Hund läuft weg

Hallo,

unser Hund läuft leider in letzter Zeit immer häufiger weg. Wir haben ein Haus etwas außerhalb des Dorfes - bislang hat er sich da nicht weggetraut, aber nachdem er gemerkt hat, wie er zum nächsten Haus kommt und daß dort eine Hündin wohnt, gibts kein Halten mehr.
Man braucht nur mal für 10 Sekunden nicht hinzuschauen und weg ist er.

Er hört eigentlich auch auf „Hier!“ - solange keine Ablenkung da ist, kommt er auch problemlos. Auch aus 500m Entfernung. Aber wenn er mit einem anderen Hund spielt oder ins Dorf will, dann interessiert ihn das nicht.
Er kommt auch immer wieder, wenn er dann wieder da ist, tut er immer ganz beschämt und macht sich klein…
Wenn wir in unbekanntem Gebiet unterwegs sind, dann können wir ihn auch ohne Leine laufenlassen, da weicht er einem nicht von der Seite.

Was macht man nun? Auch ein scharfes „Hier“ bringt nichts, wenn er wiederkommt freuen wir uns immer ganz doll. In dem Moment, wo er wegläuft kann man ihn ja nicht bestrafen, da er dann ja weg ist :frowning:
In den Büchern steht, man soll das „Hier“ mit Leckerlies üben… unser Hund mag aber keine Leckerlies, selbst die Scheibe Schinken ißt er nur nach langem Zögern.
Und wenn man mit ihm übt, dann kommt er ja auch immer - ohne Probleme. Nur wenn er sich halt in der Absicht entfernt, wegzulaufen, dann nutzt auch das scharfe Anrufen nichts mehr… *seufz*

Ist nur doof, da wir ihn bald nicht mehr ohne Leine laufen lassen können, hier ist auch eine Straße zwischen uns und dem Dorf, irgendwann ist er dann platt :frowning:

Gruß,
Martin

Hallo Martin,

du beschreibst zwei unterschiedliche Probleme mit deinem Hund, die nicht direkt etwas miteinander zu tun haben.

Problem 1: Der Hund verlässt das Grundstück.

Durch zunehmende Sicherheit deines Hundes und die Erfahrung, dass es außerhalb eures Grundstückes auch noch Lohnenswertes gibt, versucht er nun bei Gelegenheit auszubüxen. Jedesmal, wenn er abhaut, macht er positive Erfahrungen, v.a. mit Hündinnen, was ihn in seinem Verhalten bestärkt. Das „schuldbewusste“ Meideverhalten beim Zurückkommen wird häufig als schlechtes Gewissen fehlgedeutet. Unsere Hunde beobachten uns täglich und kennen dadurch unsere Gefühlsregungen sehr genau und erkennen i.d.R. unseren Ärger, selbst wenn wir versuchen uns zu verstellen. Durch abgeducktes Heranschleichen signalisiert der Hund uns: „Tu mir bitte nichts, ich troll´ mich auch schon, bin arm und wehrlos.“

Meiner Erfahrung nach hat man wirklich nur dann Erfolg, wenn man den Hund auf dem Grundstück ausbruchssicher hält. Entweder man zäunt das Grundstück hundesicher ein, oder man legt den Hund, wenn er unbeaufsichtigt ist, an eine Laufleine. „Hundesicherheit“ hängt immer vom Einzelkandidaten ab, manche Hunde klettern an Maschenzäunen hoch, manche knüpfen solche Zäune auf, für andere dagegen reicht eine optische Barriere von 50 cm Höhe. Falls eine Einzäunung des ganzen Grundstücks nicht möglich ist, kann man ja einen Freilauf abgrenzen, in den man den unbeaufsichtigten Hund sperrt. Je länger der Hund schon ausbricht, desto mehr Energie wendet er meist darauf auf um streunen gehen zu können. Es empfiehlt sich also möglichst schnell etwas zu unternehmen.

Bei Rüden, die wirklich nur wegen läufiger Hündinnen stiften gehen, hat man meist mit einer Kastration Erfolg. Bei allen anderen Streunern, die auf Futtersuche gehen, Spielkameraden finden, jagen oder sich nur durch Spazierengehen die Zeit vertreiben, wird man mit einer Kastration nichts erreichen.

Problem 2: Der Hund kommt auf Zuruf oder Pfiff nicht zuverlässig zu seinem Besitzer zurück.

