Es kommt eine zweite Katze

Hallo,

wir haben eine eineinhalb Jahre alte Kaetzin, die Herrscherin in Wohnung und Garten. Sie ist tagsueber draussen und nachts drinnen.
Nun konnten wir der Versuchung nicht widerstehen und haben im Tierheim einen 5 Monate alten Kater ausgesucht, den wir naechste Woche abholen.
Wir haben vor, ihn heimlich, waehrend unsere Katze draussen ist, in die Wohnung zu schmuggeln, damit er nicht gleich in die Mangel genommen wird.
Es ist mir klar, dass anfangs die Fetzen fliegen werden (unsere armen Moebel!!), aber wie koennen wir das Einleben und Aneinander-Gewoehnen erleichtern? Immerhin kommt unsere jetzige Katze mit dem Kater unseres Vermieters ganz gut aus. Die beiden sind aber auch miteinander aufgewachsen (keine Wurfgeschwister).
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Es wuerde mir das Herz brechen, wenn ich den Kater nach vier Wochen ans Tierheim zurueckgeben muesste!
Was mache ich wenn unsere Katze unsauber wird (neulich hat sie schon den Beutel mit Katzenstreu als Toilette benutzt, ihre Toilette war ihr wohl nicht sauber genug. Was lernen wir daraus…?)

Gruss, Niels

Hallo Niels,
Am Anfang in getrennten Zimmern halten.
Die ältere Katze immer zuerst Streicheln, füttern usw.
Sie muß merken, daß sie immer noch die erste ist.
Etwas Geduld und gute Nerven haben.
Vielleicht sollte auch eine Person ne Woche Urlaub nehmen, um die Sache zu überwachen.
Gruß
Monika

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Am Anfang in getrennten Zimmern halten.

Oh weia, das wird schwer, wir hatten bis jetzt „Offene Tueren“ fuer die Katze.

Die ältere Katze immer zuerst Streicheln,
füttern usw.
Sie muß merken, daß sie immer noch die
erste ist.
Etwas Geduld und gute Nerven haben.

Vielleicht sollte auch eine Person ne
Woche Urlaub nehmen, um die Sache zu
überwachen.

Das ist bereits in die Wege geleitet.

Wie siehts mit dem Katzenclo aus? ist ein zweites unbedingt noetig?

Niels

Oh weia, das wird schwer, wir hatten bis
jetzt „Offene Tueren“ fuer die Katze.

Wenigstens ein Zimmer. Der Kleine braucht eine Rückzugsmöglichkeit am Anfang. Später ist das nicht mehr notwendig.

Wie siehts mit dem Katzenclo aus? ist ein
zweites unbedingt noetig?

Auf jeden Fall. Die ältere könnte sonst beleidigt sein. Was dann passiert, kannst du dir ja vorstellen.

Auch beim Katzenspielzeug kann es zu Problemen kommen. Eifersucht ist auch bei Katzen vorhanden.

Gruß
Monika

Auch beim Katzenspielzeug kann es zu
Problemen kommen. Eifersucht ist auch bei
Katzen vorhanden.

Da haben wir Glueck, unsere Dame ist sich zu fein zum Spielen (mit Spielzeug). Nur das Lichtfleckjagen ist unwiderstehlich.

Niels

Nur das Lichtfleckjagen ist unwiderstehlich.

Das kenne ich auch. Meine Kleinen fanden(Verstorbene)und finden(Lebende) das auch toll. Schon einmal mit einem kleinen Taschenspiegel probiert.
Ich will schauen, ob ich noch Info wegen deiner Frage zu Hause finde.
Nur diese Tips habe ich bis jetzt gefunden:
Eigener Futter- und Wassernapf und eigener Schlafplatz.
Duft verbindet.
Der vertrauten Hausgeruch bekommt der Neuling, wenn man ihn einen viel getragenen Pullover auf seinen Schlafplatz legt, oder sein Fell damit behutsam abreibt.
Viel mit beiden zusammen spielen, so daß keiner ausgegrenzt wird.
(Quelle: Ratgebeter für Tierfreunde)
Im übrigen, abwarten und Tee trinken.
Jede Katze und jeder Kater ist anders.
Gruß
Monika

Ganz neue Situation
Hallo Monika,

gestern haben wir den „Neuen“ abgeholt. Kaum hatten
wir die Tuer der Transportbox geoeffnet, kam er auch
schon raus und fing an, die Wohnung zu inspizieren.
Nach nicht mal einer Stunde war er damit fertig, und
benimmt sich seither, als haette er schon immer hier
gewohnt.

Das eigentliche Problem begann, als unsere Kaetzin von
draussen reinkam. Die beiden haben sich kurz beschnuppert,
dann fing die Kaetzin an zu Fauchen und Knurren und
verschwand unter dem Bett. Dort ist sie praktisch die
ganze Nacht geblieben. Wenn der Neue sich auf weniger
als zwei Meter naeherte, fing sie wieder an mit Knurren.

Aehnliches mit dem Nachbarskater: als er den Neuen
beschnuppert hatte, wollte er gleich wieder raus. Dabei
ist er mindestens doppelt so schwer wie der Neue und koennte
ihn sicher leicht „rundmachen“.
Bei all dem ist der Neue nicht mal agressiv! Er hat nicht
ein einziges Mal geknurrt! Er stapft eben nur durch die
Wohnung als waere das ganz normal. Alle anderen haben
Schiss. Ausserdem schnurrt er staendig und ist neugierig
ohne Ende. Zu allem Ueberfluss weiss er auch noch, wie
man angelehnte Tueren oeffnet (von beiden Seiten!).

Unsere Kaetzin ist jetzt wieder draussen und mag gar nicht
mehr reinkommen. Ich fuerchte, sie wird sich eine andere
Unterkunft suchen, wenn wir den Neuen behalten.
Dabei ist er doch soooo schmusig!!

Gruss, Niels

Hallo Monika,

gestern haben wir den „Neuen“ abgeholt.
Kaum hatten
wir die Tuer der Transportbox geoeffnet,
kam er auch
schon raus und fing an, die Wohnung zu
inspizieren.
Nach nicht mal einer Stunde war er damit
fertig, und
benimmt sich seither, als haette er schon
immer hier
gewohnt.

Das eigentliche Problem begann, als
unsere Kaetzin von
draussen reinkam. Die beiden haben sich
kurz beschnuppert,
dann fing die Kaetzin an zu Fauchen und
Knurren und
verschwand unter dem Bett. Dort ist sie
praktisch die
ganze Nacht geblieben. Wenn der Neue sich
auf weniger
als zwei Meter naeherte, fing sie wieder
an mit Knurren.

Aehnliches mit dem Nachbarskater: als er
den Neuen
beschnuppert hatte, wollte er gleich
wieder raus. Dabei
ist er mindestens doppelt so schwer wie
der Neue und koennte
ihn sicher leicht „rundmachen“.
Bei all dem ist der Neue nicht mal
agressiv! Er hat nicht
ein einziges Mal geknurrt! Er stapft eben
nur durch die
Wohnung als waere das ganz normal. Alle
anderen haben
Schiss. Ausserdem schnurrt er staendig
und ist neugierig
ohne Ende. Zu allem Ueberfluss weiss er
auch noch, wie
man angelehnte Tueren oeffnet (von beiden
Seiten!).

Unsere Kaetzin ist jetzt wieder draussen
und mag gar nicht
mehr reinkommen. Ich fuerchte, sie wird
sich eine andere
Unterkunft suchen, wenn wir den Neuen
behalten.
Dabei ist er doch soooo schmusig!!

Gruss, Niels

Hallo Niels,
die Situation ist nicht ungewöhnlich, aber es ist Vorsicht geboten… Ich war einige Zeit im Tierschutz aktiv und habe dadurch Erfahrung. Ich würde raten, die Kätzin nicht aus dem Haus zu lassen, bis sich die beiden Tiere aneinander gewöhnt haben. Das gelingt zu 95 %. Es könnte sonst sein, daß die Kätzin sich eine neue Heimat sucht. Viel Erfolg!!
Tschüß Lilo

hallo nils und alle anderen,

dieses thema ist wohl unter uns katzefanatikern unerschöpflich, deshalb hier auch noch meine erfahrung.

