Eine Katze kennt die andere nicht mehr

Hallo miteinander,

in der Nacht ist eine meiner zwei Wohnungskatzen (Minka) irgendwie nach draußen gelangt (ich weiß zwar nicht, wie sie es geschafft hat, habe aber einen Verdacht). Aber zum Glück ist sie wieder da, wir haben sie am Grundstück wieder aufgefunden; sie wollte zweifelsohne wieder zurück und war auch froh, wieder nach Hause zu kommen. Gut so, denn sonst wäre für mich zumindest Weihnachten gestorben.

Doch nun ist das Problem, dass meine zweite Katze Mausi (sie kennen sich schon jahrelang, ich habe auch beide zusammen im Alter von jeweils 1,5 Jahren zu mir genommen) den Ausreißer nicht mehr zu kennen scheint. Eigentlich ist Mausi eher ein Angsthase, ziemlich schüchtern und läuft gleich vor allem weg, was ihr nicht geheuer ist. Doch nun ist sie wie ausgewechselt - Mausi attackiert Minka ständig, so dass die Arme nur noch auf Fenstersimsen in Sicherheit ist - sobald sie durch einen Raum will, kommt es gleich zum Kampf. Teilweise sucht Mausi auch Streit und geht nur zur Minka hin, um sie anzuknurren und anzufauchen.

Minka ist nun ziemlich ängstlich und eingeschüchtert - eigentlich lässt sie sich sonst nicht sowas von der Mausi bieten, sie fetzen sich zwar manchmal auch, aber das ohne Knurren, ohne Fauchen und ohne dieses kämpferische Schreien.

Jetzt haben wir die beiden getrennt und uns um beide gleichermaßen gekümmert.

Nun meine Fragen:

  1. Ich nehme an, dass Minka einen Geruch an sich hat, den Mausi nicht mehr als ihre Spielpartnerin erkennen lässt. Wie lange dauert es, bis der „normale“ Geruch wieder kommt? Sie hat sich schon geputzt, am Teppich gewälzt, ist von uns gestreichelt und mit dem Kamm, mit dem ich beide Katzen - die Mausi aber hauptsächlich - normalerweise kämme, gepflegt worden.

  2. Erinnert sich die Mausi wieder an die Minka oder ist das nun quasi immer so, als ob die Minka eine neue Katze für sie ist?

  3. Was kann ich unterstützend noch tun?

Viele Grüße, einen schönen vierten Advent (schöner jedenfalls als meinen bisher)!

Manor

Hallo Manor,

Mausi kennt Minka sehr wohl noch. Sie war in der Katzengemeinschaft immer die Schwächere, die im Rang unter Minka stand.
Jetzt hat sie die Chance ihres Lebens in der Rangfolge aufzusteigen. Zum einen war sie für kurze Zeit Chefin im Revier, zum anderen ist Minka wahrscheinlich durch ihren Ausflug in fremdes Gelände verunsichert und zeigt das körpersprachlich auch deutlich an. Diese Verunsicherung und Schwäche nutzt Mausi jetzt aus, in der Hoffnung eine bessere Position in der Beziehung zu ergattern. Dieses Phänomen tritt auch häufig auf, wenn eine Katze aus einem größeren Wohnungskatzenbestand kurzzeitig abwesend war (z.B. Tierarztbesuch). Mit dem Geruch hat das nur insofern etwas zu tun, dass Katzen Stimmungslagen u. Angst auch geruchlich bei Ihrem Gegenüber wahrnehmen können (z.B. am Analdrüsensekret).
Lass deinen Katzen möglichst viel Rückzugsmöglichkeiten, dann wird sich die Situation relativ schnell wieder klären.

