Hallo,
wenn ich manche Diskussionen in diesem Brett – sporadisch – verfolge, lerne ich mehr über allzu menschliche Unzulänglichkeiten und extreme Geisteshaltungen, als über die Themen, die die Brettbeschreibung erfasst.
Im Hinblick auf die scheinbar unüberwindlichen Probleme, ethischen Grundsatzdiskussionen und moralischen Keulen, die u. a. die Tierhaltung auslöst, fände ich es angebracht zu überprüfen, inwieweit das Halten von Tieren überhaupt zu rechtfertigen ist.
Jede Form der Haltung bedeutet für das Tier eine Einschränkung und/oder Veränderung seiner natürlichen Lebensgewohnheiten. Und wer will schon mit Sicherheit sagen können, dass dieses fremdbestimmte Leben in menschlichen Haushalten etc. für die Tiere nicht auch in irgendeiner Form Leid oder Schmerz auslöst.
Also: Warum hält sich der Mensch (Tierfreund) Haustiere, wenn doch
- die Bedingungen niemals artgerecht sein können
- der uns abverlangte oder frei gelebte Respekt vor allem Leben auch Tierquälerei verbietet, deren Maßstäbe wir selbst – der Mensch – angesetzt haben
- die Industrie zur Ernährung unserer Haustiere andere Tiere quält
- selbst die zu therapeutischen Zwecken gehaltenen Tiere irgendwie ernährt werden müssen => s. o.
- u.s.w.
Ist die Haltung von Tieren nicht überaus egoistisch und an rein menschlichen Interessen ausgerichtet? Sollen sie doch
- der Erheiterung
- dem Zeitvertreib
- der Gesellschaft
- der Entspannung
- als Kindersatz
- oder sonstigen „Zwecken“
dienen.
Oder halten sich die Menschen Tiere aus Mitleid? Weil sie sich mit ihnen identifizieren und ihnen „ein besseres Leben“ ermöglichen wollen?
Etwas überspitzt formuliert würde ich sagen, dass der Mensch sich keine Haustiere halten dürfte, würde er das Tier um seiner selbst willen achten. Denn dann müsste ihm – dem Tier – gestattet werden, so zu sein und so zu leben, wie die Natur es für das Tier vorgesehen hat (ich hab’ z. B. im Wald noch kein pinkfarbenes Plastik-Katzenklo gesehen, außer ein Tierfreund hat es dort entsorgt!).
Bleiben wir bei den Katzen, die von Natur aus Beutefresser, also Fleischfresser, sind. Über den Mageninhalt ihrer Beute (z. B. Mäuse) ergänzen sie ihre Fleischkost durch pflanzliche Nahrung. Wenn wir also kein durch verabscheuungswürdige Maßnahmen entstandenes Dosenfutter füttern wollen, lassen wir unsere Katze doch jagen. Was? Das kann sie nicht mehr? Ach so, in der Stadt ist das zu gefährlich? Hm … leuchtet ein! Ist vielleicht der falsche Ort für das Tier?!
Aber es gibt ja noch eine andere Möglichkeit, nämlich die der eigenen Zubereitung der Nahrung. Also, wenn wir ja eh kochen, kochen wir doch für die Katze gleich mit. Vielleicht findet sich ja auch noch ein Plätzchen am Tisch, dort sitzen schließlich alle Familienmitglieder … Ja, ja, immer diese Provokationen. 
Aber bitte: Unbedingt darauf achten, dass die Katze genügend Omega6-Fettsäuren zu sich nimmt. Mangelerscheinungen können böse Folgen haben … Und das Zusetzen von Vitaminen nicht vergessen. Aber zur Not kann man ja ein wenig Fertigfutter untermischen, dort sind nämlich ausreichen Vitamine drin. *ups*
Ich schweife ab, denn daraus könnte man wirklich ein Endlosposting machen.
Ich jedenfalls hatte sieben Jahre lang eine Katze, der ich ein nach meinen Maßstäben angenehmes Katzenleben ermöglicht habe, mit Freigang und … jetzt kommt’s … ausschließlich Dosen- oder Trockenfutter. Die Katze war nie krank, außer einmal, als ihr ein Nicht-Tierfreund eine Holzlatte vor den Kopf geknallt hat. Und ganz ehrlich: Ich war froh, dass der Tierarzt sie mit Hilfe von diversen Medikamenten nach der OP wieder fitt gekriegt hat und es war mir total egal, an wie vielen Tieren diese Medikamente vorher getestet worden sind. Aber das ist ja wieder ein anderes Thema …
Liebe Grüße
Birgit