Zweitkatze pro/contra!?

Hallo,

wir haben seit ca. 6 Wochen nen kleinen Kater (5 Monate).
Da bei uns zu Hause kein Tier allein gehalten wird (will ja auch nicht alleine sein), überlegen wir ihm doch noch einen Spielkameraden zu „schenken“.
Wir hätten da auch schon was in Aussicht (glücklicherweise hat die Katze von einem Arbeitskollegen gerade Junge bekommen).

Was gäbe es zu beachten?
Fühlt sich der Kater hintergangen, wenn ein neues Tier „einfach so“ dazu kommt?
Wie steht´s mit der Eifersucht?
Sind Katzen nicht eigentlich Einzelgänger?
Kätzin oder Kater?

Wir werden in einem halben Jahr umziehen aufs Land, d.h. dort würde er auch Freigang bekommen - somit wäre er den ganzen Tag unterwegs-sollen wir bis dahin noch warten (da würden sie von Anfang an nicht so aufeinander kleben und die Eingewöhnung wird so vielleicht einfacher)!?

Um es kurz zu machen:
Was spricht dafür und was dagegen?

Ich danke euch
LG
anke

Hallo Anke,

da ich ganz entschieden zur „Nimm-2“-Riege gehöre, kann ich dir nur wenig Contra-Punkte für eine Zweitmieze liefern :wink:. Der einzige Punkt der mir dazu einfällt, sind die Kosten. Zwei Katzen kosten zwar nicht doppelt soviel, wie nur eine, aber mehr natürlich schon. Tierarzt/Impfkosten fallen doppelt an, Katzenstreu auch, denn bei zwei Katzen reicht ein Katzenklo nicht, da brauchst du mindestens 2. Aber das Futter kostet nicht unbedingt das Doppelte. Wo du bei einer Katze meist nur kleine Dosen/Packungen Futter kaufen kannst, weil es sonst verdirbt/ausraucht, bis es verbraucht werden kann, kannst du bei zwei Tieren immer die größeren Dosen/Packungen nehmen, die umgerechnet wesentlich billiger kommen. Nichts destro trotz bleibt die Tatsache, dass der Unterhalt von zwei Katzen mehr Geld kostet als der von einer Katze.

Allerdings hast du von zwei Katzen mehr als doppelt so viel wie von nur einer. Wer Katzen(kinder) miteinander spielen sieht, braucht im Prinzip keinen Fernsehapperat mehr :wink:. Es sind zwei Pelzis da, die mal schmusen wollen, die mal spielen wollen etc., das heißt, zusammengerechnet sind es mehr Zeit, die dir deine Katzis zum spielen und schmusen schenken. Auf der anderen Seite können sie sich aber auch miteinander beschäftigen und nerven vielleicht auch nicht so, dass sie beschäftigt werden wollen, wenn du gerade mal keine Zeit oder Lust dazu hast.

Und vor allem für die Tiere ist es SEHR viel schöner zu zweit, als allein. Den kätzischen Spielkameraden KANNST du als Mensch nicht ersetzen, selbst wenn du jede Zeit der Welt hast und leidenschaftlich gerne mit Miezi spielst. Du kriegst die Bewegungsabläufe eines kätzischen Spielkameraden nicht hin. Du kannst nicht kreuz und quer durch die Wohnung und über alle Möbel mit der Katze springen, du kannst nicht mit der Katze balgen wie es eine andere Katze tut und du hast bestimmt nicht immer dann zum Kuscheln Zeit und Lust, wenn Mieze Kuschelbedarf hat. Du kannst die Mitkatze definitiv nicht ersetzen.

Dass Katzen so furchtbare Einzelgänger sein sollen, stimmt so einfach nicht. Nicht in der pauschalen Verallgemeinerung. Katzen sind natürlich kein solch ausgeprägtes Rudeltier, wie der Hund. Aber auch Katzen leben „in freier Wildbahn“ ganz selten als Einzelgänger, sondern fast immer in lockeren Zusammenschlüssen. Das trifft für „Großkatzen“ wie Löwen etc. zu, aber auch für verwilderte Hauskatzen. Du triffst sie fast ausschließlich in Rudeln an. Sie brauchen Artgenossen vielleicht nicht zum Beutejagen, aber für soziale Kontakte. Es gibt eine Ausnahme: eine Katze, die durch jahrelange Isolier-Haft (also Einzel-Wohnungshaltung ohne Freigangsmöglichkeit) gehalten wurden, die verlieren ihre Sozialfähigkeit und werden eigenbrödlerische Einzelgänger, die nur sehr schwer wieder an Artgenossen zu gewöhnen sind. Je länger ein Tier allein gehalten wurde, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vergesellschaftung schief geht. Je kürzer die Einzelhaft war und je jünger das Tier ist, desto sicherer wird es sich über einen Artgenossen freuen!

