Beissender und kratzender Kater

wir haben uns vor Weihnachten einen im Frühjahr 2003 geborenen Kater aus dem Tierheim geholt. Er war ca. 4 Wochen dort, nachdem man ihn von der Strasse aufgelesen hatte. Er ist kastriert. Die ersten zwei Tage hat er nur geschnurrt und geschmust. Jetzt entpuppt er sich als regelrechter Halbstarker: beissen und kratzen sind seine Liebesbezeigungen. Wenn ich NEIN sage, läßt er nach, schleckt mich ab, um gleich darauf wieder zuzubeissen. Unsere Hände schauen aus als ob sie durch den Häcksler gegangen wären. Schmusen duldet er nur, wenn er todmüde ist. Er hat ein ganzes Haus zum Rumtoben, darf überall hin,auch ins Bett. Er ist aber kein Freigänger. Eine zweite Katze als Spielgefährten kann ich ihm leider nicht zugestehen. Er ist sonst unproblematisch. Soll ich ihm das Kratzen und Beissen hingehen lassen? Er wird dann evtl. im frecher. Ich wäre dankbar für hilfreiche Tips in der Erziehung des Bengels!
J. Norden

Hallo,
die ersten paar Tage war ja vermutlich auch jeder zu Hause. Wie sieht es jetzt aus ? Das Kratzen und (angedeutete) Beißen kenne ich auch von meiner Großen, wenn sie meint, ihr würde zunwenig Zuwendung zuteil. Bei einem Tier, daß seine ersten paar Monate unter sicher nur bescheidenen Bedingungen verbracht hat, sind Verlustängste sicher noch stärker ausgeprägt. Ich würde annehmen, daß sich das Verhalten mit der Zeit legt.

Gruss
Enno

Hallo Josefa,

vielleicht versucht er einfach ein bissel seine Grenzen auszuloten oder ist in der Tat etwas unausgelastet.
Ausser mit klaren und deutlichen „neins“ wuerde ich ihn nicht bestrafen, wenn er mal wieder zwickt etc. Andere Erziehungsmassnahmen greifen ueblicherweise nicht bei Katzen - so kenn ich es jedenfalls *gg*

Ich schliesse mich Ennos Meinung an, und denke das es sich vielleicht legen wird. Wer weiss, was er in seiner Vergangenheit durchgemacht hat. Jetzt muss er wohl erstmal Vertrauen zu euch finden, nachdem er sich eingelebt hat.
Hab hier auch so ein Exemplar, ehemals Strassen-Kampfkater. Anfangs hat er mich andauernd in die Fuesse gebissen, wenn ich nur schon an ihm verbeigelaufen bin. Ich konnte nicht mehr ohne Struempfe aus dem Haus, manchmal waren es richtig tiefe bisswunden. Nun, nachdem er einige Monate bei uns ist, hat sich das fast ganz gelegt. Gelegentlich zwickt er nur noch leicht, wenn ich an ihm vorbeilaufe ohne ihn zu beachten.

Vielleicht braucht deiner auch mehr Zuwendung und ausgedehnte Spiele um "zahmer " zu werden.
Drueck die Daumen, denn zerkratzte Haende sind unschoen anzusehen *gg*

Gruss Manu

Hallo Josefa,

meine Freundin hat auch so ein Kaliber, ne junge Katze (ca. 5 mon. alt), die beißt und kratzt wenn sie mehrmals am Tag ihre 5 min. hat. Autsch, mich hats auch schon erwischt. Allerdings ist die bis jetzt noch ne Wohnungskatze, darf erst wenns noch etwas milder wird raus.
Jedenfalls setzt meine Freundin sie auf den Boden wenn sie mal wieder anfängt, das muss sie aber öfters tun da der kleine Satan (hihi kleiner Spitzname von mir) nicht wirklich schnell aufgibt. Auch sie begleitet das runtersetzen mit einem Pfui oder ähnlichem. Mittlerweile hat sichs echt etwas gebessert.

Wenn sie Dir auch an die Füße geht würde ich sie so das sie es nicht sieht mit etwas Wasser bespritzen. Wirkt manchmal wahre Wunder. Hat sie es allerdings einmal gesehen woher das kommt kannst Du es bleiben lassen.

Viel Glück und in Zukunft unverkratzte Hände.

Liebe Grüße
Yvonne

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Schmusen duldet er nur, wenn er todmüde ist.

Ihr solltet Euch nie Eurem Kater aufdrängen. Wenn er seine Ruhe haben möchte, dann will er nicht geknuddelt werden. Es ist meiner Meinung nach kein Idealzustand, wenn die Katze Streicheleinheiten „nur duldet“.

Meinem Freund muß ich das auch noch beibringen. Der wundert sich auch über zerkratzte Hände, muß das arme Tier aber auch immer irgendwohin schleppen und ihm Zärtlichkeiten aufdrängen. Unsere Katze ist ein ehemaliger Streuner und mag es nicht, getragen zu werden. Sie liegt auch nur ungern auf dem Schoß. Sie duldet es aber hin und wieder, wenn man sie hochnimmt und auf den Schoß setzt. Ich akzeptiere ihre Bedürfnisse. Nun läuft sie mir immer hinterher, und streicht auch häufig um die Beine.