Gruß

Johnny

Hallo Manor,

genau die gleiche Situation hatte ich auch mal. Einer meiner Kater hatte sich in einem Feld rumgetrieben, wo wohl auch fremde Kater unterwegs waren. Als er wieder hoch kam, haben sich zwei meiner Kaetzinnen auf ihn gestuertzt - und es gab ein Geschreie und wilde Kaempfe. Die wollten sich einfach nicht mehr einkriegen, die Situation war total aus den Fugen geraten.
Ich habe die Kaetzinnen dann ueber nacht in ein anderes Zimmer gesperrt, war selber richtig fertig.
Am naechsten morgen war alles wie vergessen :smile:
Da hatte der Kater wohl auch schon wieder normal gerochen.
Ich nehme mal an, das es am fremden Geruch lag.
Vielleicht war das bei deinem Tiger auch der Fall.
Trenn sie einfach mal fuer ein paar Stunden, einen Tag. Zusaetzlich koenntest den Ausreisser vielleicht mit einem Handtuch einreiben, wo er frueher mal drauf gelegen hat - damit der fremde Geruch verschwindet.

Viele Gruesse Manu

Hallo Manor,

Mausi kennt Minka sehr wohl noch. Sie war in der
Katzengemeinschaft immer die Schwächere, die im Rang unter
Minka stand.

Woran kann man das sehen, wer die stärkere Katze ist? Vor dem Zwischenfall sah es so aus: Minka putzt ab und zu die Mausi, die Mausi aber nie die Minka. Wenn die Mausi mit dem Kopf zum Essen geht, weicht die Minka auf den anderen Trog aus. Aber wenn die Minka bei mir liegt, dann vertreibt sie die Mausi und eght danach selbst.

Jetzt hat sie die Chance ihres Lebens in der Rangfolge
aufzusteigen. Zum einen war sie für kurze Zeit Chefin im
Revier, zum anderen ist Minka wahrscheinlich durch ihren
Ausflug in fremdes Gelände verunsichert und zeigt das
körpersprachlich auch deutlich an. Diese Verunsicherung und
Schwäche nutzt Mausi jetzt aus, in der Hoffnung eine bessere
Position in der Beziehung zu ergattern. Dieses Phänomen tritt
auch häufig auf, wenn eine Katze aus einem größeren
Wohnungskatzenbestand kurzzeitig abwesend war (z.B.
Tierarztbesuch).

Eigentlich war Minka erst verunsichert, nachdem sie von der Mausi so angegangen ist. Seit heute morgen 10 Uhr ist sie wieder daheim und viel geändert hat sich in der Zwischenzeit nichts.

Sollen wir sie getrennt halten (über Nacht) oder doch zusammen in einem Raum lassen? Die Mausi geht so aggressiv vor, das habe ich dieser Katze nicht im mindesten zugetraut. Und die Minka hat auch schon im Kampf einige Schreie losgelassen, die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Die Minka macht immer nur auf Rückzug, normalerweise (im Spiel) greift sie eigentlich an.

Mit dem Geruch hat das nur insofern etwas zu
tun, dass Katzen Stimmungslagen u. Angst auch geruchlich bei
Ihrem Gegenüber wahrnehmen können (z.B. am Analdrüsensekret).

Aber warum macht die Unsicherheit und die Angst einer anderen Katze meine Mausi so aggressiv?

Lass deinen Katzen möglichst viel Rückzugsmöglichkeiten, dann
wird sich die Situation relativ schnell wieder klären.

Nun ja, da eine Katze nur auf Attacke aus ist, geht es eigentlich nur um Rückzugsmöglichkeiten für meinen Ausreißer. Wie sollten die aussehen? Und wie schnell klärt sich die Situation wieder?

Viele Grüße
Manor

Hallo Manor

Woran kann man das sehen, wer die stärkere Katze ist? Vor dem
Zwischenfall sah es so aus: Minka putzt ab und zu die Mausi,
die Mausi aber nie die Minka. Wenn die Mausi mit dem Kopf zum
Essen geht, weicht die Minka auf den anderen Trog aus. Aber
wenn die Minka bei mir liegt, dann vertreibt sie die Mausi und
eght danach selbst.

