Hallo Herbert,
Hallo, vielleicht hat hier jemand Erfahrung, ob Pfefferspray
ausreicht, um Hunde abzuwehren.
Es reicht durchaus aus; allerdings nur, um den Hund so verrückt zu machen, daß er Dich erst recht anfällt (wenn er es denn überhaupt vorhatte) und Dir noch mehr tut. Und wenn der Wind ungünstig steht, dann kriegst Du das Zeugs womöglich selbst in die Augen - das ist nicht gerade angenehm…
Heute nachmittag war es nämlich mal wieder soweit, als ich
friedlich durch Wald und Feld spazieren wollte, tauchten 300 m
vor mir in der Nähe eines Aussiedlerhofes zwei Hunde auf,
davon einer ein Rottweiler, die anfingen zu bellen und in
meine Richtung zu laufen, so daß ich es vorzog, auf dem Absatz
kehrt zu machen und unauffällig wieder den Weg zurückzugehen,
wo ich hergekommen war.
Zwei Worte fielen mir hier auf: ‚Aussiedlerdorf‘ und ‚Rottweiler‘. Nach Deiner Vorstellung ist also jeder Rotti, der in einem Aussiedlerdorf lebt, eine reißende Bestie… Verstehe ich das richtig? Meinst Du nicht, daß Du da ein wenig überreagiert hast?
Himmelherrschaftszeiten! Was hast Du denn erwartet? Daß Dich die Hunde verfolgen und in Einzelteile zerlegen?!
Die sind dann wieder abgezogen,
vielleicht waren sie zu faul, den Berg rauf zu mir zu laufen,
Nur finde ich das überhaupt nicht lustig, wenn Hunde
bestimmen, wo ich hingehe,
Stichwort ‚Revier‘ wäre hier vielleicht anzubringen. Du bist Dir auch wirklich sicher, daß Du nicht auf einem privaten Gelände warst, ja?
und jetzt muß was geschehen, weil
sowas immer wieder vorkommt.
Das kann bei jedem Tier passieren; ich finde es allerdings nicht OK, wenn jeder Hund automatisch zur Bestie gemacht wird.
Deshalb meine Überlegung mit dem Pfefferspray. Der Anbieter
schreibt, es wehre sogar Kampfhunde ab, was ich kaum glauben
kann.
Ich habe schon einmal etwas dazu geschrieben; hier ein Auszug:
_da ich mit „bösen zähnefletschenden Kampfmonstern“ aufgewachsen bin, will ich Deine Ausführungen zwar nicht unbedingt kommentieren, verstehe aber völlig, daß Du Dich vor Hunde-Attacken schützen willst. Außerdem ist nicht jeder „Kampfhund“ eine blutrünstige Bestie.
Es gibt tatsächlich einige - durchaus wirkungsvolle - Methoden, um einen sogenannten Kampfhund (und auch jeden anderen) im Notfall lahmzulegen.
- Der allgemein gebräuchliche Vorschlag, keine Angst zu zeigen, hat durchaus seinen Sinn. Ein Hund - egal welcher „Marke“ - ist ein Rudeltier und im Rudel gibt es gewisse Strukturen. Knurren und bellen wirst Du wohl kaum, aber wenn Du Dich vor dem Hund aufbaust, ihm in die Augen guckst und ihn anbrüllst, hat es meistens seine Wirkung.
Es hat nicht das Geringste mit „warum soll ich mich nach dem Hund richten?!“ zu tun! In einem solchen Moment mußt Du halt knallhart sein normales Rudelverhalten ausnutzen.
- Eine Waffe würde Dir in Falle eines Falles nicht viel nützen bzw. Dir im allgemeinen lediglich Ärger in Form einer Strafanzeige wegen unbefugten Waffenbesitzes einbringen.
Selbst wenn Du eine Waffenkarte besitzt und mehr oder weniger regelmäßig schießt, darfst Du nicht vergessen, daß so ein Angriff eine Ausnahmesituation ist, in der man/frau erst einmal etwas verdutzt ist. Außerdem: wer geht mit einer Knarre joggen???!!! Ich selbst schieße ziemlich gut, kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, innerhalb von Sekunden(bruchteilen) die Waffe zu ziehen, zu entsichern und so treffsicher zu zielen, daß ich den Hund unschädlich machen kann, bevor er mir größeren Schaden zufügt. Da ist der gezielte Schlag an’s Ohr schon wesentlich nützlicher.
Und glaub gar nicht, daß sich so ein tobender Hund von einem Schuß ins Bein ablenken läßt: den spürt er gar nicht. Bestes Beispiel: Als vor einigen Monaten ein Junge in Hamburg von zwei Kampfhunden angefallen und getötet wurde, brauchten die Polizisten fast 20 (zwanzig) Schuß!!!, um die Hunde außer Gefecht zu setzen.
CS-Gas dürfte auch nicht sonderlich viel bringen, außer den Hund noch wütender zu machen._
Wie Du gelesen hast, habe ich in dem Artikel einen Schlag auf’s Ohr erwähnt. Das ist eine der wenigen Möglichkeiten einen tobenden Hund - das ist nur für den Notfall gedacht!!! - zu stoppen. Durch einen Schlag auf’s Ohr verliert der Hund kurzristig den Orientierungssinn.
Laß bitte in Deinem eigenen Interesse die Hände von Pfefferspray; einen tobenden Stafford oder einen wütenden Rotti kannst Du damit nicht stoppen.
Beste Grüße & auch Dir ein schönes WE
Tessa