Hallo!
Habe soeben einen kleinen Igel gefunden, der meiner Meinung nach zu unterernährt zum Überwintern ist, zumal es in den nächsten Tagen ja auch Frost geben soll.
Überall im Internet finde ich die Faustregel „unter 500 Gramm sind Igel nicht überwinterungsfähig“. Nun habe ich leider keine passende Waage, um ihn zu wiegen. Er sieht gesund und munter aus, ist nur eben ein wenig klein, aber damit kenne ich mich auch nicht aus.
Soll ich auf jeden Fall mit ihm zum Tierarzt gehen oder kann ich ihn aussetzen? Er ist etwa so groß wie 2 Orangen.
Wer weiß was?
Galli
Hallo, Galli
Soll ich auf jeden Fall mit ihm zum Tierarzt gehen oder kann
ich ihn aussetzen? Er ist etwa so groß wie 2 Orangen.
Bitte keinesfalls einfach so aussetzen. Der kleine Kerl hat keine Chance zu überleben. Tierarzt ist keine schlechte Idee.
Katzenfutter nimmt der Igel gern, Keine Milch!!! - er kann sie nicht verdauen.
Ansonsten folge den Ratschlägen unter dem von Andé gegebenen Link.
Unsere drei Igel, die wir diesen Winter päppeln haben sich gestern schlafen gelegt, bisher war es ihnen wohl noch zu warm. Ihr Gewicht ist aber mittlerweile auf 800-1000 g angewachsen.
http://www.pro-igel.de/bilder/dankigel.gif
Grüße
Eckard
wir haben jahrelang Igel überwintert und dabei einige Infos zum Weitergeben. Jede bessere Briefwaage eignet sich zum Wiegen (bis 1 kg).
Wir verwendeten Hundefutter mit Haferflocken gemischt. Unser Schäferhund war weniger verfressen! Die erste „Amtshandlung“ war, das Tier zum Tierarzt zu bringen. Diese sind normalerweise dazu verpflichtet, Igel kostenlos zu behandeln (Wildtiere!). Dieser hat sofort denen eine Spritze gegen Lungenwürmer verpaßt. Dabei gibt es zwei Bereiche, nämlich in den Rücken oder Oberschenkel. Der Rücken ist problematischer, weil damit auch die Wirbelsäule verletzt werden kann. Deshalb bemühten wir uns einen Oberschenkel freizukämpfen. Anfangs ging das nur mit einem Bad (ein halbnasser Igel im Winter ist gefährdet). Dabei kam ich auf die Idee durch vorsichtiges Hochwerfen und Auffangen (mit Lederhandschuhen!) den Igel zum Öffnen der Kugel zu bewegen und sofort die Finger an den Bauch bringen, um die Schließung der Kugel zu verhindern. Der Tierarzt war dann schnell genug, sich einen Fuß zu greifen und herauszuziehen. Spritze rein und ab nach Hause.
Zuhause kamen sie in einem kalten Raum unterhalb einer Garage. Dort bastelte ich aus EURO-Paletten Igelplätze (alte Schachtel als Höhle, Zeitungen als Untergrund). Sobald es kalt genug war, das Gewicht bei rund 800-1000 g lag, schliefen sie ein. Im Frühjahr, wieder füttern und dann auswildern an Stellen, die weit weg von Straßen sind und ein ideales Umfeld zum Überleben bieten (Streuobstwiesen mit Unterwuchs sind ideal). Bitte beachten, daß Igel Einzelgänger sind und ein großes Revier beanspruchen.
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