Nach deinem ersten Posting dachte ich, Mausi sei die rangniedere Katze, da du schriebst, sie sei die Ängstliche. Die Ängstlichkeit bezieht sich aber anscheinend nicht auf Minka, sondern eher auf Umwelteinflüsse und Fremdes.
Nach deiner obigen Beschreibung engt Mausi Minka in ihrer Bewegungsfreiheit ein, duldet Pflegeverhalten und macht ihr sogar Futter streitig. Damit demonstriert sie Minka ihre ranghöhere Stellung.

Eigentlich war Minka erst verunsichert, nachdem sie von der
Mausi so angegangen ist. Seit heute morgen 10 Uhr ist sie
wieder daheim und viel geändert hat sich in der Zwischenzeit
nichts.

Es gibt Katzen, die eine andere Katze dulden, diese aber keineswegs lieben und sie lieber heute als morgen los hätten. Bei Mausi könnte es durchaus so sein, dass sie „heilfroh“ war, diese Minka endlich als Konkurrentin vom Hals zu haben. Jetzt taucht sie plötzlich wieder auf und wird (nehme ich zumindest an) überschwänglich begrüßt und betüddelt - das veranlasst Mausi umso massiver gegen sie vorzugehen. Bisher hat Mausi die Minka immer nur subtil dominiert, hat sie in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, aber es bestand nie die Möglichkeit sie aus der Wohnung zu treiben. Jetzt hat sich plötzlich eine neue Perspektive ergeben: Man kann die Minka ja anscheinend auch weiter abdrängen. [Ich ziehe diese Schlüsse aus deinen bisherigen Beschreibungen]

Sollen wir sie getrennt halten (über Nacht) oder doch zusammen
in einem Raum lassen? Die Mausi geht so aggressiv vor, das
habe ich dieser Katze nicht im mindesten zugetraut. Und die
Minka hat auch schon im Kampf einige Schreie losgelassen, die
mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Die Minka macht
immer nur auf Rückzug, normalerweise (im Spiel) greift sie
eigentlich an.

Aber warum macht die Unsicherheit und die Angst einer anderen
Katze meine Mausi so aggressiv?

Wie ich das sehe, liebt Mausi Minka nicht gerade heiß und innig und meint jetzt ihre Chance zu haben, sie endgültig aus der Wohnung zu vertreiben.

Nun ja, da eine Katze nur auf Attacke aus ist, geht es
eigentlich nur um Rückzugsmöglichkeiten für meinen Ausreißer.
Wie sollten die aussehen? Und wie schnell klärt sich die
Situation wieder?

Lass so viele Räume wie möglich offen, damit Minka die Möglichkeit hat sich zu verstecken bzw. die beiden sich aus dem Weg gehen können. Biete mehrere Futterstellen und Katzentoiletten an.
Wenn Mausi die Minka massiv attackiert, würde ich eingreifen (z.B. mit Wasserspritze). Solange es sich eher um rituelle Kämpfe handelt, würde ich mich nicht einmischen.

Wie lange das Ganze dauert, bis sich wieder ein erträgliches Miteinander eingestellt hat, kann ich nicht sagen, da Katzen sehr unterschiedlich sind. Man weiß ja auch nicht, wie sehr Mausi schon die ganze Zeit durch die „Zwangsgemeinschaft“ mit Minka „leidet“.

Falls du die Möglichkeit hast, deinen Katzen Freigang zu gewähren, könnte das zur Entspannung der Situation beitragen. Reinen Wohnungskatzen fällt oft die Decke auf den Kopf, sie sind nicht richtig ausgelastet und dementsprechend leicht reizbar und grantig.

Versuch Minka nicht zu sehr zu bemuttern, kümmere dich viel um Mausi und lass den Katzen ein paar Tage Zeit. Ich denke, bis Weihnachten herrscht wieder einigermaßen Frieden in der Familie :smile:.
(Auch Katzen sind in der kalten dunklen Jahreszeit eben leicht reizbar)

Ich wünsche ein friedvolles Weihnachtsfest

Gruß

Johnny

Hallo

Woran kann man das sehen, wer die stärkere Katze ist? Vor dem
Zwischenfall sah es so aus: Minka putzt ab und zu die Mausi,
die Mausi aber nie die Minka. Wenn die Mausi mit dem Kopf zum
Essen geht, weicht die Minka auf den anderen Trog aus. Aber
wenn die Minka bei mir liegt, dann vertreibt sie die Mausi und
eght danach selbst.

