Hundeerziehung und Jagdtrieb

Hallo Hundefreunde!
Wir haben vor einigen Wochen einen 8 Monate jungen Schäferhundmischling in unsere Familie aufgenommen.
Es läuft soweit alles bestens. Bis auf…
Wenn er auf freier Flur leinenlos herumlaufen darf kann man es ihm scheinbar nicht abgewöhnen, dass wenn er zum Beispiel einen Hasen sieht, nicht mehr zu bremsen ist.
Dann hört und sieht er uns nicht mehr, reagiert auf kein Rufen und nichts mehr. Natürlich erreicht er den Hasen nie, aber für ein paar Minuten bleibt er verschwunden bis er von alleine wieder zurückkommt.
Welche Erziehungsmaßnahmen gibt es hier?
Gruß
Forrest

Hi!
Einem Hund das Jagen abzugewöhnen ist schwer, fast unmöglich. Solange er kurze Zeit später wieder kommt, sehe ich darin kein Problem, es sei denn, es besteht die Gefahr, dass ein Jäger auf den Hund aufmerksam wird. Kaum ein Hund reagiert noch auf Zuruf, wenn eine fette Beute direkt vor seiner Nase herum läuft. Ich würde empfehlen, während des Spazierganges die Aufmerksamkeit ganz auf mich zu lenken, das heißt, mich selber als Rudelführer interessanter zu machen als irgendwelche Spuren. Leckerchen in der Tasche, Spielzeug oder Verstecken, wenn der Hund nicht sofort hört, sind da so kleine Tricks. Der Hund sollte das Gefühl haben, dass es sich am meisten lohnt, in der Nähe des Herrchens/Frauchens zu bleiben, weil er sonst was Tolles verpassen könnte. Dann wird er auch besser hören. Falls er doch mal einem Hasen hinterherjagt, was im Notfall kaum zu verhindern ist (es sei denn eventuell durch harte Erziehungsmaßnahmen wie Stromschläge, gibt es tatsächlich!!, was ich aber für unmenschlich halte!!!), dann heißt es Warten und nicht weitergehen. Der Hund kommt ja zurück. Ich würde auch nicht ständig rufen, denn dann weiß der Hund immer „Herrchen ist ja noch da, dann kann ich auch noch ein wenig länger schnüffeln“. Ruhig warten, ein oder zwei Mal rufen und den Hund ausgiebig loben, wenn er wieder da ist. Dann merkt er sich, dass es vielversprechend ist, wenn er zurück kommt und beeilt sich vielleicht das nächste Mal. Wenn der Jagdtrieb zu groß ist gehört der Hund im Wald an die Leine.
Viel Erfolg!
Galli

hi,
wie sieht es denn bei dem Hund aus was die kleinen Lebewesen angeht wie Bienen, Fliegen und Schmetterlinge? Jagt er die auch?
Euer Hund ist noch in einer ziemlichen Prägephase wo sehr viel korrigiert werden kann. Ich rate Euch, setzt Euch mit einem Hundetrainer zusammen oder holt Euch Rat bei einer Hundeschule.
Mein neuer Hund ist einige Monate älter und stammt aus dem Tierheim, Seit wir die Hundeschule im Gruppen- und Einzelunterricht besuchen ist es eine wahre Wonne! „Bunny“ kann mehr als Frauchen und es ist wundervoll zu sehen wie der Hund Fortschritte macht. Es ist einfach eine Herausforderung für „Beide“!
Falls Ihr aus dem Kölner Raum kommt, kann ich Euch einige seriöse Hundeschulen empfehlen. ( Ganz wichtig: wenn Ihr nicht mit dem Lehrer könnt, kann es der Hund auch nicht!)

liebe Grüße
Aniko

Moin!

Solange er kurze Zeit später wieder kommt, sehe ich darin kein
Problem, es sei denn, es besteht die Gefahr, dass ein Jäger
auf den Hund aufmerksam wird.

Genau das kann man fast nie wirklich einschätzen, Jäger sieht man meistens nicht.

Kaum ein Hund reagiert noch auf
Zuruf, wenn eine fette Beute direkt vor seiner Nase herum
läuft.

Stimmt.

Ich würde empfehlen, während des Spazierganges die
Aufmerksamkeit ganz auf mich zu lenken, das heißt, mich selber
als Rudelführer interessanter zu machen als irgendwelche
Spuren. Leckerchen in der Tasche, Spielzeug oder Verstecken,
wenn der Hund nicht sofort hört, sind da so kleine Tricks. Der
Hund sollte das Gefühl haben, dass es sich am meisten lohnt,
in der Nähe des Herrchens/Frauchens zu bleiben, weil er sonst
was Tolles verpassen könnte.

Das ist die beste Methode, die zwar nicht immer funktioniert, aber trotzdem zumindest einen Teilerfolg verspricht.

Falls er doch mal einem Hasen hinterherjagt, was im Notfall
kaum zu verhindern ist (es sei denn eventuell durch harte
Erziehungsmaßnahmen wie Stromschläge, gibt es tatsächlich!!,
was ich aber für unmenschlich halte!!!),

Wenn die Alternativen „nur noch an der Leine“ oder „vom Jäger erschossen werden“ heißen, ist ein Teletakt-Gerät der gehobenen Klasse mit sehr feinen Abstufungen in der Impulsstärke, das nach gründlicher Ausbildung eingesetzt wird, durchaus eine Möglichkeit. Allerdings sollte so ein Werkzeug niemals einfach so ohne Fachkenntnisse eingesetzt werden. Wer meint, dass der Stromimpuls als Strafe eingesetzt wird und möglichst auch wehtun soll, der irrt gewaltig, macht es gründlich falsch und hat nachher möglicherweise einen völlig verstörten Hund, der gar nix kapiert hat. Der Impuls muss in der schwächsten, gerade eben noch vom Hund wahrgenommenen Stärke gegeben werden, und nur zu dem Zweck, die Wahrnehmungsblockade des Hundes für mein Rufen zu durchbrechen, d.h. um ihn auf mich aufmerksam zu machen („Hey, *schultertipp*, ich rede mit dir!“). Aber wie gesagt, das sollte man nicht ohne gründliche Unterweisung machen, und das ist auch bei vielen billigen Geräten aufgrund mangelnder Abstufung (nur 4 Stufen oder weniger) gar nicht möglich.

dann heißt es Warten
und nicht weitergehen. Der Hund kommt ja zurück.

Wenn man durch Weitergehen riskiert, dass der Hund einen nicht mehr findet, dann stehenbleiben, richtig. Ansonsten mindestens ein Stück weitergehen, sonst hat man auf den Hund reagiert anstelle umgekehrt. Herrchen wartet ja, da kann ich ruhig mal knattern gehen.

Manchmal hilft auch schnelles Wegrennen in entgegengesetzter Richtung , d.h. vom Hund weg. Das setzt allerdings voraus, dass der Hund einen überhaupt noch wahrnimmt. Vom-Hund-weglaufen ist ein sehr starker Reiz, der sonst sehr gut funktioniert, nur vielleicht nicht gerade bei Wild.

Gut ist es auch, sich an dem Ort, an dem der Hund verschwunden ist, zu verstecken, idealerweise auf einem Baum oder Hochsitz, und den Hund, wenn er zurückkommt, erstmal suchen lassen. Wenn er dann beginnt, in Panik zu geraten, weil sein Rudel weg ist, ruft man ihn und zeigt sich, er freut sich wie irre, man nimmt ihn in den Arm, alles ist wieder gut. Möglicherweise ist er dann das nächste Mal vorsichtiger mit dem Entfernen vom Rudel.

Ich würde
auch nicht ständig rufen, denn dann weiß der Hund immer
„Herrchen ist ja noch da, dann kann ich auch noch ein wenig
länger schnüffeln“.

Richtig!

Ruhig warten, ein oder zwei Mal rufen und den Hund
ausgiebig loben, wenn er wieder da ist. Dann merkt er
sich, dass es vielversprechend ist, wenn er zurück kommt und
beeilt sich vielleicht das nächste Mal.

Das ist das Wichtigste! NIEMALS bestrafen oder auch nur schimpfen, wenn er dann endlich zurückkommt!

Wenn der Jagdtrieb zu
groß ist gehört der Hund im Wald an die Leine.

Das stimmt leider auch, einzige Möglichkeit Teletakt, siehe oben, erfordert aber viel Vorarbeit, Ausbildung etc., wenn man nichts kaputtmachen will.

Grüße
Sebastian

Es ist nicht erforderlich, dem Hund das Jagen vollkommen abzugewöhnen. Der Hund muß allerdings in jeder Situation sofort gehorchen, auch bei Wild. Mit dem Kommando „Platz“ (Hinlegen) muß die Bewegung des Hundes nicht umgekehrt werden wie bei „Hier“, sondern zunächst nur gestoppt werden. Das Hereinholen ist dann wesentlich einfacher. Der Hund aber die Erfahrung machen, daß er den Befehl „Platz“ immer und vor allem sofort zu befolgen hat und Auflehnung zwecklos ist. Zunächst muß der Hund gezeigt bekommen, was wir von ihm wollen, was Platz also bedeutet. Der angeleinte Hund wird hingesetzt und auf Platz werden beide Vorderläufe nach vorn gezogen. Sobald der Hund liegt wir d unter nochmaligem Platz gelobt. Bald wird sich unser Freund dann selbständig, aber langsam hinlegen.
Um die Ausführung zu beschleunigen geben wir den Befehl und ziehen die Leine nach unten (Hund angeleint mit würge- besser Stachelhalsung). Das Stachelhalsband ist nur für die Abrichtung, nicht für den Dauergebrauch. Der Hundeführer muß hiermit wesentlich weniger einwirken, um die gewünschte Wrikung zu erzeilen.Der Hund bringt den Schmerz nicht mit seinem Führer, sondern mit seinem Tun oder Nicht-Tun in Vebindung. Der Hund lernt, daß zögern oder Mißachten des Befehls Schmerzen verursacht. Diese Abrichtung klappt nicht an einem Tag, sondern ist Stück für Stück zu üben.
Das Problem mit ungehorsamen Hunden ist, daß sie sich, das Wild und auch andere Menschen in Gefahr bringen, zum Beispiel, wenn sie auf eine Straße laufen. Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, daß ein Hund zuverlässig hört. Um seinen Einwirkungsbereich zu vergrößern leistet eine Futterschleuder aus dem Angelbedarf mit einigen rohen Erbsen sehr gute Dienste. Hundi lernt, daß Herrchens Arm sehr weit reicht. Wenn dieses Mittel nicht mehr ausreicht und der Hund einen verstandenen Befehl bewußt mißachtet, kann die Anwendung eines Elektro-Halsbandes durch einen erfahrenen Ausbilder sinnvoll sein. Laien sollten dieses Hilfsmittel auf keinen Fall einsetzen. Wie gesagt, die Anwendung kann auch das Lebens des Hundes schützen helfen (Straße).
einem Hund Gehorsam am Wild beizubringen funktioniert nur über konsequente Abrichtung und nicht mit gutem Zureden und Quietsche-Entchen. Den Hund locken und sich interessant machen, verstecken etc. mag bei Welpen zum Erfolg führen, einen Hetzer bringt man so nicht zur Raison.
Sollte man doch mal den Moment verpaßt haben, in dem man den Hund noch zurückrufen kann, hilft es nicht, wild hinterher zu rufen (man kann den Befehl nicht durchsetzen) sondern wir warten, bis unser Freund wieder zurück kommt. Wenn es zu lange dauert, müssen wir halt eine Jacke hinlegen, auf der sich der Hund ablegen kann (riecht nach Herrchen). Es schadet nichts, wenn er die Erfahrung macht, daß Herrchen nicht da ist, daß aber Warten an der Stelle, die nach Herrchen riecht, zum Erfolg führt. Wenn der Hund dann kommt oder auf der Jacke liegt, wird er ausgiebig gelobt. Er verbindet das mit dem Zurückkommen, nicht mit dem Weglaufen. auch eine Strafe, die hier vollkommen falsch wäre, würde er mit dem Zurückkommen verbinden.
Mein Hund (Brandl-Bracke (Jagdhund) 12 Monate) war neulich auch über Nacht weg. Morgens lag er auf der jacke und freute sich wie ein kleines Kind, als ich wieder da war.
Die „Platz“-Dressur hat auch bei ihm geholfen, den Jagdtrieb in den Griff zu kriegen. Allderding muß ich ihn immer im auge behalten, wenn ich ihn im Wald laufen lasse. Wenn Hundi die Nase in den Wild streckt oder mit tiefer nase eine schnellere gangart einlegt, ist es höchste Zeit, ihn abzurufen. Man muß auch immer darauf achten, daß man immer auf den Hund einwirken kann (Reichweite der Schleuder). Bei Fehlverhalten muß eben die Dressur noch einmal nachgearbeitet werden, z.B. Platz direkt an der Fährte. Während der Ausbildung müssen Ablenkungen vermieden werden. Der Hund muß also erst einmal im Garten gehorchen, bevor wir Gehorsam am Wild erwarten können. Später, wenn das klappt, suchen wir Ablenkungen und Versuchungen ganz bewußt, um unserem Hund klar zu machen, daß das Kommando auch dann zu befolgen ist.

