Junge Katze als Gefährtin für alte Katze?

Liebe Haustierexperten

Bis vor Kurzem hatten wir 2 je 17-jährige Katzen. (siehe http://www.8ung.at/roland_evi/Katzen).
Vor ca. 3 Wochen ist leider eine von ihnen verstorben.
Wir würden jetzt gerne der verbliebenen Katze ein junges Kätzchen als Spielkamerad geben, damit sie nicht den ganzen Tag allein sein muss (wir sind beide berufstätig).

Die Frage ist jetzt, ob das für eine so alte Katze überhaupt gut ist bzw. ob sie das will oder liebe ihre Ruhe haben will.
Wir haben schon mehrere „Katzenexperten“, darunter auch 2 Tierärzte, dazu befragt, aber irgendwie sagt jeder etwas Anderes bzw. drückt sich so vorsichtig aus, dass eigentlich alles möglich ist.

Natürlich hat auch jede Katze ihre eigene Persönlichkeit und Recht auf ihre eigene Meinung, aber gibt es denn wirklich keine allgemeine, halbwegs passende Antwort auf unsere Frage?

MfG
Roland

Hallo Roland,

ich meine, es kommt auch auf die gesundheitliche Verfassung sowie auf den Charakter des jew. Tieres an.

Mancher Katzenrentner fühlt sich durch ein junges Ding total belästigt, ein Anderer blüht in Gesellschaft eines Jungtieres richtig auf.

Grundsätzlich sind Katzen Einzelgänger, und nur weil eine Katze jahrelang mit einer Zweiten zusammengelebt hat, muß dies nicht zwangsläufig mit einer neuen Mieze auch so gut klappen.

Du mußt wissen, wie stabil und auch wie agil die Mieze ist, und auch, ob sie wirklich „trauert“ und sich „verlassen“ als solches fühlt. Vielleicht geht es ihr ja auch besser, weil sie jetzt der Hahn im Korb ist?
Dies kann Dir niemand abnehmen.

Ich habe schon Fälle gesehen, da ging es richtig gut…welche da ging es so leidlich (man ging sich halt aus dem Weg) und auch schon, daß es zu den wildesten Kämpfen kam, und der Neuzugang das Feld wieder räumen mußte. Einmal habe ich auch schon miterlebt, daß der Neuzugang eine bereits vorhandene Mieze „neurotisch“ werden liess. Sie hat sich dann am ganzen Körper das Fell weggeschleckt.

Wäre die verbleibende Mieze dann tagsüber alleine? Hast Du denn den Eindruck, daß ihr etwas fehlt? Benimmt sie sich anders als sonst? Hat sie den schonmal Kontakt zu anderen Katzen gehabt?

Man kann Dir nicht raten „Mach’s“ oder „Mach’s nicht“, alleine schon weil Katzen Individualisten sind…sorry

Gruß Maja

warum nicht
Hallo Roland,

also Katzenexpertin kann ich dir nur sagen, das dir da wohl keiner eine pauschale Antwort geben kann. Immerhin weiss keiner, ob deine Katze sich ueber einen Spielkameraden freut oder ob sie besser eine Einzelkatze bleiben moechte.
Es kommt da wohl einfach auf einen Versuch an, den du startet musst, wenn du dich fuer einen neuen Tiger entscheidest.

Aber ich kann dich darin nur bestaerken. Eine junge Katze tut meistens gut. Da bluehen meist selbst aeltere noch mal auf, fangen ploetzlich an zu spielen oder entwickeln „Muttergefuehle“. Versuch es doch einfach. Zu mir kam letztes Jahr auch ein kleiner Kater , 8 Wochen alt,( hatte vorher schon 3 aeltere Katzen und einen Kater, auf die er dann gestossen ist). Und von allen wurde er eigentlich nur liebevoll empfangen. In dem Kater hat er einen wunderbaren Freund gefunden und bei meinen aelteren katzendamen hat er voellige narrenfreiheit, egal was fuer dummheiten er manchmal anstellt. Du siehst, es kann gut gehen… aber du musst dir auch klar sein, was du machst, wenn es garnicht klappt. Aber so einen Fall hatte ich noch nie . Irgendwie arrangieren sich die Tierchen immer.

Drueck die Daumen fuer eine gesunde Entscheidung,

viele Gruesse
Manuela

Hallo Roland,

daß eine Deiner beiden Miezen verstorben ist, tut mir total leid. Ich kann Euren Schmerz gut nachvollziehen, denn ich habe auch im Mai einen heißgeliebten 12-jährigen Kater verloren :cry:(((((((((((((((((

Zu Deiner Frage… also zu einer so alten Katze würde ich Dir dringend abraten, ein einzelnes Jungkätzchen dazu zu setzen. Ich bin grad mitten drin, zu meiner 3-4-jährigen Sissi wieder einen Partner dazuzugewöhnen und habe mir ein Kitten geholt, nachdem ich lange und erfolglos nach einem passenden erwachsenen Tier gesucht hatte… und ich sage Dir, es ist SEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEHR anstrengend. Sowohl für „die Alte“ als auch für mich…

Katzenbabies brauchen wie alle anderen Babies sehr viel Zuwendung und sind wahnsinnig wild und verspielt - und brauchen das auch. Bei mir ist die Situation ganz konkret die, daß Sissi total entnervt von diesem „hyperaktiven Zwerg“ ist… und ich total übermüdet, weil das unterforderte Kätzchen seine ganze Spielwut an mir ausläßt, und das vor allem nachts, wenn ich eigentlich schlafen möchte und müßte…

Wenn Du Deiner Altkatze einen Partner schenken möchtest, würde ich Dir raten, entweder ein ebenfalls älteres, ruhiges Tier zu nehmen, das charakterlich gut zu Deiner Miez paßt - oder aber ZWEI Jungtiere. Die können sich dann überwiegend miteinander beschäftigen und nerven damit weniger die Altkatze und Menschen :wink:

Liebe aber völlig übermüdete Grüße
Nena mit Sissi *dernervtdieserhyperaktiveZwerg* und Paulchen *dieAlteistjasoooooolangweilig*

Servus Maja

Zunächst einmal danke für deine ausführliche Antwort.