Nach deinem ersten Posting dachte ich, Mausi sei die
rangniedere Katze, da du schriebst, sie sei die Ängstliche.
Die Ängstlichkeit bezieht sich aber anscheinend nicht auf
Minka, sondern eher auf Umwelteinflüsse und Fremdes.
Nach deiner obigen Beschreibung engt Mausi Minka in ihrer
Bewegungsfreiheit ein, duldet Pflegeverhalten und macht ihr
sogar Futter streitig. Damit demonstriert sie Minka ihre
ranghöhere Stellung.

Aber die Minka vertreibt sie grundsätzlich, wenn die Mausi zu mir kommt und ich am Sofa sitze. ich kann mir eigentlich icht vorstellen, dass es bei den beiden so etwas wie eine Rangordnung gibt - jetzt nicht ethisch, sondern eher aus Beobachtung. Eigentlich verhalten sich beide ziemlich gleichrangig. Denn wenn z.B. Minka keine Lust mehr die Mausi zu putzen hat, dann gibts eine mit der Tatze, da haut die andere auch gleich ab (Mausi kommt ja eigentlich nur dann, damit die Minka, wenn sie eh schon grad am Putzen ist, sie gleich mitputzen kann).

Welche Verhaltensweisen deuten alle auf einen ranghöheren Status hin? Was würde nicht hineinpassen?

Was Nahrung angeht… nun ja, meistens isst Minka zuerst (sie ist auch die, die am liebsten isst) und dann aus beiden Trögen abwechselnd, wo halt mehr drin ist. Mausi hat es nicht so mit Gemeinschaftsessen, außer sie hat großen Hunger (jetzt im Winter fressen sie eh meist wie die Scheuendrescher).

Normalerweise läuft es so am Morgen ab: Ich stehe auf, gehe aus dem Schlafzimemr (kein Zutritt für Katzen), da warten schon beide auf mich. Ich gehe erst mal am Klo, währenddessen wird geschmust, entweder mit einer von beiden oder mit beiden nacheinander. Dann gehts in die Küche zur Futterverteilung. Minka frisst gleich drauf los, die Mausi begleitet mich dann ins Bad, wo ich während meiner Morgenhygiene (spätestens beim Geräusch der elektrischen Zahnbürste kommt sie) mit ihr schmuse. Dann gehe ich in die Dusche, wobei das Geräusch des Wassers die Minka anlockt. Beide bleiben im Bad, nachdem ich mit dem Duschen fertig bin, wird noch einmal geschmust. Minka springt mir dabei oft auf den Schoß, die Mausi sitzt neben mir am Badewannenrand.

Was das Verhalten bei Schlafplätzn angeht, so haben beide gewisse Lieblingsplätze, die auch oft saisonal verschieden sind. Im Winter liegt die Minka gern auf einer Wolldecke am Kachelofen, wenns ihr da zu warm wird, geht sie in den neben stehenden Pappasansessel zum Schlafen. Mausi dagegen schläft hauptsächlich im Pappasansessel. Beide schlafen auch gern an mit Kissen ausgelegten Fenstersimsen oder in dem Katzenkorb, der vor der Balkontüre steht - allerdings vor allem dann, wenn die Sonne dahin scheint (also vor allem im Sommer). Mir ist da aufgefallen, dass die Minka oftmals die Mausi von einem begehrten Platz vertreibt oder sie gar nicht erst hin lässt. Die Mausi allerdings habe ich noch nie beim Vertreiben der Minka gesehen. Aber manchmal herrscht auch Friede und sie schlafen dann gemeinsam an den Plätzen.

Eigentlich war Minka erst verunsichert, nachdem sie von der
Mausi so angegangen ist. Seit heute morgen 10 Uhr ist sie
wieder daheim und viel geändert hat sich in der Zwischenzeit
nichts.

Es gibt Katzen, die eine andere Katze dulden, diese aber
keineswegs lieben und sie lieber heute als morgen los hätten.

Nun ja, wir wollten ursprünglich nur eine Katze haben. Bei der Familie, bei der sie zuvor gelebt haben, gab es mehrere, so 5 bis 7 meine ich, alles Hauskatzen. Und die Mausi war immer der Minka überall hin gefolgt, die waren da so eine Art Clique in der großen Katzengemeinschaft. Da mussten sie sich zumindest gemocht haben. Aus diesem grund haben wir uns dann entschlossen, beide zu nehmen, damit die Mausi (das ursprüngliche Objekt unserer Begierde) nicht so alleine ist.

Bei Mausi könnte es durchaus so sein, dass sie ?heilfroh? war,
diese Minka endlich als Konkurrentin vom Hals zu haben.

Könnte gut sein, als ich die Minka eine halbe Stunde lang überall in der Wohnung gesucht habe, war sie ständig dabei gewesen.

Jetzt
taucht sie plötzlich wieder auf und wird (nehme ich zumindest
an) überschwänglich begrüßt und betüddelt - das veranlasst
Mausi umso massiver gegen sie vorzugehen.

Eigentlich nicht… ich habe bewusst mich erst um die Mausi und dann um die Minka nach der Rückkehr gekümmert. Die Minka wurde dann von meinem Lebensgefährten „betreut“.

Bisher hat Mausi
die Minka immer nur subtil dominiert, hat sie in ihrer
Bewegungsfreiheit eingeschränkt, aber es bestand nie die
Möglichkeit sie aus der Wohnung zu treiben. Jetzt hat sich
plötzlich eine neue Perspektive ergeben: Man kann die Minka
ja anscheinend auch weiter abdrängen. [Ich ziehe diese
Schlüsse aus deinen bisherigen Beschreibungen]

Ich habe nach wie vor Skepsis, dass die Mausi dominant ist. siehe auch weiter unten.

Sollen wir sie getrennt halten (über Nacht) oder doch zusammen
in einem Raum lassen? Die Mausi geht so aggressiv vor, das
habe ich dieser Katze nicht im mindesten zugetraut. Und die
Minka hat auch schon im Kampf einige Schreie losgelassen, die
mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Die Minka macht
immer nur auf Rückzug, normalerweise (im Spiel) greift sie
eigentlich an.

Aber warum macht die Unsicherheit und die Angst einer anderen
Katze meine Mausi so aggressiv?

Wie ich das sehe, liebt Mausi Minka nicht gerade heiß und
innig und meint jetzt ihre Chance zu haben, sie endgültig aus
der Wohnung zu vertreiben.

Mittlerweile (seit ca. 12 Stunden nach der Rückkehr, seit ca. 22.00 Uhr) hat es sich umgedreht. Nachdem nicht nur ich mich um die Mausi gekümmert habe sondern auch mein Lebensgefährte (er hat bisher die Minka vor den Attacken geschützt, da sie sich duckmäuserisch verhalten und nicht zurückgeschlagen hat) sich eingehend mit ihr Beschäftigt, fällt Mausi in ihre schüchterne Art wieder zurück. Vorher hat sie die Minka angegriffen, egal ob ihre position besser oder schlechter war. jetzt nicht mehr. Jetzt faucht auch nur noch die Minka, die Mausi scheint Angst vor ihr zu haben und läuft mit dem Bauch auf den Boden schleifend an ihr vorbei. Das Hinterteil hält sie auch stets gesenkt, wenn sie dasteht oder geht. Spätestens jetzt haben sich meine Zweifel bezüglich Dominanz der Mausi erhoben.

Beide beobachten sich jetzt lauernd, die Angriffe seitens der Mausi sind deutlich seltener (von alle fünf Minuten auf einmal innerhalb von vier bis fünf Stunden), die Minka greift dabei nicht an, sondern faucht nur. Mausi antwortet darauf fauchend und knurrend, wobei sie nicht wie vorher eine größere Position (aufstehendes Fell, erhobener Hintern) zeigt, sondern sich eher klein zu machen versucht.

Nun ja, da eine Katze nur auf Attacke aus ist, geht es
eigentlich nur um Rückzugsmöglichkeiten für meinen Ausreißer.
Wie sollten die aussehen? Und wie schnell klärt sich die
Situation wieder?

Lass so viele Räume wie möglich offen, damit Minka die
Möglichkeit hat sich zu verstecken bzw. die beiden sich aus
dem Weg gehen können. Biete mehrere Futterstellen und
Katzentoiletten an.
Wenn Mausi die Minka massiv attackiert, würde ich eingreifen
(z.B. mit Wasserspritze). Solange es sich eher um rituelle
Kämpfe handelt, würde ich mich nicht einmischen.

Ich nehme mal an, rituell bedeutet nicht verletzend, oder? Doch woran kann man sehen, wann die Grenze überschritten wird? Wenn die sich balgen, geht das so schnell, da kann man kaum mitkommen, was die nun alles genau machen. Und das Geschrei dabei (als ob wer den schwanz abgebissen bekommt) ist auch nicht gerade hilfreich, das richtig einzuschätzen.

Wie lange das Ganze dauert, bis sich wieder ein erträgliches
Miteinander eingestellt hat, kann ich nicht sagen, da Katzen
sehr unterschiedlich sind. Man weiß ja auch nicht, wie sehr
Mausi schon die ganze Zeit durch die „Zwangsgemeinschaft“ mit
Minka „leidet“.

Interessant ist, dass es ähnlich am Anfang war. Da hat die Minka die Mausi bekriegt, das ging drei Tage seit Aufnahme bei uns so. Aber das war bei weitem nicht so schlimm, wie es jetzt ist.

Falls du die Möglichkeit hast, deinen Katzen Freigang zu
gewähren, könnte das zur Entspannung der Situation beitragen.
Reinen Wohnungskatzen fällt oft die Decke auf den Kopf, sie
sind nicht richtig ausgelastet und dementsprechend leicht
reizbar und grantig.

Freigang geht nicht (würde ich auch nicht wollen, es gibt einfach zu viele böse Menschen in der Welt). Aber sonst sind beide auch lieb und eigentlich gar nicht grantig oder reizbar. Beide wollen eigentlich meist nur schmusen.

Versuch Minka nicht zu sehr zu bemuttern, kümmere dich viel um
Mausi

Das habe ich von Anfang an nicht. Ich habe versucht, mich um beide gleichermaßen zu kümmern. Dennoch scheint die Mausi ein wenig eifersüchtig zu sein.

und lass den Katzen ein paar Tage Zeit. Ich denke, bis
Weihnachten herrscht wieder einigermaßen Frieden in der
Familie :smile:.

Hoffe ich doch sehr, denn sonst fällts aus!

(Auch Katzen sind in der kalten dunklen Jahreszeit eben leicht
reizbar)

Ist mir bei meinen noch nicht aufgefallen, aber gut möglich, dass die Situation das bedingt.

Ich wünsche ein friedvolles Weihnachtsfest

Kann ich brauchen!

