Pferd und Mensch

hi leute!

habe eine etwas schwierige frage und ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann, der selbst erfahrung darin hat (KEINE links!):
wie kann ich meinen pferden klar machen, dass ich der boss bin? so unter dem motto:
„hey, ich liebe euch über alles, aber ihr müsst akzeptieren, dass ich hier das sagen habe…“

grüssli Michaela

hallöle,

schätze mit dem „sagen alleine“ wirst du bei tieren nicht weiter kommen… wenn du der boß sein willst mußt du dich auch durchsetzen… auf der koppel können sie ja machen was sie wollen…
aber wenn du mit ihnen arbeitest müssen sie auch spühren daß ein anderer wind herscht… auch wenn du mal grob werden mußt… tiere kriegt man in der regel mit einem ähnlichen verhalten wie sie untereinander auch ausüben… und der stärkste macht eben klar was sache ist…DU!!

— das heisst… das reiten ist zu ende wenn du aufhörst und nicht wenn das pferd stehenbleibt und weiss daß du nachgiebig bist.

— wenn du auch etwas länger brauchst um die stellung bei deinen pferden NEU klarzustellen… aber bleib hart und setze dich ständig durch… nicht einmal heftig sein und dann danach wieder alles durchgehen lassen–konstant gleichmäßig zeigen was DU von ihnen erwartest… dann bist du der „ranghöchste“ und sie haben trotzdem ein wunderbares leben…und lieben werden dich die tiere auch SO… auf ihre art eben…

gruß rüdl

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hi

mit dem meisten was du mir vorschlägst bin ich einverstanden… aber mit dem grob (meinst du schläge?!?) werden, muss ich dir widersprechen! glaube nicht, dass die freundschaft erhalten bleibt, wenn man die pferde ständig, wenn sie etwas aufmüpfig sind, mit nem schlag zur „vernunft“ bringen will… und ausserdem glaube ich NICHT, dass man mit gewalt weit kommt!

grüssli Michaela

Vermenschlichung?
Hallo Michaela,

ich glaube dass du mit deinen wenn auch sehr lobenswerten Vorstellungen von Gewaltlosigkeit Pferde vermenschlichst. Pferde sind keine Kinder.
Natürlich reden wir nicht von Rohheit oder Brutalität gegenüber Pferden. Es geht um die Frage „wer ist der Boss“. Und um Pferden etwas begreiflich zu machen musst du mit ihren Augen sehen.
Und mit Pferdeaugen gesehen ist es so, dass du der Boss bist, wenn du dich durchsetzt. Und wie tun Pferde das untereinander? Der Boss macht sich gross, tritt sehr selbstbewusst bis hin zu herrisch auf, er drängt die Anderen dahin wo er sie haben will, und er setzt sich rigoros durch, auch mit heftigen Bissen und Tritten, die Wunden hinterlassen können, die du als Pferdefreundin niemals einem Pferd zufügen wirst.
Du musst dir bewusst machen, dass das was wir Gewalt nennen zum Pferdealltag gehört. Trotzdem wird jedes Pferd die Gesellschaft anderer Pferde vorziehen, auch wenn es dort Tritte und Bisse einstecken muss. Die rangniedereren Tiere wissen sich auf diese Weise auch sicher.

glaube nicht, dass die

freundschaft erhalten bleibt, wenn man die pferde ständig,
wenn sie etwas aufmüpfig sind, mit nem schlag zur „vernunft“
bringen will

Da irrst du dich. Wenn du dich mal mit einer Herde beschaeftigt hast, wirst du wissen, dass auch ranghohe und rangniedrige Tiere befreundet sein können, und dass auch befreundete Tiere sich mal mit Hufen oder Zähnen zusetzen.

Ich kann deine Skrupel bezüglich „Schlagen“ verstehen - „artgerecht“ ist die „Gewaltlosigkeit“ in Bezug auf Pferde aber nicht.
Nötig ist die Gewalt ja nur als das letzte Mittel.
Ein Beispiel: Wenn du willst, dass ein Pferd vor dir zurückweicht, genügt es beide Arme hochzuheben und auf das Pferd zuzugehen, vielleicht noch dabei zu schnalzen. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Pferd da stehengeblieben ist. Hier wäre es völlig unangebracht zu schlagen, wenn die Pferde doch gut reagieren. Anders ist es aber, wenn sie sich bewusst widersetzen.

