Hund wude zum Kläffer

Hallo,

meine Eltern haben einen 8 jährigen Dalmatinermischling seit dieser 6 Monate alt war. Er war immer schon sehr wachsam und schlug an, aber mittlerweile ist es nicht mehr auszuhalten. Er kläfft wenn er etwas hört oder sieht (dazu reicht schon eine Werbung im Fernsehen in der eine Katze vorkommt) und kriegt sich nicht mehr ein. Im Sommer rennt er ständig laut bellend in den Garten, sobald er ein Geräusch hört oder ein Tier sieht.
Das geht verständlicherweise den Nachbarn und meinen Eltern auf die Nerven.
Der Hund hat allerdings auch einen unglaublichen Beschützerinstinkt und meinem Vater geht es gesundheitlich seit einiger Zeit nicht mehr so gut. Ich denke, daß der Hund ihn einfach beschützen will, aber es ist nicht mehr auszuhalten.
Dazu kommt, daß mein Vater den Hund nur anschreit, wenn dieser bellt und wenn er tatsächlich kommt, schreit er ihn noch ein bißchen mehr an. Meine Mutter versucht ihr Glück, indem sie ihn mit Leckereien lockt, was aber (natürlich) auch nicht klappt.

Der Hund war eigentlich gut erzogen, er kannte alle Grundkommandos und befolgte sie auch, jetzt macht er das nur wenn
a) es ihm gerade passt
b) ich oder mein Bruder ihm die Kommandos geben (wenn er in meiner Gegenwart den Fernseher angreift genügt ein kurzes „aus“ und er legt sich zu meinen Füßen).

Hat jemand eine Idee, wie man das Dilemma lösen kann? Ich bin mir bewußt, daß es nicht die Schuld des Hundes ist, aber so kann es einfach nicht weiter gehen.

Einen Besuch beim Hundeplatz lehnt mein Vater mit der fadenscheinigen Begründung ab, daß die dort nur Rassehunde aufnehmen (auch eine gegenteilige Broschüre konnte ihn nicht überzeugen).

Nic

Hallo,

das was du schreibst, kommt mir ziemlich bekannt vor.
Daher schreibe ich mal aus eigenr Erfahrung.
Der Hund meiner Oma kläfft auch bei jedem, der nur am Gartenzaun vorbeigeht.
Wobei den Fernseher sieht er nicht als ernst an.
Also nicht ganz so schlimm.
Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, hört der Hund wenn du oder dein Bruder „aus“ sagen, oder bezog sich das nur auf das bellen beim TV ?
Falls es auch für andere Situationen gilt, könnte ich mir vorstellen, das eure Ton-/Stimmlage, mit denen ihr die Kommandos gebt, genau richtig sind.
Eure Mutter dagegen, mit Leckerlies lockt und vielleicht auch lieb säuselt „nu sei mal ruhig mein kleiner Bello“?
Und euer Vater schimpft den Hund auch aus, wenn er reagiert (hört) und zu ihm kommt?
Also das ist ja eigentlich das total verkehrte, denn so sehr man sich auch geärgert hat, der Hund sieht (merkt) doch nur, er wird ausgeschimpft, obwohl er gehorcht ( und hingekommen ) ist.
Ich schätze mal, die Hundeschule ist vielleicht gar nicht nötig, zumal ihr euren Vater wohl nicht umstimmen könnt.
Ich schätze mal, würde dein Vater den Hund loben ( ohne Leckerlies) wenn er gehorcht, könnte sich das auch schnell wieder ändern.
Ebenso müsste sich eure Mutter - falls meine Vermutung oben stimmt- „einen andren Ton“ angewöhnen. Und so mit dem Hund sprechen, wie du und dein Bruder es tun.
Ich fürchte nur, genau das wird unter anderem bei deinem Vater wohl auch auf taube Ohren stossen. Aber ein Versuch wäre es sicher wert. Schliesslich kostet ihn das weder Zeit noch Geld, im Gegensatz zur Hundeschule, wobei das eigentlich kein Grund sein sollte, sowas abzulehen.
Viel Glück
's Teufelchen

Hallo Nic,
Hunde sind doch nun mal Rudeltiere und brauchen klare Rangvorgaben vom Rudelführer. Wie verunsichert muß ein Hund also sein, wenn der Chef nicht nur kurz „knurrt“ und ansonsten zu verstehen gibt, daß sich kein Monster nähert (also Sicherheit verbreitet), sondern mitkläfft. Ich glaube dann lernt er nur, daß z.B. Katzen im Fernsehen wirklich etwas sind, worüber man sich aufregen muß. Wahrscheinlich sind hier einige Trainingsstunden mit einem Hundetrainer die beste Lösung (für Tier UND Mensch!!!)
Gruß
Suse

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Einen Besuch beim Hundeplatz lehnt mein Vater mit der
fadenscheinigen Begründung ab, daß die dort nur Rassehunde
aufnehmen (auch eine gegenteilige Broschüre konnte ihn nicht
überzeugen).

Na dann scheint das Gekläffe ja nicht so sehr zu nerven. Ein Besuch bei einer Hundeschule täte die Rangordnung innerhalb des ‚Rudels‘ wieder in Ordnung bringen.

Wenn der Hund meint er müsse seine Familie beschützen wird er auch versuchen die Macht an sich zu nehmen, also Alphatier zu werden, um diesen ‚Job‘ auch richtig ausführen zu können.
Vielleicht steht dein Vater schon unter ihm in der Rangfolge. Also sieht er keine Notwendikeit darin, seine Kommandos zu befolgen wenn er keine Lust dazu hat.

Vielleicht hat der Hund auch nur tierrische Langeweile und ist nicht ausgelastet. Oder hat in der letzten Zeit irgendwelche schlechten Erfahrungen gemacht die ihn verunsichert oder geängstigt haben, so das er jetzt aggressiver ist.

Hallo!
Ich bin auch der Meinung, dass die Rangordnung für den Hund vielleicht nicht mehr so ganz eindeutig ist. Inkonsequentes Verhalten als Reaktion auf sein Bellen verunsichert den Hund zudem nur. Der Hund bellt, weil er meint, dass Gefahr droht. Das ist im Grunde positiv. Daher sollte man den Hund im ersten Moment kurz loben und ihm dann aber sofort zu verstehen geben, dass er nicht weiter zu bellen braucht („Aus“, „Nein“, oder ähnliches). Dadurch ist für den Hund klar, dass das Rudel die „Gefahr“ bemerkt hat und entschieden hat, sie nicht als Gefahr zu werten. Damit ist für den Hund die Welt wieder in Ordnung! Wenn er ausgeschimpft wird, bellt er u.U. weiter, weil er denkt, dass das Rudel seine Warnung nicht bemerkt hat und er also um so mehr auf die Gefahr aufmerksam machen muss, um sein Rudel zu schützen. Beim anschließenden „Aus“ oder „Nein“ ist es unbedingt nötig, konsequent und evtl. sogar ein wenig streng zu sein. Hört der Hund nicht, dann kann man ihn ruhig mal packen, einen Schnauzgriff anwenden, oder ihn zu Boden drücken. Das klärt sofort wieder die Rangordnung!
Viel Glück!

Hallo!
Ich denke, dass Problem ist Dein Vater, der dem Hund nicht so recht verständig macht, wer der Boss ist. Obwohl, so weit ich weiss, eigentlich die rangniedrigeren Tiere die Wachfunktion für ihr Rudel haben.
Na egal, ich hatte jedenfalls auch etwas „Rangordnungsprobleme“ mit meinem „Second-Hand“-Hund, den ich im Alter von zwei Jahren bekam. Eine gute Freundin, die sich sehr gut mit Hundeverhalten auskennt hat mir einige Tipps gegeben, die ebenso verblüffend einfach wie auch wirksam waren.
Sie fragte mich, wer eigentlich zuerst durch die Tür geht - mein Hund oder ich. Darauf hatte ich ehrlich gesagt, nie geachtet - aber ich stellte fest, dass es immer der Hund war.
Und so waren ihre Tipps: Darauf achten, dass man immer zuerst zur Tür hinein oder hinaus geht - der Hund MUSS warten, bis er die Erlaubnis bekommt. Wenn der Hund aufdringlich auf seine „Schmusestunde“ besteht, wegschicken und ignorieren. Wann geschmust wird, bestimmt Herrchen/Frauchen. Das habe ich ein paar Wochen durchgezogen und natürlich auch darauf geachtet, dass Befehle, wie komm, sitz, platz usw. sofort beachtet wurden.
Nicht meckern oder schimpfen - da kann der Hund wenig mit anfangen. Wenn er nicht folgte, musste ich halt auch ab und zu mal einen kurzen Sprint einlegen und hab ihn an die Backen gefaßt, ihm tief in die Augen geguckt und „Pfui“.
Also bei mir hat es prima geholfen. Waren einige anstregende Wochen, die sich absolut gelohnt haben.
Aber ich schätze, davon musst Du zunächst Deinen Vater überzeugen. Belohnung (auch durch Leckerli), wenn der Hund kommt, wenn er gerufen wird, ist sicher sinnvoller, als ihn zu schimpfen. Kommt er allerdings erst nach dem 5. Rufen, hat er weder Lob noch Leckerli verdient. Hunde assoziieren.
Liebe Grüße und alles Gute
Usch