Halti, Mastercontoll für jungen Hund?

Unsere Hündin ist jetzt 5 Monate alt und zerrt vor lauter Aufregung beim Gassigehen wie verrückt an der Leine. Nach etwa 15 min. ist der Spuk vorbei und sie geht ganz entspannt und gehorsam spazieren. Da sie als Grosse Schweizer Sennenhündin ein echtes Kraftpaket ist und schon jetzt ca. 27 kg auf die Waage bringt, habe ich mir überlegt ein Erziehungsgeschirr wie Halti anzuschaffen um dem Gezerre an beiden Enden der Leine ein Ende zu setzen.

Ist so ein Geschirr überhaupt sinnvoll? Wenn ja, welches?

Berichtet uns von euren Erfahrungen, Hundi und ich freuen uns über jeden Tipp!

Manuela

Hallo Manuela,

bisher ist Dein Hund ja weitergekommen mit seiner Zerrerei also wird er erstmal weiterzerren.
Hier mal ein paar Tipps:

Falls Dein Hund an der linken Seite Fuß laufen soll, hälst Du die Leine in der rechten Hand, ein Leckerchen in der linken.Wenn Du die volle Konzentration Deines Welpen hast lauf los und halt ihm das Leckerchen immer wieder unter die Nase.Immer wieder dann „Bei Fuß“ sagen. Anfangs solltest Du die Übungen nicht zu lange machen und darauf achten das Du auch Bögen machst, also umdrehst, in die entgegengesetzte Richtung läufst. Er verbindet „Bei Fuß“ automatisch mit nem Leckerli.
Wenn Du dann das Leckerchen wegläßt kanns sein das er wieder zieht, bleib einfach stehen, irgendwann wird er sich nach Dir umdrehen und gucken was Du machst, in dem Moment indem sich die Leine lockert gehst Du dann weiter. Auch dies wird er bald wissen:Ähm, wenn ich nicht mehr ziehe gehts ja weiter.
Versuchs mal so, wenn Du damit nicht weiterkommst kannst Du mir ne E-Mail schicken.

Viel Glück und liebe Grüße

Yvonne

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Hallo!
Ich würde kein Halti benutzen. Es gibt viele Tricks, um dem Hund ordentliches Gehen an der Leine beizubringen. Ein Halti ist eher eine Notlösung… die ich für überflüssig halte!

Der 1. Trick ist, dass du immer dann stehen bleibst, wenn der Hund zieht. Der Hund muss merken, dass er mit wildem Zerren an der Leine keinen Erfolg hat und nur das Gegenteil von dem erreicht, was er erreichen möchte. Sobald die Leine locker ist, er sich z.B. verdutzt nach dir umdreht o.ä. gehst du weiter (+Lob!). Und das machst du dann die ganze Zeit… Ich gebe zu, dass das eine sehr nervenaufreibende Angelegenheit ist, und u.U. kommst du erst Stunden später dort an, wo du hingehen wolltest… :wink:

Deshalb rate ich dir zu Trick Nr. 2:
Du bestimmst, wohin ihr geht. Du wechselst ruckartig die Richtung, gehst hin und er, vor und zurück. Der Hund muss dir folgen, da er ja an der Leine hängt. Er wird verwirrt sein, weil er nie weiß, wohin er als nächstes gezogen wird. Sein eigenes Ziehen und Zerren wird er bald unterlassen, denn das tust du ja schon.
Sobald er zieht, läufst du also quasi im Zick-Zack, im Kreis, nach vorne, nach hinten usw.
So merkt der Hund, dass das starke Element an der Leine DU bist!
Er muss dir folgen, du bestimmst, wohin es geht.
Bei vielen Hunden, die wie wild an der Leine zerren wirkt dieser Trick Wunder. Sie sind am Ende so verwirrt, dass sie ganz brav neben einem her gehen. Dann folgt natürlich Lob.
Du musst die Aufmerksamkeit deines Hundes auf dich ziehen.
Dazu vielleicht Trick Nr. 3: Nimm Leckerlies mit, die du deinem Hund zeigst. Nimm sie in die linke Hand, wenn der Hund links geführt wird.
Er wird aufmerksam neben dir hergehen, weil du ja das Leckerchen hast.
Dann gibst du ihm eins als Belohnung fürs brave Nebenhergehen.
Den Begriff „Fuß“ kannst du damit auch verbinden.

Ansonsten mach dir nicht zu viel Stress! Dein Hund ist noch jung.
Klar sollte er jetzt schon lernen, artig an der Leine zu gehen.
Aber wenn es jetzt noch nicht perfekt klappt, solltest du dir keine Sorgen machen. „Übung macht den Meister“!
Viel Erfolg!
Galli

Hallo Manuela,

Kopfhalfter sind die weltweit am häufigsten verwendeten Hilfsmittel Tiere zu führen und haben sich seit Jahrtausenden bewährt.

Ich verwende bei meinen Hunden Gentle Leader Kopfhalfter. Diese sind vom Zuschnitt angenehmer für den Hund und lassen sich durch Verstellmöglichkeiten besser anpassen als Halti/Mastercontrol.

Den Umgang mit Kopfhalftern sollte man sich allerdings unbedingt von jemandem mit Erfahrung zeigen lassen und dann möglichst unter „Aufsicht“ einüben (Reine Buchlektüre ist hier weniger sinnvoll). - Ich kenne eine ganze Reihe von Hundehaltern, die das Halfter – mit teilweise abenteuerlichen Begründungen – zunächst ablehnten, es aber nach entsprechender Einweisung regelmäßig und gern verwenden. Kopfhalfter sind m. E. ein hervorragendes Hilfsmittel; entscheidend für den Erfolg ist aber, wie gesagt, die sachkundige Verwendung.

Gruß

Johnny

Vielen Dank für eure Tipps! Also werde ich wohl auf den Halti erst einmal verzichten und üben, üben, üben.

Schönen Gruss - Manuela