Kater muß abnehmen - aber wie?

Hallo Leute,

ich selbst habe zwei Katzen, die noch jung und schlank sind. Aber eine Freundin von mir hat einen neun Jahre alten 9 Kilo schweren (kastrierten) Kater. Der hatte jetzt bereits 2x hintereinander einen Kreuzbandriss. Beide Male wurde operiert. Und beide Male darauf hingewiesen, daß er unbedingt abnehmen müsse, denn sein Übergewicht sei der Grund für die Verletzungen. Sandy, so heiß er, bekommt nun schon seit längerm 75 gr. Diätfutter tgl. Und nix passiert. Meine Freudin will es jetzt mit 60 gr. versuchen, leidet dabei aber wohl mehr als ihr Kater. Allerdings sagt sie auch, das alle seine „Vorfahren“ die sie kennt, ob sie nun nach draußen kamen oder nicht, ziemlich mächtig waren. Sandy ist übrigens ein „Stubentiger“. Meine Idee, die aber als zu radikal verworfen wurde, war ihn mal ein paar Tage lang ganz fasten zu lassen.

Habt ihr noch ein paar Ideen?

Dankbare Grüße

Angelika für Tamara und Sandy

Hallo,
bei 75gr/täglich für einen 9 Kilo Kater und nicht abnehmen, drängt sich mir der Verdacht auf, daß Sandy über Hamstergene verfügt und für Notzeiten ein Depot angelegt hat :wink:. Viel eher würde ich Wassereinlagerungen oder Geschwulste als Ursache beim TA untersuchen lassen.

Gruss
Enno

Hi,

auf keinen Fall sollte der Kater ganz fasten. Das kann bei Katzen verheerende Folgen haben - bis hin zum Tod. Und darauf wuerde ich es nun wirklich nicht ankommen lassen.

Wie waere es, den Kater zusaetzlich zum reduzierten Futter ein wenig zur Bewegung zu animieren ? Sowas wirkt ja auch manchmal wahre Wunder *gg*

Gruss Manu

Hallo Manu,

ich meinte auch nicht verhungern lassen, sondern immer mal wieder einen oder mehrere Tage fasten lassen, natürlich bei ständiger Versorgung mit frischem Wasser. Kannst Du mir was dazu sagen, wieso das bei Katzen tödlich sein kann? Ich war bisher der Meinung, daß Katzen das, wie Hunde auch, ganz prima wegstecken mal nichts zu bekommen. Bei Hunden wird das ja sogar empfohlen. Und ich bin mir sicher, gerade Hunde sterben eher am zu fett sein als an allem anderen.

Der Tipp von Enno mit der Bewegung ist nach einer frischen Kreuzband OP nicht so gelungen, das wird noch was dauern. Und eine Katze in Wohnungshaltung, die außerdem schon neun Jahre alt ist, läßt sich nicht mehr so leicht zu Airobic überreden :wink:.

Liebe Grüße

Angelika

Hallo Angelika,

Kannst Du mir was
dazu sagen, wieso das bei Katzen tödlich sein kann? Ich war
bisher der Meinung, daß Katzen das, wie Hunde auch, ganz prima
wegstecken mal nichts zu bekommen.

Bei stark fetten Katzen, kann bei vollständigem Nahrungsentzug, der Leberstoffwechsel relativ leicht entgleisen, deshalb ist man bei fetten Katzen immer froh, wenn sie am Fressen bleiben. Das ist auch oft das Problem bei Diäten, wenn die Katzen sie nicht akzeptieren. Man sollte versuchen, bei gleichmäßiger Fütterung die Futtermenge stark zu reduzieren. Bei Freiläufern besteht die Gefahr, dass sie abwandern, reine Wohnungskatzen werden möglicherweise aggressiv oder unsauber. Es ist immer eine Gratwanderung, bei der man versucht, einerseits die Katze bei Laune zu halten, andererseits gewichtsmäßig etwas zu erreichen. Falls es sich bei 75 g Futter/Tag um Nassfutter handelt, glauge ich deiner Freundin nicht, falls Trockenfutter - weiter reduzieren.

Bei Hunden wird das ja
sogar empfohlen. Und ich bin mir sicher, gerade Hunde sterben
eher am zu fett sein als an allem anderen.

Hunde sind da unempfindlicher und von ihrem Stoffwechsel anders angelegt. Auch bei stark verfetteten Hunden ist eine Nulldiät riskant.

Bei normal- bis leicht übergewichtigen Hunden und Katzen passiert i.d.R. bei längerem Nahrungsentzug nichts. Ich habe schon etliche Katzen gesehen, die versehentlich 14 Tage ohne Wasser und Futter eingesperrt waren, und das ohne nennenswerte Schäden überstanden haben.

Der Tipp von Enno mit der Bewegung ist nach einer frischen
Kreuzband OP nicht so gelungen, das wird noch was dauern. Und
eine Katze in Wohnungshaltung, die außerdem schon neun Jahre
alt ist, läßt sich nicht mehr so leicht zu Airobic überreden
:wink:.

Schwimmen wäre auch günstiger :o)

Gruß

Johnny

Hallo Angelika,

so habs nochmal nachgelesen *gg* : Katzen koennen schon ueber einen laengeren Zeitraum ohne Fressen auskommen, aber man sollte doch das ausgedehnte Fasten aussen vor lassen. Ein ploetzliches, rigoroses Fasten kann bewirken, das Fett in die Blutbahn abgegeben wird und zu einer tödlich verlaufenden Hepatischen Lipidose führt. ( nachzulesen im Buch "Schlanke Katzen leben laenger " … welches ich im uebrigen sehr empfehlen kann )

Die Katze soll ja auch nicht gleich Aerobic machen, aber man koennte es ja immerhin mal versuchen sie zu animieren … mit Baellchen oder einem Federpuschel etc :smile:)) .

Gruss Manu

Hallo,

Hungern lassen wird nichts bringen - abgesehen davon, dass es so zu Mangelerscheinungen kommen kann. Wenn Der Kater einen Tag lang gar nichts zu fressen bekommt, wird er nur noch hungriger werden.

Hier ein paar Tipps, mit denen ich bei meiner recht speckigen Katze Greta auch schon Erfolg hatte:

Trockenfutter wird nur noch geworfen. Wenn die Katze hungrig genug ist, wird sie jedem Stück Trockenfutter hinterherrennen, als wärs ein Leckerli. Alternativ kann man im Zoofachhandel auch einen Kunststoffball mit Loch kaufen, der mit Trockenfutter gefüllt wird. Diesen muss Specki dann herumrollen, bis das Futter herausfällt. Das klappt meistens sehr gut und ist auch nicht so anstrengend. Ich nenne es das „Fressbällchen“

Bei der Auswahl der Trockenfuttersorte solltest Du Sorgfalt walten lassen. Kater brauchen ein hochwertiges Futter, das den pH-Wert des Urins korrekt einstellt. Es lohnt sich auch, den Fettgehalt der verschiedenen Futtersorten zu vergleichen.

An dieser Stelle möchte ich wieder für Futtersorten ohne Lockstoffe, Zucker, Abfälle und sonstiges plädieren. Wenn die Katze schon nur ein Mindestmass an Futter bekommt, sollte es zumindest etwas gutes sein - man macht ja auch keine Diät, indem man sich von 1 Hamburger täglich ernährt. Unter hochwertigem Futter verstehe ich Sorten wie Nutro, Precept, Innova, Spot’s Stew usw., alle erhältlich bei http://www.zooplus.de, http://www.catscountry.de oder http://www.vitello.at. Dort gibt es auch gute Infoseiten.

Viel Erfolg im Kampf mit dem Katzenspeck,

Myriam

Hai, Angelika für Tamara und Sandy,

Null-Diät: NEIN!!! Nicht mit 'ner Katze machen. Auch wenn Katzen solche Aktionen schon überlebt haben, das kann auch hässlich schief gehen; 'n Freund von mir hatte das „Glück“, daß seine Mutter einen ein-wöchigen Pflegeaufenthalt seines Katers für eine „Diät“ genutzt hat („Damit das Tier wieder ordentlich schlank wird“) - dummerweise hat das Katerchen seinen Metabolismus umgestellt, so daß er anfing, seine Muskulatur zu verdauen. Er hat dann kein Futter mehr angenommen und die Versuche des Tierartztes, ihn wieder „zurückumzustellen“ waren vergeblich - höchst uncool. Eventuelle Leberschäden wurden ja schon erwähnt…
Myriam hat eigentlich recht… wenn das Tier Trockenfutter bekommt, dann wirklich das hochwertigste nehmen, die tägliche Portion abmessen und werfenderweise füttern (natürlich nicht zum Kater werfen, sondern immer woandershin :wink: ); wichtig ist es, wirklich vorher abzumessen - wir lassen uns schnell davon blenden, daß das arme Tier doch nur so ein paar Stückchen gekriegt hat (und wenn es dann auch noch so jämmerlich schreit…)
Sollte das Tierchen Naßfutter bekommen, gilt das gleiche Prinzip: hochwertiges Futter nehmen, genau abmessen und - nein, nicht werfen :wink: - auf kleine Tellerchen oder Schälchen in der ganzen Wohnung verteilen, wobei das Pelztier sehen sollte, wo sein jeweils nächster Happen hinkommt - ist zwar Aufriß, aber was tut man nicht alles…
Den „Fütter-Ball“ halte ich allerdings für Unsinn - meine Katze hatte nach wenigen Minuten raus, wo das Futter rauskommt und hat dann den Ball nur noch sachte mit der Pfote hin- und hergedreht - nix war, mit extra-Laufen.
Nochwas: wenn Deine Freundin nicht, wie meine Tante, nur das Naßfutter zählt und die Brekkis als Nascherei zwischendurch in ihrer Berechnung der täglichen Futtermenge außer Acht lässt, dann hat der Knabe neben seinen 75g noch die eine oder andere zusätzliche Futterquelle. Zu prüfen sind: Mülleimer geschlossen? Schleckt er Teller ab? Gibt’s nette Nachbarn? Besuch, der beim Kommen ausgebeulte Taschen hat, beim Gehen aber nicht mehr (ich denk da wieder an meine Tante…)?
…und ansonsten ist es das gleiche, wie wenn wir aus medizinischen Gründen Diät halten müssen: Disziplin! …und viel Bewegung.

Gruß
Sibylle

Ganz vielen lieben Dank an Euch alle für die vielen Tipps!! Und auch für die Infos darüber, daß man eben die wirklich „Fetten“ eben nicht fasten lassen soll. Das leuchtet mir jetzt ein. Ich liebe es, etwas dazu zu lernen!!

Grüße
von Angelika

Da der Tierarzt gesagt hat, er müsse abnehmen, ist eine Wassereinlagerung, Fett-
oder anderes Geschwulst unwahrscheinlich. Die Gefahren bei starkem Uebergewicht
sind Kreislauf- oder Leber- und später Nierenprobleme.
Zu berücksichtigen ist dass Trockenfutter 4x so konzentriert ist wie Nassfutter
(also nicht zu viel geben, im Normalfall ca. 50-60 g pro Tag).
Trinkt er genug?
Alle Tricks sind erlaubt dass sie trinken. Nassfutter ersetzt das Wasser nicht,
immer Wasser bereitstellen.
Wie mehrfach erwähnt, langsam zurückgehen, keine Nulldiät, Trockenfutter Minus 5
% pro Tag, sonst wird er möglicherweise medizinische Probleme bekommen, oder
Verhaltensstörungen zeigen.
Regelmässig auf die Waage und viel Geduld
Marc für Tierinformation Schweiz