Katze plötzlich zu zweit

Liebe Tier- und Katzenfreunde,

ich habe den untenstehenden Artikel über das Alleinlassen von Katzen gelesen und auch die Empfehlungen, zwei Katzen zu halten. Nun habe ich seit sechs Jahren eine „Single-Katze“, die mit mir mittlerweile zweimal umgezogen ist. An ihrem ersten Wohnsitz, der Wohnung meines Exfreundes hatte ich auch einmal ein schlechtes Gewissen, daß wir beide arbeiten und sie nur allein ist. Wir haben dann ein Katerchen dazugenommen, er war 8 Wochen alt, sie ca. 2 Jahre. In meinen Augen hat sie eigentlich ganz gut reagiert, es flogen keine Fellbüschel durch die Gegend, sie hat zwar sein Essen gegessen, sein Klo benutzt, aber er hat sich arrangiert, nach einer Woche haben die beiden es geschafft, auf demselben Kratzbaum mit einer Distanz von einem halben Meter zu liegen. Mein damaliger Freund fand das dann aber alles zu katzig, so daß wir trotz meines Einspruchs das Katerchen abgeben mußten. Seitdem hat Molli genau zwei andere fremde Katzen erlebt und auf sie reagiert, einen anderen Kater, der vom Treppenhaus in die Wohnung eindrang, und einen Kater, der in dem Haus meines jetzigen Freundes wohnt, wo sie notgedrungen einmal eine Woche verbringen mußte und wegen des anderen Katers in einem Zimmer ausharren mußte. Beide Male hat sie sehr böse reagiert (finde ich verständlich).

Nun ist sie also sechs Jahre alt, sterilisiert und kennt genau drei Katzen. Ich habe eine 3-Zimmer-Wohnung (allerdings ohne Garten), die 70 qm groß ist, bin - weil selbständig - meistens zu Hause, und würde einfach gerne noch ein Katzenkind hierhaben.

Kann ich nun von Mollis Verhalten schließen, daß sie generell dagegen wäre? Oder sollte ich es einfach probieren? Ich möchte nicht noch einmal - wie vor ein paar Jahren - ein Katzenkind haben und dann wieder abgeben? Ich habe es damals - auf Raten eines Zoogeschäfts - probiert, den beiden dasselbe Parfüm aufs Fell zu träufeln, damit sie keinen Fremdgeruch mehr wahrnehmen können. War das richtig? Gibt es da noch andere Tips?

Ich würd mich über alle Ratschläge freuen, zumal Molli einen recht eigenen und durchsetzungsfreudigen Charakter hat.

Heidrun

Hallo Heidrun,

also ich wuerde es auf jedne Fall nochmal probieren damit deine Molli nicht ganz allein ist. Und mit dem ersten Katerchen hatte sie sich dann ja auch gut vertragen.
Versuch es doch einfach nochmal mit einem jungen Kaetzchen. Die jungen sind noch nicht so kratzbuerstig, arrangieren sich.
Ich habe gute Erfahrungen mit jungen Katern gemacht. Als meine zwei kleinen zu unserer Dreier-Bande von Katzen stiess gabs am anfang zwar ein heftiges Gefauche, aber eigentlich auch keine grossen Kaempfe oder so etwas. Nach einigen Tagen war dann wieder der „Hausfrieden“ hergestellt und alles ging ohne Probleme. Und meine zwei „alten“ Kaetzinnen sind so richtige Kratzbuersten. Du siehst, nichts ist verloren :smile:))

Wenn du dich entschliessen solltest, dann fuettere die beiden einfach immer zusammen. am Anfang mit etwas Abstand, aber doch so, das sie sich sehen koennen. Und den kleinen koenntest du ja mit der Schmusedecke von deiner Molli einreiben … dann nimmt er schon mal etwas ihren Geruch an .
Aber alles in allem wird es vielleicht nicht mal dramatisch. musst den beiden nur Zeit geben sich aneinander zu gewoehnen. Innerhalb weniger Tage ist das geschafft.
Hab das ganze jetzt 6 mal durchgemacht und es gab nie groessere Probleme.

Du darfst nur nicht den Fehler machen dich um den kleinen (falls es ein ER wird) mehr zu kuemmern als um deine Molli. dann wird sie sicher schnell eifersuechtig.

Viele Gruesse
Manu

Hallo,

vorweg: das mit dem Parfüm lass mal schön bleiben. Das tut der Katze nicht gut.