Wäre die verbleibende Mieze dann tagsüber alleine? Hast Du
denn den Eindruck, daß ihr etwas fehlt? Benimmt sie sich
anders als sonst? Hat sie den schonmal Kontakt zu anderen
Katzen gehabt?

Ja, die verbleibende Katze (Whity) ist jetzt tagsüber alleine.
Ich hatte den Eindruck, dass sie an den ersten beiden Tagen nach dem Todesfall nach der verstorbenen Katze (Laura) gesucht hat, danach aber nicht mehr.

Whity liegt jetzt oft auf dem Platz, wo Laura gerne gelegen ist, an den ersten Tagen eigentlich fast nur dort. Jetzt hält sie sich auch wieder an ihren alten eigenen Lieblingsplätzen auf, darunter auch z. B. auf meinem Schoß, wenn ich vor dem Computer sitze, aber noch nicht so ausführlich und lang wie früher.
Am Anfang hat Whity weniger gefressen als sonst, aber das scheint sich auch wieder zu normalisieren.

Zu anderen Katzen hatte Whity keinen Kontakt (außer zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern in ihren ersten Lebenwochen natürlich).

Ich glaube, wir werden es halt einmal mit einer kleinen Kameradin für unsere Whity versuchen. Falls sie gar nicht miteinander auskommen sollten, müsste halt der Neuzugang das Feld wieder räumen, wie du so schön geschrieben hast.

Wir werden die Welt mit unserer Katzen-Homepage auf dem Laufenden halten … :wink:

MfG
Roland

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Hi Roland,

Ich glaube, wir werden es halt einmal mit einer kleinen
Kameradin für unsere Whity versuchen. Falls sie gar nicht
miteinander auskommen sollten, müsste halt der Neuzugang das
Feld wieder räumen, wie du so schön geschrieben hast.

Ich wäre kein Tierfreund, wenn ich bei diesem Satz nicht meckern würde.
Es geht hier um Lebewesen, wenn Du sagst, ach ich versuchs einfach, wenns nicht geht hat die Neue halt Pech gehabt…äh, wenn es nicht gut geht, was passiert dann mit dem Neuzugang?
Als Tierheimkatze wieder zurück dorthin?

Wenn Du ein Jungtier nimmst und Deine Mieze versteht sich nicht mit ihr, setzt Du die junge Katze unter starken Stress, der unter Umständen sogar zu Verhaltensstörungen fürhen kann, die auch nach dem Zurückbringen bestehen bleiben können, oder sie wird unsauber…was glaubst Du hat die Katze dann für Chancen nochmal vermittelt zu werden???

Nimm doch Du Deine Katze einfach mal wo mit hin (Zu Bekannten?) wo auch Katzen leben. Möglicherweise, aber nur Möglicherweise kannst Du dann sehen, ob sie sich grundsätzlich mit einer anderen Katze vertragen würde…
Vielleicht gibt es in Eurem Bekanntenkreis auch jemanden, der eine reiselustige Katze hat, und die gerne mal mit zu Euch bringen würde?

Hol Dir bitte nicht nach dem Motto „wenn die Hose nicht passt, tausch ich sie halt um“ ein lebendiges Wesen ins Haus!!!

Viele Grüße Maja

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Nimm doch Du Deine Katze einfach mal wo mit hin (Zu
Bekannten?) wo auch Katzen leben. Möglicherweise, aber nur
Möglicherweise kannst Du dann sehen, ob sie sich grundsätzlich
mit einer anderen Katze vertragen würde…
Vielleicht gibt es in Eurem Bekanntenkreis auch jemanden, der
eine reiselustige Katze hat, und die gerne mal mit zu Euch
bringen würde?

Hallo,
das wird so nicht klappen! Gerade Katzendamen legen grossen Wert auf ihr Revier. Sie wird es verteidigen, es liegt in ihrer Natur. Weibliche Katzen sind zur Aufzucht ihrer Jungen auf ein Revier mit guten Nahrungsressourcen etc. angewiesen.Sie akzeptieren gewöhnlich nur Mitglieder der Familie, also Töchter/ Nichten…Dieses Verhalten zeigen sie auch noch, wenn sie schon lange z.B. in einer Wohnung leben und auch nach Kastration.
Ansonsten stimme ich Dir zu.
So long
Antje

Hallo Antje,

das wird so nicht klappen! Gerade Katzendamen legen grossen
Wert auf ihr Revier.

Du hast natürlich Recht. Nicht um sonst bringt man in einer Katzenzucht die Katze zum Kater…obwohl ich das auch schon einmal umgekehrt hatte, weil sich der Kater geziert hat.
Aber klar, diesen Aspekt hatte ich völlig vergessen…puh…das ist ganz wichtig!!! Weiber sind halt doch ganz anders!

Danke und Gruß Maja :wink: