Appetitlosigkeit beim Hund

Ich bzw. meine Berner-Sennen-Boxer-Rottweiler-Hündin hat folgendes „Problem“ : es gibt Tage, da will sie absolut nichts essen. Ja, ich weiß schon, dass das schon mal vorkommen kann, aber meine Hündin ist ein Fress-Sack!!
Sie ist jetzt sieben Jahre alt und hatte eigentlich nie Probleme mit dem Essen. Man könnte sie auch als „Schwarzes Loch“ bezeichnen - alles verschwindet darin, ohne dass man es je wieder sieht. (Höchstens in einer etwas unappetitlichen Form, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte… *g*)
Seit etwa einem Jahr ist es aber so, dass sie an manchen Tagen morgens, wenn sie ihr Essen hingestellt bekommt, nicht mal aufsteht; das totale Desinteresse also! Meistens hat sie dann auch so ein Gurgeln im Bauch, aber das könnte natürlich auch vom leeren Magen kommen… Ich kann mir das nicht erklären! Es liegt 100%ig nicht an Zahnschmerzen oder ähnlichem - oder daran, dass sie sich am Tag vorher den Magen verdorben hat. In den meisten Fällen rappelt sie sich dann mittags auf, um doch noch zu essen. Aber das ist doch nicht normal, oder?! Wenn man ihr etwas anderes anbietet (Leckerli), dann isst sie es.
Ich hab echt keine Ahnung! Mag sie ihr Futter nicht mehr?? Andererseits: als wir ein anderes Futter untergemischt haben (zur Umstellung), hat sie es auch verweigert…
Also, wer weiß Rat??

Hallo,

ich würde sagen, das liegt an der „falschen“ Fütterung Deiner Hündin. Hunde haben eine ganz andere Verdauung, als der Mensch. Daher ist es am besten, wenn Du Deinen Hund nur 1 Mal am Tag fütterst. Ich z.B. mache das immer so gegen 17.00 Uhr.
Bei uns Menschen dauert die Verdauung (bis alles aus dem Magen raus ist) nur ca. 4 Stunden. Deshalb essen wir auch öfter. Beim Hund dagegen dauert dieser Vorgang bis zu 16 Stunden! Dass Deine Hündin also morgens nichts frisst, kann gut damit zusammenhängen, dass sie vom Vorabend noch satt ist. Das würde auch erklären, warum sie Leckerlis frisst, aber ihr Futter stehen lässt. Du musst Dir also keine Gedanken machen, wenn Dein Hund nur noch 1 Mal pro Tag was bekommt, weil er ja ein viel längeres Sattheitsgefühl hat, als wir. Viele denken dann: Oh, der arme Hund, der bekommt ja kaum was zu fressen…
Aber das stimmt ja nicht. Er bekommt eben nur nicht so oft, und das ist genau das, was Hunden gut tut.
Versuche einfach, Deine Hündin langsam daran zu gewöhnen. Füttere sie morgens immer etwas weniger, und wenn sie es mal stehen lässt und nicht fressen will, dann nimm es ihr wieder weg. Auf keinen Fall stehen lassen! Denn sonst frisst sie es, wie Du ja schon gesagt hast, am Mittag (vielleicht aus Langeweile?) und wenn sie dann am Abend schon wieder was bekommt, dann setzt das ganz schön an, und der Hund wird träge.

Grüßle Kim

Ich bzw. meine Berner-Sennen-Boxer-Rottweiler-Hündin hat
folgendes „Problem“ : es gibt Tage, da will sie absolut nichts
essen. Ja, ich weiß schon, dass das schon mal vorkommen kann,
aber meine Hündin ist ein Fress-Sack!!

Wenn man

ihr etwas anderes anbietet (Leckerli), dann isst sie es.
Ich hab echt keine Ahnung! Mag sie ihr Futter nicht mehr??

Es ist richtig, daß der Hund anders als wir „verdaut“. Überlege mal, ob es an dem „Einheitsfraß“ liegen kann? Unser Raubtier legt Wert auf Abwechslung. Wohl bekommt sie einmal täglich, fast Punkt 12 Uhr, ihre Ration (deutlich weniger als auf der Büchse steht!), aber dafür mit unterschiedlichen Beilagen. Mal Nudeln, dann Reis bzw. das übliche Trockenfutter. Wenn alles nichts hilft, dann eine kleine, ich sag mal „bessere“ Messerspitze Leberwurst (Hackfleisch"soße" ist ebenfalls heiß begehrt) dazwischen. Du glaubst gar nicht, wie sorgsam das kleinste Reiskorn aus der Schüssel geklaubt wird.