Und wenn du dir bewusst machst, dass die Gewalt auch nur das letzte Mittel ist, wenn alles andere (selbstbewusstes Auftreten usw.) nichts nützt, findest du es vielleicht auch nicht mehr so schlimm.

Na dann… viel Erfolg! :smile:

Andrea

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hi

habe eine etwas schwierige frage und ich hoffe, dass mir
jemand weiterhelfen kann, der selbst erfahrung darin hat
(KEINE links!):

warum keine links ? es gibt unendlich wirklich gute Artikel zu dem Thema die dir auch weiterhelfen könnten

wie kann ich meinen pferden klar machen, dass ich der boss
bin?

indem du dich VERHÄLTST wie ein Boss !! Und was macht der Herdenboss ? Schau dir eine Pferdeherde (auch mal nur eine ganz kleine von 5 - 8 Pferden) genau an … dann zeigen sie dir alles was du wissen willst …

  • er / sie leitet die anderen
  • er / sie duldet keine Machtspielchen
  • er / sie frisst zuerst / trinkt zuerst
  • er / sie geht zuerst durch einen Engpass
  • er / sie duldet nicht dass sich andere an ihm / ihr reiben - es sei denn er / sie lädt ausdrücklich zu Fellpflege ein
  • er / sie ahndet ungebührliches Verhalten (nicht genügend Abstand, Überholen) sofort und deutlich !
  • er / sie lässt andere nicht näher als 2 m an sich heran ohne ausdrückliche Einladung dazu !
  • er / sie missbraucht seine „Macht“ NIE … will heissen er bringt kein Pferd willentlich in eine Situation in der es in Gefahr kommt
  • er / sie ist konsequent bis zum umfallen
  • er / sie weicht nicht aus - die anderen Pferde haben auszuweichen
  • er / sie ist VERANTWORTLICH für das Überleben der gesamten Herde
  • er / sie setzt das alles im NOTfall (meist nur durch kleine feine Gesten, aber wenns nicht anders geht eben auch mal anders !! ) auch durch gezielte Bisse oder Tritte um - denn auch der Rest der Herde hat zu funktionieren, damit die Herde überleben kann …

du musst alles immer hinter dem Aspekt - DIE HERDE sehen, dann wird dir evtl. das eine oder andere klarer - das Individuum zählt bei Pferden nichts … es geht immer um die Herde und um ihr Überleben - und deswegen braucht jedes Pferd seinen festen Platz in der Rangordnung - sie wollen einen festen Platz (der darf sich nicht ändern, denn das verunsichert sie) und sie wollen jemanden haben der sie führt !

D.h. der Herdenchef hat eine verdammt wichtige Funktion und der muss er gerecht werden - das funktioniert nur wenn ER funktioniert !

  • wenn du dich von deinem Pferd beim führen überholen lässt hast du dem Pferd schon gesagt dass du nichts zu melden hast …
  • wenn es sich von sich aus an dir reibt (ooooooh wie süüüüüüüüüüüüss schau mal mein Pferd liebt mich …) hat es dir gesagt dass DU ja mal garnichts zu melden hast … denn ohne Erlaubnis hätte es DAS in der Herde niemals gewagt wenn du usw.
  • wenn du mit ihm in einen Bach hineinreitest - und es verletzt sich im Wasser an scharftkantigen Steinen die su nicht erahnt hattest - ist nicht nur die nächste Tierarztrechnung teuer, sondern DU hast als Boss versagt ! Das Pferd wird dir so schnell nicht mehr vertrauen,

Du musst dir also zu jeder Sekunde in der du mit deinem Pferd zusammen bist darüber im Klaren sein welche Verantwortung du hast - und wie du dem gerecht wirst - also immer mal lieber vorher nachdenken ob du die Situation in die du dein Pferd bringen willst auch wirklich zu 100 % beherrschst …

„hey, ich liebe euch über alles, aber ihr müsst akzeptieren,
dass ich hier das sagen habe…“

das hat mit LIEBE nichts zu tun sondern mit dem ÜBERLEBEN einer ganzen Herde … Pferde denken nicht wie Menschen - sie denken wie Pferde - und sie WISSEN nicht, dass sie domestiziert sind und die Säbelzahntiger ausgestorben - sie denken nach wie vor es gäbe Säbelzahntiger und genau so verhalten sie sich auch !

