Hallo!
Mein 3-jähriger Deutsch-Kurzhaar-Rüde legt hin und wieder ein äußerst befremdliches Verhalten an den Tag. Von Zeit zu Zeit (etwa 1x im Monat) schleicht er sich in einem unbemerkten Moment hinaus in den Garten und von da aus geht er dann fort. Was sein Ziel ist, weiß ich nicht, weil ich ihn bisher immer eingeholt habe.
Sein Verhalten dabei ist sehr merkwürdig: er klemmt die Rute ein, läßt die Ohren hängen und geht zur Tür hinaus. Er reagiert überhaupt nicht auf Zuruf, schaut sich höchstens um und geht dann aber weiter. Wenn ich ihn dann eingeholt habe (es ist nicht so, dass er vor mir flüchtet, wenn ich hinter ihm her laufe, er geht einfach ohne Reaktion weiter, als wäre ich nicht da), läßt er sich zwar mit nach Hause nehmen (aber nur mit Leine, von selbst würde er einfach immer weiter weg gehen), ist dann aber äußerst verstört, zittert, nimmt kein Futter. Nach einiger Zeit ist das dann wieder vorbei und er benimmt sich total normal (etwa nach einer Stunde).
Könnte es sein, dass da eine läufige Hündin in der Nachbarschaft ist und er sich deshalb so komisch benimmt?
Auf Spaziergängen schnuppert er zwar interessiert an läufigen Hündinnen, kommt dann aber auf Zuruf immer zu mir zurück. Auch sonst hat er noch nie großartig auf diese reagiert. Ich kenne es nur so, dass „sehnsüchtige“ Rüden jammern, jaulen, hinaus wollen, und wenn sie die Gelegenheit haben auch blitzschnell entwischen und im wahrsten Sinne des Wortes davon flitzen. Aber mein Hund läuft nicht davon, er GEHT davon! Reagieren Rüden unterschiedlich auf läufige Hündinnen? Könnte es das sein??
Galli
Hallo!
Sag mal, hast du mal beobachtet, ob kurz vorher etwas ungewohntes passiert, oder er etwas hört, riecht, sieht,… was ihn dazu veranlassen sollte?
Hast du das Tier von Klein auf, oder aus dem Tierheim? (Wenn aus dem Tierheim, vielleicht verbindet er irgendetwas mit einer schlechten Erfahrung, das klingt als wäre er richtig manisch,…)
LG
leni
Hallo!
Sag mal, hast du mal beobachtet, ob kurz vorher etwas
ungewohntes passiert, oder er etwas hört, riecht, sieht,… was
ihn dazu veranlassen sollte?
Nein, er steht meistens aus dem Nichts heraus aus dem Körbchen auf und geht hinaus. Ich bin mir sicher, dass er vorher zumindest nichts gesehen hat. Was er riecht oder hört kann ich ja nicht wissen… aber ich meine, nicht, dass vorher etwas ungewöhnliches passiert!
Hast du das Tier von Klein auf, oder aus dem Tierheim? (Wenn
aus dem Tierheim, vielleicht verbindet er irgendetwas mit
einer schlechten Erfahrung, das klingt als wäre er richtig
manisch,…)
Nein, er ist nicht aus dem Tierheim. Ich habe ihn mit 12 Wochen von Bekannten bekommen, die Jagdhunde züchten. Sein Vater hat im hohen Alter Anfälle bekommen, d.h. er ist auf Leute drauf gegangen und hat gebissen. Einfach so. Obwohl er immer ein lammfrommer Hund war. Am Ende musste er eingeschläfert werden, weil er angeblich „was im Gehirn“ hatte. Was genau da dran ist, weiß ich nicht.
Mein Hund hatte nie schlechte Erfahrungen, ist super sozialisiert und erzogen. Ich kann sein Verhalten überhaupt nicht deuten, weil es im so krassen Gegensatz zu seiner Persönlichkeit steht. Er scheint sich in solchen Situationen auch über sich selbst zu ärgern, bzw. scheint erschrocken. Wenn man überhaupt so weit interpretieren kann…
Galli
Hallo Galli!
