Hallo Enno,
es ist korrekt, dass Katzenwelpen zuerst nur auf Berührung und Gerüche reagieren. Allerdings sind Gehör und Sehvermögen schon mit ein paar Wochen voll ausgebildet. Hier ein Auszug aus einem Artikel in „Katzen extra“:
"Katzen werden tatsächlich blind und taub geboren, doch der Tast- und der Geruchssinn funktionieren schon hervorragend und auch eine Wärmequelle wird sofort gefunden. Diese Fähigkeiten brauchen die Kleinen um ihre Mutter und an ihr die Zitzen zu finden. Der Suchreflex sorgt dafür, daß sie am Bauch der Mutter entlang den Kopf nach beiden Seiten schwingen, bis sie eine Zitze gefunden haben.
Werden Neugeborene mit unbekannten Gerüchen konfrontiert, beginnen sie zu fauchen und zu spucken wie eine Schlange. Feinde sollen so abgeschreckt werden. Sind die Kitten allein in der Wurfkiste, versucht jeder den wärmsten Platz zu bekommen, zielstrebig steuern sie darauf zu. Dabei ist es egal, ob die Wärmequelle aus einer Wärmflasche, einer Infrarot-Lampe oder aus dem Haufen der Geschwisterchen besteht.
Ab dem fünften Tag sind Ohren nicht länger mit Hautfalten blockiert und funktionieren einwandfrei. Wird ein Kätzchen durch ein lautes unbekanntes Geräusch erschreckt, so reagiert es mit Fauchen. Die Mutter begrüßt die Kleinen jetzt mit ganz bestimmten Lauten, wenn sie sich dem Wurflager nähert und bald können die Kleinen auch antworten.
Zwischen dem 7. und 14. Lebenstag öffnen sich die Augen, danach nimmt das Sehvermögen rapide zu. Die Mädchen sind ihren Brüdern häufig voraus, aber auch die Rasse spielt eine Rolle. Neva Masquarade Kitten z.B. öffnen oft schon am 5. Tag ihre Augen. Wie frühreif ein Kitten ist, hängt auch von den Vorfahren ab. Öffneten die Eltern früh die Augen, so tun das auch die Kinder.
Alle Katzenkinder haben blaue Augen, weil die Flüssigkeit zwischen Linse und Netzhaut bis zu ca. 6. Woche noch trüb ist. Erst ca. 24 Stunden nach dem Öffnen der Augen reagieren die Pupillen auf Helligkeit, daher kann man annehmen, daß die Sehfähigkeit auch erst zu diesem Zeitpunkt einsetzt.
Ab der zweiten Lebenswoche richten sich die Ohren der Kitten auf, gleichzeitig öffnen sich die Gehörgänge richtig. Jetzt können die Kleinen die Richtung der Geräusche orten, dazu drehen sie die Ohrmuscheln nach allen Seiten.
In der zweiten Woche ist der Gleichgewichtssinn schon ganz gut ausgebildet und auch die Koordination der Gliedmaßen kommt in Gang. Probehalber stellen sich die Kleinen schon auf die Beinchen und sie können jetzt jeden Tag ein bißchen länger stehen und sogar schon Schritte machen.
Spätestens in der dritten Wochen können kleine Katzen einem Gegenstand langsam mit den Augen folgen. Die Entfernung von Gegenständen können sie allerdings noch nicht abschätzen, da das sogenannte binokulare Sehvermögen noch nicht ausgebildet ist. Sie lassen sich allerdings nicht davon abhalten, mit der Pfote nach Gegenständen zu tapsen und schon bald ist die kleine Katze in der Lage auf drei Beinen zu stehen und ihr Pfötchen zu putzen.
Mit drei Wochen wird der Suchreflex, der die Jungen in den Wochen zuvor ins Nest zurückgeleitete überflüssig, denn jetzt ist das Sehvermögen stark genug auch optisch das Nest wiederzufinden.
Ab drei Wochen brechen die 26 Milchzähne durch, das heißt nicht, daß sie jetzt nicht mehr gesäugt werden sollen, sondern, daß nach und nach auch feste Nahrung genommen wird. Die Mutter bleibt auch die nächsten Wochen noch die wichtigste Nährstoffquelle.
Ab der vierten Woche werden die Kleinen zu richtigen Energiebündeln, die nach und nach die gesamte Umgebung erkunden. Der Gang auf die Katzentoilette wird jetzt geübt und auch Mutters Futternapf wird zunehmend interessanter (manchmal verwechseln die Kleinen allerdings beides noch!) Die Mutter zeigt ihren Kindern jetzt die Regeln des Haushaltes und verteilt auch schon mal einen Nasenstüber, wenn die Kleinen sich daneben benehmen.
In der vierten Woche sind das Sehvermögen, der Gleichgewichtssinn und das Hörvermögen schon sehr gut ausgebildet. Die Kitten landen sicher auf allen vier Beinen, wenn die Absprunghöhe nicht zu groß ist, sie können ihre Mutter optisch erkennen und lernen die verschiedenen Laute der Katzensprache und Gebärden, obwohl es eher putzig als bedrohlich wirkt, wenn sie sich aufplustern und mit einem Buckel quer stellen."
Viel Spass weiterhin,
Myriam
Satan, Luzifer & Greta