Es gibt in der Zweierbeziehung Pferd:Mensch für sie nur eine zentrale Frage : wer ist der Boss - du oder ich ? denn der BOSS entscheidet wann gefressen wird, wann geschlafen wird und wann Zeit zum FLIEHEN ist … !!! Und der Boss bestraft Fehlverhalten der anderen … d.h. wenn du nicht der Boss bist müssen sie diese Rolle übernehmen - du zwingst sie dazu - selbst wenn sie es eigentlich nicht wollen, es ist ihre Natur

Manche Pferde fragen sehr nett nach, manche ordnen sich von allein unter, wenn du aber an ein etwas selbstbewussteres Pferd gerätst - hast du mit "ich liebe dich über alles… " schon verloren denn wenn sie die „chefrolle“ notgedrungen übernommen haben werden sie dich wenn du als untergeordnetes Herdenmitglied nicht funktionierst, bestrafen (übertrieben ausgedrückt) … wenn du glück hast indem sie dich ignorieren oder nur als Leckerlilieferant ansehen und einfach über den Haufen rennen, dich wegdrängen, wenn du Pech hast deutlicher mit beissen schlagen steigen … etc.

Gruß Hexerl

P.S. wenn schon keine Links dann doch wenigstens Mindest-Lektüre…

sehr gut : Psychologie und Verhaltensweisen der Pferde - Blendinger

etwas einfacher zu lesen : Der mit den Pferden spricht - MR

auch gut zu lesen und durchaus hilfreich weil es genau darauf abziehlt und auch für komplett unbedarfte recht gut nachzuvollziehen ist : So erziehe ich mein Pferd - Linda Tellington-Jones

(meinst du schläge?!?)

werden, muss ich dir widersprechen! glaube nicht, dass die
freundschaft erhalten bleibt, wenn man die pferde ständig,
wenn sie etwas aufmüpfig sind, mit nem schlag zur „vernunft“
bringen will… und ausserdem glaube ich NICHT, dass man mit
gewalt weit kommt!

grüssli Michaela

hallo,
…bleib mal locker!!

…man braucht keine schläge (peitsche,stock,mistgabel und dergl.)
aber nimm es dir zu herzen wenn leute sagen du mußt zeigen daß DU der boss bist… tiere brauchen auch grenzen wenn sie zuweit gehen… siehe erziehung der pferde unter ihresgleichen.
…außerdem haben hexerl und andrea dir schon eine sehr ausführliche „Bedienanleitung“ für deine pferde gegeben…
wesentlich detailierter und genauer als ‚meiner einer seiner‘.

…werde konsequenter bei dem was du tust und bei dem was du
von deinen tieren erwartest… nur so können dich die tiere verstehen…
denke weniger ans „verhätscheln“… deine tiere können dich nicht so lieben wie ein mensch einen anderen liebt… sie können dich als chef aktzeptieren und du kannst ihnen ein schönes leben in gefangenschaft (mit deiner zuneigung)geben.

mehr solltest du nicht erwarten… du kannst viel dabei für dein eigenes leben im punkto selbstsicherheit lernen… tiere spühren wie „sicher ein mensch“ hinter seinem willen „steht“.

nichts für ungut…
gruß rüdl

Hi Hexerl

Ich glaube so manches Pferd sollte sich deine Beschreibung auch durchlesen um zu wissen wie es sich denn zu verhalten hat *g* :wink:

  • wenn du dich von deinem Pferd beim führen überholen lässt
    hast du dem Pferd schon gesagt dass du nichts zu melden hast
  • wenn es sich von sich aus an dir reibt (ooooooh wie
    süüüüüüüüüüüüss schau mal mein Pferd liebt mich …) hat es
    dir gesagt dass DU ja mal garnichts zu melden hast … denn
    ohne Erlaubnis hätte es DAS in der Herde niemals gewagt wenn
    du usw.