Zudem ist unsere Hündin eine Art Vegetarierin. Wöchentlich geht ein Kilo Karotten (Spielzeug, Nahrungsmittel und Seelentröster) drauf, dann - wenn wir es erlauben würden - täglich ein roter Paprika. Damit das Fell seidig glänzt (ein alter Rinderzüchtertrick, damit auch der häßlichste Ochse noch verkauft werden kann…) ab und zu mal ein rohes Ei in das Futter gemixt. Ebenfalls excellent saubere Schüsseln gibt es, wenn wir uns eine Fleischsuppe (ohne Salz) aus den üblichen Bestandteilen machen. Das gekochte Gemüse leicht passiert - die „Biene“ ist hin und weg.

Was auch nicht schadet, ist wenn Du mal was für den Hund kochst. Wir hatten mal einen komplett verwöhnten Hovawart. Seine Lieblingsspeise war gekochter „Kuhbusen“ (= Euter) oder Pansen (igit!). Damit das Zeugs auch für uns einigermaßen, „dufttechnisch“ betrachtet, erträglich war, kamen Gewürze rein (Koriander, Piment, Nelke u.ä. - kein Kochsalz). Nachteil? Der Wischlumpen mußte her - es gab vor Vorfreude Pfützen auf dem Küchenboden. Der Hund „lief“ aus, so regte ihn das Essen an.

Wenn es gurgelt, dann kann auch noch ein anderer Grund vorliegen. Hat Dein Liebling Gras gefressen? Dieses wird irgendwann ausgekotzt oder die „Winde“ sind sehr aromareich. Ursache kann ein Vitamin- und/oder Mineralmangel (ich empfehle Cafortan = die Merzdragees für den WauWau…) sein.

Hast Du ihm einen Knochen zum Abfieseln gegeben (unbedingt vermeiden! Ein Tierarzt hat uns mal beiläufig gesagt, daß er die meisten Einschläferungen deshalb machen muß, weil Knochen den Magen des Hundes durchlöcherten). Die Knochenteile werden in das Grünzeug eingeschlossen und ausgekotzt. Wenn wir sündigen (kommt sehr selten vor!) und die Kotelettüberreste entsorgen wollen, dann fieseln wir und geben die Überreste ohne Knochen dem Hund. Jede Art von Knochen, auch vom Rind, sind absolut verboten für den Hund, bei uns.

Das sind so meine Erfahrungen aus gut 25 Jahren, den Hund zum Fressen zu nötigen.

Hey Kim,
danke erst mal für Deine ausführliche Berichterstattung!

Hunde haben eine ganz andere Verdauung, als der
Mensch. Daher ist es am besten, wenn Du Deinen Hund nur 1 Mal
am Tag fütterst. Ich z.B. mache das immer so gegen 17.00 Uhr.
Bei uns Menschen dauert die Verdauung (bis alles aus dem Magen
raus ist) nur ca. 4 Stunden. Deshalb essen wir auch öfter.
Beim Hund dagegen dauert dieser Vorgang bis zu 16 Stunden!

Das scheint zu erklären, warum sie ab und zu ihr „Futterchen“ verweigert! Allerdings bekommt sie schon ihr gesamtes Erwachsenenleben das Essen jeweils morgens und abends. Ich denke, dass das wegen des Risikos einer Magendrehung auch nicht völlig verkehrt sein kann.

Dass Deine Hündin also morgens nichts frisst, kann gut damit
zusammenhängen, dass sie vom Vorabend noch satt ist. Das würde
auch erklären, warum sie Leckerlis frisst, aber ihr Futter
stehen lässt. Du musst Dir also keine Gedanken machen, wenn
Dein Hund nur noch 1 Mal pro Tag was bekommt, weil er ja ein
viel längeres Sattheitsgefühl hat, als wir. Viele denken dann:
Oh, der arme Hund, der bekommt ja kaum was zu fressen…

Allerdings ist ja schon so, dass sie in den meisten Fällen auch morgens isst. Ich habe ja hier nach einer Erklärung gesucht, warum sie es manchmal grundlos nicht tut. Es ist auch schon mal so gewesen, dass sie beim Spaziergang abends vorher irgendetwas Ungenießbares geschluckt hat. Das verträgt sie meist absolut nicht - dann mag sie morgens auch nichts essen, aber dann wissen wir ja den Grund. Es lässt sich leider auch nicht immer vermeiden, dass sie irgendetwas aufnimmt. Wir passen zwar immer auf, wenn sie sich „verdächtig“ benimmt, aber inzwischen ist sie eine richtige Spezialistin im „Harmlosaussehen-schnellzuschnappen-sofort runterschlucken“ geworden. Da hilft kein „Pfui“, kein „Aus“, kein Schimpfen, kein im Maul rumwühlen… :wink:

Füttere sie morgens immer etwas weniger, und wenn sie es mal
stehen lässt und nicht fressen will, dann nimm es ihr wieder
weg.
Auf keinen Fall stehen lassen! Denn sonst frisst sie es,
wie Du ja schon gesagt hast, am Mittag (vielleicht aus
Langeweile?) und wenn sie dann am Abend schon wieder was
bekommt, dann setzt das ganz schön an, und der Hund wird
träge.

