Abschied - vorsicht lang und traurig

Hallo Ihr,

letzten Samstag war der Augenblick gekommen, vor dem ich unendliche Angst hatte. Mein 21-Jahre alter Haflinger mußte eingeschläfert werden. Er war 20 lange Jahre mein bester Freund und lange Zeit auch das Einzigste, was ich auf der Welt hatte. Nun ist er fort und mein Verstand weigert sich, dies zu akzeptieren. Er hatte in der letzten Zeit viele Kolliken und war vor 4 Wochen in der Tierklinik. Danach schien es erst besser zu werden aber letzten Mittwoch fing es dann wieder an. Sein Darm hat an einer Stelle nicht mehr richtig gearbeitet und dadurch hat sich dort immer eine Verstopfung gebildet und wenn dann neues Fresses durch mußte, hat es ihm weh getan. Wenn das durch war, ging es dann wieder. Ich habe die letzte Zeit nur noch für dieses Pferd gelebt. Alles getan was in meiner Macht stand. Bestes Heu mehrmals täglich. Jeden Tag draußen (zusammen mit seiner besten Freundin - meiner Stute) auf dem Auslauf. Jeden Tag leichte Bewegung. Nur wenig Kraftfutter usw. usw. Und doch konnte ich es nicht aufhalten. Er hat auch nicht mehr zugenommen und mehr Kraftfutter füttern durfte ich ja nicht wegen seinem Darm. Wir haben dann noch geschaut, ob wir es noch mal in den Griff bekommen aber … Ich hatte mir geschworen, dass meine Tiere niemals leiden müssen und dem mußte ich mich jetzt stellen. Er hat die letzten Tage dann alles fressen dürfen was er wollte und auch in Mengen. Ich habe ihn bis Samstag noch verwöhnt und er durfte auch noch mal ins Gras. Kurz bevor es dann soweit war, fing er wieder mit seinem Krämpfen an. Die 2 Tage vorher wirkte er verdammt normal, so dass ich dass gar nicht glauben wollte. Ich habe mit 3 Tierärzten gesprochen und alle haben mir das Gleiche gesagt. Es gibt keine Heilung und die Krämpfe werden wieder kommen und er wird auch nicht mehr zunehmen sondern noch mehr abnehmen. Eine OP kam nicht in Frage. Er wäre entweder dabei gestorben oder danach elendig verreckt.

Meine Stute war mit dabei und es schien, als wollte er nicht mehr. Wir haben ihn zu dem ausgewählten Platz geführt und dann hat er sich nicht mehr gerührt. Ich wollte ihn noch so zwei Schritte weiter führen, damit er auf dem Heubett stand aber er ging keinen Schritt mehr. Er hat dann von uns noch einen letzten Apfel bekommen aber auch den hat er nur noch genommen, weil er da wahr. Plötzlich hat er dann auch Nasenbluten bekommen.

Auch das Wissen, dass er nicht leiden mußte und ich ihm alles ersparen konnte, lindert nicht wirklich den unendlichen Schmerz. Ich habe dieses Pferd großgezogen und war immer für ihn da - sowie er auch immer für mich da war und jetzt bin ich alleine - ich weiss, ich habe noch meinen Stute und die braucht mich auch - aber trotzdem fühle ich mich so. Ich habe aber alle Versprechen gehalten, die ich diesem Pferd jemals gegeben habe: ihn nicht zum Schlachter zu bringen, ihn nicht leiden zu lassen und bis zum letzten Augenblick bei ihm zu bleiben.

Ich hoffe, dass er jetzt auf mich aufpaßt und in einer besseren Welt ist. Im Pferdehimmel, wo es niemals mehr Schmerzen gibt und nur Sonne und er ist mit seinen Eltern und Freunden aus der Vergangenheit zusammen.

Hoffentlich ist er nicht böse auf mich, dass ich diese Entscheidung so und zu diesem Zeitpunkt getroffen habe und ich hoffe, er verzeiht mir.

Unsere Wissenschaft ist so weit. Wir fliegen zum Mond und können trotzdem bei solchen Dingen nichts tun.

Liebe Grüße
Yvonne

mein Beileid
Hallo Yvonne,
ich kann dich gut verstehen, wenn man an einem Tier hängt, gibt man es nicht gerne her, grade Pferde können einem was geben, was andere Tiere nur schwer können, niemand kann das beschreiben, man muß es einfach fühlen.

Aber überleg doch mal, was für ein Glück dein Haffi hatte. Er wurde 21 Jahre alt, welches Sportpferd erreicht das heute denn noch? Es ist ein stattliches Alter gewesen und es war sicherlich die richtige Entscheidung, ihm den Schmerz abzunehmen. Jetzt hat er keine Koliken und Schmerzen mehr und ein erfülltes Leben hatte er sicherlich auch, da bin ich mir sicher. Irgendwann kommt nunmal der Zeitpunkt, Abschied zu nehmen, für uns alle.

Nimm es nicht so schwer und versuche deiner Stute eine gute Freundin zu sein, auch wenn es dich noch trauriger macht sie zu sehen, sie braucht dich jetzt auch besonders!

Liebe Grüße,
Manu

Hallo Manu,

danke für dein Mitgefühl. Ich muss mich halt jetzt jeden Tag mit der Realität am Stall abfinden. Auf der einen Seite sehr schwer, da hinzukommen und es ist alles anders auf der anderen Seite aber auch Antrieb und Motivation.

Alles Liebe.
Yvonne

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Liebe Yvonne

ich kann das sehr gut nachvollziehen, ich habe auch vor ca einem Jahr meine 23
Jährige Stute einschläfern lassen müssen.
Sie war sehr sehr krank, leider konnte man nichts mehr machen.
Das hat mehr wehgetan als alles was ich davor erlebt hab. Und immer wieder hab
ich mir die Frage gestellt, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, ob
ich nciht noch irgendetwas für sie hätte tun können.
Aber es gab nichts mehr. Nach einem Jahr kann ich damit umgehen, obwohl es noch
sehr sehr weh tut wenn ich an sie denke.
Aber ich bin mir sicher, irgendwann seh ich sie wieder, und wenns wirklich ein
Pferdehimmel ist, und dann kann ich ihr erklären, warum ich diese Entscheidung
getroffen habe und wie sehr ich sie liebe.

Ich wünsche dir alles gute für die Zukunft und bin in Gedanken bei dir

Alles Liebe

Julia

Ich habe damals einen 7jährigen auf der Koppel verloren, er hatte sich im Koppelzaun aufgehängt und sich die Haut an den Hinterbeinen bis auf die Knochen abgezogen, ich glaube dieses Schlachtfeld werde ich nie vergessen, das viele Blut, die Fetzen überall … Gott sei Dank habe ich ihn nicht gefunden und andere sind mit ihm in die Tierklinik gefahren, so konnte ich mich nicht verabschieden, aber ich glaube das war auch besser so.

Sei froh, daß er auf würdevolle Weise sterben durfte und sich nicht so sehr quälen musste, du hast auf jeden Fall die richtige Entscheidung getroffen!

Manu

Liebe Julia,

ich denke, dass Du deiner Stute nicht sagen mußt, wie sehr Du sie liebst. Das weiß sie bestimmt. Es tut irgendwie gut, zu wissen, dass man mit seinen Gefühlen nicht alleine dasteht.

Vielen Dank
Yvonne

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Herzliches Beileid auch von mir
Liebe Yvonne,

es tut mir wirklich sehr leid, was ich hier gelesen hab. Es ist Dir sicherlich auch nicht leicht gefallen, diese Zeilen zu schreiben. Hut ab!

