mein kleines Schnurrtier (wird im Frühjahr 18) hat sich ein neues Problem zugelegt: sie ist seit dem 25. blind. Der TA sagt, die Linsen sind rausgefallen (watet nich allet jibbt) - meine Frage dazu ist: kann man dem Tier irgendwelche Hilfestellungen geben? Sie findet zwar Fressen, Wasser und Klo, es sieht aber herzzerreissend aus, wie sie wie eine besoffene Billardkugel von Wand zu Wand ditscht, bis sie endlich die richtige Tür gefunden hat. Die ersten paar Tage haben wir ihr dauernd erzählt, wo sie gerade ist ("…links neben Dir ist die Spüle…") - wahnsinnig sinnvoll; und ein Blindenhund für die Katz’ ist für die Katz’. Ach ja, schwerhörig ist sie auch…hat jemand Tips?
Und nun noch die Futtergeschichte: ihre Nierenwerte liegen zwar noch im grünen Bereich, sind aber am oberen Ende angelangt, so daß der TA empfiehlt, auf Nierendiät umzustellen (muß noch erwähnt werden, daß Madam das Zeug vom TA nicht anrührt?), gleichzeitig ist sie aber wohl dabei, ihre Muskulatur abzubauen (obwohl sie frisst…). Nun meint der TA, daß wir sie mit wenig, dafür aber mit „hochkalorischem“ Eiweiß versorgen sollen - um was handelt es sich da? Dazu kommt (bisher reicht’s ja noch nicht), daß unsere Lady schon 'ne Schilddrüsenüberfunktion hat und wir ihr 2x täglich ‚ne Tablette unterjubeln müssen (in einem Esslöffel zerdrückt, mit Wasser verrührt und ein paar Tröpfchen Milch schmackhaft gemacht (nich‘ schimpfen - den Teelöffel Milch, der da pro Tag zusammenkommt, verträgt sie)) und sie extrem wählerisch ist; z.B. sollen wir ihr kein Schabefleisch geben - die Kietzematze hat noch nie rohes Fleisch gefressen - dafür sollen wir mit Gewürzen rumprobieren, weil ihre Geschmacksnerven abgestumpft sein könnten…
Die Nierendiätfutterrezepte von weiter unten sind schon in der Favorietenliste, ebenso die Rezepte der Hobbythek (ich seh’s schon kommen: demnächst wird die Katze dreimal täglich bekocht, während wir nur noch Büchsenfutter essen - was tut man nicht alles für seine Nervensägen)
Also, Tips, Ratschläge, Hinweise???
Gruß
Sibylle
PS: ansonsten geht’s ihr übrigens gut…
Hallo,
wir hatten in der Familie schon zwei blinde Katzen, beide altersbedingt erblindet.
Es war kein grosses Drama, da sie sich relativ schnell an die neue Lebenssituation gewoehnten. Ausserdem schlafen alte Katzen fast den ganzen Tag. Bald weiss die Katze genau wo die Waende sind und dann sieht sie praktisch mit ihren Schnurrhaaren. Futter und Klo findet sie mit ihrer Nase. Euch mit ihrem Gehoer und auch durch den Geruch.
Ich denke, dass (Wohnungs-)Katzen besser mit Blindheit zurechtkommen als zum Beispiel ein Mensch.
Die Dinge sollten nur wenn moeglich an ihrem gewohnten Platz stehen.
Alles Gute
jima
Ich habe noch eine Ergaenzung: Eine Sache ist gefaehrlich bei einer blinden Katze: Wenn sie hinausgeht, koennte sie andere Katzen nicht bemerken (die sie dann evtl. angreifen). Das selbe gilt fuer Autos - die Katze muesste erst lernen, den Abstand mit dem Gehoer einzuschaetzen (glaube naemlich nicht, dass sie das frueher auch schon gemacht hat - sondern einfach gesehen hat, ob da ein Auto ist, oder nicht).
wow, Deine Katze hat ja fast schon ein biblisches Alter erreicht - schön, daß es ihr noch soweit so gut geht
Eine Bekannte (Tierärztin) von mir hat zwei blinde Katzen (von insgesamt vier Katzen), beide erst im späteren Leben erblindet. Die Tiere gewöhnen sich erstaunlich schnell an die neue Situation, und da Deine Katze erst seit ein paar Tagen blind ist (so ich Dich richtig verstanden habe), mußt Du Dich einfach in Geduld üben (und, wie schon gesagt wurde, nicht mirnichtsdirnichts die Möbel umstellen).
Außerdem hängt es davon ab, wie vorsichtig oder draufgängerisch, kurz, wie der Charakter des Tieres ist: Die eine der beiden oben erwähnten Katzen kam mit der Erblindung weit schlechter zurecht als die andere, weil sie neue Situationen generell nicht mag und sehr ängstlich ist, während der blinde Kater zwar anfangs oft gegen etwas lief, aber dadurch schnell lernte, sich sicher zu orientieren und Gefahren rechtzeitig auszuweichen. Beide Katzen waren ursprünglich Freigänger, beschränken sich allerdings seit der Erblindung freiwillig auf das Haus und den (großen) Garten.