Hai, Yvonne,
eigentlich ist das kein Rundumschlag sondern ein Produkt
meiner „Wut“.
Diese Wut ist nicht zu übersehen - manchmal scheint sie Dir aber den Blick zu verstellen…
Sorry, aber hier bin ich anderer Meinung - warum sonst werden
so viele Tiere zur Urlaubszeit wieder ausgesetzt. Es wird eben
nicht genug über die Konsequenzen nachgedacht. „Das wird schon
irgendwie gehen“ und „Das bekommen wir schon hin“ sind da
Standardaussagen.
Wie ich sagte, Blick verstellt: ich schrieb „die meisten, die sich Tiere anschaffen und hier schreiben oder lesen“
Alleine hier zu lesen, erst recht, hier Fragen oder gar Antworten zu posten, halte ich schon für ein ausgeprägtes Zeichen für „sich Gedanken machen“
Und auch das Tiereaussetzen zur Urlaubszeit muß relativiert werde. Natürlich ist jedes ausgesetzte Tier eines zu viel und macht auch mich wütend, wenn man aber mal die Zahl der ausgesetzten Tiere mit der Zahl der gehaltenen Tiere vergleicht, dann sind die meisten wieder gut zu ihren Tieren…
Und auch „Das klappt schon irgendwie“ ist nicht unbedingt eine Aussage, die auf schlechte Tierhaltung schließen lässt - ich hab da so’n Kumpel, der auch gerne solche Sprüche klopft: wenn eines seiner Viecher ungeplant zum Tierarzt muß und er eigentlich keine Kohle hat, dann „geht das schon irgendwie“ - er schleppt das Teil zum Doc und isst dann eben ein paar Wochen und Magarine-Brote…
Auch hier bin ich anderer Meinung. Es gibt viel zu viele
selbsternannte Fachleute die erst mal selber rumdocktern bzw.
ihre Tier ja soooo toll halten - aber die nicht sehen, dass
sie was falsch machen. Und genau das sind diejenige, die dann
nicht fähig sind, Kritik zu ertragen.
Nur - die selbsternannten Fachleute posten hier keine Fragen…
Wer hier was fragt, weiß, daß er (oder sie) irgendetwas nicht weiß oder sich zumindest unsicher ist und dann eine mit der Moral-Keule übergezogen zu kriegen ist nicht gerade förderlich und hilft weder dem postenden Menschen, noch dem Tier…
Es gibt da verdammt große Unterschiede. Wenn jemand lernt
BEVOR er sich ein Tier anschafft - richtig so. Man lernt
natürlich auch mit dem Tier. Um Rat fragen: auch kein Thema -
aber solche Dinge wie: „Mein Tier hat furchtbare Schmerzen -
soll ich damit zum Tierarzt?“ (jetzt mal überspitzt
dargestellt) kann ich nicht nachvollziehen.
Wie Du schon sagst, überspitzt formuliert…
Selbst Tierärzte - bei denen man ja wohl davon ausgehen kann, daß sie wissen, wie ein Tier funktioniert und was alles schief gehen kann - können da mal was falsch interpretieren und entsprechend falsch handeln und mir selbst ist es auch schon passiert, daß ich nicht wusste, ob die Veränderung an einem meiner Viecher nun ein völlig harmloser Effekt ist, oder eine gefährliche Entwicklung dahintersteckt. Mir ist mein letzter Kater beinahe bei lebendigem Leib verhungert - ich hätte es doch merken müssen, daß das Tier nicht mehr tobt, sich zurückzieht, nicht mehr frisst und dünner wird… dumm war nur, daß der Knabe schon 16 war und sowieso schon lange nicht mehr tobte, er sich von je her immer zurückzog und so gut wie nie in unserer Gegenwart fraß und die Katze zur gleichen Zeit, wo er das Fressen einstellte, anfing, extra-viel zu fressen und er auch nicht dünner geworden ist, weil in gleichem Maße Wasser einlagerte…
Der Tierarzt hat dann auf der Röntgen-Aufnahme gesehen, was und das überhaupt irgendwas Sache ist - eigentlich wollte er mich wieder nach Hause schicken…
…und üblicherweise stehen hier Postings in dem Stil „Mein Viech tut plötzlich das und das - ist das was Schlimmes, oder hat der nur seine 5 Minuten“ - und ich denke, hier ist wieder so eine Situation, in der Dir gerne mal Deine Wut im Weg steht - Du gehst gleich erstmal von Übelwollen aus und reagierst entsprechend, pflaumst die Leute über Gebühr an und jagst sie damit in eine Defensiv-Situation und in eine virtuelle Ecke - würdest Du auch so handeln, wenn Du einem verunsichertem Tier begegnest? Es so laut wie möglich anschnauzen und in eine Ecke treiben? Die meisten Viecher beißen dann nun mal um sich und da auch wir Menschen Tiere sind…
bestimmt kein militanter Tierschützer aber gerade im kleine
Wollte ich nicht unterstellen - sollten meine Worte diesen Eindruck erweckt haben, so bitte ich um Entschuldigung…
Doch - es geht um das Tier und genau weil das Tier hier kein
Posting schreiben kann ist der Mensch in der Verantwortung.
Das sehe ich ja ähnlich - nur daß Du die Leute gelegentlich mal ganz schön verschreckst…
mal kucken…
…und dann???
Das ist ja sowas von situationsabhängig - manchmal zieh ich mich mit knallrotem Kopf und einem gemurmelten „Sorry“ wieder zurück (als ich wutschnaubend in einen Stall getobt bin - der Bauer hatte grade die Hühner für den Sonntagsbraten geschlachtet) oder auch mal ein "Also, ich nehm ihren Kater jetzt mit und morgen, wenn er kastriert ist, kriegen sie ihn wieder und ich zeig ihnen dann, wie das mit dem Katzenklo funktioniert…
klar aber der Mensch kann reden - die Tiere die da z. B.
verhungert sind hatten KEINE Wahl. Sie waren in ihren Boxen
eingesperrt und sind elendig verreckt. Es ist nur bemerkt
worden, weil es plötzlich so nach Verwesung stank…noch
Fragen?!?!
Das ging diesem Menschen exakt genauso - da war nix mit reden…
Mir wurde mal von einem Kommunikationstrainer etwas in der Art
gesagt wie: …solange ich nicht von meinem hohen Ross
runterkommen würde und den Menschen an erster Stelle stellen
würde und nicht das Tier, würde sich an manchen Dingen bei mir
nichts ändern…
Versuch doch mal, Menschen als Mit-Tiere zu betrachten - nur wenige Augenblicke im Leben handeln wir wirklich bewußt - die meißte Zeit reagieren auch wir nur und so, wie Du nicht auf ein Pferd mit einer Reitgerte losgehst, weil es gerade ein Kind umgerannt hat, Du aber trotzdem versuchst, dem Gaul das abzugewöhnen, solltest Du auch auf einen Menschen nicht wie wild losgehen, wenn er was falsch macht…
Gruß
Sibylle