Da dein Hund in fremder Umgebung eine gewisse Unsicherheit zeigt , hast du wahrscheinlich sehr schnellen Erfolg bei konsequentem Training des Zuückkommens. Wenn dein Hund an Futter und Leckerbissen kein Interesse hat, zeigt das, dass er keinen Hunger hat. Durch eine radikale Kürzung der Futterrationen wird sich das sehr schnell ändern. Fressen ist ein elementares Bedürfnis und es wäre schade, wenn man ein so einfaches Motivationsmittel „verschenken“ würde. Dass dein Hund zu wenig Futter bekommt, brauchst du nicht zu befürchten. Ich schätze 80% der Hunde in unseren Breiten sind zu dick und ich habe noch keinen Hund vorm Futter verhungern sehen, nur weil es ihm vielleicht nicht schmeckt. Wenn Futtergaben in Form von Leckerlis einen höheren Stellenwert bekommen, werden auch die Bindung und das Vertrauen deines Hundes zu dir verstärkt.

Zum Thema „Zurückkommen“ hab ich schon vor einiger Zeit was geschrieben und kopier es hier einfach rein.

Meinen Hunden lerne ich das Zurückkommen so:

Zuerst lernen die Hunde den Zusammenhang zwischen Pfiff und Herkommen: Wenn der Hund aus irgendeinem Grund auf mich zustürmt, gebe ich einen Pfiff, wenn er bei mir ist, belohne ich mit Spiel, Lob oder besonders leckerem Futter.

Mit einer zweiten Person kann man folgendes Lernspiel machen: In ruhigem Gelände hält die Hilfsperson den Hund (ohne Kommandos) einfach am Halsband fest. Ich entferne mich im Laufschritt ca. 20-30 Meter. Nun animiere ich den Hund z.B. durch in die Hocke gehen und in die Hände klatschen, Spielzeug o.ä. zeigen zum Herkommen. Erst wenn der Hund richtig gierig ist, zu mir zu kommen, gebe ich mit einem Pfiff das Kommando den Hund loszulassen. Wenn er bei mir ist wieder Belohnung,… Auf diese Art lernt der Hund die Verbindung zwischen Pfiff und dem Herkommen, und auch, dass es sich für ihn lohnt zu kommen.

Zur Festigung benutze ich dann eine leichte 10-Meter-Leine. Der Hund bekommt eine „Einladung“ durch Pfiff zu mir zu kommen. Nimmt er diese nicht unverzüglich an, laufe ich mit der Schlaufe in der Hand in die entgegengesetzte Richtung. Durch seine Unaufmerksamkeit bekommt er einen Ruck am Halsband und wird in seiner Beschäftigung unterbrochen. Wenn er mich eingeholt hat, lobe ich ihn und spiele mit ihm. Wichtig ist, dass der Hund über einen langen Zeitraum KEINE tollen Erlebnisse durch NICHTKOMMEN hat. Wenn ich keine 10-Meter-Leine dranmachen kann (z.B. beim Spiel mit anderen Hunden) und mir nicht absolut sicher bin, dass mein Hund auf einen einmaligen Pfiff unverzüglich kommt, verkneife ich mir das Pfeifen, locke ihn stattdessen anderweitig an.
Wenn das mit der langen Leine sicher klappt, lasse ich sie nur noch als „Notbremse“ schleifen. Nach und nach schneide ich sie 1/2 meterweise ab.
Zum Schluss kann man noch, um dem Hund das „Leinengefühl“ zu vermitteln, vor dem Freilauf das letzte 20-cm-Leinenstück mit einem kleinen Gewicht (z.B. Schraubenmutter) ans Halsband hängen.

Noch mal als Zusammenfassung:

  1. Es muss für den Hund was Tolles sein herzukommen.
  2. Pfiff bedeutet nicht automatisch angeleint zu werden.
  3. Es gibt nur eine einmalige Aufforderung.
  4. Ich laufe niemals hinter meinem Hund her.
  5. Ich versuche niemals meinen Hund zu fangen, oder am Halsband zu erhaschen.

Bei meinen Hunden hat das bisher immer hervorragend geklappt.

Viel Erfolg

Johnny

Hallo,
also ich wollte dir noch etwas zu bedenken geben:

Hast du schonmal daran gedacht, ein Jaeger koennte deinen Hund erschiessen? Das ist naemlich erlaubt wenn der Hund eine gewisse Entfernung zum naechsten Grundstueck hat.

Dass da eine Strasse in der Naehe ist stimmt mich auch bedenklich.
Nehmen wir mal an, der Hund laeuft ueber die Strasse (was er hoffentlich nicht tut)und verursacht dabei einen Unfall.
Dann ist womoeglich nicht nur der Hund „platt“ sondern ihr habt eine Menge Aerger.
Du haftest fuer deinen Hund!

Dann finde ich es auch deshalb nicht in Ordung weil der Hund ja alle Huendinnen bespringen kann und unerwuenschter Nachwuchs eventuell die Folge ist.

Alles in allem denke ich, du solltest die Bewegungsfreiheit deines Hundes etwas einschraenken.

vg jima

zum nächsten Haus kommt und daß dort eine Hündin wohnt, gibts

kein Halten mehr.
Man braucht nur mal für 10 Sekunden nicht hinzuschauen und weg
ist er.

Hallo !

Wenn dort eine Hündin wohnt, ist er nicht verliebt, sondern Madam ist läufig. Kein Hund ist dann zu halten. Jeder Rüde geht sofort im Richtig läufiger Hündin!!

Wenn wir in unbekanntem Gebiet unterwegs sind, dann können wir
ihn auch ohne Leine laufenlassen, da weicht er einem nicht von
der Seite.

Das ist eine Erfahrung, die jedes Lehrbuch vermittelt. Hunde im fremden Gebiet laufen nicht weg, da sie unsicher sind. Hunde im eigenen revier haben hier keine Angst und können streunen.

Was macht man nun? Auch ein scharfes „Hier“ bringt nichts,
wenn er wiederkommt freuen wir uns immer ganz doll. In dem
Moment, wo er wegläuft kann man ihn ja nicht bestrafen, da er
dann ja weg ist :frowning:

Jedes Lehrbuch und Erfahrungen von Hundebesitzern sagen dann:
Die Tasche voller Steine oder eine Wurfkette dem Hund auf den Rücken geworfen und er steht wie eine Eins.

In den Büchern steht, man soll das „Hier“ mit Leckerlies
üben… unser Hund mag aber keine Leckerlies, selbst die
Scheibe Schinken ißt er nur nach langem Zögern.

Dann bekommt er zuviel zu Fressen. Ein Hund muß immer hungrig sein. Wenn nicht, ist er krank oder satt und das ist für einen Hund falsch.

Und wenn man mit ihm übt, dann kommt er ja auch immer - ohne
Probleme. Nur wenn er sich halt in der Absicht entfernt,
wegzulaufen, dann nutzt auch das scharfe Anrufen nichts
mehr… *seufz*

Sofort einen Lehrgang in der nächsten Hundeschule anmelden. Nach 14 Tagen ist es ein anderer Hund.

Gruß max

Dann finde ich es auch deshalb nicht in Ordung weil der Hund
ja alle Huendinnen bespringen kann und unerwuenschter
Nachwuchs eventuell die Folge ist.

Hallo !

Ich denke Besitzer läufiger Hündinnen sollten die Bewegungsfreiheit diesr Hündinnen einschränken und nicht der Besitzer eines Rüden, dessen.

gruß max

Hallo,

um die Verhuetung sollten sich doch beide kuemmern, oder nicht? :smile:

Aber wenn die Leute ihre Huendinnen im eingezaeunten Garten oder an der Leine haben und der Herumstreuner sich einfach ueber alle Grenzen hinwegsetzt? Sollen die Huendinnen etwa Keuschheitsguertel tragen?

vg jima

Hallo !

Sollten?!

Wenn unsere Hündinnen läufig waren, haben wir sie für die 14 Tage aus dem „Verkehr“ gezogen. Halter von Rüden sind in keinster Weise verpflichtet, ihren Rüden einzusperren, wenn irgendwo im Umkreis von 3 km eine Dame läufig ist. Dann würde der Hund immer eingesperrt sein.
Der Verursacher ist verpflichtet!

gruß max

Hallo,

der Sinn Deines Postings erschließt sich mir nicht so richtig.
Du regst Dich über das Verhalten meines Hundes auf, und wie ich das zulassen könnte.
Schön, eben um dieses Verhalten zu korrigieren habe ich hier gefragt. Wenn ich mir über die Folgen seines Verhaltens nicht im klaren wäre, hätte ich wohl nicht gefragt.
Von daher ist der drohende Zeigefinger irgendwie etwas unangebracht,
denn:

Hast du schonmal daran gedacht, ein Jaeger koennte deinen Hund
erschiessen? Das ist naemlich erlaubt wenn der Hund eine
gewisse Entfernung zum naechsten Grundstueck hat.

Ich kenne das entsprechende Gesetz fast auswendig.

Nehmen wir mal an, der Hund laeuft ueber die Strasse (was er
hoffentlich nicht tut)und verursacht dabei einen Unfall.

Reichen 5 Millionen Euro Deckung meiner Tierhalterhaftpflicht?

Dann finde ich es auch deshalb nicht in Ordung weil der Hund
ja alle Huendinnen bespringen kann und unerwuenschter
Nachwuchs eventuell die Folge ist.

Hier laufen haufenweise Hunde frei rum, da soll ausgerechnet meiner der Schuldige sein? Da hat wohl eher der Hündinhalter acht zu geben.

Alles in allem denke ich, du solltest die Bewegungsfreiheit
deines Hundes etwas einschraenken.

Genau das war der Sinn meiner Frage.

Tut mir leid, aber ich bin etwas genervt. Hier im Dorf laufen haufenweise Hunde frei rum. Als wir in frei haben laufen lassen, wurden wir angemeckert, wir dürften das nicht und der scheißt überall hin und die Jäger meckern auch immer.
Gut, ist ja auch korrekt und seit Monaten ist der Hund nur noch frei, wenn er mal ausbüchst.
Soeben laufe ich über den Dorfplatz mit dem Hund an der Leine. Da sitzen Leute aus dem Dorf - und die selben, die vorher meckerten sagen, ich solle den Hund doch mal frei laufen lassen. Nein, sag ich, dann läuft er über die Straße. Ach, wir passen schon auf.
*haarerauf*

Gruß,
Martin

Hallo,

Jedes Lehrbuch und Erfahrungen von Hundebesitzern sagen dann:
Die Tasche voller Steine oder eine Wurfkette dem Hund auf den
Rücken geworfen und er steht wie eine Eins.

Ist das nicht etwas brutal?

Dann bekommt er zuviel zu Fressen. Ein Hund muß immer hungrig
sein. Wenn nicht, ist er krank oder satt und das ist für einen
Hund falsch.

Hm, gut, versuchen kann man es ja mal, aber unser Hund frißt eh sehr wenig und ist recht mager. Wenn ich mir die Dose Pedigree anschaue, steht dort drauf, unser Hund müßte eine Dose am Tag fressen… na, wenn er denn eine halbe frißt, dann ist er gut…

Sofort einen Lehrgang in der nächsten Hundeschule anmelden.
Nach 14 Tagen ist es ein anderer Hund.

Hier gibts keine Hundeschulen im Umkreis von 70km. Sonst wäre er längst dagewesen.

Gruß,
Martin

Ist das nicht etwas brutal?

Das ist eine leichte Kette, die gut zu Werfen ist.

Dann bekommt er zuviel zu Fressen. Ein Hund muß immer hungrig
sein. Wenn nicht, ist er krank oder satt und das ist für einen
Hund falsch.

Hm, gut, versuchen kann man es ja mal, aber unser Hund frißt
eh sehr wenig und ist recht mager. Wenn ich mir die Dose
Pedigree anschaue, steht dort drauf, unser Hund müßte eine
Dose am Tag fressen… na, wenn er denn eine halbe frißt, dann
ist er gut…

Und was bekommt er nebenbei???

Sofort einen Lehrgang in der nächsten Hundeschule anmelden.
Nach 14 Tagen ist es ein anderer Hund.

Hier gibts keine Hundeschulen im Umkreis von 70km. Sonst wäre
er längst dagewesen.

Dann muß man eben die nächste Hundeschule besuchen. Auch, wenn sie 70 km entfernt ist. Das machen viele Hundebesitzer. Zur eigenen und zur Sicherheit des Hundes.

Gruß max

Hallo Martin,

Hm, gut, versuchen kann man es ja mal, aber unser Hund frißt
eh sehr wenig und ist recht mager. Wenn ich mir die Dose
Pedigree anschaue, steht dort drauf, unser Hund müßte eine
Dose am Tag fressen… na, wenn er denn eine halbe frißt, dann
ist er gut…

da klink ich mich mal ein. Von Hundeerziehung habe ich keine Ahnung und halte deshalb lieber die Klappe :wink:. Aber das mit dem 4%-Kram ist bei Hunde-Dosen auch nix anderes als bei Katzenfutter. Dieses Supermarktfutter enthält überwiegend völlig unverwertbare Schlachtabfälle (Hörner, Federn, Hufe, Därme, … die Liste ist lang und unappetitlich). Um die erforderlichen Nährstoffe-Bedarf zu decken, muss ein Tier ungeheure Mengen vertilgen, die dann aber zuviele Kalorien enthalten und das Tier wird fett - oder schafft die Menge nicht und ist chronisch unterversorgt mit den wichtigen Nährstoffen. Und wenn es die Mengen nicht schafft, kommt Untergewicht u.U. auch noch dazu…

Schau mal zu http://www.cats-country.de/TierfutteretikettenHund.pdf. Vielleicht kannst du deinem Hund mit Umstellung auf hochwertige Ernährung helfen. Da das hochwertige Futter besser verdaulich und verwertbar ist, braucht er dann erheblich weniger und ist doch besser ernährt…

Liebe Grüsslis
Nena