Ansonsten kann ich nur sagen, probiers aus. Meistens geht es gut. Das Problem ist, dass sie sich oft erst nach einigen Wochen arrangieren. Wenn du das Katerchen dann so lange hattest, kannst du es kaum noch zurückbringen (wäre einfach zu grausam).

Es kann aber auch völlig daneben gehen. Unsere Quendi hat bis heute nicht unseren Sammy akzeptiert (nach 20 Monaten). Weil sie sich als Freigänger aber gut aus dem Weg gehen können, ist das nur ein kleines Problem.

Gruss, Niels

Hallo Heidrun,

als kleine Hilfe wie eine zweite Katze eingebürgert werden kann, kannst Du mal in die Onlinezeitschrift *Katze und Du* schauen.Dort gibt es einen Bericht mit Tipps zu diesem Thema von einer Katzenpsychologin.
Es ist allerdings sicher nicht leicht, einer Katze, die so viele Jahre alleine war noch jemanden hinzuzugesellen. Ich wäre da eher skeptisch.Oft meint man es gut mit der Katze, tut ihr aber keinen Gefallen damit. Wie alt war sie denn damals, als der Kleine dazukam?
So long
Antje

Hallo Heidrun,

überall wo von Katzenhaltern über Katzenhaltung diskutiert wird, liest man immer wieder, daß Katzen nicht allein gehalten, sondern eine zweite Mieze dazugesellt werden soll und das ist auch richtig so, denn Katzen sind nicht die Einzelgänger, die sie sich hartnäckigst haltenden Gerüchten zufolge sein sollen (sonst würden sich ja herrenlose und verwilderte Katzen auch nicht zu Gruppen zusammenschließen). Mit einer Ausnahme: wenn der Mensch sie dazu gemacht hat. Und ich fürchte, das ist in der langen Zeit, wo Deine Miez allein bleiben mußte, auch geschehen.

Ich hatte mir vor 12 Jahren 2 kleine Miezels geholt, sie liebten sich abgöttisch, doch dann mußte vor 5,5 Jahren einer von den beiden eingeschläfert werden. Weil der übrig gebliebene Foxi zur Eifersucht neigte, wurde mir geraten, ihm keine neue Miez vor die Nase zu setzen und ich habe leider darauf gehört. Es war ein schwerer Fehler, denn Foxi wurde depressiv. Als ich dann Jahre später (Foxi war dann allerdings schon knapp 11 Jahre alt) wieder eine Katze dazu setzen wollte, ging es gnadenlos schief. Foxi verteidigte seine Mamma (mich) und sein Revier vehement und aggressiv.

Ich konnte Sissi nicht wieder abgeben, denn sie wurde von ihren ersten Haltern schwer mißhandelt und ist dementsprechend ängstlich und schwer zugänglich. Wenn ich sie, kaum daß sie Vertrauen zu einem Menschen (mir) gefaßt hat, wieder rausgeworfen hätte, wäre es grausam gewesen. Aber sie hat es elend schwer gehabt solange Foxi noch lebte. Er wurde dann aber sehr krank (Nierenkrebs - Nieren stehen für Partnerschaft, Krebs für Aggressionen) und starb :cry:((((((((((((((((((((((((((((((((((. Ich werde wohl nie mehr erfahren, ob er auch so krank geworden und gestorben wäre, wenn Sissi nicht eingezogen wäre…

Natürlich muß es nicht immer so schlimm laufen wie bei Foxi und Sissi, aber sehr schwierig ist und bleibt es in jedem Fall, einer Katze, die durch 6-jährige Einzelhaltung zum Einzelgänger gemacht wurde, wieder einen Zwangspartner dazuzugesellen. Ich würde Dir aber wenn schon, dann von einer Kleinen eher abraten, denn Deine 6jährige wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Temperament und der pausenlosen Spiel- und Tob-Leidenschaft eines Kittens heillos überfordert, und das Kitten von der „lahmen Alten“ heillos unterfordert. Wenn Du den Versuch schon starten willst, dann versuche es eher mit einer in etwa gleichaltrigen Katze, die auch im Wesen und Temperament der Deinen gleicht und die an andere Katzen gewöhnt ist. Und um Himmels Willen nimm keine ängstliche, unterwürfige Katze zu einem dominanten Platzhirschen (den Fehler habe ich gemacht und Sissi wehrte sich nicht gegen Foxis schlimme Attacken sondern ließ sich alles gefallen und wurde teils auch schlimm verletzt dabei) sondern eine Miezel, die charaktermäßig wirklich zu der Deinen paßt!