  1. monika hat recht, den oder die erste immer bevorzugt behandeln, mehr streicheln, mehr reden.

ich habe zu meinen 3 katern (verschieden alt, verschiedene arten) 3 katzenbabies dazugeholt. der juengste der kater hat 1 woche lang gefaucht bis er heisser war, danach haben sich die kleinen immer mehr an in rangetraut und jetzt spielen sie sogar zusammen. hab den grossen mit seinen lieblingsleckerlis immer wieder aus der reserve gelockt.
der mittlere hat die drei gleich akzeptiert, er ist aber ein sehr ruhiger kater. der aelteste will nichts von ihnen wissen und geht einfach seinen weg. die kleinen lassen ihn total in ruhe.

was man niemals tun sollte, schimpfen oder schreien, denn kleine raufereien gehoeren als machtkaempfe dazu, dann wenn es ganz schlimm wird, lieber den aelteren auf den arm nehmen und besaenftigend mit ihr/ihm reden.

und niemals die geduld verlieren. bei mir ging die eingewoehnung sehr schnell, bei anderen dauert es bis zu einen halben jahr.

und zum thema katzenklo, stell ein 2. dazu, dann kann jeder rein, wo er will, wenn der kleine groesser ist, kannst du das eine klo wieder weg tun, beobachte einfach, ob sie nicht beide abwechselnd in die klos gehen.

so, nun viel geduld und spass mit den beiden!

gruss sabine

Hallo Niels,
ich glaube, ich weiß, was schief gelaufen ist.
Folgendes habe ich gefunden:
Lassen sie ihre neue Katze nicht gleich durch das ganze Haus streifen, denn daß würde ihre alte Katze mit Recht empören. Halten sie die Tiere einige Tage getrennt und tauschen sie danach die Reviere, damit beide sich mit dem Geruch des anderen vertraut machen können. Nach ein paar Tagen können Sie sie zusammenlassen. Wenn sie sich sofort anfauchen, halten Sie sie noch ein paar Tage länger getrennt.
Der erste Satz sagt, was schiefgelaufen ist.
Die Katze ist der Überzeugung, daß sie ihr Heim erster Ordnung an den Kater verloren hat.
Heim 1. Ordnung: Haus, in dem ihre Menschen wohnen.
Heim 2. Ordnung: Garten
Dorthin ist der Neue noch nicht gekommen und deshalb fühlt sie sich vorerst dort sicher.
Diese Überzeugung muß geändert werden.
Zuerst einmal der Katze zeigen, das sie die älteren Rechte hat. Z. B. beim Füttern, schmußen, spielen immer erst sie bevorzugen.
Ihr einen Raum geben, wo der Kleine vorerst noch nicht rein darf. Die Eigengerüche der beiden austauschen. Das heißt, mit einem Tuch, auf dem die Katze geruht hat, den Kater abreiben und umgekehrt.

Das eigentliche Problem begann, als
unsere Kaetzin von
draussen reinkam. Die beiden haben sich
kurz beschnuppert,
dann fing die Kaetzin an zu Fauchen und
Knurren und
verschwand unter dem Bett. Dort ist sie
praktisch die
ganze Nacht geblieben. Wenn der Neue sich
auf weniger
als zwei Meter naeherte, fing sie wieder
an mit Knurren.

Aehnliches mit dem Nachbarskater: als er
den Neuen
beschnuppert hatte, wollte er gleich
wieder raus. Dabei
ist er mindestens doppelt so schwer wie
der Neue und koennte
ihn sicher leicht „rundmachen“.

Sicher, aber für den Nachbarskater ist das nicht sein Heim. Er ist nur Besucher da, mit Erlaubnis der Katze.

Bei all dem ist der Neue nicht mal
agressiv! Er hat nicht
ein einziges Mal geknurrt! Er stapft eben
nur durch die
Wohnung als waere das ganz normal. Alle
anderen haben
Schiss. Ausserdem schnurrt er staendig
und ist neugierig
ohne Ende. Zu allem Ueberfluss weiss er
auch noch, wie
man angelehnte Tueren oeffnet (von beiden
Seiten!).

Nur Angelehnte? Ich hatte eine, die hat geschlossene Türen geöffnet, indem sie auf die Klinke sprang.

Unsere Kaetzin ist jetzt wieder draussen
und mag gar nicht
mehr reinkommen. Ich fuerchte, sie wird
sich eine andere
Unterkunft suchen, wenn wir den Neuen
behalten.

Folgt Lilos Rat, Ich glaube, sie hat Recht.
Also vorerst nicht rauslassen.

Dabei ist er doch soooo schmusig!!

Trotzdem nicht vergessen, ältere Rechte achten.
Auch nicht so schnell aufgeben.
Ich versuche noch einige Infos zu finden.
Gruß Monika
(die euch beide Daumen drückt)

Hallo Niels,
beim Anschaffen einer zweiten Katze ist mit Schwierigkeiten zu rechnen. Du kannst nicht davon ausgehen, dass sich die beiden gleich mögen.
Das wichtigste ist, dass beide Katzen gut sozialisiert sind, d.h., dass sie in ihrer Jugend (2.-7. Lebenswoche = Prägungsphase), Kontakt zu mehreren Artgenossen hatten und nicht vor der 10. Lebenswoche von Mutter und Wurfgeschwistern getrennt wurden.
Ist diese Voraussetzung erfüllt, kannst du davon ausgehen, dass sich die beiden mit der Zeit wenigstens akzeptieren.
Hier noch einige Tipps, dass es leichter geht:
*Mische dich nicht in die Streitigkeiten der beiden ein. Nur wenn du dich raushältst,kann sich eine Rangordnung bilden.
*Trenne die Katzen auf keinen Fall. Im Gegenteil! Füttere sie zur gleichen Zeit im gleichen Raum. Zuerst die Fressnäpfe weit auseinanderstellen, dann immer näher. Halte strikte Fütterungszeiten ein 1x morgens,1x abends und stelle den Katzen das Futter dann jeweils 5-10 Minuten hin. Nachher werden die Töpfe weggestellt bis zum nächsten Fresstermin. Falls sich die ältere Dame unter dem Bett versteckt, trage ihr ja nicht noch das Futter dorthin nach!
Streichle die Tiere gemeinsam, falls das geht.
*Halte unbedingt zwei Katzenkistchen und stelle sie mögl. weit voneinander entfernt auf (ev. sogar in verschiedenen Räumen).
*Rechne damit, dass es schon einige Wochen dauern kann, bis die beiden sich aneinander gewöhnt haben. Falls beide Tiere sozialisiert sind, würde ich jedenfalls den Vesuch nicht zu rasch abbrechen
Viel Erfolg wünscht dir
Annemarie

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

erstmal Danke fuer all die Tips! Wir haben alles so gut es ging beherzigt. Mittlerweile sieht es so aus:

Unsere „Alte“ akzeptiert es, wenn sich der Kleine im gleichen Zimmer aufhaelt wie sie. Manchmal laeuft sie ihm sogar nach, wenn er das Zimmer verlaesst. Inzwischen ist er allerdings immer uebermuetiger geworden und belaestigt sie staendig. Deshalb gibts jetzt mehr und mehr Keilereien. Das scheint aber alles gutartig zu sein. Abends kommt sie immer wieder mit freudig erhobenem Schwanz rein und schaut als erstes, wo sich der Kleine befindet! Hat sie ihn gefunden, beschnuppern sie sich kurz, woraufhin sie wieder zu knurren anfaengt.
Leider neigt der Kleine etwas zu Durchfall. Liegt vermutlich daran, dass er frisst wie ein Hund. Heute abend darf er deshalb mal Bekanntschaft mit seinem Tierarzt machen. Ich haben vorsichtshalber den Oleander aus der Wohnung entfernt.

Ich denke, es dauert nicht mehr lange, dann kehrt wieder etwas mehr Ruhe ein. Ich ueberlege mir, ob wir den Kleinen schon am naechsten Wochenende in den Garten lassen sollten??

Gruss, Niels