Nachahmenswertes Beispiel

Ich habe überlegt, ob ich es ins Storys-Brett posten soll. Ich habe mich aber für dieses Brett entschieden, weil ich hoffe, dass die nachfolgende Geschichte etwas dazu beitragen kann, das Verhältnis zwischen Tierhaltern und anderen Menschen zu verbessern.

Meine kleine Mischlingshündin, 5 Jahre alt, hat über die Jahre ein sehr ausgeprägtes „Revierbewusstsein“ entwickelt. Gleichzeitig gehört sie aber zu der eher ängstlichen Sorte von Hund, die lieber den Schwanz einzieht und in Deckung geht, wenn sie Gefahr (oder eben das, was sie dafür hält) spürt. Diese Kombination äußert sich nun dahingehend, dass insbesondere „gelb uniformierte“ Personen (also die von der Post) von ihr als bedrohlich empfunden werden. Ich muss dazu sagen, dass unser „Briefkasten“ nur ein Einwurf mit Klappe ist, durch den die Post direkt in den Hausflur befördert wird. Jedesmal, wenn sie nun den Postboten hört, gerät sie vor Raserei schier außer sich und wenn ich nicht schnell genug bin, kann ich meine Briefe als Puzzle wieder zusammensetzen…

Vor ca. 2 Wochen nun kam ich mit ihr vom Gassi gehen nach Hause zurück. Ich habe sie da nie an der Leine, weil wir direkt aus dem Wald kommen und auf dem kurzen Weg bis zu unserem Haus praktisch kein Verkehr ist. Dummerweise stand aber der Postbote, ein junger Mann von ca. 25 Jahren mit seinem Rad direkt vor unserer Gartentür. Sie hat ihn leider, leider vor mir gesehen, raste wie von Sinnen los, laut bellend auf ihn zu - und zwickte ihn in die Wade!!! Ich dachte, mich trifft der Schlag! Sie hat noch nie jemanden gezwickt oder gebissen, alle Kinder in meiner Nachbarschaft lieben sie abgöttisch und streiten sich fast darum, wer wann mit ihr spazierengehen darf…

Und nun war das Malheur passiert. Ich war absolut schockiert und mein schlechtes Gewissen dem armen Postboten gegenüber war unbeschreiblich. Innerlich stellte ich mich auf seine Vorwürfe und Beschimpfungen ein und wusste, er würde Recht haben.

Aber es kam ganz anders. er zeigte mir die kleine Bisswunde an seiner Wade und meinte nur, es wäre nicht so schlimm. Ich bat ihn aber, zum Arzt zu gehen (Tetanus!) und sich auf alle Fälle bei mir wieder zu melden. Ich bin versichert und würde auf jeden Fall den Schaden gutmachen. Mir tat das so leid!

Das Bemerkenswerte ist aber, was seitdem passiert ist:
Dieser junge Mann, der allen Grund hätte, auf mich und meinen Hund sauer zu sein, bringt seitdem Leckerlis für die Kleine mit! Er klingelt, wenn er die Post bringt und will mit meinem Hund Freund werden! Und es funktioniert! Er fragt, ob es okay ist, ihr das Leckerli zu geben und streichelt sie dann - und sie lernt dadurch, dass nicht jeder, der sich unserem Haus nähert, ein Feind ist.

Es ist mir schon klar, dass dieses Verhalten nicht mit jedem Hund funktioniert. Mir geht es aber darum, zu zeigen, dass mit gutem Willen und Verständnis auf beiden Seiten schon viel gewonnen wäre, um das Verhältnis zwischen Tierhalter und anderen Menschen zu verbessern.

Grüße
Uschi

Hallo Uschi,

ja, die Postboten-Hund-Beziehung ist schon ein Phänomen.

Meine Mutter ist Postbotin in dem Dorf, wo ich aufgewachsen bin. Dementsprechend (bayrisches Kuhdorf) hat sie mit sehr, sehr vielen Hunden zu tun und ist auch schon öfter mal „gezwickt“ worden, auch vor allem in die Wade.

Auch sie hat sich mittlerweile angewöhnt, zu jedem Hund möglichst freundlich zu sein, hat immer Bestechung, also Leckerlis in der Tasche und sobald irgendein Dorfbewohner einen Welpen hat, wird der Welpe von klein auf (nach Rücksprache mit dem Besitzer, klar) „bestochen“.

Kurios ist aber: Meine Großeltern (wohnen im Haus meiner Eltern) haben eine Rauhaardackeldame namens romy. Romy ist ganz vernarrt in unsere ganze Familie, meine Mutter wird jedesmal richtig gehend dazu genötigt, sie zu streicheln, solange sie privat unterwegs ist.
Trifft Romy meine Mutter in Postuniform, würdigt sie sie keines Blickes! Auch wenn meine Mutter den Hund im Hausflur trifft, sie aber noch ihre Postuniform trägt - romy schaut sie nicht an! Erst, wenn sie sich umgezogen hat, dann überschlägt sie sich förmlich vor Freude, meine Mutter zu sehen.

Schon strange, diese Viecher… :smile:)

Viele Grüße an Dich und alle Postboten
Alexa

hallo ihr beiden,

…ist ja ein nettes bla bla…

… aber nicht unbedingt für „absolut“ keine fragen geeignet:smile:

…geht doch ins plauderbrett

gruß rüdl

hat recht…
soll nicht wieder vorkommen.

Hallo Rüdl,

obwohl mich ja schon interessieren würde, warum das wohl so ist?
Liegt es wirklich nur an der Uniform? Meine Mutter hat ja „nur“ andere Klamotten an, romy kennt sie von klein auf, hat sie immer schon geliebt, aber immer schon sie in Postuniform „verachtet“.

Kann sich das Revierverhalten wirklich nur auf die Kleidung stützen?

vielleicht kann das ja jemand beantworten, hätte ich in das erste Posting gleich als Frage mit reinbringen müssen, gelobe Besserung.

viele Grüße
alexa

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Der Grund
Hallo Uschi,

ich habe mal gelesen, der Grund für dieses Verhalten sei folgender:

Der Hund sieht den Postboten auf’s Haus zukommen - knurrt leise, klar, Revierverhalten. Was passiert? - Der Postbote dreht sich um und geht!!!
Jaaaa, super, den habe ich doch toll vertrieben!
Beim nächsten Mal bellen wir dann mal etwas lauter, damit der Postbote die Botschaft auch wirklich versteht - und tatsächlich, wir haben ihn WIEDER von unserem Revier verjagt!
Je öfter das klappt, umso begeisterter ist Hund über seinen Erfolg und treibt es immer bunter mit dem armen Postboten :smile:

Ob’s stimmt weiß ich ja nicht, es hört sich jedenfalls plausibel an…

Die Reaktion vom Postboten finde ich übrigens auch toll! Nett daß es so nette Postboten gibt:wink:

wuffige Grüße,
Sandra

Hallo Uschi,

das ist echt eine seltsame Geschichte: Ich habe zwar keinen Hund, aber ich merke, wie intolerant manche Menschen auf Tiere reagieren - und im Grunde hätte dein armer Postbote auch einen Grund gehabt, sauer zu werden :smile:)
Übrigens: Deine Hündin siehr echt niedlich aus…(schon mal auf deiner HP gesichtet).

Dann witerhin viel Spaß mit der Kleinen und mit dem (zweimal klingenden??) Postboten.

Gruß

Camilla