Re: Ich töte meinen Hund- nein Du erlöst ihn
Hallo Aniko,
ich stand vor einem 3/4 Jahr vor der gleichen Entscheidung. Wir hatten einen Dobermann 6 1/2 Jahre der eine Arthroose und leichet HD hatte und über einen längeren Zeitraum Medikamente nehmen musste. Er konnte teilweise auch nicht mehr alleine aufstehen, insbesonder wenn sich das Wetter änderte. Da die Hunde ja mit dem Kopf Schwung holen zum aufstehen hatte er sich eines Tages einen Halswirbel verrengt und dadurch war die rechte Vorderpfote gelähmt. Spritzen ect. hat nicht geholfe. Er hat sich so gequält- es war furchtbar. Wir haben uns dann nach 4 Tagen schweren herzens entschlossen unseren geliebten Hund
zu erlösen und einschläfern zu lassen. Denn die angebotene Operation, wo er nach Frankfurt in die Tierklinkik gebracht werden müssen mit Aufenthalt von mindestens 1 Woche wollten wir Ihm nicht zumuten.
1. war er nie von uns getrennt. Er war immer und ständig mit uns zusammen und wäre schon vor Kummer eingegangen in der Klinik.2. War die hance auf vollständige Heilung fraglich.
3.mindesten 2000 DM kosten, die ich in hjedem fall investiert hätte, wenn ich wüsste dass danach alles wieder i.O. ist.
Glaube mir, ich habe mich genau so gefühlt wie Du . Ich kam mir so schuldig vor un dfragte mich ob ich das Recht habe so über ihn zu entscheiden.
Wir haben die Tierärztin gebeten zu uns nach Hause zu kommen.
Wir haben versucht den Tagesablauf von der Entscheidung bis zum
Einschläfern so normal wie möglich zu gestalten
Er lag auf seinem Lieblingsplatz (konnte ja auch nicht mehr aufstehen)und hat zuerst eine Betäubungsspritze bekommen. Seine Augen waren sehr dankbar und ich denke, wir haben ihn erlöst.
Ich stelle mir immer vor, wie es wäre, wenn er in freier Natur gelebt hätte - ohne Tabletten und Spritzen ? Hätte er überhaupt so lang überlebt ? Nein mit Sicherheit nicht.
Noch heute fange ich an zu weinen wenn ich daran denke. Aber es ist besser so für ihn. Auch der Züchter den ich informierte hat gesagt dass es in jedem Fall besser ist so als das Tier zu quälen und eine OP zuzumuten.
Er ist im Arm von meinem Sohn ganz friedlich und ruhig eingeschlafen. Ich habe ihm die Unterseite seines Pfötchens gestreichelt- dass hatte er immer so gern.
Wir haben ihn dann von einem Bestattungsinstitut für Tiere abholen und einäschern lassen, weil wir keinen Garten haben. Einen so großen Hund, kann und darf man auch nicht einfach im Wald oder so begraben.
Die Urne (wer es nicht weis- würde sie als solches nicht erkennen) steht nun bei uns zu Hause in meinem Arbeitsszimmer und ich sehe ihn jeden Tag.
Wir hätten uns gerne sofort gerne einen neuen Hund angeschafft aber wir durften nicht. Wir wohnen zu Miete. Ich habe mich so geärgert, dass ich die Vermieterin gefragt habe, dass verzeihe ich mir nie. Es gab nie Probleme mit unserem Hund und diese Entscheidung vom Vermieter war mir völlig unverständlich.
Aber es ist richtig . Ein anderes Tier hilft Dir den Schmerz zu überwinden und lenkt Dich ab.
Ich wünsche Dir auf jedem fall viel Kraft für die richtige Entscheidung. Dein Tier hat in Würde gelebt und soll auch in Würde sterben und sich nicht quälen.
Gruß Kerstin
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