Ich selbst hab auch vor 3 Jahren meinen besten Freund verloren. Ich war bei seiner Geburt dabei, hab ihn aufgezogen, angeritten und hab jede freie Minute mit ihm verbracht. Mittlerweile hab ich mich zwar damit abgefunden, aber akzeptieren kann ich es immer noch nicht. Er war erst 7!!! Aber ich kann mit Gewissheit sagen, dass dies die schoensten 7 Jahre meines Lebens waren. Er hat mir so viel gegeben, das kann mir keiner mehr nehmen und dafuer bin ich dankbar.

Ich bin mir sicher, dass Dein Hafi Dir absolut nicht boese ist. Er hat genau gespuert, wie Du Dich fuehlst und wusste, dass Du fuer euch beide die richtige Entscheidung getroffen hast. Er springt jetzt bestimmt ganz froehlich im Pferdehimmel herum und freut sich auf ein Wiedersehen mit Dir in viiiieeelen Jahren.

Ich weiss, es ist sehr schwer, aber schau nach vorne und kuemmere Dich um Deine Stute. Fuer sie war das ganze auch nicht leicht und wenn Ihr euch gegenseitig Halt gebt, dann werdet Ihr die Situation bestimmt meistern.

Liebe Gruesse

Kim

Liebe Yvonne

ja sie weiss sicher wie sehr ich sie geliebt habe.
Ich möchte dir nur sagen, was mir damals geholfen hat.
Ja es tut weh, es tut so weh, aber es war das richtige.Es wäre eine falsche
Liebe gewesen, wenn du ihn länger hättest Leiden lassen.
so wie bei meiner damals.

Alles Liebe

Julia

wünsche dir viel kraft
ich wünsche dir die kraft, die schlimme zeit der trauer zu überstehen.

Hallo Yvonne,

nein…er ist Dir sicher nicht böse…das vorweg

auch ich habe Angst vor diesem Moment und eben weil ich weiss, daß er unweigerlich irgendwann einmal kommt, wünschte ich, ich könnte Dich besser trösten.

Ich habe etwas gefunden, vielleicht hilft es Dir ein kleines bißchen

DIE REGENBOGENBRÜCKE!!!

An einer Stelle der Ewigkeit
gibt es einen Platz,
den man die Regenbogenbrücke nennt.
Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen,
Hügeln und saftigem grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es Wiesen und Hügel für all unsere speziellen Freunde,
damit sie laufen und zusammen spielen können.
Es gibt immer zu fressen und zu trinken,
es ist warmes schönes Frühlingswetter,
und unsere Tiere fühlen sich wohl und zufrieden.
Alle Tiere die einmal alt und krank waren,
sind wieder gesund und stark,
so, wie wir uns in unseren Träumen erinnern,
wenn die Zeit vergeht.
Die Tiere sind glücklich und haben alles,
außer einem kleinen Bisschen;
sie vermissen jemanden Bestimmtes, jemanden,
den sie zurückgelassen haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages eines sein Spiel plötzlich unterbricht
und in die Ferne schaut.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf,
die hellen Augen sind aufmerksam,
der Körper ist unruhig.
Plötzlich trennt es sich von seiner Gruppe,
fliegt förmlich über das grüne Gras,
seine Beine tragen es schneller und schneller.
Es hat Dich gesehen.
Noch bist Du wie ein Punkt in der Unendlichkeit,
doch wenn Du und Dein Freund
sich dann endlich treffen,
gibt es nur noch Wiedersehensfreude,
die nicht enden will.
Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder,
Deine Hände streicheln über den geliebten Kopf
und Du siehst einmal mehr
in die treuen Augen Deines Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war,
aber nie aus Deinem Herzen.
Dann geht Ihr zusammen
über die Regenbogenbrücke

und Ihr werdet nie wieder getrennt sein…

Hallo Suse,

das ist wunderschön und ich denke, so ist es auch.

Vielen Dank und liebe Grüße
Yvonne

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Vielen Dank
für euer Mitgefühl. Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Vor allem der wunderschöne Text von der Regenbogenbrücke ist genau das, was ich denke und hoffe.

Ich wünsche euch alles Liebe und euren Tieren ein glückliches und erfülltes Leben.

Eine unendlich traurige
Yvonne

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