Viel Spaß und Erfolg

Moin!

Solange er kurze Zeit später wieder kommt, sehe ich darin kein
Problem, es sei denn, es besteht die Gefahr, dass ein Jäger
auf den Hund aufmerksam wird.

Genau das kann man fast nie wirklich einschätzen, Jäger sieht
man meistens nicht.

Kaum ein Hund reagiert noch auf
Zuruf, wenn eine fette Beute direkt vor seiner Nase herum
läuft.

Stimmt.

Ich würde empfehlen, während des Spazierganges die
Aufmerksamkeit ganz auf mich zu lenken, das heißt, mich selber
als Rudelführer interessanter zu machen als irgendwelche
Spuren. Leckerchen in der Tasche, Spielzeug oder Verstecken,
wenn der Hund nicht sofort hört, sind da so kleine Tricks. Der
Hund sollte das Gefühl haben, dass es sich am meisten lohnt,
in der Nähe des Herrchens/Frauchens zu bleiben, weil er sonst
was Tolles verpassen könnte.

Das ist die beste Methode, die zwar nicht immer funktioniert,
aber trotzdem zumindest einen Teilerfolg verspricht.

Falls er doch mal einem Hasen hinterherjagt, was im Notfall
kaum zu verhindern ist (es sei denn eventuell durch harte
Erziehungsmaßnahmen wie Stromschläge, gibt es tatsächlich!!,
was ich aber für unmenschlich halte!!!),

Wenn die Alternativen „nur noch an der Leine“ oder „vom Jäger
erschossen werden“ heißen, ist ein Teletakt-Gerät der
gehobenen Klasse mit sehr feinen Abstufungen in der
Impulsstärke, das nach gründlicher Ausbildung
eingesetzt wird, durchaus eine Möglichkeit. Allerdings sollte
so ein Werkzeug niemals einfach so ohne Fachkenntnisse
eingesetzt werden. Wer meint, dass der Stromimpuls als Strafe
eingesetzt wird und möglichst auch wehtun soll, der irrt
gewaltig, macht es gründlich falsch und hat nachher
möglicherweise einen völlig verstörten Hund, der gar nix
kapiert hat. Der Impuls muss in der schwächsten, gerade
eben noch vom Hund wahrgenommenen Stärke
gegeben werden,
und nur zu dem Zweck, die Wahrnehmungsblockade des Hundes für
mein Rufen zu durchbrechen, d.h. um ihn auf mich aufmerksam zu
machen („Hey, *schultertipp*, ich rede mit dir!“). Aber wie
gesagt, das sollte man nicht ohne gründliche Unterweisung
machen, und das ist auch bei vielen billigen Geräten aufgrund
mangelnder Abstufung (nur 4 Stufen oder weniger) gar nicht
möglich.

dann heißt es Warten
und nicht weitergehen. Der Hund kommt ja zurück.

Wenn man durch Weitergehen riskiert, dass der Hund einen nicht
mehr findet, dann stehenbleiben, richtig. Ansonsten mindestens
ein Stück weitergehen, sonst hat man auf den Hund reagiert
anstelle umgekehrt. Herrchen wartet ja, da kann ich ruhig mal
knattern gehen.

Manchmal hilft auch schnelles Wegrennen in
entgegengesetzter Richtung
, d.h. vom Hund weg. Das setzt
allerdings voraus, dass der Hund einen überhaupt noch
wahrnimmt. Vom-Hund-weglaufen ist ein sehr starker Reiz, der
sonst sehr gut funktioniert, nur vielleicht nicht gerade bei
Wild.

Gut ist es auch, sich an dem Ort, an dem der Hund verschwunden
ist, zu verstecken, idealerweise auf einem Baum oder Hochsitz,
und den Hund, wenn er zurückkommt, erstmal suchen lassen. Wenn
er dann beginnt, in Panik zu geraten, weil sein Rudel weg ist,
ruft man ihn und zeigt sich, er freut sich wie irre, man nimmt
ihn in den Arm, alles ist wieder gut. Möglicherweise ist er
dann das nächste Mal vorsichtiger mit dem Entfernen vom Rudel.

Ich würde
auch nicht ständig rufen, denn dann weiß der Hund immer
„Herrchen ist ja noch da, dann kann ich auch noch ein wenig
länger schnüffeln“.

Richtig!

Ruhig warten, ein oder zwei Mal rufen und den Hund
ausgiebig loben, wenn er wieder da ist. Dann merkt er
sich, dass es vielversprechend ist, wenn er zurück kommt und
beeilt sich vielleicht das nächste Mal.

Das ist das Wichtigste! NIEMALS bestrafen oder auch nur
schimpfen, wenn er dann endlich zurückkommt!

Wenn der Jagdtrieb zu
groß ist gehört der Hund im Wald an die Leine.

Hallo,

Das stimmt leider auch, einzige Möglichkeit Teletakt, siehe
oben, erfordert aber viel Vorarbeit, Ausbildung etc., wenn man
nichts kaputtmachen will.

Du weisst doch aber sicher, das Teletakt Geräte in Deutscbland verboten sind. Dies alles hatten wir schon - schau mal ins Archiv. Es ist verboten diese Geräte einzusetzen und das nicht erst seit heute.

Ausserdem gehört jeder Hund der nichts aufs Wort und zuverlässig gehorcht an die Leine und das egal wo und besonders im Wald.