Wenn ich sie gern streicheln würde, dann halte ich meine Hand etwa 5-10cm vor ihre Stirn. Wenn sie überhaupt nicht mag, dann haut sie mit der Tatze, und ich ziehe mich zurück. Wenn sie gerade in Schmuselaune ist, dann reckt sie den Kopf zur Hand und streicht Hand und Arm entlang. Dann darf ich kraulen und streicheln, sie sogar mit einer Decke zudecken. Manchmal macht sie gar nichts. Dann duldet sie Streicheleinheiten. Ich laß es dann entweder bleiben oder kraule nur 2 Sekunden den Kopf.

Vielleicht ist es bei Euch ähnlich. Dann haltet Euch besser ein wenig zurück. Das Zerkratzen von Händen, Pullovern würde ich nicht dulden. Einige kleinere Kratzer im Spiel vielleicht, aber richtige Kampfkratzer nicht. Ein lautes Nein, und wenn das nichts hilft, einen Puster auf die Nase sollte reichen. Aber danach würde ich mich zurückziehen und die Katze in Ruhe lassen. Wenn sie in totaler Spiellaune ist, ist Spielzeug vielleicht eine gute Alternative. Es ist unheimlich drollig, wenn eine Katze einem kleinen Tischtennisball oder irgendwelchen Viechern an einer Spielangel (gibt es im Handel) nachjagt.

Bis denne!
Schnoof

Hallo,

das was du beschreibst haben alle unsere Katzen im Alter von 3 bis 6 Monaten gemacht. Vielleicht ist eurer ein Spätzünder. Ich habe das Problem damit in den Griff bekommen, dass ich, wenn die Katzen / Kater das Kratzen und Beißen anfingen, sie einfach kräftig durchgewalgt habe. D.h. mal ordentlich den Bauch durchkneten. Es soll nicht weh tun, nur etwas unangenehm sein. Sie lernen dann, dass allzu heftiges Spielen unangenehme Folgen nach sich zieht. Wichtig aber, dass du erkennen lernst, ob der Kater kratzt, weil er seine Ruhe haben will (dann lass ihn in Ruhe) oder weil er übermütig wird.
Wenn unser jetziger Kater seine Ruhe haben will, wenn ich ihn anfange zu streicheln, packt er die Hand vorsichtig (wenig Krallen) und beißt sanft hinein (mehr ein Greifen mit den Zähnen). Dann lasse ich ihn in Ruhe.

In den schlimmsten Zeiten habe ich einen alten weichen Lederhandschuh zum Knuddeln benutzt. Und wichtig: nie die Hand schnell wegziehen. Das löst einen Greifreflex aus und dann sieht deine Hand anschließen aus wie aus dem Mixer gekommen.

Gruß, Niels

Hallo,
unser Thaikater ist von klein auf bei uns und jetzt 2 jahre. Einen zweite Katze gibt es auch noch zum spielen. Er kommt gern mal auf den Schoß, hat aber dann auch manchmal die Eigenart, die streichelnden Hände festzuhalten, zu beißen und zu treten. Eindeutig ein Spielverhalten, dass er auch mit der anderen Katze macht.Es ist jedoch ein Kampfspiel, d.h. ganz selten faucht er auch ein bißchen.Da reichst mir dann auch und er bekommt einen Klaps. Er ist aber nicht nachtragend und ich auch nicht. Nn ja, eine Eigenart bei einem sonst sehr zutraulichen und gesellschaftliebenden Kater
Gruß
rakete

Hi,

ich habe auch grad einen „Neuen“ bei mir, der aber immerhin schon 13 Jahre alt ist. Keine Ahnung, was der so erlebt hat, aber mitten im Kraulen denkt der manchmal, mich einfach mal feste beißen zu müssen. Ich lasse ihn dann direkt in Ruhe und ignorier ihn, genau wie beim Spielen, wenn er einfach zu heftig wird.

Ich habe schon eine Menge Schrammen abbekommen, aber seit er merkt, dass er ignoriert wird, sobald er es übertreibt, ist es besser geworden. Und wenn ich merke, dass er sich zurückhält, lobe ich ihn natürlich besonders.

Heute morgen hat er beim Kraulen zum Beißen angesetzt und dann nur geschnappt, aber ohne mich zu berühren. Das werte ich als Fortschritt!!!

Außerdem habe ich gemerkt, dass „Bestrafen“ eher das Gegenteil bewirkt, da wird er nur noch agressiver. Unter Bestrafen zähle ich jetzt mal so Sachen wie laut „Nein“ sagen oder irgendwie anders selber agressiv reagieren (nein, ich schlage meine Katze nicht *g*), z.B. ihn im Nacken packen, wenn er kratzt und beißt. Normal halten Katzen dann ruhig und man kann seine Hand in Sicherheit bringen, meiner dagegen flippt dann erst richtig aus.