Ich denke, ihr morgens weniger zu geben könnte eine ganz gute Lösung sein. Allerdings ist ihr Essen sowieso schon sehr knapp bemessen (sie neigt nämlich ein wenig zum Fett ansetzen - liegt das etwa am Rotti-Erbe?) - insofern bekäme sie dann abends mehr, wenn ich es ihr mittags wegnehmen würde. Oder sie käme dann auf die Idee, morgens besser alles aufzuessen, um zu verhindern, dass ihr etwas weggenommen wird. :smile: Und viel träger als sie jetzt schon ist kann sie wohl kaum werden. Da brauch sie gar nicht dick zu werden *g*

Viele Grüße
Mondenkind

Hallo Mondenkind,

das mit der Verdauung stimmt zwar, doch halte auch ich es gerade bei großen Hunden wegen des Risikos einer Magendehung für besser, zweimal am Tag zu füttern, wenn ich das Essen so portioniere, daß der Hund dann nicht von einer Mahlzeit wirklich vollgefressen ist (was man ja gerade wegen des Risikos der Magendrehung vermeiden will und deshalb zweimal füttert), müßte er auch bei der nächsten Mahlzeit noch Hunger/Appetit haben.

Warst Du mit dem Problem schon mal beim Tierarzt? Die Berner-Senn-Mix-Hündin meiner Eltern fing ungefähr im selben Alter an, ab und zu das Futter zu verweigern; es stellte sich heraus, daß sie eine mittlerweile ziemlich schwere HD hat, was man ihr aber beim Laufen nicht ansah; doch immer wenn sie wohl größere Schmerzen hat, mag sie nichts essen.
D.h. sie ißt schon was, nur nicht ihr normales Futter; sondern sie knuspert Vollkornbrot, Bananen, Hundewurst, Nudeln; also schon noch einiges, nur nicht ihr Hundefutter.
Ich will Dir jetzt keine Angst machen, doch ist es glaube ich besser, den Hund in so einem Fall einfach mal durchchecken zu lassen.
Viele Grüße

Tanja

Hey Tanja!

das mit der Verdauung stimmt zwar, doch halte auch ich es
gerade bei großen Hunden wegen des Risikos einer Magendehung
für besser, zweimal am Tag zu füttern, wenn ich das Essen so
portioniere, daß der Hund dann nicht von einer Mahlzeit
wirklich vollgefressen ist (was man ja gerade wegen des
Risikos der Magendrehung vermeiden will und deshalb zweimal
füttert), müßte er auch bei der nächsten Mahlzeit noch
Hunger/Appetit haben.

Genau das denke ich auch!

Warst Du mit dem Problem schon mal beim Tierarzt? Die
Berner-Senn-Mix-Hündin meiner Eltern fing ungefähr im selben
Alter an, ab und zu das Futter zu verweigern; es stellte sich
heraus, daß sie eine mittlerweile ziemlich schwere HD hat, was
man ihr aber beim Laufen nicht ansah; doch immer wenn sie wohl
größere Schmerzen hat, mag sie nichts essen.

Das ist eine Möglichkeit, an die ich bisher noch nicht gedacht habe. Evtl. wäre das die Erklärung, warum die Futterverweigerung so willkürlich ist… Bei meiner Hündin wurde schon im Alter von 4 Jahren HD festgestellt, allerdings hat sie eine sehr hohe Schmerzschwelle. Allerdings: wenn sie so große Schmerzen hätte, dann müsste sie ja auch bei anderen Reizen liegen bleiben. Das tut sie aber nicht - sie steht dann schon auf, um mich oder die anderen Familienmitglieder zu begrüßen. Und Essen war ihr schon immer wichtiger als alles andere. Und auch sonst zeigt sie keine Anzeichen für Schmerz, wie z.B. steif sein nach dem Aufstehen, Hinken oder nicht laufen wollen. Die einzige Behinderung, die sie bis jetzt gezeigt hat ist, dass sie nicht mehr gut Treppen steigt und nicht mehr ins Auto springt. Da versucht sie sich aus der Vorderhand hochzuziehen, d.h. wir müssen ihr helfen.

D.h. sie ißt schon was, nur nicht ihr normales Futter; sondern
sie knuspert Vollkornbrot, Bananen, Hundewurst, Nudeln; also
schon noch einiges, nur nicht ihr Hundefutter.