Also, mit Läufigkeit von Hündinnen in der Nachbarschaft hängt das Verhalten glaube ich nicht zusammen, das äußert sich definitiv nicht so. Klingt für mich auch eher so, als hätte er eine Phobie.
Ich will dir keine Angst machen, aber ich würde mal beim Tierarzt den Schädel deines Hundes untersuchen lassen. Ich _meine_ mal _gehört_ zu haben (genaues weiß ich nicht!), daß bei einigen Rassen (damals war die Rede vom Dobermann) das Hirn vom Schädel gequetscht werden kann, was dann bei diesen Hunden zu Panik-Attacken geführt hat. Wie gesagt aber, ich bin kein Veterinär, kenne die Anamnese deines Hundes nicht, und äußere hier nur eine Idee. Better be safe than sorry.
Alles Gute!!
Chris
Ich kann sein Verhalten überhaupt
nicht deuten, weil es im so krassen Gegensatz zu seiner
Persönlichkeit steht. Er scheint sich in solchen Situationen
auch über sich selbst zu ärgern, bzw. scheint erschrocken.
hi galli,
pure vermutung: es könnte sich eventuell um eine leichte form der
epilepsie handeln.
verstörtheit, nicht-reagieren und orientierungslosigkeit wären
zumindest ein anhaltspunkt dafür.
dies tritt normalerweise nach einem epileptischen anfall auf, der
aber nicht unbedingt bemerkt wird.
hat das tier manchmal krämpfe oder seltsame zuckungen? was genau
passiert -vor- diesen „ausflügen“?
wie gesagt, ich vermute nur, da mir die symtome bekannt vorkommen.
gruß,
frank
hat das tier manchmal krämpfe oder seltsame zuckungen? was
genau
passiert -vor- diesen „ausflügen“?
wie gesagt, ich vermute nur, da mir die symtome bekannt
vorkommen.gruß,
frank
Krämpfe habe ich noch nicht beobachtet. Er zittert während der „Ausflüge“ , aber auch nur hinten. Vorher fällt mir nichts besonderes auf. Ist aber auch schwer zu sagen, da ich ja nie weiß, wann er wieder mal so merkwürdig ist und ich ihn also unmittelbar vorher nicht besonders beobachte.
Er hat hin und wieder (aber immer nur nach Spaziergängen) kleine „Ausraster“, die ich auch nicht deuten kann. Dann zappelt er mit den Hinterläufgen, als würde es ihn dort jucken. Zieht sie über den Boden oder trommelt mit ihnen. Dabei rennt er wie verrückt hin und her. Ich hatte erst gedacht, das liege daran, dass er vielleicht Dreckklumpen zwischen den Ballen hat, die ihn jucken. Genau weiß ich das aber nicht. Das Ganze dauert etwa 5 Minuten und ist dann vorbei. Das ansonsten erwähnte Verhalten zeigt er dabei aber nicht, auch nicht kurz danach oder davor.
Auffallend ist vielleicht noch, dass er in letzter Zeit viel müder ist als sonst, mehr schläft, morgens nicht mehr freudig aufspringst sondern lieber liegen bleiben will. Das ist für ihn sehr ungewöhnlich, da er früher immer schon beim Piepen des Weckers aufgesprungen ist. Vielleicht hat das alles damit zu tun???
Galli
Hallo Galli.
Ich vermute auch mal eher was medizinisches. Würde Deinen Hund verschiedenen, micht nur einem, Tierärzten vorstellen. Und denen genau beschreiben, was passiert.
Denn eine Verhaltensstörung aufgrund eines Traumas wage ich auszuschliessen. Da nutzen alle Vermutungen nichts: Auf zum Doc. Es gab schon viele Hunde die z. B. auch plötzliche Agressionen zeigten, nur weil sie Schmerzen hatten.
Viel Glück,
Viktoria.
Epi war auch mein erster Gedanke owt
owt