Darum: ignorieren, aus dem Raum gehen.

Viel Glück,

Cess

Hallo Josefa,

Es gibt Unterschiede:

  1. Beispiel: „Freddy“ - er hatte eine schlimme Kindheit bevor er zu mir kam. Er war schon zu alt um ihn irgendwie zu erziehen. Er war auch die meiste Zeit draussen und ich hab gar nichts von ihm mitbekommen, wenn er aber da war hat er sich eigenltich alles gefallen lassen. Gebissen oder gekratzt hat er niemanden (jedenfalls keine Menschen)
    wie gesagt ganz ohne Erziehung!

  2. Beipsiel: „Sonic“ - ein Dummerchen (das sage ich aber liebevoll)
    Er hat gebissen aber nur im Spiel. Hierbei musst du ihm beibringen die Krallen dabei einzuziehen sodass er dir nicht wehtut und auch beim beissen quasi nur deine Hand in den Mund nimmt, aber nicht feste zubeisst. Diese Erziheung geht genau wie du es machst mit einem „Nein“ oder auch ein lautes, erschrockenes „Autsch“ - damit er kapiert dass er dir wehgetan hat. Das ist nämlich nicht seine Absicht und du wirst an seinem Blick erkennen dass es ihm leid tut.

  3. Beispiel „Roggy“ - Seeeeehr Temperamentvoll, der Boss im Revier!
    Es kann passieren, dass wir beide zusammen im siebten Himmel schweben, ich kraule ihn, er schnurrt… und urplötzlich beisst er zu! Aber so richtig! Ich schreie „Autsch“ (ich kann auch gar nicht anders!) und er erschrickt - weiss dass er Bockmist gebaut hat - und verschwindet.
    Ich denke er macht das halt wenn er keine Lust mehr hat zu schmusen (allerdings wärs mir lieber er würde einfach gehn), aber mittlerweile kenne ich ihn schon so gut, dass ich es ihm irgendwie anmerke und dann aufhöre ihn zu streicheln oder sanft von meinem Schoss schubse. So sehen meine Hände wieder schön aus.
    Er ist nicht anders erzogen worden als Sonic!

Das ist keine wirkliche Hilfe - ich weiss, das sind nur 3 Fallbeispiele aus denen man aber erkennen kann, dass Katzen seeehr individuelle Eigenschaften haben, die man ihnen auch gar nicht abgewöhnen kann.

Lerne deinen Kater kennen!
cheers, silke

Hi Josefa,

habe erst jetzt Deine Anfrage gelesen. Ich schreibe dir recht lang, weil ich selber viel darüber nachgedacht habe, da bei mir in etwa das gleiche passiert ist, obwohl meiner nur beisst. Also da der Kater recht jung ist, spielen vielleicht noch andere Dinge rein, aber bei meinem 5jährigen Kater (auch mit z.T. unbekannter Vergangenheit) gibt es eben auch diese Reaktion, dass er - und das ist nicht in allen Antworten bedacht - er aus dem Schnurren, also der Bestätigung der Streicheleinheiten heraus zupackt. Aufgrund der Bißspuren und der Art und Weise bin ich dann bald nicht mehr davon ausgegangen, dass es sich hier um Zärtliceitsbisse handeln würde, wie manche dachten. Dass mit dem „Grenzen ausloten“ „Katze kennenlernen“ halte ich für einen guten Ratschlag, so mach ich es jetzt jedenfalls. Einfach ist es nicht, aber wenn man unterm Streicheln die Hand mal wieder vorsichtig wegnimmt, sieht man ja, ob die Katze ihr nachgeht, so wie es jmd. auch vorgeschlagen hatte.
Auch wenn ich ihm im Halbdunkel zu lange aus der Nähe in die Augen sehe, verunsichert ihn das so sehr, dass er mich einmal angegreifen wollte. Am Anfang hat mich das erschreckt, empfand ich das als „psychotisch“ aber manche Katzen kommunizieren eben genau so. Mein Tip: AUgen, Ohren, Schnurrgeräusche, Schwanzbewegung immer unauffällig im Auge behalten. ich muß zugeben,d ass ich ihn schon mal am Nacken gepackt habe da ich dachte es seien Machtspiele von ihm. Aber irgendwie widerstrebt mir das und ich ignoriere ihn lieber und kratze die KUrve, wenn ich she dass er sich etwas anspannt. Da mir nix dran liegt, das Tier zu verunsichern und Du weiß nie, ob er die relativ harte „Bestrafung“ am Ende wirklich richtig gecheckt hat.
Er - das muß man bedenken - beschwert sich ja katzentypisch über zuviel Nähe - und man hat sich ja für die eigenwillige Katze und nicht den treuen Hund entschieden, em…
oder so? Ich glaube, mit der Zeit werden wir alle die besten Experten für jeweils genau die Katze/Kater die als besondere Herausforderung „irgendwie“ den Weg zu uns gefunden haben.

Grüße an Dich + alle eigenwilligen Kater.
Petra

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