Re: ...und auch 'WIE' (Achtung lang!)
Also meiner steht in einem Privatpferdestall (kein Schulbetrieb) und das kostet in der Grundausstattung 260,-EUR. Da ist drin:
Futter (Hafer + Rübenschnitzel), Heu, Stroh, Koppel, Halle und "Full Service" - d.h. ausmisten, füttern, im Sommer morgens auf die Koppel stellen und abends wieder reinholen. Im Winter kostet ein Paddock 25,-Eur extra - muß man aber nicht, Matschkoppel für alle ist vorhanden, da kostet allerdings der Rausstellservice dann 16,--Eur im Monat - oder man macht es selbst, wenn man Zeit hat.
In Sachen Schmied und Tierarzt kommt es ungefähr aufs Selbe raus, wie bei den anderen beiden.
Bzgl. "WIE":Ich sollte noch erwähnen, daß der Stall nur ca. 10km von der Stadtgrenze Frankfurt/Main entfernt ist. Der Betrieb ist ziemlich optimiert - wird von nur 2,5 Leuten bewirtschaftet. Es stehen 30 Pferde dort. Außerdem betreibt der Besitzer nebenbei noch Landwirtschaft und ist mit den Futtermitteln recht autonom. Daher ist es möglicherweise im Vergleich mit dem vorher beschriebenen Stall in Stuttgart (oder Nähe) relativ günstig - was da alles noch als Extra draufkommt (Koppel etc.) ist bei uns schon im Grundpreis enthalten - nur im Winter kommen Extrakosten hinzu, die man aber vermeiden kann, wenn man mit anderen Pferdebesitzern kooperiert.
Das Allerteuerste ist und bleibt einfach der Tierarzt, wenn unvorhergesehene Krankheiten auftreten. Damit muß man immer rechnen, kann man aber nicht wirklich, weil man die Kosten vorher in keiner Weise absehen kann. Wer sich nicht auch von heute auf morgen mal eben schnell 1000-2000 Eur für eine OP aus dem Kreuz leiern kann - die aus etlichen verschiedenen Gründen plötzlich und unerwartet fällig werden kann (z.B. Kolik, Griffelbeinbruch etc.)könnte in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Aber auch ohne OP, bei einer länger anhaltenden, schwer zu klärenden Lahmheit z.B. leppern sich über die Wochen für Ultraschall, Anästhesie-Diagnose, Röntgen, Medikamente, Verbandsmaterial und Anfahrtskosten des Tierarztes auch ruck-zuck über 1000 Eur zusammen. Wenn man schon krummliegen muß, nur um die Stallmiete zu bezahlen - und niemanden im Hintergrund hat, der einen im Notfall unterstützt - dann sollte man sich eigentlich kein Pferd kaufen....
Tania
P.S. - Das man ein krankes Pferd -schon aus moralischen Gründen- nicht abgibt versteht sich wohl von selbst. Außerdem wird es auch keiner haben wollen. Und der Tierarzt wird (und darf meines Wissens) auch nicht einschläfern, solange die Chance auf Heilung noch gut ist. Nur so - falls irgendwer denkt, daß wäre dann der letzte Ausweg...