Es ist immer wieder verwunderlich, dass man zur Erziehung eines Hundes - Gewalt anwenden muss. Wer es nicht anders kann, der sollte die Finger von einem Hund lassen.

Gruss BelRia

Grüße
Sebastian

Hallo BelRia,

Du weisst doch aber sicher, das Teletakt Geräte in Deutscbland
verboten sind. Dies alles hatten wir schon - schau mal ins
Archiv. Es ist verboten diese Geräte einzusetzen und das nicht
erst seit heute.

Nach was soll ich denn im Archiv suchen? Unter „Teletakt“ habe ich nichts gefunden.

Außerdem ist es nicht richtig, dass die Geräte generell verboten sind. Ihre Anwendung ist nur für ganz bestimmte Zwecke und auf ganz bestimmte Weise gestattet, für viele Dinge ist sie nicht erlaubt. Daher auch die Ausbildung.

Man darf z.B. Teletakt nicht zum Erlernen von irgendwelchen „Kunststücken“ einsetzen, man darf es nicht als Strafe einsetzen usw., aber dass man das nicht machen soll, habe ich ja schon geschrieben. Der Hund darf in keiner Weise gequält werden.

Ausserdem gehört jeder Hund der nichts aufs Wort und
zuverlässig gehorcht an die Leine und das egal wo und
besonders im Wald.

Dann gehört jeder Hund an die Leine, da man bei keinem Hund für alle denkbaren Lebenslagen die Hand in’s Feuer legen kann. Außerdem haben wir unsere Reh-Begegnungen fast nie im Wald, sondern meistens auf Wiesen, oft an Stellen, wo man nicht damit rechnet. Also müsste der Hund immer an die Leine, wenn man sicher gehen will.

Es ist immer wieder verwunderlich, dass man zur Erziehung
eines Hundes - Gewalt anwenden muss. Wer es nicht anders kann,
der sollte die Finger von einem Hund lassen.

  1. Es ist ein Unterschied, ob man einen Hund von klein auf hat (dann sollte das Tele wirklich unnötig sein), oder ob man einen Hund erst in höherem Alter aus einer Notlage heraus bekommt und er eine Sturheit mitbringt, vor der professionelle Hundeausbilder kapitulieren.

  2. Ausbildung und Erziehung auf der Basis von Motivation und positiver Bestärkung ist das Beste und Schönste, was es gibt. Aber damit lässt sich nicht alles lösen, auch wenn das manche immer wieder glauben machen wollen. Einem Hund müssen auch Verbote und Grenzen gesetzt werden, und diese muss man auch durchsetzen, notfalls mit Zwang. Eine Leine ist auch schon Zwang, wenn Du also völlig zwangfrei bleiben willst, darfst Du den Hund nicht an die Leine nehmen. Einen Hund mittels der Leine daran hindern, etwas zu tun, was er unbedingt will, ist für ihn ein ziemlich harter Eingriff.

Eine Erziehung völlig ohne Zwang und notfalls auch Gewalt ist völlig artfremd. Schau Dir mal Wolfsrudel an, wie da mit den Welpen umgegangen wird, die kriegen ganz schön was ab, wenn sie über die Stränge schlagen. Wichtig ist nur, dass man Zwang und Gewalt artgerecht einsetzt, also z.B. den Hund niemals schlägt, sondern erforderlichenfalls den Schnautzengriff anwendet oder ihn sogar mal leicht zwickt (beißt).

Der Hund muss es verstehen. Vor allen Dingen muss er immer wissen, wofür die Zurechtweisung erfolgt. Viele Leute beherrschen das Timing gar nicht, und der Hund versteht einen Großteil der Einwirkungen, sowohl positive, als auch negative, überhaupt nicht bzw. er bezieht sie auf die falschen Dinge.

Eine absolut verbreitete Unart ist auch das Genickschütteln. Keine Wolfsmutter schüttelt einen Welpen. Wenn ein Wolf etwas schüttelt, dann ist es Beute, und er schüttelt es tot. Trotzdem schütteln auf der ganzen Welt Hundebesitzer ihre Hunde am Genick, und der Hund versteht gar nix.

Es kommt auf eine artgerechte Erziehung des Hundes an, die ihm und seinem Wesen gerecht wird, nicht auf vermenschlichte Erziehungsmethoden, die mit den natürlichen Verhaltensweisen von Hunden rein gar nix zu tun haben.

Ein ganz wesentlicher Unterschied ist, ob man Zwang in der Ausbildung oder zur Durchsetzung von Verboten einsetzt. Wenn ich einem Hund Sitz, Platz, Steh, Bleib, Fuss etc. beibringen will, dann wende ich niemals Zwang an, das mache ich ausschließlich mit Motivationstechniken und positiver Bestärkung im entspannten Feld und unter Ausnutzung von Resonanzszenarien (das würde jetzt zu weit führen, das zu erklären). Na gut, ein Beispiel: „Platz!“ Die meisten Ausbilder drücken den Hund runter, also Zwang. Außerdem soll der Hund sich ja bei „Platz“ nicht runterdrücken lassen, sondern sich selbst hinlegen. Also schaffe ich eine Situation, in der er sich von sich aus hinlegt, nämlich, um eine Beute zu belauern. Dieses Verhalten bestärke ich und verknüpfe es mit dem Kommando. Und schon kann der Hund „Platz“ ohne auch nur ein bisschen Zwang, einfach im Spiel.

Etwas anderes ist es, wenn ein Hund ganz genau weiß, was er soll bzw. darf und sich darüber hinwegsetzt und mich dominiert. Wenn ich das nicht unterbinde, habe ich verloren, dann ist der Hund
der Chef.

Bei vielen Hunden klappt das mit der zwangfreien Erziehung, aber nicht bei allen.

Wenn Du meinst, dass man bei allen Hunden unabhängig von Rasse, Vorgeschichte, Charakter, Alter usw. auch ohne Einsatz artgerechten Zwangs auskommt und trotzdem das Ziel einer Grunderziehung erreicht, dann hast Du noch nicht viel Erfahrung.

Grüße
Sebastian

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Hallo!

Einem Hund das Jagen abzugewöhnen ist schwer, fast unmöglich.
Solange er kurze Zeit später wieder kommt, sehe ich darin kein
Problem, es sei denn, es besteht die Gefahr, dass ein Jäger
auf den Hund aufmerksam wird. Kaum ein Hund reagiert noch auf
Zuruf, wenn eine fette Beute direkt vor seiner Nase herum
läuft.

Okay, man kann dem Hund das Verlangen hinter dem Hasen (oder was auch immer) her zu laufen sicher nicht abgewöhnen aber ein Hund der sein Herrchen/Frauchen wirklich als Rudelführer akzeptiert wird einen Teufel tun einen Hasen oder sonstwas jagen wenn Herrchen/Frauchen in der Nähe ist und ihm zeigt daß er es nicht darf und sei es nur mit einem „Nein“ sobald er losläuft.

Ich würde empfehlen, während des Spazierganges die
Aufmerksamkeit ganz auf mich zu lenken, das heißt, mich selber
als Rudelführer interessanter zu machen als irgendwelche
Spuren. Leckerchen in der Tasche, Spielzeug oder Verstecken,
wenn der Hund nicht sofort hört, sind da so kleine Tricks. Der
Hund sollte das Gefühl haben, dass es sich am meisten lohnt,
in der Nähe des Herrchens/Frauchens zu bleiben, weil er sonst
was Tolles verpassen könnte. Dann wird er auch besser hören.

Naja, ich würd mal eher sagen der Hund sollte wissen daß es ihm nur gut geht solange er gehorcht und daß es ihm nicht so gut geht wenn er nicht gehorcht (Griff in den Nacken) Ganz genauso läuft es auch im Rudel auch.

Falls er doch mal einem Hasen hinterherjagt, was im Notfall
kaum zu verhindern ist (es sei denn eventuell durch harte
Erziehungsmaßnahmen wie Stromschläge, gibt es tatsächlich!!,
was ich aber für unmenschlich halte!!!), dann heißt es Warten
und nicht weitergehen. Der Hund kommt ja zurück. Ich würde
auch nicht ständig rufen, denn dann weiß der Hund immer
„Herrchen ist ja noch da, dann kann ich auch noch ein wenig
länger schnüffeln“. Ruhig warten, ein oder zwei Mal rufen und
den Hund ausgiebig loben, wenn er wieder da ist. Dann merkt er
sich, dass es vielversprechend ist, wenn er zurück kommt und
beeilt sich vielleicht das nächste Mal.

Wie bitte? Entschuldige mal, aber „falscher“ geht´s jawohl kaum…! Den Hund auch noch dafür loben daß er nicht gehorcht?? Sorry, aber genau den gleichen Sch… habe ich „früher“ auch gemacht. Jetzt bin ich in der Hundeschule und habe einiges gelernt, ich habe immer noch arg damit zu kämpfen daß mein Hund mich als Rudelführer akzeptiert aber hätte ich so weitergemacht könnte ich heute sicher noch keine Erfolge sehen.

Wenn der Jagdtrieb zu
groß ist gehört der Hund im Wald an die Leine.

Da stimme ich zu. Wenigstens bis er das gehorchen gelernt hat.

Schönen Gruß und nimm´s nicht persönlich, ist nun mal meine Meinung und dafür sind wir ja hier… :smile:

Sandra

Hallo Sebastian,

Außerdem ist es nicht richtig, dass die Geräte generell
verboten sind. Ihre Anwendung ist nur für ganz bestimmte
Zwecke

Nein nicht Zwecke, sondern wenn, dann nur mit harten Auflagen . Generell sind sie für Otto Normalverbraucher, also für Dich, wenn Du keine Ausnahmegenehmigung hast, verboten.

Das ist genauso wie wenn ich auf der Autobahn 180 fahre, wo nur 120 erlaubt ist. Es ist verboten. Verbote sind dafür da um sie einzuhalten. Gehöre ich der Polizei an, darf ich schneller fahren, weil ich einen Sondergenehmigung habe.

Genauso ist es mit den Teletaktgeräten. So eine Genehmigung um diese Gerät zu benutzen, bekommst Du wenn überhaupt, nur mit strengen Auflagen und das nicht jeder, der meint seinen Hund damit erziehen zu müssen. Natürlich kannst Du Dir so ein Gerät kaufen und es auch benutzen - eine Anzeige ist Dir dann aber sicher. Sie sind in Deutschland verboten.

Daher auch die Ausbildung.

Hast Du eine Genehmigung es benutzen zu dürfen ??

Man darf z.B. Teletakt nicht zum Erlernen

Man darf sie gar nicht benutzen…

Dann gehört jeder Hund an die Leine, da man bei keinem
Hund für alle denkbaren Lebenslagen die Hand in’s Feuer legen
kann.

Eben. Man kann für nichts seine Hand ins Feuer legen. Auch ein noch so gut erzogener Hund ist und bleibt unberechenbar.

Außerdem haben wir unsere Reh-Begegnungen fast nie im
Wald, sondern meistens auf Wiesen, oft an Stellen, wo man
nicht damit rechnet. Also müsste der Hund immer an die
Leine, wenn man sicher gehen will.

Genau.

Es ist ein Unterschied, ob man einen Hund von klein auf hat
(dann sollte das Tele wirklich unnötig sein),

Bei einem Welpen überhaupt an ein Teletak zu denken, hat nichts mit Tierliebe zu tun.

oder ob man
einen Hund erst in höherem Alter aus einer Notlage heraus
bekommt und er eine Sturheit mitbringt, vor der professionelle
Hundeausbilder kapitulieren.

Schon mal was von Liebe und Zugehörigkeit gehört. Ein professioneller Hundeausbilder, sollte er denn einer sein, bekommt jeden Hund in den Griff - jeden. WAs man von dem Besitzer nicht immer sagen kann.

Nur ich möchte z.B. keinen gehorchenden Kadaver neben mir laufen haben, sondern einen normalen fröhlichen Hund, der mir folgt und eine gute solide Ausbildung genossen hat. Das nennt man Liebe und Vertrauen.

  1. Ausbildung und Erziehung auf der Basis von Motivation und
    positiver Bestärkung ist das Beste und Schönste, was es gibt.

Aber damit lässt sich nicht alles lösen, auch wenn das manche
immer wieder glauben machen wollen.

Damit lässt sich viel lösen. Wer ist manche ??

Einem Hund müssen auch
Verbote und Grenzen gesetzt werden, und diese muss man auch
durchsetzen, notfalls mit Zwang.

Es geht alles ohne Zwang und zwar mit Verknüpfung. Dafür brauche ich keinen Zwang.

Eine Leine ist auch schon
Zwang, wenn Du also völlig zwangfrei bleiben willst, darfst Du
den Hund nicht an die Leine nehmen.

Eine gute eingesetze Leine ist niemals Zwang. Denn der Hund ist bemüht nah bei seinem Herrn zu bleiben und wird somit die Leine nicht als Zwang erkennen, sondern als Bindung zwischen Herrn und Hund.

Einen Hund mittels der
Leine daran hindern, etwas zu tun, was er unbedingt will, ist
für ihn ein ziemlich harter Eingriff.

Ein gut erzogener Hund erkennt die Leine nicht als Zwang an.

Eine Erziehung völlig ohne Zwang und notfalls auch Gewalt ist
völlig artfremd.

Es kommt an, was Du unter Zwang verstehst. Gewalt bringt nie as in einer Erziehung und schon gar nicht in der eines Hundes.

Schau Dir mal Wolfsrudel an, wie da mit den
Welpen umgegangen wird, die kriegen ganz schön was ab, wenn
sie über die Stränge schlagen.

Dann schau doch auch bitte genau hin.

Wichtig ist nur, dass man Zwang und Gewalt artgerecht
einsetzt,

Teletakt ist artgerecht. Im welchen Wolfrudel wird das Gerät eingesetzt ?? (fg)

also z.B. den Hund niemals
schlägt,

Das sollte doch wohl jeder wissen.

Der Hund muss es verstehen. Vor allen Dingen muss er
immer wissen, wofür die Zurechtweisung erfolgt.

Das sollte auch jedem klar sein.

Viele Leute
beherrschen das Timing gar nicht, und der Hund versteht einen
Großteil der Einwirkungen, sowohl positive, als auch negative,
überhaupt nicht bzw. er bezieht sie auf die falschen Dinge.

Darum gibt es auch soviele zufrieden Hunde !!

Es kommt auf eine artgerechte Erziehung des Hundes an, die ihm
und seinem Wesen gerecht wird, nicht auf vermenschlichte
Erziehungsmethoden, die mit den natürlichen Verhaltensweisen
von Hunden rein gar nix zu tun haben.

Artgerecht - Ein Teletaktgerät ist nicht artgerecht.

Ein ganz wesentlicher Unterschied ist, ob man Zwang in der
Ausbildung oder zur Durchsetzung von Verboten einsetzt.

Schon wieder Zwang. Es braucht keinen Zwang zur Ausbildung.

Wenn ich einem Hund Sitz, Platz, Steh, Bleib, Fuss etc.
beibringen will, dann wende ich niemals Zwang an, das mache
ich ausschließlich mit Motivationstechniken und positiver
Bestärkung im entspannten Feld

Das ist doch schon mal was.

Etwas anderes ist es, wenn ein Hund ganz genau weiß, was er
soll bzw. darf und sich darüber hinwegsetzt und mich
dominiert. Wenn ich das nicht unterbinde, habe ich verloren,
dann ist der Hund
der Chef.

Ja, auch das versuchen Hunde ab und zu. Aber ein Halter sollte das eigentlich unterbinden können - ohne Zwang.

Bei vielen Hunden klappt das mit der zwangfreien Erziehung,
aber nicht bei allen.

Es sind die wenigsten bei denen es nicht klappt und das hat am wenigsten mit Rasse zu tun - liegt meistens am Halter oder der Hund wurde wie auch immer verdorben. Hier würde Zwang nichts nutzen, sondern die Erziehung müsste wieder von gaaanz weit vorne anfangen. Nämlich mit vertrauen.

Wenn Du meinst, dass man bei allen Hunden unabhängig von
Rasse, Vorgeschichte, Charakter, Alter usw. auch ohne Einsatz
artgerechten Zwangs auskommt und trotzdem das Ziel einer
Grunderziehung erreicht, dann hast Du noch nicht viel
Erfahrung.

Dieser Satz macht einen diskussion mit Dir fast unmöglich. Denn Du unterstellst, dass nur Deine Methode die Wahre ist und meine als - was weiss ich - abgetan wird.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es auch anders geht und ich habe damit gute Erfolge erzielt.
Allerdings muss ich einräumen, dass selbst ich an verdorbenen Hunden schon mal meine Grenzen gezeigt bekomme. Ich scheue mich aber nicht, dann Hilfe von anderen anzunehen, oder mir zu überlegen, was ich ernsthaft mit einem solchen Tier mache.
Ich setze aber kein Teletakgerät ein um dem Tier meinen Willen aufzuzwingen.
Vertrauen des Tieres zu mir und das zwanglose folgen, mich anzuerkennen, als den, dem es vertraut und willig folgt und eine gute solide Ausbildung, sind mir wichtiger.

Gruss BelRia

Hallo BelRia,

Hast Du eine Genehmigung es benutzen zu dürfen ??

Ich habe mit keinem Wort behauptet, dass ich es benutze.

Man darf sie gar nicht benutzen…

Man darf sie „bei der Ausbildung und bei Training“ nicht benutzen, das ist richtig.

Bei einem Welpen überhaupt an ein Teletak zu denken, hat
nichts mit Tierliebe zu tun.

Ich habe mit keinem Wort behauptet, dass ich bei einem Welpen an ein Teletakt denke.
DAS wäre ja auch der Hammer!

Schon mal was von Liebe und Zugehörigkeit gehört. Ein
professioneller Hundeausbilder, sollte er denn einer sein,
bekommt jeden Hund in den Griff - jeden.

Das ist Wunschdenken oder (wenn ein Ausbilder das von sich behauptet) Größenwahn und maßlose Selbstüberschätzung. Es gibt ein paar wenige „Hundeflüsterer“, die das vielleicht von sich behaupten könnten, und selbst diese würden so etwas nie sagen.

Aber damit lässt sich nicht alles lösen, auch wenn das manche
immer wieder glauben machen wollen.

Damit lässt sich viel lösen. Wer ist manche ??

Vieles, aber nicht alles. „Manche“, das sind die Vertreter von sehr sehr guten Methoden wie er positiven Bestärkung (Karen Prior) und die Vertreter des Clickerns, das ja letztlich auch darauf basiert. Das sind sehr erstrebenswerte Methoden, aber es wird versucht, damit einfach alles und jedes Problem zu lösen. Unerwünschtes Verhalten soll man ignorieren, dann verschwindet es von selbst (Karen Prior). Das mag manchmal so sein, meistens nicht, weil viele unerwünschte Verhaltensweisen selbstbestärkend sind. Oder man soll unerwünschtes Verhalten unter Signalkontrolle bringen und dann einfach das Signal nicht mehr geben. Ich bringe also dem Hund bei, dass er den Postboten nur noch auf Kommando beißt *ggg* …

Das Problem bei solchen Methoden ist, dass deren Verfechter nicht einsehen wollen, dass es keine Allzweckmethoden bzw. Allheilmittel sind.

Es geht alles ohne Zwang und zwar mit Verknüpfung. Dafür
brauche ich keinen Zwang.

Du hast noch keinen wirklichen Problemhund gehabt oder erlebt, sonst würdest Du das nicht schreiben.

Eine gute eingesetze Leine ist niemals Zwang. Denn der Hund
ist bemüht nah bei seinem Herrn zu bleiben und wird somit die
Leine nicht als Zwang erkennen, sondern als Bindung zwischen
Herrn und Hund.

Dann musst Du die Leine sofort lösen, wenn der Hund daran zieht. In dem Moment wird sie nämlich zum Zwang, weil sie ihn physisch daran hindert, das zu tun, was er in diesem Moment will.

Selbst eine geschlossene Haustür, die der Hund nicht selbst öffnen kann, ist Zwang. Wenn Menschen in einem Haus sind, das sie nicht jederzeit auf eigenen Entschluss hin verlassen können, handelt es sich bei dem Gebäude um eine Justizvollzugsanstalt. Beim Hund ist das selbstverständlich, klar, geht ja nicht anders, aber es ist Zwang.

Ein gut erzogener Hund erkennt die Leine nicht als Zwang an.

Und was ist in der Zeit, bis er gut erzogen ist? Also doch Zwang während der Erziehung.

Teletakt ist artgerecht. Im welchen Wolfrudel wird das Gerät
eingesetzt ?? (fg)

Ich habe nicht gesagt, dass Teletakt artgerecht ist, sondern das ein gewisser Zwang artgereicht sein kann.

Ein ganz wesentlicher Unterschied ist, ob man Zwang in der
Ausbildung oder zur Durchsetzung von Verboten einsetzt.

Schon wieder Zwang. Es braucht keinen Zwang zur Ausbildung.

Sag ich doch! Zur Ausbildung nicht.

Wenn ich einem Hund Sitz, Platz, Steh, Bleib, Fuss etc.
beibringen will, dann wende ich niemals Zwang an, das mache
ich ausschließlich mit Motivationstechniken und positiver
Bestärkung im entspannten Feld

Das ist doch schon mal was.

Schön, dass Du das anerkennst. Wenn Dich Einzelheiten interessieren: http://www.lind-art.de, wundervolle Sache.

Etwas anderes ist es, wenn ein Hund ganz genau weiß, was er
soll bzw. darf und sich darüber hinwegsetzt und mich
dominiert. Wenn ich das nicht unterbinde, habe ich verloren,
dann ist der Hund
der Chef.

Ja, auch das versuchen Hunde ab und zu. Aber ein Halter sollte
das eigentlich unterbinden können - ohne Zwang.

Sehr oft geht das auch ohne Zwang, aber eben nicht immer. Wenn ein Wolf des Rudels sich gegen den Leitwolf auflehnt, dann hat der dazu auch nichts Nettes auf Lager, dann gibt’s Ärger, d.h. Zwang.

Es sind die wenigsten bei denen es nicht klappt und das hat am
wenigsten mit Rasse zu tun - liegt meistens am Halter oder der
Hund wurde wie auch immer verdorben. Hier würde Zwang nichts
nutzen, sondern die Erziehung müsste wieder von gaaanz weit
vorne anfangen. Nämlich mit vertrauen.

Tja, das ist immer das Problem, wenn man einen Hund aus der Not übernimmt und nicht weiss, wer was schon mit ihm angestellt hat. Bei den Hunden, die ich von klein auf hatte, habe ich nie Zwang gebraucht, na ja, von der Leine und der geschlossenen Haustür mal abgesehen.

Wenn Du meinst, dass man bei allen Hunden unabhängig von
Rasse, Vorgeschichte, Charakter, Alter usw. auch ohne Einsatz
artgerechten Zwangs auskommt und trotzdem das Ziel einer
Grunderziehung erreicht, dann hast Du noch nicht viel
Erfahrung.

Dieser Satz macht einen diskussion mit Dir fast unmöglich.
Denn Du unterstellst, dass nur Deine Methode die Wahre ist und
meine als - was weiss ich - abgetan wird.

Erstens habe ich nicht „meine Methode“. Ich lerne ständig dazu und bilde mich ständig weiter und besuche auch nach über 20 Jahren Hundeerfahrung und -ausbildung immer noch Lehrgänge und Kurse und setzt mich mit alten und neuen Erkenntnissen und Methoden auseinander.
Zweitens glaube ich, dass Deine und meine „Methode“, sofern man davon sprechen kann, gar nicht so weit auseinander liegen. Auch ich arbeite zu 99,9% mit Motivation und Bestärkung, im Unterschied zu Karen Prior und den Clicker-Leuten allerdings mehr im Bereich der Primär-Motivation, also der Freude am Tun selbst und nicht nur an der Belohnung (Sekundär-Motivation). Ich versuche, die Meide-Motivation so weit wie irgend möglich außen vor zu lassen.
Der Unterschied zwischen uns ist, dass ich einsehe, dass es manchmal - wenn auch selten - nicht anders geht als über Meide-Motivation, und Du glaubst, dass man alle Probleme ohne sie lösen kann.

Ich habe auch gelernt (und lerne es noch), artgerecht mit Hunden zu kommunizieren, sie über Stimme, Bewegung, Mimik, Berührung, Geräusche, Gesten und olfaktorische Kommunikation (Imitation von Geruchswahrnehmugen) zu motivieren und mich ihnen mitzuteilen. Funktioniert unglaublich gut, und völlig ohne Zwang …

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es auch anders geht und ich
habe damit gute Erfolge erzielt.

Das glaube ich durchaus.

Allerdings muss ich einräumen, dass selbst ich an verdorbenen
Hunden schon mal meine Grenzen gezeigt bekomme.

Jetzt wird’s langsam wieder realistisch. Es gibt eben außergewöhliche Problemfälle.

Ich setze aber kein Teletakgerät ein um dem Tier meinen Willen
aufzuzwingen.

Nochmal ganz klar, damit es nicht missverstanden wird: Auch ich halte ein Teletakt in der Ausbildung für absolut unzumutbar , ungeeignet und auch überflüssig.
Etwas anders sehe ich es, wenn es bei einem Problemhund als „Notbremse“ eingesetzt wird, also nicht im Rahmen der Ausbildung, sondern im akuten Notfall. Und das genau ist nämlich auch die Anwendung, die nicht durch das Tierschutzgesetzt untersagt ist. Sonst müssten auch elektrische Weidezäune untersagt werden, und die sind 'nen Zacken schärfer.

Vertrauen des Tieres zu mir und das zwanglose folgen, mich
anzuerkennen, als den, dem es vertraut und willig folgt und
eine gute solide Ausbildung, sind mir wichtiger.

Zustimmung für 99,9% der Fälle.

Grüße
Sebastian

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Ergänzung
Hallo BelRia,

im Thread „Re: Hund ruhiger durch Kastration??“ hast Du in einem Beitrag vom 26.5.2002 03:36 Uhr als Antwort auf den Absatz

Das einsteigen kann er auch nicht abwarten,
sondern springt mindestens 10 mal an der Türe hoch, bis man
endlich diese aufmacht. Er hat es einfach immer eilig und
glaubt er verpaßt etwas.

geschrieben:

„Ein kräftiger Ruck an der Leine ein kräftiges -lass das , pfui oder was auch immer - soll wunder wirken“

Eindeutige Verwendung von Meide-Motivation. Einen Leinenruck ist per Definition Gewalt und natürlich Zwang. Der Hund soll das Hochspringen an der Tür unterlassen, um künftig solches Leinenrucken zu vermeiden.

Ich will Deinen Ratschlag mit dem Leinenruck gar nicht kritisieren, manchmal ist es nötig, aber so ganz ohne Zwang, wie Du es darstellst, geht’s anscheinend auch bei Dir nicht. Es ist beruhigend, zu sehen, dass Du auch nur „mit Wasser kochst“.

Grüße
Sebastian

heißt es Warten

und nicht weitergehen. Der Hund kommt ja zurück. Ich würde
auch nicht ständig rufen, denn dann weiß der Hund immer
„Herrchen ist ja noch da, dann kann ich auch noch ein wenig
länger schnüffeln“. Ruhig warten, ein oder zwei Mal rufen und
den Hund ausgiebig loben, wenn er wieder da ist. Dann merkt er
sich, dass es vielversprechend ist, wenn er zurück kommt und
beeilt sich vielleicht das nächste Mal.

Wie bitte? Entschuldige mal, aber „falscher“ geht´s jawohl
kaum…! Den Hund auch noch dafür loben daß er nicht
gehorcht?? Sorry, aber genau den gleichen Sch… habe ich
„früher“ auch gemacht. Jetzt bin ich in der Hundeschule und
habe einiges gelernt, ich habe immer noch arg damit zu kämpfen
daß mein Hund mich als Rudelführer akzeptiert aber hätte ich
so weitergemacht könnte ich heute sicher noch keine Erfolge
sehen.

Tut mir leid, aber da bin ich ganz anderer Meinung!
Der Hund kann nicht verstehen, warum er bestraft wird, wenn er zurück kommt. Er bezieht die Reaktionen des Rudelbosses immer auf sein aktuelles Tun, und das ist in diesem Fall das Wiederkommen!! Der Hund denkt also, er wird dafür bestraft, wenn er wiederkommt. Ich habe meinen Hund immer nur gelobt, wenn er zu mir zurück kam, egal wie lange es gedauert hat, und er gehorcht aufs Wort und jagt auch nicht! Weil es durch das Lob vielversprechend ist, wenn er da bleibt oder kommt. Warum sollte er kommen, wenn er dann dafür bestraft wird?? Das kann der Hund nicht begreifen! Ich habe schon viele Hundebesitzer gesehen, die sich die Seele aus dem Leib rufen und der Hund gehorcht kein bißchen. Und wenn er dann doch mal kommt, kriegt er was drauf. Da wundere ich mich nicht mehr, dass der Hund sich nicht traut zu kommen. Ich wundere mich, dass du in der Hundeschule was anderes gelernt hast. In meiner Hundeschule hat man mir das so beigebracht und ich finde es äußerst logisch!
Der Hund kann sein Verhalten nicht auf lange Zeit reflektieren, er lebt immer im Augenblick. Er bezieht alles auf seine momentane Situation und sein aktuelles Handeln. Also muss er gelobt werden, wenn er kommt. Dann weiß der Hund, dass dies richtig war, dass dies das gewünschte Verhalten war. Andersrum denkt er ja, es wäre schlecht, dass er kommt, weil er dafür bestraft wird! Und dann läßt er es das nächste Mal bleiben, denn es wartet ihn ja nur eine Strafe.
Bei meinem Hund hat diese Erziehung geklappt, und es ist immerhin ein Jagdhund. Obwohl ich nicht behaupten möchte, dass ein bereits erzogener Hund, wenn er einmal nicht sofort auf Zuruf kommt, durchaus weiß, dass sein Handeln falsch ist, wenn er trödelt. Und ich spreche den Tieren da auch kein schlechtes Gewissen ab. Ab zur generellen Erziehung, besonders bei jungen Tieren, würden ich von harter Bestrafung absehen. Ein Schnauz- oder Nackengriff ist nur dann effektiv, wenn der Hund „auf frischer Tat“ ertappt wird, man ihn also beispielsweise in den Wald hinein verfolgt und ihn sich schnapt, wenn er auf Zuruf nicht kommt. Das wiederum kann er begreifen.
Schönen Samstag!! Ich bin nicht böse!
Galli