Vielen Dank und viele Grüße
Manor

Hallo Manor,

ich werde jetzt nicht auf jedes Detail eingehen, sonst verzetteln wir uns da zu sehr. Es ist eh sehr schwierig Katzenverhalten nur anhand von Beschreibungen zu analysieren.
Grundsätzlich bildet sich eine Art Hierarchie zwischen Katzen in einem Haushalt. Es ist jetzt aber nicht so, dass die „rangniedere“ Katze als rechtloses Geschöpf ihr Dasein fristet. Auch unterlegene Tiere haben durchaus Ressourcen, die sie zu verteidigen wissen und fahren auch ihren Artgenossen gegenüber bestimmte Strategien, mit denen sie sich Vorteile verschaffen.
Ranghöhere Tiere akzeptieren bestimmte Freiräume ihres Gegenübers, versuchen aber natürlich ihren Status zu halten oder auszubauen.
Dominieren des Gegenübers ist auch kein dauerhafter Zustand, sondern meist situationsbedingt. D. h. eine Katze, die ansonsten in ihrer Bewegungsfreiheit von einer anderen eingeschränkt wird, kann durchaus ihren Anspruch auf einen bevorzugten Liegeplatz behaupten.

Vergleichbar ist das Ganze mit einer Firma - da gibt es auch Personen, die mehr Privilegien genießen als andere, trotzdem hat auch die am schlechtesten bezahlte Arbeitskraft gewisse Rechte, Möglichkeiten und Freiräume, die respektiert werden.

Unter Katzen gibt es viele Arten, ihre soziale Stellung zu behaupten oder auszubauen. Ich zähle einfach einmal ein paar auf:

  • Ignorantes Verhalten Artgenossen gegenüber (z.B. Spielaufforderungen „übersehen“, auf Schreien nicht reagieren, …)

  • Bewegungseinengung (z.B. sich in den Weg stellen, beim Parallellaufen den anderen leicht abdrängen, …)

  • längeres Aufrechterhalten des Blickkontaktes (das Gegenüber so lange anschauen, bis dieses den Blick abwendet oder blinzelt)

  • Zulassen von Pflegeverhalten

  • demonstratives „Beutetragen oder -bewachen“

Und hier einige Signale, die subdominantes Verhalten signalisieren:

  • Gähnen, plötzliches hektisches Putzen, unruhiger Blick, sich kratzen, Schnauze lecken, unvermittelt irgendwelche imaginären Dinge ganz interessiert beschnuppern, Spielaufforderung aus gespannter Situation heraus, Versuch, durch betont unterwürfige Gesten Kontakt aufzunehmen, Vermeiden von Blickkontakt, …

Wie gesagt, es ist schwierig aus der Entfernung das Verhalten deiner Katzen genau zu beurteilen. Unabhängig davon bin ich überzeugt, dass sich die gehabten „Machtverhältnisse“ wieder einpendeln werden. Für uns Menschen ist es auch nicht so wichtig, welche Katze jetzt genau welche Stellung in der Gruppe hat, wichtig ist nur, dass wir die Katzen in gewissen Freiräumen gewähren lassen und sie nicht dazu bewegen wollen einander zu lieben und nach dem Prinzip der Gleichberechtigung miteinander umzugehen. Dies klappt unter Menschen nicht und unter Katzen schon dreimal nicht.

Frohes Fest

Johnny

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Hallo miteinander,

in der Nacht ist eine meiner zwei Wohnungskatzen (Minka)
irgendwie nach draußen gelangt :
Doch nun ist das Problem, dass meine zweite Katze Mausi (sie
kennen sich schon jahrelang, ich habe auch beide zusammen im
Alter von jeweils 1,5 Jahren zu mir genommen) den Ausreißer
nicht mehr zu kennen scheint.

  • Mausi attackiert Minka ständig, .

Nun meine Fragen:

  1. Ich nehme an, dass Minka einen Geruch an sich hat, den
  1. Was kann ich unterstützend noch tun?

Falls sich die Situation noch nicht normalisiert hat, kannst du über deine Tierarztpraxis eine Elektroverdampfer mit sogenannten „Pheromonen“ beziehen. Das sind Duftstoffe, die die Botschaft für die Katzen beinhalten: „Kein Grund zur Aufregung“.Aggressive Katzen werden damit in den meisten Fällen ruhiger. Menschen können diese Katzen-Pheromone nicht wahrnehmen. Sie sind völlig nebenwirkungsfrei. Frage in der Tierarztpraxis nach „Feliway“.