Effektivität von Wildwarngeräten

Hallo,

weiß leider gar nicht, ob ich hier im richtigen Forum bin, schien mir aber immerhin noch das passendeste zu sein…
Eine Bekannte von mir hat sich ein „Wildwarngerät“ für ihr Auto zugelegt, welches kontinuierlich einen für Rehe u.a. Tiere im Wald bis zu 2 km weit hörbaren Ton von sich geben soll. Nun hat sie Zweifel, ob dieses Gerät denn den Tieren dann nicht zuviel Streß verursacht, es vielleicht sogar eher schadet als nützt. Oder ist der Ton so schwach, daß es auch mit der Warnung nicht so weit her ist?
Vielleicht hat ja jemand hier schon Erfahrungen damit gemacht und kann mir weiterhelfen.

Vielen Dank schon mal :smile: ,

Tanja

Wenn ich mich an Berichte in ADAC-Hefte oder sonstwo erinnere, dann sind diese Geräte sehr gut - für den Hersteller! Ansonsten raus geschmissenes Geld! Überlege mal. Da kommt eine GTI auf der Bundesstraße mit bescheidenen 150 bis 200 km/h (wer hält sich schon an die 100 km/h?) angebraust. Wie soll da ein einfach geistig strukturiertes Reh den Pfeifton mitbekommen. Der Krach, den der Doppel- bis Dreifachregisterauspuff produziert, übertönt alle anderen Geräusche. Da bleibt akustisch kein Platz mehr für einen Ultraschallton in dem armen Rehohr. Also haut es ab, denn diese Umweltverseuchung nervt. Dummerweise sucht es dann doch den falschen Weg und - das war dann die letzte Tour des GTI-Fahrers. Die Bäume sind halt recht stabil, das Reh ist entweder ebenfalls tot oder hat sich, ohne vorherige Abgabe des Personalausweises, in den Wald verkrümmelt.

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… hat sich ein „Wildwarngerät“ für ihr
Auto zugelegt, welches :kontinuierlich einen für Rehe :u.a. Tiere im Wald bis zu 2 km weit hörbaren Ton von sich :geben soll.

Hallo Tanja,

ein Auto macht ohne besondere Gerätschaften ausreichend Radau, um von Reh & Co. gehört zu werden. Deren Gehör ist so hoch entwickelt, daß wir Menschen dagegen stocktaub sind. Wäre es ein Gerät, das dem Reh signalisiert:" Hört sich an wie Mensch, Hund, Wolf, bewegt sich wie Mensch, Hund, Wolf und riecht wie Mensch, Hund, Wolf", könnte es helfen. Dann aber auch nur, wenn man nicht schneller fährt, als Mensch, Hund oder Wolf laufen. So hilft letztlich nur langsameres Fahren, um sich wenigstens die Spur einer Reaktionschance zu lassen. Aber auch Vorsicht wird Wildunfälle nicht immer verhindern können.

Gruß
Wolfgang

Noch ein Tip zu Wildunfällen. Ich bin ein Vielfahrer, deshalb habe ich auf langen Touren immer wieder „Wildunfall“ trainiert. Ich stellte mir auf der jeweiligen Straße (kurvenreich oder schnurgerade, mit oder ohne seitlichen Baumbestand) vor, was wäre wenn…

Vor einigen Jahren geschah dann das Befürchtete. Ein Rehbock sprang urplötzlich vor meinen Wagen (Tempo 100 in kurvenreicher Waldstraße). Meine Frau fuhr hinter mir und hat alles mitangesehen. Als ich das Tier bemerkte, zum Bremsen oder Ausweichen wäre es ohnehin zu spät gewesen, machte ich das theoretisch geübte. Lenkung gerade halten (gewisserweise Augen zu und durch!) und DOSIERTE Vollbremsung, also nicht mit Gewalt in die Bremse reinsteigen, sondern kräftig, ohne Schleudergefahr abbremsen. JEDER Lenkversuch endet mit hohem Blechschaden und ggf. einer weiteren Leiche - dem Fahrer! Bäume sind nämlich sehr stabil.

Der Rehbock flog über das Auto (Zusammenstoß Kotflügel Fahrerseite) und kam vermutlich schon tot hinter dem Auto auf den Boden auf. Mein Schaden war relativ gering. Kratzer am Kotflügel und davon geflogene innere Kotflügelverkleidung. Ein Bauer hat es mitbekommen und gleich den Revierförster (es war ein königlich-preußischer Rehbock der Hohenzollern aus Sigmaringen) verständigt. Zehn Minuten später war alles erledigt. Es ist Pflicht, den Jäger oder die Polizei zu verständigen. Das Tier einstecken und braten ist nicht so gut, denn hast Du Ahnung, ob das Tier gesund ist? Nebenbei bemerkt, zahlt die Versicherung den Schaden nur, wenn eine Bestätigung über den Wildunfall vorliegt!

Ich wiederhole: NIEMALS ausweichen, denn das geht - außer bei Fahrprofis - immer schief! Dosiert bremsen, Unfallstelle absichern und dann telefonieren. Das Wild IMMER nur mit Handschuhe berühren!

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Danke
… für die Antworten und die vielen Tips. :smile:
Dachte mir sowas ja schon…

Tanja

PS: Ob es denn nett ist, das Teil nun bei ebay zu versteigern? :wink:

Hallo Wolfgang,

ein Auto macht ohne besondere Gerätschaften ausreichend Radau,
um von Reh & Co. gehört zu werden. Deren Gehör ist so hoch
entwickelt, daß wir Menschen dagegen stocktaub sind. Wäre es
ein Gerät, das dem Reh signalisiert:" Hört sich an wie Mensch,
Hund, Wolf, bewegt sich wie Mensch, Hund, Wolf und riecht wie
Mensch, Hund, Wolf", könnte es helfen.

Tuts bei Hirschen schon nicht mehr. Als ich damals im Prötzelwald bei Strausberg beim Bund war, sind wir mal zu zwanzigst von der Kaserne zur Stellung marschiert. Ad hoc brachen fünf Hirsche ca. 1,5 - 2 m aus dem Wald vor mir vorbei. Zwei Meter mehr gelaufen, ich hätte es nicht überlebt.
Es ist aufs stärkste zu bezweifeln, dass uns die Viecher nicht mitbekommen haben - ich war wie gelähmt.
Katzen sind genauso doof. Hab ich eine mal überfahren mit dem Moped.
Erst rennt sie über die Strasse, dann sieht sich mich anbrettern, kriegt Panik und läuft just unter meine Räder.
So sind Viecher nunmal.
Wildschweine nicht anders - auch bei der Fahne erlebt. Ein netter Eindruck, wenn man nachts bei wenig Mondlicht Wache schiebt und sich im nächsten Moment mitten in einer Herde Wildsauen, so 15 - 40 Stück, wiederfindet. Gott sei dank, dass die nachts besser sehen konnten und mir nicht auf die Füsse getrampelt sind.

Gruß
Frank