Problemhund? Problem gelöst??

Von: , Frage gestellt am Sa, 25. Okt 2003

Hallochen,

wir hatten ja das Problem, dass unser Hund knurrte, wenn wir während des Fütterns in der Küche blieben. Das hatte er angefangen, kurz nachdem wir ihn damals von der Vorbesizerin übernommen hatten und die Rangfolge noch nicht klar war.
Ich hatte von Euch allerlei Tipps dazu bekommen.

Gestern haben wir ihn während des Kochens gefüttert - waren also beide in der Küche und .. nichts. Er fraß seelenruhig sein Futter und wurde anschließend natürlich sehr gelobt.

Meine Hoffnung ist nun, dass es vielleicht gar kein Problem mehr gibt.
Oder könnte das ein einmaliger positiver Ausrutscher gewesen sein????
WIr werden es wohl heute abend wissen.


Hoffnungsvoll
Liebe Grüße
Andrea

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
    Re: Problemhund? Problem gelöst??

    Hallo
    Wenn ihr ihn waerend des kochens gefuettert habt, das heisst dass er vor euch gefuttert hat. Das ist eigentlich nicht so gut weil der Ranghoehere zuerst ist. Wenn das knurren aber weg ist dann is ja gut.
    Viel Spaas noch mit eurem Hund Tschuessi

  2. Antwort von nach 10 Stunden 3 hilfreich
    Re: Problemhund? Problem gelöst??

    Hallo Andrea, ...
    Gestern haben wir ihn während des Kochens gefüttert - waren
    also beide in der Küche und .. nichts. Er fraß seelenruhig
    sein Futter und wurde anschließend natürlich sehr gelobt.
    ...
    das sind doch grundverschiedene Situationen - das eine Mal ist dein Hund in der Küche bei seinem Futter; wenn du die Küche betrittst, bedroht er dich um sein Futter zu sichern.
    Das andere Mal bist du in der Küche und gibst ihm was von deinem Futter ab, welche Motivation hätte er dich zu bedrohen?

    Versuche deinem Hund Vertrauen zu geben, dass du ihm sein Futter nicht wegnimmst. Füttere ihn aus der Hand. Wenn du an seinen Futternapf gehst, während er frisst, nimm ihn nicht weg, sondern leg was Leckeres hinein.

    Eine andere Möglichkeit Futteraggression abzubauen ist es das Futter großflächig zu verstreuen, z. B. im Garten oder auf der Wiese - dadurch ist es für den Hund schwieriger sein Futter zu verteidigen und er sichert sich den vollen Magen nicht durch sinnlose Attacken, sondern durch schnelle Futtersuche.

    Futteraggressionen sind nur bedingt ein Rangordnungsproblem. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass bei Caniden die ranghohen Tiere grundsätzlich vor den rangniederen fressen. Das wäre bei Rudeltieren auch unsinnig, da dadurch die Leistungsfähigkeit der Gemeinschaft unnötig gemindert würde. Vielmehr ist es so, dass jeder versucht einen möglichst großen Brocken zu ergattern und diesen vehement gegen alle anderen verteidigt. Dadurch ist gesichert, dass das gesamte Rudel in relativ kurzer Zeit große Mengen an Nahrung aufnehmen kann (bevor ein Nahrungskonkurrent kommt und ihnen das Futter wegnimmt) und dadurch als Gesamtheit bei guter Kondition bleibt. Ansonsten wären die wenigen ranghohen jagderfahrenen Tiere dick und fett gefressen und dadurch wenig motiviert zu jagen. Die unerfahrenen rangniederen Tiere, die, wenn überhaupt, immer nur die Reste abkriegten, würden unnötig geschwächt und wären weder bei der Ressourcenverteidigung noch bei der Jagd eine große Hilfe.
    Futterrangordnung entsteht in freier Wildbahn nur unter Extrembedingungen bei starken Hungersnöten und hat zur Folge, dass schwache Tiere entweder abwandern oder sterben und dadurch die Rudelgröße sich ans Nahrungsangebot anpasst.

    Einen hohen Rang meinem Hund gegenüber bekomme ich nicht dadurch, dass ich zeitlich vor ihm esse.
    Führungsstärke demonstriert man durch Treffen von Entscheidungen, vorausschauendes Handeln, Verteilung von Ressourcen, Einengung von Bewegungsfreiheit, Souveränität, Beanspruchen eigener Privilegien und, und, und.

    Gruß
    Johnny

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Problemhund? Problem gelöst??

      Ich würde Johnny zustimmen! Die Situationen sind einfach verschieden.
      Wie gesagt, ich würde den Futterplatz mal ändern, d.h. immer mal wieder woanders füttern (natürlich nur vorübergehend), versuchen, dass Futter zu "tauschen", also etwas Besseres anbieten und dafür den Napf nehmen. Der Hund muss lernen, dass es für ihn lohnend ist, wenn er sein Futter hergibt, weil er dann was anderes bekommt. Nach und nach den Tausch zu euren Gunsten verändern. Den Hund loben, wenn er euch zum Napf läßt. Das Problem mit der Rangordnung sehe ich etwas anders als Johnny. Es ist wohl war, dass in einem Rudel jeder sein Futter verteidigt. Ich selbst habe einen 3-jährigen und einen 4 Monate alten Rüden. Der Kleine verteidigt sein Futter auch gegen den Großen und dieser akzeptiert es. Bloß muss man diese Futteraggression als Mensch im Griff haben, da es u.U. lebenswichtig sein kann, dass ihr dem Hund etwas wegnehmt (z.B. wenn er Giftköder frisst).
      Aus diesem Grund muss die Futteraggression quasi abtrainiert werden, d.h. ihr müßt ihm klar machen, dass er einen Vorteil hat, wenn er sein Futter hergibt. Und das erreicht man u.a. dadurch, dass die Rangordnung ganz klar definiert ist (falls ihr ein dominantes Tier habt). Ein eher "unterwürfiges" Tier läßt sich leichter etwas wegnehmen als ein Hund, der meint, er hätte die Alphaposition inne.
      Galli

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