Mein Broholmer dreht durch bei Katzen

Hallo,

wir haben ein Riesen Problem mit unserem einjährigen Broholmer-Rüden!Im Dezember bin ich mit ihm zu meiner Freundin gezogen !
Ihre zwei Kater (zum Glück Freiläufer) werden permanent von ihm gejagt und auch gefangen wenn sie zum futtern reinkommen!
Der drehrt komplett durch wenn er eine Katze sieht !
Habe es schon mit Wasser sprühen und auch mit extremen Schimpfen probiert, aber es hilft nix !
Ich weiß nicht mehr weiter und bevor es in einer blutigen Katastrophe endet hoffe ich das mir jemand helfen kann !
Ach ja, er ist die ersten 6 Monate mit zwei Wohnungskatzen bei meiner Ex-Frau groß geworden ! Da gab es komischerweise keine Probleme !

Gruß
oli

Schimpfen und Aufregung nützen da nichts.
Das A und O ist es, dass ihr dem Hund klar macht, dass die Katzen in der Rangfolge über ihm stehen. Das müssen sie, damit der Hund nicht auf dumme Ideen kommt. Da ihr die Rudelbosse seid, habt ihr zu bestimmen, wer angegriffen werden darf und nicht, wer weit oben in der Hierarchie steht und wer nicht.
Dazu ein paar Tricks:
Wenn die Katzen rein kommen, muss der Hund auf seinen Platz gehen. Er darf unter keinen Umständen den Platz verlassen, und wenn einer daneben steht und ihn immer wieder hin bringt.
Die Katzen bekommen zuerst zu fressen, zuerst Streicheleinheiten usw.
Um es aber nicht zu unnötigen Konflikten kommen zu lassen, solltet ihr zudem versuchen, den Hund mit den Katzen anzufreunden, bzw. ihn darauf zu konditionieren, dass die Katzen etwas Positives sind.
Das bedeutet, dass ihr mit dem Hund spielt, wenn die Katzen in der Nähe sind, dass er Leckerlies bekommt, wenn die Katzen im Haus sind. Natürlich nur dann, wenn er sich brav verhält!
Ich kann mir vorstellen, dass sich das alles utopisch anhört, wenn man zu Hause eine „Bestie“ hat, sobald die Katzen reinkommen. Da erscheinen meine Tips vielleicht etwas schwierig.
Daher ist in erster Linie eure Beziehung zum Hund gefragt!
Der Hund muss euch bedingungslos als Alphatier akzeptieren. Sobald er das tut, wird er die Katzen in Ruhe lassen, wenn ihr es sagt.
Besucht mit ihm eine Hundeschule, macht gezielte Unterordnungsübungen (geht immer zuerst durch die Tür, ignoriert den Hund viel mehr, lasst ihn Sitz machen, bevor er fressen darf usw.).
Wenn eure Stellung in der Rangordnung klar ist, wird der Hund auch die Katzen akzeptieren, wenn ihr es ihm klar macht.
Das ist ein langer Weg, und ein schwieriger auch.
Was passiert denn, wenn der Hund eine der Katzen packt? Will er sie töten oder ist er dann eher verdutzt? Was tun die Katzen, wenn der Hund sie jagt?
In der Regel geht ein Kampf zwischen Hund und Katze 1:0 für die Katze aus, wenn sie nur einmal die Gelegenheit hat, richtig zuzuhauen. Die meisten Hunde meiden danach jede Katze.
Wenn der Hund also keine Anstalten macht, die Katzen ernsthaft zu verletzten und sie „nur“ jagt, dann würde ich es drauf ankommen lassen. Die Katzen gewinnen den Kampf meist erfolgreich und danach ist Ruhe.
Viel Glück!
Galli

Hi Galli,

so wie Du das beschreibst fürchte ich, geht die Sache nach hinten los…der Hund ist auf bestimmte Katzen konditioniert…Andere die zumal sie nur zeitweilig im Haus sind…gelten als Eindringling, oder Jagdgut…da hilft Zurechtweisen und Einschränkung der Aktionsmöglichkeit nicht sehr viel…es passiert dann eher, daß der Hund die Einschränkungen die ihm auferlegt werden, in direkter Verbindung mit dem Auftauchen der Katzen sieht und sie noch eher zu vertreiben versucht…ein Patentrezept in dieser Situation gibt es glaube ich nicht.
Man könnte den Hund beobachten, in welcher Weise er den für ihn nicht zur Familie gehörenden Katzen nachstellt. Hat man den Eindruck, daß der Hund wirklich auf Jagd und Tod der Katzen aus ist, sollte man sich für eine andere Bleibe für eine der beiden Parteien entscheiden. Anderenfalls würde ich persönlich nur meinen lauten Mißfallen an der Aktion bekunden, nicht aber zu regelmaßnahmen greifen.
Persönlich kenne ich Broholmer und deren Charakterzüge nicht, aber ich würde nichts Unmögliches von einem Hund verlangen…auch nicht von einer Katze…

Weißt Du, wenn das Hauskatzen wären, die nur in der Wohnung leben würden und nahezu immer den gleichen Geruch an sich hätten, dann könnte man das versuchen…

Aber so wie das jetzt aussieht, tendiere ich wirklich dazu für eine der beiden Arten ein neues Zuhause zu suchen.

LG
Maja

PS noch eine kleine Anmerkung. Wenn diese Hunde so sind, wie ich sie einschätze, dann verstehen sie eine solche Art der häuslichen Einschränkung gar nicht, oder akzeptieren sie nicht, weil sie den Sinn darin nicht einsehen…
Man kann Vieles mit vielen Hunden machen…aber nicht alles.

hi,
ich versteh das nicht ganz mit dem Fangen. Du sagst er faengt sie. Erstens: wie kann es dazu kommen? Haltet ihr ihn nicht fest? Und zweitens: spielt er oder ist er wirklich aggressiv?
Meine Oma hat auch einen einjaehrigen Jagdhund und einen alten Kater. Der Hund stellt dem Kater total oft nach und „faengt“ ihn auch, und tut so als ob er beisst, tut er aber nicht. Der Kater ist geduldig aber auch total genervt manchmal.

Ich weiß nicht mehr weiter und bevor es in einer blutigen
Katastrophe endet hoffe ich das mir jemand helfen kann !
Ach ja, er ist die ersten 6 Monate mit zwei Wohnungskatzen bei
meiner Ex-Frau groß geworden ! Da gab es komischerweise keine
Probleme !

du hast ja schon ein paar gute Ratschlaege bekommen. Ich sehe auch das Problem beim Gehorsam bzw bei der Autoritaet.
Der Hund DARF nicht die Katzen jagen und das muesst ihr ihm deutlich machen.
Ein Beispiel:
Ein befreundeter Jaeger von meiner Oma war als sein Jagdhund noch lebte oefters zu Besuch bei ihr und ihrem Kater. Der Hund hatte immer gejagt, Hasen gefangen und Rehe etc. Aber er war absolut gehorsam. Der Jaeger hat ihm verboten an die Katze zu gehen, bzw der Hund durfte nur auf Kommando jagen und das tat er auch nur.

vg jima

In der Regel, und die meisten Hunde. Was aber, wenn genau dieser :Hund die Regel bricht? Ich würde es nicht drauf ankommen

wollen…

Ich sage ja auch nicht, dass man einfach mal so mir nichts, dir nichts gucken sollte, was passiert, wenn man alle Tiere aufeinander los läßt. So nach dem Motto „Och, schauen wir mal, was die dann so machen…“. Ich gehe schon davon aus, dass Besitzer ihre Hunde gut genug kennen, um sie diesbezüglich einschätzen zu können.
Die wichtigen Details (was genau will der Hund tun, wenn er die Katze jagt?) kenne ich natürlich nicht. Das muss der Besitzer selber verantworten. Ich meine nur, dass der Mensch manchmal auch unheimlich viel Stress macht, indem er schimpft und meckert und eingreift. Dabei regeln Tiere das oft auch ganz einfach unter sich. Und die meisten Leute glauben doch, dass ein Hund eine Katze in jedem Fall sofort tot beißen wird und dass keine Katze da eine Chance hat.
Ich wollte nur sagen, dass das eben oft nicht der Fall ist.
Galli

Deshalb habe ich ja auch geschrieben, dass es in erster Linie um die Mensch-Hund-Beziehung geht. Wenn ich meinen Hund im Griff habe und ich unangefochten der Boss in der Beziehung bin, dann kann ich schon gewisse Dinge von ihm verlangen. Auch dass eine Kazte anwesend ist. Zumal der Hund ja Katzen an sich kennt!

Mein Jagdhund ist mit einer Katze aufgewachsen, draußen hat er sie aber immer gejagt. Als die alte Katze starb holten wir uns eine neue ins Haus, die ganz andere Charakterzüge hatte als die alte. Ich hatte am Anfang auch Bedenken, dass mein Hund diese fremde Katze nicht akzeptieren wird. Aber letztendlich habe ich es durch die von mir genannten Tips geschafft, dass die beiden heute die besten Freunde sind und zusammen in einem Korb schlafen. Obwohl mein Jagdhund die neue Katze am Anfang gejagt hat. Das ist einfach eine reflexartige Reaktion des Hundes auf ein sich weg bewegendes Objekt/Subjekt.
Aber die meisten Hunde führen die Instinkthandlung eben nicht bis zum Ende aus, sondern betrachten das Hinterherlaufen als eine Sich-selbst-belohnende-Handlung. Viel Panikmacherei ist einfach oft zu übertrieben. Was natürlich nicht heißt, dass man das Thema leichtfertig angehen sollte.
Ich würde es mit den von mir genannten Tips erst mal versuchen und an der Mensch-Hund-Beziehung arbeiten. Denn der Mensch als Boss ist in der Lage, die Sich-selbst-belohnende-Handlung zu übertrumpfen!
Galli