Inzuchtschäden

Von: , Frage gestellt am Mi, 3. Sep 2003

Also ich habe nun so viel gehört und gelesen über Inzuchtschäden. Aber wenn ich z.B. den Vins lese, dann seh ich da Vererbungstableaus teilweise über 3-4 Generationen Inzucht und trotzdem kommen "gute" (wenn man die so nennen kann) Vögel heraus.

Wodurch entstehen denn diese Inzuchtschäden und wie gefährlich sind sie wirklich? Gibt es da wissenschaftliche Berichte? So genau war mir das noch nie klar, wieso die Reinerbigkeit von Erbanlagen solche Schäden hervorrufen kann, kann mir das jemand erklären?

Und wie schlimm wäre Inzucht unter Geschwistern bei Wellensittichen? Wenn ich z.B. in 2 verschiedenen Jahren Vögel in einer Zoohandlung kaufe (nur als Beispiel), die immer von einem Züchter beliefert wird, dann könnte ich ja trotzdem Geschwister erwischen, halt aus verschiedenen Gelegen und aus verschiedenen Jahren, aber trotzdem Geschwister. Wirklich 100% sicher sein kann man ja nur, wenn man alle Vögel bei verschiedenen Züchtern kauft, richtig?

Könnt ihr da bei mir ein wenig Licht ins Dunkle bringen, bitte!

Liebe Grüße,
Manu

1 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Stunden 3 hilfreich
    Re: Inzuchtschäden

    Hi, Also ich habe nun so viel gehört und gelesen über
    Inzuchtschäden. Aber wenn ich z.B. den Vins lese, dann seh ich
    da Vererbungstableaus teilweise über 3-4 Generationen Inzucht
    und trotzdem kommen "gute" (wenn man die so nennen kann) Vögel
    heraus.
    Inzucht ist nicht ansich "schlecht" und gefährlich. Die Qualität einer Zucht steht und fällt mit dem Sachverstand des Züchters. Gut geplant und mit Verstand geführt stellt die Inzucht einen wichtigen Teil in Zuchten dar. Wodurch entstehen denn diese Inzuchtschäden und wie gefährlich
    sind sie wirklich? Gibt es da wissenschaftliche Berichte? So
    genau war mir das noch nie klar, wieso die Reinerbigkeit von
    Erbanlagen solche Schäden hervorrufen kann, kann mir das
    jemand erklären?
    Das Problem ist, dass es viele Defekte aber auch Anfälligkeiten für Krankheiten etc. gibt, die erst in der Reinerbigkeit zum Tragen kommen. Siehe Albinismus. Ein Tier das reinerbig Albino ist, lebt ohne Pigmente und hat dadurch auch jede Menge Nachteile. Ein Tier das nur einfaches Merkmal Albino hat, ist von einem Tier ohne dieses versteckte Merkmal nicht zu unterscheiden.

    Das Problem dabei ist eben wenn man nicht weiß was man da alles hat, können theoretisch jede Menge Erbanlagen verdeckt im Tier getragen werden, die sich erst ausprägen wenn sie reinerbig vorliegen. Bei nahe verwanden Exemplaren ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass beide Tiere ein "defektes" Gen an die Tochtergeneration weiter geben.

    Genauso höher ist aber die Wahrscheinlichkeit dass eine erwünschte Eigenschaft weitergegeben wird und zum Tragen kommt. Daher ist die Inzucht eben auch gern verwendet.

    Labortierstämme (was man auch immer darüber denken mag) sind meist Inzuchtstämme, da man erreichen möchte das alle Tiere dieser Stämme möglichst die gleichen Eigenschaften bringen, da ansonsten keine vernünftigen Ergebnisse zu erhalten sind. Diese Stämme sind dadurch auch nicht automatisch degenerierte, lebensunfähige Krüppel die sofort tot umfallen ;)
    Und wie schlimm wäre Inzucht unter Geschwistern bei
    Wellensittichen? Wenn ich z.B. in 2 verschiedenen Jahren Vögel
    in einer Zoohandlung kaufe (nur als Beispiel), die immer von
    einem Züchter beliefert wird, dann könnte ich ja trotzdem
    Geschwister erwischen, halt aus verschiedenen Gelegen und aus
    verschiedenen Jahren, aber trotzdem Geschwister. Wirklich 100%
    sicher sein kann man ja nur, wenn man alle Vögel bei
    verschiedenen Züchtern kauft, richtig?

    Könnt ihr da bei mir ein wenig Licht ins Dunkle bringen,
    bitte!

    Liebe Grüße,
    Manu
    Wie gesagt, dass bringt den Nachwuchs nicht sofort um. Es steigt dadurch eben die Wahrscheinlichkeit dass bisher unentdeckte Defekte auftreten können.

    JD

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