Kater ist agressiv

HideeHo

Ich hab mal ne Frage wegen meinem Katerchen…

Ich habe 2 davon (Vater und Sohn). Vater wird 12, der Sohn ist 10 Jahre alt. Sie sind reine Hauskater.

Sie haben schon immer zusammengewohnt (wie auch sonst…*gg) und sich immer vertragen. Sie können ohne einander nicht. Der Vater war mal für ne Std ausgebüxt, der „Kleine“ rannte in der Zeit schreiend durch die Wohnung. Naja…

Seit neuestem ist der „Alte“ in unregelmässigen Abständen agressiv. Heisst: Er rennt dem Kleinen nach… faucht… plustert sich auf… schlägt. Und das auf´s heftigste.
Der Kleine ist dann total verstört und versucht, sich zu verstecken.

Zu seiner „Beruhigung“ kümmer ich mich dann zuerst um den uneinsichtigen Alten… sperr den für ne halbe Stunde weg und kümmer mich dann um den Kleinen…

Meine Frage ist nun: Ist das ein Spiel (kann ich mir nicht denken)?

Ach, ja… der Papa is immer der Chef gewesen… das hatte der Kleine auch akzeptiert…

Wie gesagt: Der Kleine und ich wissen nicht, was los ist.

See ya

Moin Moin,

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten:

Hast du in letzter zeit die Wohnung umgeräumt, neu möbliert, bist umgezogen oder sowas?

Hat sich das verhalten des „Alten“ auch in anderer Hinsicht verändert? Oder das Verhalten des Kleinen?

Der Alte wird langsam zum Senior, da wird er zunehmend empfindlich bei Veränderungen in seinem Revier (er lebt doch ausschließlich in der Wohnung, wenn ich das richtig verstanden habe?) Ausserdem kann es sein, dass er um seinen Chefstatus Angst bekommt.

Es kann sich auch um eine unerkannte (chronische) Krankheit handeln, die ihm Schmerzen oder sowas bereitet, auch das kann ihn aggressiv machen.

Klär das doch mal ab…

Gruß
Burkh

Huhu du,

scheint, als sei zwischen deinen beiden Katern etwas vorgefallen oder aber es ist etwas passiert, als dein „alter“ ausgebuext ist ?
Ist dir da vielleicht etwas aufgefallen ?

Klingt komisch, das er von heute auf morgen so aggressiv dem anderen gegenueber ist, obwohl sie sonst gut miteinander koennen.
Nach Spiel klingt das nicht mehr, denn wenn er faucht und sich all seine Haare aufstellen ist das schon eine "Drohgebaerde ". Vielleicht will er einfach nur seine Ruhe haben ? Oder er hat das Gefuehl, das sein Sohn ihm das Revier streitig machen will ?
Es gaebe da doch einige Ansaetze… aber aus der Ferne ist sowas schwer zu beurteilen.

Irgendwas muss da wohl gewesen sein, das er so reagiert.

Manchmal merkt man das auch garnicht.

Viele Gruesse von Manu

Hi,
Agression kann viele Ursachen haben.

Hier mal ein „paar“ Infos:

Was versteht man unter Aggression?

Aggression ist ein affektbedingtes Angriffsverhalten, das sich gegen Artgenossen oder artfremde Lebewesen richten kann. Auch Selbstaggression und die Zerstörung von Gegenständen gehören zum Aggressionsverhalten.
Verhaltensforscher, Psychoanalytiker und Lerntheoretiker debattieren seit vielen Jahren über die Entstehungsgründe der Aggression und sind bislang zu keinem einheitlichen Ergebnis gekommen: Während die psychoanalytische Schule davon ausgeht, dass der Aggressionstrieb angeboren ist, vertreten Verhaltensforscher wie Konrad Lorenz die Meinung, Aggression sei die Auswirkung eines auf Artgenossen gerichteten Kampfinstinktes. Die Anhänger der Lerntheorie hingegen sind der Überzeugung, dass Aggression nicht anderes ist als eine durch die Umwelt bewirkte Verhaltensprägung.

Aggression ist Schutzverhalten

Auch wenn eine angriffslustige Katze aus unserer Sicht heraus „bösartig“ handelt, darf Aggression nicht als vernichtender Trieb betrachtet werden. Das Aggressionsverhalten dient in erster Linie dem Eigenschutz und der Arterhaltung. Der Aggressor möchte Artgenossen oder Artfremde auf Distanz halten und äußert dieses Bestreben durch gewisse Verhaltensmuster. Das Aggressionsverhalten soll bewirken, dass sich der Schlüsselreiz (Mensch, andere Katze, Hund) entfernt. Reichen Drohgebärden und eine angsteinflößende Geräuschkulisse nicht aus, um den Störenfried fernzuhalten, erfolgt ein Angriff, der sich durchaus zu einem waschechten Beschädigungskampf steigern kann. Aggressionsverhalten setzt nämlich stets eine latente Handlungsbereitschaft voraus. Wäre eine Katze prinzipiell nicht dazu bereit, ihr Gegenüber anzugreifen, würde sie sofort die Flucht ergreifen und es keinesfalls auf eine handfeste Konfrontation ankommen lassen.

Wann tritt Aggression auf?

Zielgerichtetes Aggressionsverhalten ist in der Regel an bestimmte Situationen gebunden. Die Ursachen willkürlicher Aggression wurzeln eher in einer Verhaltensstörung oder sind eventuell durch eine Krankheit bedingt. Unter natürlichen Umständen verhalten sich Tiere aggressiv, wenn es um Rangordnungsfragen, den Beutefang, die Partnerwahl, den Nachwuchs oder den Eigenschutz geht. Dabei kann sich die Aggression sowohl gegen Artgenossen (intraspezifische Aggression) als auch gegen Artfremde (interspezifische Aggression) richten.
Obwohl Aggressionsverhalten situationsbedingt ist, kann es sich innerhalb ähnlicher Situationen ganz unterschiedlich äußern: Man unterscheidet Kommentkämpfe, Beschädigungskämpfe und Kampfspiele. Der Kommentkampf ist eine Art Kräftemessen; er zielt jedoch nicht darauf ab, den Gegner ernsthaft zu verletzen. Der Beschädigungskampf geht meistens mit schweren Verletzungen oder der Tötung einer der Kontrahenten einher. Kampfspiele können vor allem bei Jungtieren beobachtet werden, spielen jedoch auch bei ausgewachsenen Katzen eine Rolle. Sie haben keinen Ernstbezug und dienen dem spielerischen Einüben des Kampfverhaltens. Spielaggression, Angstaggression und Beuteaggression sind die häufigsten Aggressionsformen bei Katzen.

Der Umgang mit Katzen erfordert gewisse Kenntnisse, mit denen sich zukünftige Katzenbesitzer vor der Adoption eines Stubentigers vertraut machen sollten. Wer sich über die Bedürfnisse und Ansprüche seiner Katze hinwegsetzt, verursacht innerhalb kürzester Zeit Verhaltensprobleme, die im Nachhinein nur schwer zu beseitigen sind.
Im Gegensatz zu Hunden lassen sich Katzen nur sehr bedingt erziehen. Man sollte sich daran gewöhnen, dass der Stubentiger seinen eigenen Willen hat und diesen auch weitgehend respektieren. Wer ein folgsames Haustier haben möchte, das seinem Besitzer voll und ganz Untertan ist, sollte auf die Anschaffung einer Katze verzichten.
Katzen reagieren unter Umständen aggressiv, wenn sie gegen ihren Willen auf den Arm genommen werden. Wer seine Katze festhält, obwohl sie deutlichen Unwillen signalisiert, kassiert höchst wahrscheinlich ein paar kräftige Tatzenhiebe. Wird die Katze in diesem Moment auch noch bestraft, verschärft sich das Problem. Der Stubentiger bekommt es unter Umständen mit der Angst zu tun und hegt von nun an eine Aversion gegen den renitenten Zweibeiner. Auch Angst kann aggressives Verhalten fördern.
Man sollte seine Katze prinzipiell in Ruhe lassen, wenn sie schläft, frisst oder mit der Fellpflege beschäftigt ist. Warten Sie einfach, bis der Stubentiger von selbst auf Sie zukommt. Dann hat er Lust, gestreichelt zu werden oder mit Ihnen zu spielen und wird sich sicherlich nicht zur Wehr setzen.
Um auf die Bestrafung zurückzukommen: Schläge und lautes Geschrei sind völlig ungeeignet, um einen Stubentiger zu bestrafen. Katzen sind hochsensible Tiere und reagieren äußerst negativ auf rüde Umgangsformen. Greift ein Katzenhalter häufig zu derartig unangemessenen „Erziehungsmethoden“, wird er innerhalb kürzester Zeit einen völlig verstörten Stubentiger herangezogen haben, der sich mit allen Mitteln zur Wehr setzt, sobald er in die Enge getrieben wird. Auf diese Weise hat der Katzenhalter selbst die Grundlage für aggressives Verhalten geschaffen.

Stress-Situationen

Katzen mögen keine Veränderungen. Sie legen Wert auf einen geregelten Tagesablauf, gleichbleibende Bezugspersonen und ein vertrautes Umfeld. Veränderungen bedeuten Stress und darauf reagieren viele Stubentiger mit bisweilen unangenehmen Verhaltensänderungen.
Es gibt viele Umstände, die für eine Katze Stress bedeuten: Aufdringlicher Besuch ist ein Beispiel. Viele Stubentiger betrachten es als überaus lästig, von unbekannten Personen angefasst zu werden und reagieren teilweise recht aggressiv, wenn neugieriger Besuch die Hände in den Katzenkorb reckt.
Als Katzenhalter sollte man darauf achten, dass die Privatsphäre des Vierbeiners respektiert wird. Sucht er von selbst den Kontakt zu den Gästen, ist alles in Ordnung. Zieht er sich jedoch zurück, sollte man das akzeptieren und den Vierbeiner in Ruhe lassen.

Aggressives Verhalten kann auch durch einen veränderten Tagesrhythmus provoziert werden. War es eine Katze bislang gewöhnt, dass ihre Bezugsperson zu Hause arbeitet, wird sie es nur schwer akzeptieren, wenn der geschätzte Zweibeiner plötzlich überwiegend auswärts unterwegs ist.
Die Katze wird sich einsam und versetzt fühlen. Sie kann nicht verstehen, warum ihr Mensch auf einmal nicht mehr da ist und kurzerhand das Revier im Stich lässt. Solche Situationen gehen häufig mit dem Auftreten von Unsauberkeit und Aggressionen einher. Die Aggressionen können sich sowohl gegen Gegenstände als auch gegen den Katzenhalter selbst richten. Sensible Katzen reagieren manchmal auch mit Verhaltensstörungen, die bereits als Selbstaggression gewertet werden können: Permanentes Belecken bestimmter Körperstellen gehört dazu. Betroffene Katzen lecken solange, bis offene Wunden entstehen.

Krankheit

Verhält sich eine Katze plötzlich aggressiv, ohne dass ein ersichtlicher Grund für ihr offensives Verhalten zu finden ist, sollte man ihren Gesundheitszustand überprüfen. Es ist möglich, dass sie sich unwohl fühlt oder sogar Schmerzen hat. Erkrankungen führen meistens zu Verhaltensänderungen und können auch zu aggressiven Reaktionen gegenüber dem Katzenhalter führen.
Futterverweigerung, ein schlechter Fellzustand, eine veränderte Kotkonsistenz und Mattigkeit sind häufig Anzeichen für eine Erkrankung. Sind diese Symptome bei einer Katze zu beobachten, ist es höchstwahrscheinlich, dass ihr aggressives Verhalten krankheitsbedingt ist. Ein Besuch beim Tierarzt hilft sicherlich, die Angelegenheit zu klären.

Wie gehe ich mit einer aggressiven Katze um?

Geduld und Verständnis sind gefragt, wenn der Stubentiger garstig ist. Zwangsmaßnahmen sind völlig ungeeignet und würden die Aggressionsbereitschaft nur noch fördern. Man sollte überlegen, in welchen Situationen die Katze aggressiv reagiert und versuchen, riskante Situationen zu entschärfen.
Möchte die Katze beispielsweise nicht gestreichelt werden, so hat man das einfach zu akzeptieren. Treten Aggressionen bei der Fellpflege auf, gestaltet sich die Lage etwas schwieriger: Langhaarige Schönheiten sind häufig auf die menschliche Mithilfe angewiesen, wenn es um die Körperpflege geht. Umso schlimmer ist es, wenn sich die Katze aus irgendwelchen Gründen weigert, sich der Pflegeprozedur zu unterziehen. In ganz extremen Fällen endet die Bürsten-Aversion mit einer Radikalschur unter Vollnarkose.
Fährt der Stubentiger beim Bürsten und Kämmen böswillig die scharfen Krallen aus, hat das einen bestimmten Grund. Vielleicht ist die Bürste ungeeignet oder der Kamm zu spitz? Vielleicht bürsten wir zu grob und bereiten unserer Katze Ungemach?
Oft liegt die Ursache allerdings viel weiter zurück. Katzen sollten so früh wie möglich an regelmäßiges Bürsten und Kämmen gewöhnt werden. Wurde diese Erfahrung während der ersten Prägungsphase versäumt, hat es der zukünftige Besitzer schwer. Bürstenscheue Katzen sind nämlich sehr hartnäckig und entwickeln sich nur in den seltensten Fällen zu echten Freunden der Pflegestunde.
Da bestimmte Rassen nun einmal auf regelmäßiges Bürsten angewiesen sind, kommen wir nicht umhin, ab und zu gegen den Willen unserer Katze zu handeln. Ruhiges Zureden, sanftes einfühlsames Bürsten und das Belohnen mit einem Leckerbissen können widerspenstigen Schmusetigern die verhasste Pflege-Session zumindest etwas versüßen.

Beugen Sie Aggressionen vor!

Aggressives Verhalten gegenüber Menschen ist einer der Hauptgründe, der verzweifelte Katzenhalter dazu veranlasst, sich von ihrem Tier zu trennen. Viele fühlen sich durch eine solche Situation überfordert und haben Angst, dass unbeteiligte Dritte oder kleine Kinder zu Schaden kommen könnten.
Der Kleinanzeigenteil der Zeitungen ist voll von Anzeigen, die erwachsene Katzen anpreisen. Andeutungen wie „Kitty mag keine anderen Haustiere“, „Minka sollte nicht zu kleinen Kindern“ oder „Carlo ist etwas zickig“, lassen tief blicken. Auch ein Besuch im Tierheim bestätigt, dass aggressive Katzen oft kurzerhand ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben werden. Viele der Tiere sind völlig verunsichert und fauchen bereits, wenn man sich ihrem vergitterten Übergangsheim nähert. Die Tierheimleiter leiden unter der Situation: Schwierige Katzen sind schwer vermittelbar.
Dabei hat aggressives Verhalten gegenüber Menschen stets eine Ursache und ist somit weitgehend vorzubeugen! Wer bei der Auswahl seiner Katze gezielt vorgeht, seinem Tier einen artgerechten Lebensraum einrichtet, ihm katzengerechte Zuwendung und Pflege angedeihen lässt, wird in den seltensten Fällen Probleme mit seinem Stubentiger bekommen.

Aggressionsformen bei Katzen:

Spielaggression:
Diese Aggressionsform tritt gehäuft bei Jungtieren auf. Anzeichen sind: Angelegte Ohren, Schwanzschlagen und Ausfahren der Krallen. Kitten müssen lernen, dass es Grenzen gibt. Ansonsten kann Spielaggression übertrieben werden und zu Verletzungen führen.

Angstaggression:
Fliehen oder Kämpfen gehören zum Alltag aller freilebenden Tiere. Die Angstaggression ist eine Reaktion auf eine gefährliche Situation. Tritt Angstaggression auf, hat die Katze keine Möglichkeit, der Situation auszuweichen (Vielleicht wird sie in die Enge getrieben). Eindeutige Anzeichen sind: Angelegte Ohren, eine zusammengekauerte Körperhaltung und ein eingezogener Kopf. Wird die betroffene Katze weiterhin durch den Aggressor belästigt, wird sie mit ihren Vorderpfoten nach ihm schlagen und versuchen, ihn zu umklammern, um zusätzlich die Zähne zum Einsatz zu bringen.

Beuteaggression:
Die Beuteaggression ist auf den Jagdtrieb der Katze zurückzuführen. Anpirschen, Auflauern und blitzschnelles Zuschlagen sind typische Verhaltensweisen. Im Alltag muss sich Beuteaggression übrigens nicht gegen ein echtes Beutetier richten: Menschliche Füße, Spielzeuge und Artgenossen können den gleichen Reiz ausüben.

Wenn der Haussegen schief hängt

Aufmerksamkeit, Liebe, Zuwendung… Das ist wohl das mindeste, was ein Stubentiger von seinem Menschen verlangen darf. Nun sind Katzen auch nicht gerade zurückhaltend, wenn es darum geht, Forderungen an ihren Halter zu stellen: Durchdringliche Blicke, einschmeichelndes Um-die-Beine-Streifen, lautstarke Proteste und das Anschleppen kleiner Spielzeuge machen uns unmissverständlich klar, dass unser Vierbeiner mehr Aufmerksamkeit fordert.

Solange wir uns dem Willen des selbstbewussten Stubentigers beugen und artig sein Spielmäuschen durchs Wohnzimmer schleudern, ist die Welt in Ordnung. Doch sobald uns irgend etwas ablenkt und unsere Katze von der Befürchtung beschlichen wird, sie sei nicht mehr der Mittelpunkt in unserem Leben, hängt der Haussegen schneller schief, als man denkt. Vieles kann die Eifersucht einer possessiven Katze wecken: Artgenossen, andere Haustiere, zweibeiniger Nachwuchs oder ein neuer Lebenspartner sind nur einige Beispiele. Wer großen Wert auf eine harmonische Beziehung mit seinem Stubentiger legt, sollte lernen, die ersten Anzeichen aufkeimender Eifersucht zu erkennen und schnellstens etwas dagegen zu tun, damit sich die Situation gar nicht erst verschärft.

Wie äußert sich Eifersucht?

Wer seine Katze genau beobachtet, erkennt Stimmungsschwankungen meistens sehr früh. Eifersucht verändert das normale Verhalten des Stubentigers. Je nach Temperament und Charakter wird er zwar ganz individuell reagieren, aber: In jedem Fall sind Abweichungen zum alltäglichen Verhalten eindeutig erkennbar!
Introvertierte Samtpfoten ziehen sich manchmal ganz einfach beleidigt zurück, sobald ein vermeintlicher Konkurrent in ihr Leben tritt. Sie distanzieren sich von ihrer Bezugsperson und kauern in irgendeiner abgelegenen Ecke der Wohnung. Sie haben keine Lust mehr, mit einem zu spielen und die täglichen Schmusestunden sind gestrichen. Futterverweigerung und damit einhergehender Gewichtsverlust können weitere Reaktionen auf die neue Situation sein.
Der Umgang mit solchen Sensibelchen ist äußerst schwierig. Sie reagieren höchst empfindlich auf jegliche Veränderung und sind sehr schnell beleidigt. Da sich introvertierte Katzen niemals von selbst in den Vordergrund drängen würden, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, laufen sie in der Tat Gefahr, zu kurz zu kommen. Wer bemerkt, dass sich seine Katze zurückzieht, sollte sich ganz gezielt um sie bemühen. Mit liebevollem Zureden und interessantem Spielzeug lässt sie sich bestimmt aus der Reserve locken.
Extrovertierte Gattungsvertreter kämpfen für ihr Recht: Sie werden versuchen, den Störenfried zu vertreiben. - Wenn es sein muss, mit roher Gewalt. So kommt es relativ häufig vor, dass sich die alteingesessene Katze mit lautem Grollen und Fauchen auf den Konkurrenten stürzt und ihm einige schmerzhafte Bisse und Kratzer versetzt. Sie will demonstrieren, dass niemand etwas in ihrem Revier zu suchen hat. Diese Verhaltensweise ist natürlich weitgehend auf Situationen begrenzt, in denen ein neues Haustier (insbesondere eine neue Katze) ins Haus kommt. Gegenüber Menschen äußern sich die Aggressionen meistens moderater. Zwar können auch Zweibeiner Opfer kätzischen Aggressionsverhaltens werden, allerdings geschieht dies in der Regel nur dann, wenn sie auf den verstimmten Stubentiger zugehen und versuchen, ihn gegen seinen Willen zu berühren.
Eifersucht gegenüber Menschen äußert sich meistens wesentlich subtiler: Plötzlich findet man Pfützchen oder Häufchen auf dem heimischen Sofa, die Tapete hängt in Fetzen von der Wand und die lederne Couch-Garnitur wird von tiefen Kratzern geziert. Katzen sind erfindungsreich, wenn es darum geht, ihre Unzufriedenheit zu demonstrieren…

Ursachen für Eifersucht

Es gibt wie gesagt viele Auslöser, die bei Katzen zu Eifersucht führen können. Die häufigste Ursache ist sicherlich die Anschaffung eines neuen Haustieres. Plötzlich ist ein Eindringling im Revier. Die Situation verschärft sich, wenn das neue Haustier tatsächlich im Mittelpunkt des Interesses steht: Die Bezugspersonen der „alten Katze“ kümmern sich vermehrt um den Neuankömmling, um ihm die Eingewöhnung zu erleichtern. Freunde und Nachbarn stürzen sich ebenfalls entzückt auf das neue Familienmitglied. Da fühlt sich das alteingesessene Haustier schnell im Abseits. Auch ein neuer Lebenspartner und die Ankunft eines Babies können so manche Katze im wahrsten Sinne des Wortes rasend machen. Nicht nur, dass sich ihre ursprüngliche Lebenssituation von Grund auf ändert; oft dreht sich in solchen Situationen tatsächlich plötzlich alles um den neuen Partner oder das Kind. Die soziale Einbindung des Stubentigers wird in den Grundfesten erschüttert.
Allerdings müssen es nicht unbedingt ein anderes Haustier oder ein Zweibeiner sein, welche die Eifersucht der Katze wecken: Auch Fernseher, Computer und Bücher scheinen diese Fähigkeit zu besitzen. Die meisten Stubentiger sehen es überhaupt nicht ein, dass ihr Mensch völlig unerklärlichen Handlungen nachgeht, anstatt sich mit ihnen zu beschäftigen. Da werden Computer und Fernseher erklommen, Schwanz und Beine vor den Bildschirm gehängt und gezielte Attacken gegen umgeblätterte Buchseiten unternommen. Die Belagerung wichtiger Arbeitsgeräte ist in der Regel von großer Ausdauer geprägt. Streicheleinheiten, kleine Spielrunden und Leckerchen helfen allerdings, eifersüchtige Katzenherzen zu erweichen.

Therapie und Vorbeugung

Wer seine Katze mag, sollte wirklich darauf achten, ihr keinen Anlass zu übermäßiger Eifersucht zu geben. Sobald sich erste Anzeichen einer entstehenden Eifersucht erkennen lassen, sollte man gezielt dagegen vorgehen. Als erstes muss die Ursache für das veränderte Verhalten der Katze gefunden werden. Das ist meistens nicht sehr schwierig. Dann sollte man sein eigenes Verhalten gründlich überdenken: Hat man sich in der letzten Zeit zuwenig um den Stubentiger gekümmert? Hat sich ein „Konkurrent“ in unser Herz geschlichen und den Platz unserer Katze streitig gemacht?
Ist dies der Fall, sollte man sich schleunigst darum bemühen, dem Stubentiger wieder die Liebe und Zuneigung zu geben, die ihm zusteht. Streicheleinheiten sollten gerecht zwischen mehreren Haustieren aufgeteilt werden, damit sich kein Tier vernachlässigt fühlt. Hat man wichtige Dinge zu erledigen, bleibt zwischendurch sicherlich noch etwas Zeit, die man seiner Katze widmen kann.

Futterneid

Futterplätze, Schlafstellen und Spielzeuge bieten übrigens oft Anlass zu Eifersüchteleien. Deshalb muss peinlichst darauf geachtet werden, dass jedes Tier seinen eigenen Futternapf und genügend zu fressen hat. Ansonsten entsteht Futterneid und der kann im Handumdrehen in einem handfesten Beschädigungskampf gipfeln. Selbstverständlich muss auch die Aufteilung von Leckerchen gerecht vonstatten gehen. Weist der Haushalt zusätzlich genügend Spielzeuge und Schlafstellen für alle Vierbeiner auf, ist unnötiger Eifersucht weitgehend vorgebeugt.
Da es relativ schwierig ist, das Vertrauen einer eifersüchtigen Katze wiederherzustellen, sollte man das Aufkommen von Eifersucht möglichst von vorneherein vermeiden. Ist es erst zu Unstimmigkeiten oder sogar Aggressionen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern gekommen, dauert es unter Umständen recht lange, bis wieder Frieden einkehrt.

Anzeichen für Eifersucht:

  • plötzliche Aufdringlichkeit
  • gegen Menschen oder Tiere gerichtete Aggressionen
  • Unsauberkeit
  • Zerstörungswut
  • Introvertiertheit
  • Futterverweigerung
  • Gewichtsverlust
  • Antriebslosigkeit

(Vorsicht! Alle erwähnten Anzeichen können natürlich auch Symptome ernsthafter Erkrankungen sein. Im Zweifelsfall sollte der Gesundheitszustand der Katze gecheckt werden!)

Viele Grüße
Hase

Hai, Hasenschnitte,

schöner Artikel - meiner Meinung nach FAQ-angemessen (wink @ MOD)

Man sollte seine Katze prinzipiell in Ruhe lassen, wenn sie
mit der Fellpflege beschäftigt ist.

…aber es macht doch sooo einen Spaß, mit einem Finger gegen den Strich durch die frisch geputzte Fellstelle zu fahren - die Miezen kucken dann immer sooo schön empört *gemein-kicher*

Gruß
Sibylle

Moin Moin!
Hatte diese Woche auch ein ähnliches Problem: Mein Kater war am Montag für 4 Stunden beim Tierarzt (Zahnsteinentfernung) und meine Katze hab ich in der Zeit abgelenkt, indem ich die Balkonkästen bepflanzt hab (fand sie superspannend). Also hat sie eigentlich kaum mitbekommen, daß er nicht da war.
Von Montag bis Donnerstag hatte ich dann zwei Tiger im Haus, die ich gar nicht wiedererkannt habe: Die Katze hat den Kater, mit dem sie sich seit 8 Jahren bestens verträgt, nur noch angefaucht. Er hat völlig verstört zurückgefaucht. Anfangs hatte ich das Ganze auf den wahrscheinlich veränderten Geruch des Katers zurückgeführt. Aber doch nicht 4 Tage lang…
Ständig hat sie ihn verfolgt, im Bad die Katzenklos bewacht und war total verstört.
Gestern Abend gab es dann in getrennten Schüsseln (war sonst nie nötig) Naßfutter mit jeweils 6 Rescue-Tropfen drauf.
Eine Stunde später saßen wir drei seit Tagen endlich mal wieder gemeinsam in totaler Eintracht auf dem Sofa. Bis jetzt, also 24 Stunden nach den Tropfen hab ich noch keinen Rückfall erlebt. Sie verstehen sich wieder prächtig.
Das erklärt zwar nicht die Ursache für das agressive Verhalten deiner Kater, aber vielleicht ist es eine Möglichkeit für Dich, den Zustand zu ändern.

Liebe Grüße
Esta