Also das muss man fast allen Schulpferden klargemacht werden :wink:
Ich kenne etliche die sich so verhalten und trotzdem sich dem Menschen untergeordnet fügen.

[…] und sie WISSEN nicht, dass sie
domestiziert sind und die Säbelzahntiger ausgestorben - sie
denken nach wie vor es gäbe Säbelzahntiger und genau so
verhalten sie sich auch !

Nope, das stimmt nicht.
Domestizierte Pferde verhalten sich in vielen Punkten anders als wilde Pferde.
Ein wildes Pferd käme nie auf die Idee einfach so herumzuwiehren, denn damit könnte es die Position seiner Herde an eventuelle Feinde preisgeben.

Ein Hauspferd schert sich ein Dreck darum.

(Dem Rest stimm ich zu)

MfG
Lilly

eher: Mensch und Pferd, so rum ist`s besser!
Hi Michaela,

das meiste ist ja bereits gesagt worden…
Dominanz ist alles…und zwar zu einem sehr hohen Prozentsatz ohne Schläge oder Prügel… obwohl ein Pferd einen dumpfen Klaps
vor die Brust eher versteht, als das so „sanfte“ Zerren am Zügel, wenn es vorstürmt…was ein gut erzogenes Pferd übrigens nicht tut.

Aber der Weg dahin ist auch schon mal anders…
Meine Stute z.B. habe ich 7 jährig, roh, gekauft. Sie wurde von einer unerfahrenen Besitzerin beim Anlongieren mangels Fachwissen versaut. Meine Dicke ( Alt-Oldenburger-Stute, Stockmaß 170cm alter schwerer Typ ) war der Meinung, dass Sie gegenüber Menschen das Sagen hat! Das war nicht witzig!!

Sie hat bei der Ankaufsuntersuchung, für die ich unweigerlich longieren musste ( wie soll sonst nen Belastungstest durchgeführt werden bei nem nicht gerittenen Pferd ) mich bald umgebracht!! Sie hat nur angegriffen, gekeilt und hat mich angestiegen. Das war schon gefährlich, verdammt gefährlich.

Ich erzähle in diesem Brett nicht, wie wir das Problem letztendlich gelöst haben. Auf jeden Fall war es schnell, effient und dominant. Sie hat es innerhalb von 10 Minuten verstanden und ist das tollste Pferd auf Gottes Erdboden. Ich lasse mein Patenkind und jeden Anfänger drauf reiten und sie führen, ohne Bedenken zu haben.

Aber, ich muss trotzdem immer zwischendurch aufpassen, dass so beschriebene Sachen wie von den anderen nicht durchkommen.
Sie ist die unbestrittenen Herdenchefin bei uns. Sie macht das einfach nur mit Ihrem bloßen „Dasein“, ohne keilen, quietschen oder sonstigen STutenmanieren. Wenn Sie kommt, machen alle Platz… sowas habe ich vorher in den Maßen noch nie gesehen!
Faszinierend. Seit Sie da ist, gibt es erstaunlicherweise kaum noch Verletzungen auf dem STutenpaddock. Sie sorgt für Ruhe…

Lies ruhig mal die Empfehlungen der anderen, in den links ist viel interessantes drin!

Viel Spaß mit Deinem Fluftel!! ( Pferde heißen übrigens Pferde, weil Sie auf der Erden leben, sonst hießen Sie Fluftels… :smile: )

Grüße

Ute

hi

weshalb möchtest du mir nicht erzählen, wie das mit deiner stute in 10 min. ging? es würde mich interessieren… falls du aber nicht willst, ist das schon OK! du kannst mir ja sonst auch eine e- mail schreiben…

grüssli Michaela

hi

weshalb möchtest du mir nicht erzählen, wie das mit deiner
stute in 10 min. ging? es würde mich interessieren… falls du
aber nicht willst, ist das schon OK! du kannst mir ja sonst
auch eine e- mail schreiben…

das kann ich dir beantworten - weil die „korrektur“ eines derart dominaten Pferdes (ich habe auch so eines :slight_smile: sehr, sehr viel Sachverstand und Gefühl für das Wesen erfordert und noch viel mehr wenn es in 10 Minuten gehen soll …

Und die Beschreibung wie es ging - hier in diesem Brett - würde womöglich dazu führen , dass jemand mit wenig / null Sachverstand und wenig Wissen um die Psyche des Wesens mit dem er sich da abgibt womöglich auf die idiotische Idee, kommt das allein und ohne Profihilfe nachmachen zu wollen (genauso wie viele versuchen ein Joinup zu machen, aber leider weder verstanden haben was es soll, noch wie es geht und komplett alles falsch machen… und dann sagen "mit MEINEM PFerd geht Join up aber nicht ") bei einem Pferd wie dem oben beschriebenen kann das nämlich leicht tödlich ausgehen …

Ein Kochrezept zum Pferdebändigen hier rauszugeben wäre sträflich leichtsinnig - denn der Erfolg hängt einzig und allein vom genau diesem einen Pferd und den Fähigkeiten von genau diesem einen Menschen ab, der das versucht … es würde Dir persönlich also garnichts nützen ohne Profi(!!!) Hilfe sowas zu versuchen …

Dazu gibt es Bücher, Kurse und Lehrgänge etc. die sind teuer aber meist recht gut … oder man lernt und lernt und lernt es einfach von den Pferden … das dauert dann eben viele Jahre - aber kein 2 Minuten Posting im Internet kann dir das dafür notwendige Wissen vermitteln um es auch nur gefahrlos mal „versuchen“ zu können

Gruß Hexerl

hi hexerl!

nun, ich wollte es nicht nachmachen (mein pferde sind nämlich nicht soooo schwierig)… es interessierte mich nur!

grüssli Michaela

nun, ich wollte es nicht nachmachen (mein pferde sind nämlich
nicht soooo schwierig)… es interessierte mich nur!

… du bist nicht die einzige die hier mitliest - und wenn etwas extrem weit verbreitet ist, gerade in Reiterkreisen, dann ist es die fehlende Einsicht etwas nicht zu Können …

Gruß Hexerl

Hi Hexerl,

lach, da fühle ich ja richtig verstanden! *gg
aber im ernst: genau deshalb ->

das kann ich dir beantworten - weil die „korrektur“ eines
derart dominaten Pferdes (ich habe auch so eines :slight_smile: sehr,
sehr viel Sachverstand und Gefühl für das Wesen erfordert und
noch viel mehr wenn es in 10 Minuten gehen soll …

Und die Beschreibung wie es ging - hier in diesem Brett -
würde womöglich dazu führen , dass jemand mit wenig / null
Sachverstand und wenig Wissen um die Psyche des Wesens mit dem
er sich da abgibt womöglich auf die idiotische Idee, kommt das
allein und ohne Profihilfe nachmachen zu wollen (genauso wie
viele versuchen ein Joinup zu machen, aber leider weder
verstanden haben was es soll, noch wie es geht und komplett
alles falsch machen… und dann sagen "mit MEINEM PFerd geht
Join up aber nicht ") bei einem Pferd wie dem oben
beschriebenen kann das nämlich leicht tödlich ausgehen …

habe ich nicht gepostet, was wir getan haben.

Michaela, ich mail dir die Antwort gerne.

Nur zur Anmerkung,
es war nicht geplant, die Aktion in 10 Minuten durchzuziehen; ich hatte damit gerechnet, dass es einige Tage oder noch länger dauert; sie hat mich einfach damit überrascht, dass sie nach einem etwas heftigeren Machtkampf ( vorsichtig ausgedrückt ) es sofort verstanden hat. Sie hat nach 10 Minuten Handwechsel auf Handzeichen gemacht… *immer noch darüber überrascht bin!

