Unser Westie wurde vor ca. 6 Wochen kastriert in einer Art Notoperation, weil die Gebärmutter völlig vereitert war.
Es lief alles wunderbar, der Hund hat sich schnell erholt. Nach einer Zeit bildete sich aber direkt neben der Narbe ein Knubbel, der am Schluß die Größe einer Murmel erreichte und dann aufgegangen ist.
Der Tierarzt zeigte sich erstaunt, sagte sowas hätte er in 14 Jahren noch nicht erlebt und daß sie wohl das Nahrmaterial nicht vertragen hat. (Er hat ein sich angeblich selbst auflösendes Material benutzt, wobei er heute noch Reste vorfand)
Er gab ihr eine Antibiotika Spritze, säuberte die Wunde und gab Panthenol Salbe drauf. Übermorgen soll ich wieder kommen, er sagte was von evtl. „zuklammern“ ohne Narkose, oder im schlimmsten Fall die OP Narbe nochmal öffnen.
Nun meine Frage - da stimmt doch was nicht, oder? Ich meine ich habe noch nie von so etwas gehört, und mal abgesehen davon, daß der arme Hund nie Ruhe hat, es kostet mich nun wieder eine Stange Geld um das zu beheben.
in seltenen Fällen kann es zu einer Abstoßungsreaktion des Nahtmaterials kommen. Die Fadenreste fisteln im Laufe der Zeit nach außen; wenn alles heraus ist, gibt die Bauchnaht Ruhe.
Eine schwerwiegendere Komplikation liegt vor, wenn das Gewebe der Bauchdecke auf das verwendete Nahtmaterial stark reagiert, sich entzündet und morsch wird, so dass die Muskulaturnaht aufreißt. In diesem Fall muss nachoperiert werden. Man versucht die Wundränder so gewebeschonend wie möglich zu präparieren und die Bauchdecke wieder dicht zu bekommen. Als Nahtmaterial empfiehlt sich Draht, auch künstliche Netze können zur Stabilisierung Verwendung finden.
Ich kenne einen Hund, bei dem trotz mehrfacher Nachoperation die Bauchdecke zwar dicht ist, jedoch trotzdem aus einer Fistel ständig Sekret suppt. Der Hund ist damit gut lebensfähig, benötigt allerdings etwas mehr Pflege, da sonst Haare am Bauch verkleben, die Haut reagiert und es auch zur Geruchsbelästigung kommt.
Solche Wundheilungsprobleme sind sehr selten, nicht vorhersehbar und auch nicht vermeidbar.
Beim Aufplatzen der Bauchnaht auf Grund fehlerhafter Wundnaht (z.B. eingenähtes Bauchfett) kommt eigentlich kein schlecht aufgelöstes Nahtmaterial gefistelt. Man hat vielmehr eine tastbare Pforte in der Bauchdecke, wie bei einem Nabelbruch. Falls die Öffnung in der Bauchdecke groß genug ist, fallen Darmschlingen unter die Haut vor.
Komplikationen wegen unsterilen Arbeitens sind in deinem Fall unwahrscheinlich. In diesem Fall wären die Probleme wahrscheinlich früher aufgetreten (Fieber, Bauchfellentzündung, Flüssigkeitserguss in die Bauchhöhle, Bauchschmerzen).
Ich wünsche alles Gute und hoffe, dass es eine harmlose Variante ist,