Natürlich gibt es wie bei Menschen auch bei Tieren immer Persönlichkeiten, die einander ggs. nicht ausstehen können, der sogenannte Hass auf den ersten Blick, das sich-sehen-und-sich-sofort-nicht-riechen-können. Kommt auch bei Katzen vor, so ein Paar kannst du nur sehr schwer bis gar nicht aneinander gewöhnen, das passiert aber gerade bei Katzenkindern nur äußerst selten. Meistens freuen sie sich einfach nur - im wahrsten Sinne des Wortes - wie die Kinder, dass sie endlich jemanden zum Spielen haben und nicht mehr alles so furchtbar langweilig ist. Menschenkinder verkümmern ja schließlich auch, wenn sie keine gleichaltrigen Spielkameraden haben…

Eifersucht… natürlich entsteht bei mehreren Katzen etwas Eifersucht… wie bei Kindern eben auch… aber auch Kinder leben meist viel glücklicher mit Geschwistern als ohne, auch wenns mal die eine oder andere Reiberei gibt. Ich kann dir also nur allerwärmstens empfehlen, deinem Katzenkind baldmöglichst einen Kameraden zu schenken. Ob Männlein oder Weiblein ist da eher zweitrangig. Bei Paaren musst du nur noch verstärkter drauf aufpassen, dass beide rechtzeitig kastriert werden, bevor Nachwuchs kommt.

Wichtiger ist, dass sie temperament- und charaktermäßig zusammen passen. Du solltest niemals einen rauflustigen Reviermacho und ein scheues, sensibles Kätzchen miteinander vergesellschaften. Hast du einen wilden Kämpfer, dann tue einen weiteren wilden Kämpfer (egal ob w oder m) dazu. Dann wirds zwar turbulent, aber die beiden haben was voneinander und ihre Raufspiele machen beiden Spaß, keiner leidet darunter. Hast du ein scheues Sensibelchen, tue genau das auch dazu. Und bitte vergesellschafte um Himmels Willen niemals einen Raufmacho und ein Sensibelchen, sie werden nicht glücklich miteinander. Das Sensibelchen würde hoffnungslos unterdrückt werden und hätte Angst vor dem Macho. Und der wäre mit dem Angsthasen unterfordert, weil er seine Rauflust nicht ausleben kann.

Also, ergo: wenn du aufpasst, dass die Katzen zusammenpassen, gibt es imho soviel wie nichts, was gegen die Zweitkatze spricht und sehr vieles, was dafür spricht. Und ich würde kein halbes Jahr mehr warten, sondern das Kätzchen baldmöglichst (sollte allerdings mindestens 12 Wochen bei der Mamma bleiben dürfen) aufnehmen.

Liebe Grüße
Nena

Fühlt sich der Kater hintergangen, wenn ein neues Tier
„einfach so“ dazu kommt?
Wie steht´s mit der Eifersucht?
Sind Katzen nicht eigentlich Einzelgänger?
Kätzin oder Kater?

Hallo Anke,

nach meiner Katzenerfahrung lässt sich darauf keine klare Antwort geben; Katzen reagieren in den meisten Situationen individuell höchst unterschiedlich - was beim einen problemlos klappt, endet beim anderen im Desaster.
Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es bei so jungen Katzen noch keine größeren Schwierigkeiten gibt.
Auf alle Fälle sollte der Mensch nicht versuchen, die Katzen mit Tricks oder gar Gewalt (zusammensperren, wenn sie nicht miteinander können) aneinander zu gewöhnen - das können sie nur unter sich ausmachen. Normalerweise dulden sich die Tiere gegenseitig leichter, wenn sie sich ggf. einfach aus dem Weg gehen können.
Beide Katzen sollten unbedingt möglichst früh kastriert werden (zumal ihr ja auch auf dem Land leben werdet) - dadurch lassen sich Rang- und Revierkämpfe, besonders unter Katern, weitgehend vermeiden.

Falls ihr euch für die Zweitkatze entscheidet, würde ich sie an eurer Stelle möglichst früh dazuholen.

Gruß
Kreszenz

Huhu Anke,

schliesse mich meinen Vorrednern an.
Eigentlich ist eine Zweitkatze das beste, was deinem Katerchen passieren kann. Immerhin ist er ja erst 5 Monate und wenn du dann noch so ein kleines Fellknaeuel dazu holst… huii sollst mal sehen :smile:) Ich glaube, dann stellen sie dir die ganze bude auf den Kopf.

Eigentlich ist es egal, obs dann ne Katze oder ein Kater ist.
Wie Nena schon geschrieben hat, sollten sie vom Charakter her sich schon aehnlich sein. Da kannst du ja deinen Arbeitskollegen um Rat fragen.
Ich hab die Erfahrung gemacht, das sich meine drei Kater besonders gut vertragen, miteinander spielen und raufen. Meine Katzendamen hingegen sind mehr die „Einzelgaenger“. Aber ich denke, das kann man nicht so pauschalisieren. Wenn sie klein sind, sind sie ja auch alle irgendwie verspielt.

Glaube auch nicht, das sich dein Kater dann hintergangen fuehlt. Du solltest dich nur gleich viel um beide kuemmern, wenn die neue Katze dann da ist. Dann duerfte es da auch kein Problem geben.

