicht an die Kirschen, das tun vor allem die Stare. Aber die sind ja jetzt im warmen Süden. Sie sind etwas kleiner und schlanker als Amseln, auch schwarz, aber mit schwarzem Schnabel und das Gefieder schillert in der Sonne. Einige bleiben auch über den Winter, wenn es nicht gar so kalt ist, die haben dann weiß gesprenkeltes Federkleid.
          Noch zum Wasser. Ich denke, dass es nicht nötig ist, Vögel nehmen auch Schnee auf oder picken am Eis, und wie gesagt, Wasser brauchen sie eigentlich nur zum Baden.
          Zum Futter: für die Meisen sind Meisenknödel recht gut, da hängen sie sich kopfüber drunter und picken. (und untendrunter sitzen die anderen und warten, was runterfällt :) Im Häuschen streut man Sämereien, Hirse, Haferflocken, Sonnenblumenkerne.
          Wichtig ist es, die Futterhäuschen regelmäßig zu säubern, damit der Futterplatz nicht zum Seuchenherd wird. Die Hinterlassenschaft der Futtergäste ist ja nicht eklig, aber Krankheitskeime verbereiten sich eben dadurch.
          Und natürlich sollte auch Nachbars Katz nicht drankönnen.

          Vielleicht ein paar Links zum Thema:
          http://won.mayn.de/akan/VO_FUT1.HTM
          http://www.brueckenbauer.ch/INHALT/0102/02tiere.htm
          http://www.nabu-laatzen.de/Winterfuetterung.htm
          und hier noch eine CD zur Bestimmung von Vögeln: http://www.sol.de/news/multimedia/cd/32135.php3

          Viel Spaß und liebe Grüße
          Eckard.




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