Wende Dich doch am Besten mal ein einen oder mehrere private Tierschutzbunde. Erstens haben die viel Erfahrung im Zusammensetzen von Katzen und zweitens kennen sie ihre Puschels meistens besser als die „Großbetriebe“ der städtischen Tierheime, können also i.d.R. besser abschätzen, welche ihrer Katzen zu der Deinen passen könnte.

Was mir noch sehr auffällt und was mir einen schlimmen Stich im Herzen gegeben hat, ist, daß Du schonmal ein Kitten geholt hast und es dann wieder abgegeben hast, nur weil Dein Freund nicht einverstanden war. Du weißt schon, daß es für so ein Muschel sehr sehr schlimm ist, das Zuhause wieder zu verlieren? Bist Du Dir heute darüber im Klaren, daß Du eine große Verantwortung übernimmst, wenn Du Dir so ein Tier ins Haus holst? Und daß es u.U. noch 10-20 Jahre leben kann und Deine Fürsorge und ein zuverlässiges Zuhause braucht? Sind diesmal ALLE Mitbewohner mit dem Anschaffen eines zweiten Tieres einverstanden? Angenommen, Deine jetztige Partnerschaft zerbricht, Du lernst jemanden Neues kennen, der keine Katzen mag… stehtst Du dann zu Deinen Miezen oder gibst Du sie dann auch einfach wieder ab? Wenn ja, dann hol Dir bitte bitte keine neue Miez ins Haus. Du brichst ihr das Herz, wenn Du sie wieder vor die Tür setzt…

LG, Nena

(Nierenkrebs - Nieren stehen für
Partnerschaft, Krebs für Aggressionen) und starb

'(((((((((((((((((((((((((((((((((((.

Das ist ja wirklich peinlich. Nierenkrebs ist einfach nur eine Krankheit. Das, was Du da erzählst, gehört wohl besser in das Brett Esoterik. Es sei Dir versichert, daß Deine Katze in jedem Falle daran erkrankt wäre, ob nun ein anderes Tier dabei gewesen wäre oder nicht. Genauso könntest Du glauben, daß die Uhrzeit der Geburt des Tiers eine Rolle gespielt hätte.

Gruß
Christian

1 „Gefällt mir“

Hallo Nena :smile:

Danke für Deine Tipps, die waren sehr hilfreich. Der Tod von Deinem Foxi tut mir leid.

Ich dachte eigentlich grade an eine jüngere Katze, weil Molli sehr gern noch spielt und tobt, aber mir die Schmuserolle zugewiesen hat und lieber mit Besuchern (dann auch ausdauernd) spielt, und so oft krieg ich eben nicht Besuch. Ist ein seltsames Verhalten, aber so ist das nunmal.

Ich hatte damals keine wirklich andere Wahl, das Katerchen abzugeben, weil die Wohnung, in der die beiden Katzen und ich lebten, meinem Freund gehörte. Es war total ätzend, ich hab aber wenigstens aufgepaßt, daß der Lütte sich mit seinen neuen Dosenöffnern gut verstand. Hier ist nun kein Mitbewohner, insofern ist die Situation anders. Und natürlich weiß ich, was für eine Verantwortung auf mich zukommt, gerade deswegen will ich mir das ja gründlich überlegen.

Also nochmal danke für die Tipps :smile:

Gruß

Heidrun

Ich möcht mich noch einmal bei allen für die Antworten bedanken, auch wenn diese alle ganz verschieden ausgefallen sind. Da es für mich persönlich auf keinen Fall in Frage kommt, noch einmal dasselbe zu tun, eine Katze erst hierherzuholen und dann wieder weggeben zu müssen, werd ich über das Ganze noch einmal gut nachdenken und auf jeden Fall mir auch die Zeit nehmen, zu schauen, daß der Neuankömmling charakterlich zu Molli paßt.

Also lieben Dank noch einmal und Gruß auch von Molli, die grade selig Insekten jagt…

Hi Chris,

wenn Du mit mir als Person ein Prob hast, könntest Du das dann bitte per Mail regeln? Das Wissen über psychosomatische Zusammenhänge ist heutzutage nicht nur mehr Thema von Heilpraktikern und Naturheilkundigen, sondern ist sogar schon zu vielen Schulmedizinern vorgedrungen und hat mit Esoterik rein gar nichts zu tun.

Gruß, Nena