Re: Problemhund? Problem gelöst??
Hallo Andrea,
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Gestern haben wir ihn während des Kochens gefüttert - waren
also beide in der Küche und .. nichts. Er fraß seelenruhig
sein Futter und wurde anschließend natürlich sehr gelobt.
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das sind doch grundverschiedene Situationen - das eine Mal ist dein Hund in der Küche bei seinem Futter; wenn du die Küche betrittst, bedroht er dich um sein Futter zu sichern.
Das andere Mal bist du in der Küche und gibst ihm was von deinem Futter ab, welche Motivation hätte er dich zu bedrohen?
Versuche deinem Hund Vertrauen zu geben, dass du ihm sein Futter nicht wegnimmst. Füttere ihn aus der Hand. Wenn du an seinen Futternapf gehst, während er frisst, nimm ihn nicht weg, sondern leg was Leckeres hinein.
Eine andere Möglichkeit Futteraggression abzubauen ist es das Futter großflächig zu verstreuen, z. B. im Garten oder auf der Wiese - dadurch ist es für den Hund schwieriger sein Futter zu verteidigen und er sichert sich den vollen Magen nicht durch sinnlose Attacken, sondern durch schnelle Futtersuche.
Futteraggressionen sind nur bedingt ein Rangordnungsproblem. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass bei Caniden die ranghohen Tiere grundsätzlich vor den rangniederen fressen. Das wäre bei Rudeltieren auch unsinnig, da dadurch die Leistungsfähigkeit der Gemeinschaft unnötig gemindert würde. Vielmehr ist es so, dass jeder versucht einen möglichst großen Brocken zu ergattern und diesen vehement gegen alle anderen verteidigt. Dadurch ist gesichert, dass das gesamte Rudel in relativ kurzer Zeit große Mengen an Nahrung aufnehmen kann (bevor ein Nahrungskonkurrent kommt und ihnen das Futter wegnimmt) und dadurch als Gesamtheit bei guter Kondition bleibt. Ansonsten wären die wenigen ranghohen jagderfahrenen Tiere dick und fett gefressen und dadurch wenig motiviert zu jagen. Die unerfahrenen rangniederen Tiere, die, wenn überhaupt, immer nur die Reste abkriegten, würden unnötig geschwächt und wären weder bei der Ressourcenverteidigung noch bei der Jagd eine große Hilfe.
Futterrangordnung entsteht in freier Wildbahn nur unter Extrembedingungen bei starken Hungersnöten und hat zur Folge, dass schwache Tiere entweder abwandern oder sterben und dadurch die Rudelgröße sich ans Nahrungsangebot anpasst.
Einen hohen Rang meinem Hund gegenüber bekomme ich nicht dadurch, dass ich zeitlich vor ihm esse.
Führungsstärke demonstriert man durch Treffen von Entscheidungen, vorausschauendes Handeln, Verteilung von Ressourcen, Einengung von Bewegungsfreiheit, Souveränität, Beanspruchen eigener Privilegien und, und, und.
Gruß
Johnny