Ein Kochrezept zum Pferdebändigen hier rauszugeben wäre
sträflich leichtsinnig - denn der Erfolg hängt einzig und
allein vom genau diesem einen Pferd und den Fähigkeiten von
genau diesem einen Menschen ab, der das versucht … es würde
Dir persönlich also garnichts nützen ohne Profi(!!!) Hilfe
sowas zu versuchen …

Genau deshalb empfehle ich, nur genaue Probleme zu schildern.
Und darauf genau Antworten zu geben. Ich denke, es ist nicht üblich, ein dermassen verdorbenes Pferd vorzufinden. Die meisten Pferde, die ich kenne sind „normal“.

Wir hatten jedoch eine Stute bei uns im Stall, die hatte Ihre Besitzerin voll im Griff. Eine Hannoverraner-Stute. Tolles Tier.
Sehr dominant. Ängstliche und unerfahrerene Besitzerin. Gefährliche Kombination. Anfangs hatte Sie nur Probleme beim Zäumen.Dann beim Satteln. Angeblich Sattelzwang. Mist, einfach verarscht hat das Tier sie. Sie ließ sich nicht führen. Sie ließ sich nicht mehr reiten. Zu dem Zeitpunkt fing sie an, in der Box den Arsch nach vorne zu drehen, wenn die Besitzerin kam. Auf dem Paddock ließ sie sich nur noch fangen, wenn sie Hunger hatte.

Tja, und dann trat sie nach anderen Pferden, wenn ein Mensch sein Fluftel vom Paddock holen wollte. Fazit? Die nächsten Wochen wurde sie noch frecher. Sie trieb die Menschen auf dem Paddock, mit gesenktem Kopf und angelegten Ohren. Und dann hat Sie zugetreten, als eine Mitreiterin sie wegscheuchen wollte.
Diese ging zu Boden und wurde 10 Minuten lang von der Stute attackiert!!! Sie konnte nicht aufstehen, weil Sie nen doppelten Beckenbruch hatte!! Sie wurde dann von anderen Personen, die gott sei dank irgendwann die Hilfeschreie hörten, gerettet.

Na, was meint ihr was dann passiert ist?

Die Besitzerin hat den Stall gewechselt. Lässt Ihr Pferd dort wieder auf nen Paddock. Beseitigt das Problem nicht, da sie keines sieht. Das ist ne tickende Zeitbombe.

Und genau so etwas hatte ich auch.

Dazu gibt es Bücher, Kurse und Lehrgänge etc. die sind teuer
aber meist recht gut … oder man lernt und lernt und lernt es
einfach von den Pferden … das dauert dann eben viele Jahre -
aber kein 2 Minuten Posting im Internet kann dir das dafür
notwendige Wissen vermitteln um es auch nur gefahrlos mal
„versuchen“ zu können

Liebe Michaela, ich denke mir, es gibt im INternet keine Allgemeinrezepte. Schilder dein Problem genau, vielleicht kann dir jemand Denkansätze geben. Aber das Problem sollte vor Ort mit wirklichen Fachleuten angegangen werden, sofern eines vorliegt. Solltest du nur interessehalber fragen, *lach
hab ich nen Tip, lies dir alle Fachbücher und Fachzeitschriften durch, die dir in die Finger fallen. Dann mach das Beste für dich draus :wink:

Ich persönlich halte nichts von Prügel oder Zückerchen und Schätzchen hier und da… wenn du weißt, was ich damit sagen will. Geh mit nem Pferd um, wie es ein Pferd möchte: als Pferd und Herdenmitglied. Darüber gibt es viele Nachschlagewerke.

Ich denke mir nur, dass Pferde keine Schmusetiere sind. ( obwohl ich das stundenlang tu *gg) Im Ernstfall ist ein Pferd immer noch fast ne halbe Tonne schwer und kann dich schlimmstenfalls umbringen - bewusst oder unbewusst.

Vielleicht klingt das hart, aber ich sehe soviel gef’rliches bei uns im Stall, das mir teilweise die Haare yu Berge stehen!

Gruss Ute