'Partnerhund zu Therapiezwecken?'

Hallo Hunde-Experten,

ich habe seit einem Dreivierteljahr einen Hund (Weibchen, Mischling, 2,5 Jahre alt), der ausgesetzt war und den ich gefunden, mitgenommen und behalten habe.

Der Hund ist im Großen und Ganze super: Man kann ihn überall hin mitnehmen, er ist lieb und ruhig und macht alles mit. Bloß zwei Probleme gibt es:

  1. Er bleibt nicht allein zu Hause (d.h. bellt und jault zwar mit Pausen, aber bis zur völligen Ermüdung);
  2. er hat Panik vor anderen Hunden und kann mit ihnen auch nichts anfangen (d.h. erstarrt vor Angst, wenn ein anderer Hund entgegenkommt, weicht teilweise bis auf die Straße aus - schnuppert andererseits an dem anderen Hund, macht dabei aber den Eindruck, als würde er es nur machen, damit Frauchen zufrieden ist und er weitergehen kann, kann auch z.B. mit Welpen oder anderen Hunden im Allgemeinen nichts anfangen, die mit ihm spielen wollen, steht dann ratlos davor).

Was kann man da machen? Sowohl bei Problem 1 als auch bei Problem 2.

Könnte es eine gute Idee sein, einen Welpen dazu zu holen? Dann wäre Hund 1 wenigstens nicht mehr allein (würde dann vielleicht nicht mehr jaulen?) und wäre außerdem mehr oder weniger gezwungen, sich mit einem anderen Hund zu beschäftigen, würde dadurch vielleicht den Umgang erlernen.

Kann es andererseits aber nicht vielleicht auch passieren, dass Hund 2 sich das problematische Verhalten von Hund 1 abkuckt, dann vielleicht mitjault und vor anderen Hunden genauso Panik hat?

Bin gespannt auf Antworten und Tipps!

Grüße
Mio

Hallo,

gehe mit Deiner Hundedame in eine Hundeschule. Dressurakte, und Sport stehen dabei nicht im Vordergrund. Es geht um das Sozialverhalten, das Dein Hund am besten spielerisch von Artgenossen lernen kann. Wenn Du das über ein paar Wochen gemacht hast, muß man weitersehen.

Ein Hund mit der Erfahrung des Ausgesetzt-werdens hat Furchtbares durchgestanden. Es ist nicht weiter erstaunlich, wenn er jetzt Verlustängste hat, sobald er allein gelassen wird. Aus dem Tier muß erst wieder ein ausgeglichenes Wesen mit Vertrauen werden. Das braucht Zeit und Geduld. Dabei werden Dir und Deinem Hund erfahrene Leute in einer Hundeschule helfen.

Ich halte es für keine gute Idee, den noch verstörten Hund mit einem Welpen stabilisieren zu wollen. Gerade ein Welpe braucht die Abgeklärtheit und Erfahrung seiner Mutter oder des älteren Hundes.

Gruß
Wolfgang