Naja und ein halbes Jahr lang wuerde ich auch nicht mehr warten. Ich denke, je kleiner die Zweitkatze ist umso einfach wirds fuer beide. Sie ist dann noch nicht so „gefestigt“ und dein grosser sieht sie dann wohl mehr als Spielkamerad an und nicht zu sehr als Eindringling in sein Revier. Vielleicht kannst du die andere Katze ja dann gleich mit 12 wochen holen.

Die beiden koennen ja dann auch zusammen die Gegend unsicher machen, wenn du aufs Land ziehst.

Ich ueberleg gerade noch ob es auch Contra-Punkte gibt.
Eigentlich faellt mir da nichts ein. Wo eine Katze satt wird , reichts fuer eine zweite garantiert auch noch. Das einzige, was man mit ein kalkulieren muss, sind die Tierarztkosten fuer die jaehrlichen Impfungen und Entwurmungen … aber sonst steht dem gemeinsamen Katzenglueck eigentlich nichts im Wege.

Viele Gruesse von Manu

Hallo Anke,

kaum ein Tier fühlt sich auf die Dauer ohne Artgenossen wohl. Wenn man beobachtet, wie 2 Katzen miteinander durch die Gegend fetzen, manchmal auch ziemlich grob balgen, um kurz darauf zusammen zu kuscheln und sich gegenseitig das Fell ablecken, merkt man schnell, daß ein Mensch kein vollwertiger Ersatz sein kann.

Es müssen auch nicht unbedingt 2 Katzen sein. Hund und Katze, von klein an aneinander gewöhnt, geben wunderbare Kumpel ab, die sich bestens verstehen.

2 Viecher in der Bude - da ist jeden Tag Programm angesagt, es ist richtig etwas los. Oft genug gibts lautes Gepolter und man gewöhnt sich bald ab, unbedingt wissen zu wollen, was da schon wieder passiert ist. Absolut nichts ist vor 2 Katzen sicher. Besonders etepetete darf man dabei nicht sein. Aber schön ist’s doch. Sorge also für einen zweiten Vierbeiner.

Gruß
Wolfgang

Hallo Anke!

Was spricht dafür und was dagegen?

Ich kann nur von viel dafür sprechen :wink:
Ich habe meinem jetzt 9 Monate alten Kater im Januar zwei zusätzliche, etwa einen Monat jüngere Kater hinzugesellt. Gefragt worden ist er nicht, wir haben einfach beschlossen, dass er die mögen muss :wink:
Probleme gabs bei uns absolut keine, die beiden neuen haben erstmal eine Weile alleine in einem Raum verbracht, um sich an uns und die neue Situation zu gewöhnen. Dann kam der erste Kater auf dem Arm mal mit zur Tür und durfte reingucken. Er hat lautlos gefaucht und ist weggerannt *schmunzel*
Das habe ich mehrere Tage wiederholt, als er nicht mehr wegrennen wollte, habe ich ihn auf den Boden gesetzt, und so haben sich die Tiger langsam angenähert. Ab und zu gabs mal kurze Auseinandersetzungen mit Fauchen und Knurren, allerdings waren das wohl eher Show"kämpfe", und es war auch immer nur der eine der beiden neuen.
Danach kam der Hund dazu, und nachdem auch hier die Fronten geklärt waren, durften die neuen die Wohnung erobern.

Ende der Geschichte ist, der Hund hat den einen der beiden neuen etwas unglücklich erwischt, seitdem leben die beiden verbliebenen Kater grossteils in ihrem Raum, und wenn wir uns tagsüber oder abends zu ihnen gesellen, bleibt der Hund weggesperrt. Die beiden mögen sich sehr gerne, der neuere putzt den Alten auch, und ansonsten gibts null Probleme. Ich würde immer zusehen, mindestens zwei Katzen zu haben (wenn dieser Hund mal nicht mehr ist, kommt wahrscheinlich auch wieder eine dritte Katze dazu). Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, meine Kater waren umso weniger an mir interessiert, je mehr Kater es waren. Dafür habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich mal länger arbeiten muss, und weil die beiden nicht mehr mit im Schlafzimmer schlafen können.
Zusätzlich haben wir ein gutes Werk getan, der Neue ist fast blind und hat schon mehrere OPs hinter sich, er hatte kaum Chancen auf ein neues zu Hause. Und das, obwohl er in keinster Weise Probleme damit hat.

Allerdings, das muss ich dazu sagen, mein erster Kater ist generell ein sehr ruhiger, genügsamer Genosse, den nichts aus der Bahn wirft. Der lässt alles mit sich machen, ist einfach die Ruhe selbst. Ansonsten wärs sicher nicht sooo einfach gegangen.
Übrigens, mir wurde vom Tierschutz gesagt, besser alle ein Geschlecht als eine gemischte Gruppe.
Kastriert war beim kennenlernen keiner, jetzt ist nur der Jüngere nicht mehr komplett (der Ältere folgt, sobald er anfängt zu markieren).

Liebe Grüsse
Bine :smile: