Vögel, Dachgärten und Nachbars Kater

Hallo Experten,

ich mag Katzen sehr und hatte immer welche. Wegen meiner Wohn-Situation habe ich derzeit bewusst keine.
Ich bin in einem Haus mit Dachgarten-Anlagen und mehreren Parteien gezogen. Die Gärten sind nicht vom EG aus zu erreichen (und umgekehrt), so dass eine dort lebende Katze ihr Revier ausschließlich „oben“ hat. Es sind viele kleine Bäume, Sträucher und Blumenstauden angepflanzt und es gibt (gab!) hier eine wunderbare Vielfalt an Schmetterlingen und Vögeln, die auch in den Gärten nisten. Das meine Nachbarn Katzen haben, hat mich nie gestört. Ihre friedlichen Perserkatzen, die sich auf meiner Terrasse sonnen finde eher bereichernd - und wenn sie mal(!)einen Vogel fangen fange ich bestimmt nicht an zu kreischen.
Nun aber haben sie sich zusätzlich einen (jungen) Kater zugelegt, der auch nach einer Goodwill-Phase von fast 2 Jahren einfach nur lästig ist. Das ganze Repertoire rauf und runter: Vögel fangen (es vergeht kaum ein Tag, an dem er sich nicht sein „Leckerli“ vom Baum holt, Schmetterlinge jagen - dabei natürlich alle Stauden „abmähen“, Vogel-Nester ausnehmen, alles was nicht festgeschraubt ist um- bzw. runterwerfen (ich hab noch nie eine so motorisch ungehobelte Katze erlebt, es bleibt buchstäblich nichts stehen), Pflanzen ausgraben, laut miauend an Fenstern und Türen kratzen, Blumenkästen verwüsten und bei jeder sich bietenden Gelegenheit ist er in meiner Wohnung, wo entsprchend weiter die Fetzen fliegen.
Der Kater wurde letztes Jahr kastriert und es hat sich nichts gebessert, je älter er wird, desto toller treibt er es.
Ich bin soweit, dass ich es gründlich satt habe.
Reden mit den Nachbarn bringt überhaupt nichts, es sei denn ich würde mich total mit ihnen überwerfen wollen. Leider beziehen sie jede noch so sachliche Kritik an ihrem Kater auf sich selbst.
Mir ist das Verhältnis zu meinen Nachbarn wichtig. Aber so kanns nicht weitergehn.
Hat jemand eine bitte Idee, wie ich dem Kater klarmachen kann, wo sein Bereich endet? Zaun geht nicht (würde eh nix nützen). Ich brauche eine Lösung, sonst werde ich noch gewalttätig :wink:!

LG
Heidi

selbst einen kater holen, der sein revier dann verteidigt.
kostet aber u.u. auch nerven :wink:

Hallo Heidi,

ziemlich sicher ist der Rabauke wasserscheu. Bewaffne Dich also mit Sprühflasche oder Wasserpistole und verteidige Dein Revier. Nach wiederholter Dusche wird er Deinen Umkreis meiden und nur noch die Vögel nehmen, die anderweitig versehentlich vom Baum fallen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Vielen Dank für den Tipp, aber …
Ich habe meine eigenen Katzen früher immer mit Wasserpistolen „erzogen“, sofern man eine Katze erziehen kann :wink:
Wie du sagt: sie meiden diese Bereiche.
Dieser nicht. Ich wags fast nicht zu schreiben, weil es mir selbst völlig absurd vorkommt. Er „fängt“ den Stahl der Wasserpistole, springt auch mal ins Brunnenbecken, wenn ein interessantes Irgendwas darin ist. Ich hab noch nichts gefunden, auf das er nicht zustürmt um es zu bekommen. Mal hab ich ihm so kleine Kiesel rangelassen (nix böses, nur um ihn von etwas abzulenken). Der erst traf ihn an der Flanke, kurz hat er mal gezuckt. Den zweiten und nächsten hat er gefangen und war begeistert, wieder ein neues Spiel zu kennen.
Mir fällt echt nix mehr ein

Er verhält sich in vielem so katzen-untypisch, dass ich glaube, es „weiss“ irgendwie nicht, dass er ein Kater ist. Auch die extreme „Trampeligkeit“ und der deutlich vorhandene Zerstörungswille lassen mich immer mehr glauben, dass mit diesem Tier „was nicht stimmt“.
Dabei ist er weder ein überzüchtetes Rassetier, noch kam er zu früh von der Mutter weg … er ist eine ganz normale, zudem noch bildschöne rotgestromte Hauskatze.
Mit graut schon vor der nächsten Gartensaison …

LG
Heidi

Hallo,

ich dachte schon mal dran, aber da wir hier oben mit 3 Katzen auf ca. 400 qm Dachgarten ohnehin schon überbesetzt sind - und die Katzen nicht ausweichen können - lasse ich es lieber.
Ein neurotischer Kater reicht.

LG
Heidi

rede mit ihm!
Hallo Heidi,

ist wirklich ernst gemeint. Ich denke, der Kater hat eben kaum eine Bezugsperson, so hält er sich gütlich an allem was er findet, eben ein ausgeprägter Spieltrieb. Außerdem kommt, und das weißt du, Katzen"erziehung" eben nur mit viel Willenskraft und noch viel mehr Geduld. Im Dezember vorigen Jahres holten wir uns einen Kater nach Hause aus dem Tierheim. Sein „Vorgänger“ war in seiner Jugend ein Rabauke, nix blieb ganz. Daher war uns das Risiko schon bewußt. Nun, der „Neue“ machte 2 Wochen gar nichts, danach drehte er nachts seine Runden und dann machte er im Januar aus der Wohnung Kleinholz. Noch heute schauen wir peinlich genau nach, das nichts Zerbrechliches rumsteht. Schön ist, das er sich nun scheinbar auf die Plüschtiersammlung meiner Frau zu spezialisiert hat, jede Woche ein Staubfänger weniger :wink:

Gruß
André

Hallo,

Reden mit den Nachbarn bringt überhaupt nichts, es sei denn
ich würde mich total mit ihnen überwerfen wollen.

und Du glaubst mit Aktionen gegen ihr Tier an ihnen vorbei das Problem lösen zu können ? Das scheint mir völlig daneben. Sie haben dafür zu sorgen, daß ihr Tier keinen Fremdschaden anrichtet.

Gruss
Enno

Hallo Enno,

es IST schwierig. Ich will nicht ins Plauderbrett verwiesen werden, weil ich eine Studie über meine Nachbarn hier reinschreibe. Mir liegt nicht wirklich was an Lösung an ihnen vorbei, doch für eine gemeinsame Lösung feht die Basis. Die Katzen sind das ein und alles. Es fehlt das „Unrechtsbewusstsein“ und die Akzeptanz, dass nicht jeder alles und zu jedem Preis mit ihrer Katze teilen möchte. Ich will keine Aktionen gegen das Tier, sondern nur Ko-Existenz. Ich wäre auch bereit, meien Teilan der „Erziehungsarbeit“ zu leisten, wenn ich einen Ansatz finden könnte.
LG
Heidi

Hallo André,

es ist was dran : der Kater hat wirklich keine Bezugsperson. Und reden wird notwendig werden.
Ich versuche nur im Vorfeld schon Schadensbegrenzung im Sinne von Lösungsfindung zu machen. Keine gute Lösung würde ich in der Variante sehen, dass der Kater schmollend „weggeschlossen“ wird, um dem Konflikt auszuweichen (es ist damit zu rechnen)und untergründig Ressentiments aufgebaut werden. Zudem täte mir das Tier dann echt leid. Wenn es nicht jetzt schon spinnt, dann sicher.

LG
Heidi