Das können wir nicht so gut machen! Sie hat leider einen relativ empfindlichen Magen… Im Prinzip ist es ja auch nicht schlimm, wenn sie mal fastet.

Ich will Dir jetzt keine Angst machen, doch ist es glaube ich
besser, den Hund in so einem Fall einfach mal durchchecken zu
lassen.

Bei der Tierärztin waren wir schon, und die ist eigentlich immer begeistert von der guten Konstitution. Ich werde das mal weiter beobachten…
Aber trotzdem Danke für Deine Tipps!
Gruß,
Mondenkind

Hallo Mondenkind,

vielleicht hat das ja auch alles einen anderen grund.wir haben seit 30 jahren hunde in der familie.irgentwann stellten wir fest das die hunde von meiner mutter ein anderes fressverhalten haben als meine.ich habe 2 mischlinge die wirklich alles fressen und der hund von meiner mutter (sie hat gerade einen neuen )sind im laufe der jahr schlechte fresser geworden.das merkwürdige ist das die hunde von meiner mutter bei mir immer alles gefressen haben wärend meine mutter jeden tag für den hund gekocht hat.als meine meine mutter sich vor 6 monaten einen welpen zugelegt hat habe ich ihr vorgeschlagen mit dem hund erst zum welpenspielen und dann zu einem grundkurs zu gehen.da denkt man ,man hat nach 30 jahren ein bisschen ahnung von hunden und dann kommen da ganz neuen aspekte.der mann der den hundkurs gegeben hat ,hat eine praxis für verhaltensauffällige hunde(da gehören aber eher die meisten hunehalter hin)jedenfalls wurde un erklärt wie das in der natur mit den hunden ist.ich versuche mal eine kursfassug.der hund ist ein rudeltier und im rudel isst der boss immer als 1 ter.da wir eigentlich der boss sein sollen sollte das der hun auch wissen.da aber in 90 % der fälle der hund das sagen hat bestimmt er wann er was isst.es hört sich warscheinlich ein bischen komisch an aber seit dem ich die hunde

erst füttere nachdem wir gegessen haben und ich noch ein paar andere dinge in unserem zusammenleben grundlegend veränderthabe laufen viele dinke viel einfacher.bei den hunden meiner mutter ist das sehr eindeutig zu sehen .der welpe hat am anfang alles gefressen und jetzt wechselt meine mutter jede woche das futter.das war nur sehr kurz abgehandelt zum thema rudelverhalten und fressverhalten.vielleicht ist das ein ganz neuer aspekt und ich gebe dir sonst gerne noch mehr informationen.ich wünsche dir guten erfolg.
gruss babs

Warst Du mit dem Problem schon mal beim Tierarzt? Die
Berner-Senn-Mix-Hündin meiner Eltern fing ungefähr im selben
Alter an, ab und zu das Futter zu verweigern; es stellte sich
heraus, daß sie eine mittlerweile ziemlich schwere HD hat, was
man ihr aber beim Laufen nicht ansah; doch immer wenn sie wohl
größere Schmerzen hat, mag sie nichts essen.
D.h. sie ißt schon was, nur nicht ihr normales Futter; sondern
sie knuspert Vollkornbrot, Bananen, Hundewurst, Nudeln; also
schon noch einiges, nur nicht ihr Hundefutter.
Ich will Dir jetzt keine Angst machen, doch ist es glaube ich
besser, den Hund in so einem Fall einfach mal durchchecken zu
lassen.
Viele Grüße

Tanja

Hey Babs,
ich denke, dass das Rudelverhalten ziemlich sicher nicht der Grund ist für das „komische“ Verhalten meiner Hündin. Da sie sich nämlich quasi von Anfang an (seit sie ein halbes Jahr alt war) sehr dominant verhalten hat, habe ich mir so einiges in punkto Hundeverhalten angelesen. Seitdem wir gewisse Dinge (z.B. beim Spaziergang immer vor dem Hund aus der Tür gehen usw.) konsequent einhalten, hat es eigentlich keine Probleme mehr gegeben. Inzwischen (sie ist ja nun auch 7 Jahre alt) gibt es mit der Rangordnung im heimischen „Rudel“ (=Familie) keine Probleme mehr. Es passiert nur noch selten, dass sie einen von uns herausfordert indem sie z.B. einen Befehl ignoriert. Außerdem ist es ja so, dass sie wenn, dann nur morgens nicht fressen will. Und da bekommt sie ihr Futterchen sowieso nach dem Menschenfrühstück… Aber trotzdem Danke für den Tipp - und wenn Du mal mit jemanden über Hundeverhalten diskutieren willst: Ask me! *g*
Gruß,
Mondenkind