Katze beißt beim Schmusen - was tun?

Von: , Frage gestellt am So, 4. Apr 2004

Hallo Zusammen,

unsere 1/2-jährige Katze hat plötzlich eine neue "unangenehme" Eigenart: beim Streicheln drückt sie den Kopf gegen die Hand, schnurrt laut, man meint also, alles ist in Ordnung - und von einer Sekunde auf die andere umschlingt sie meinen Arm mit ihren Pfoten und beißt in meine Hand... Ich bin mir sicher, dass sie das nicht bösartig macht - denn sie schnurrt noch dabei - ich möchte ihr das aber abgewöhnen, denn wenn ich mir vorstelle, eine ausgewachsene 5-Kilo-Katze beißt in meine Hand... Woran kann dies liegen bzw. was kann ich dagegen am besten tun?
Ich freue mich auf Eure Antwort,
viele Grüße,

Tanja

17 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 19 Minuten 5 hilfreich
    Re: Katze beißt beim Schmusen - was tun?

    Hallo,
    damit haben meine angefangen, als sie geschlechtsreif wurden. Bei der größeren ist das leider trotz Kastration immer noch teilweise präsent (allerdings nicht mehr so häufig).

    Gruss
    Enno

    • Antwort von nach 2 Stunden 2 hilfreich
      Re^2: Katze beißt beim Schmusen - was tun?

      Moin, Moin,
      von unseren drei Katzen fing eine vor ca. 3/4 Jahr damit an. Sie ist immerhin schon ca. 14 Jahre alt. Ihre Begrüßungsszenarien mit Schnurren, Anschmiegen, Antatzen, Herumrollen lassen sich nicht abkürzen, sie dauern meist nicht unter 8 Minuten, auch wenn sie nur kurz nicht bei mir war. Wenn sie dabei auf dem Schoß ist, dann setzt sie nach einiger Zeit auch Beißen und Kratzen oder besser Tatzeln mit mildem Kralleneinsatz ein. Da sie kaum noch Zähne hat, ist das Beißen nicht sehr schmerzhaft, aber auch nicht besonders angenehm. Schimpfen, Wegschubsen, Klapsen verwirren sie, haben aber keinen dauerhaften Erfolg. Ich puste sie nun an, direkt ins Gesicht, wenn es mir zu bunt wird. Das hilft im Moment, sie hört auf. Dauerhaft ist es nicht, weil sie meine Reaktion auf ihre "Zärtlichkeiten" nicht in ihre Katzenweltbild einordnen kann. Vielleicht kann es einer jungen Katze ja noch abgewöhnt werden. Was unternimmst du denn, wenn sie sonst etwas Unerwünschtes tut? Gruß hafi-katz

      • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Katze beißt beim Schmusen - was tun?

        Hallo,
        ich leide *g*. Meine beiden haben mehrfach zertifiziert eine miese Erziehung.

        Gruss
        Enno

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Katze beißt beim Schmusen - was tun?

    Hi!

    freu Dich, sie liebt Dich! Eine andere Art, ihre Liebe zu zeigen... Aber es ist so!

    Lieben Gruß (Ich beiße nicht!!!)
    Carmen

  3. Antwort von nach einer Stunde 3 hilfreich
    Re: Katze beißt beim Schmusen - was tun?

    Hallo Tanja,

    erstmal ist es ganz normal, wenn ein noch so junge Katze etwas beim schmusen beißt. Sie wird doch jetzt ein/e Halbstarke/r! Da will man ausprobieren, wie weit man gehen darf, so wie bei kleinen Kindern.
    Zwischenfrage: Hat sie die Krallen dabei eingezogen?
    Du kannst natürlich jedesmal ein deutliches und bestimmtes NEIN sagen, manchmal bringt es was - aber hier ist Konsequenz gefragt.
    Die Hauptursache für mich ist aber, das er/sie vermutlich den Zahnwechsel hat, dann beißt und knautscht er/sie gern an allem und jedem herum. Das ist auch für Katzen nicht ganz angenehm.
    Leider findet man die kleinen Zähnchen sehr selten auf dem Teppich, oder anderswo, weil sie meist mitgefressen werden.
    Deshalb bemerkt man den Zahnwechsel auch nicht wirklich.
    Versuch mal beim schmusen die Lefzen etwas hochzuschieben, vielleicht kannst Du etwas erkennen.

    Für später: Manche Katzen beißen zärtlich aus Zuneigung (auch wenn sie älter sind) gern in die Hand, oder die Nasenspitze ihrer Lieblingsdosenöffner - das ist dann die blanke Liebe.

    Es grüßt schnurrig Iso.Osi

    • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
      Re^2: Katze beißt beim Schmusen - was tun?

      Hallo Iso.Osi,
      also bei unserem Kater haben wir die Zähne morgens immer auf dem Küchenboden gefunden. Aber stimmt, zu der Zeit hat er mehr an meiner Hand rumgebissen, dafür aber das Trockenfutter immer stehen lassen (tat wohl beim Fressen weh)
      Liebe Grüße
      Sabine

  4. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: Katze beißt beim Schmusen - was tun?

    Hallo Tanja,

    hilft wohl nur ein lautes Schimpfen bzw. "Nein" -sagen, wenn das deine Katze wieder macht. Vielleicht kannst du es ihr so abgewoehnen.

    Einer meiner Kater ( kastriert) macht das auch besonders gern, von einer zur anderen Sekunde beisst er zu, wenn man ihm streichelt. Und mit Vorliebe haengt er sich dann auch mal mit allen vieren an die Hand *gg*. In meinen Augen ist wohl ein normales Spielverhalten, denn ich kann es in aehnlicher Form auch beobachten wenn meine 2 Kater zusammen schmusen. Erst lecken sie sich ab, dann gibts ne kleine ( aber keineswegs ernsthafte) Keilerei ehe sie dann wieder zum kuscheln uebergehen.

    Vielleicht liegts auch wirklich an der Geschlechtsreife, wie schon geschrieben. Da deine Katze noch recht jung ist, besteht durchaus die Chance, das sich diese Unart noch gibt :-)

    Viele Gruesse Manu



  5. Antwort von nach 2 Stunden 5 hilfreich
    Re: Katze beißt beim Schmusen - was tun?

    Hallo Tanja,

    dieses Verhalten tritt bei den meisten Katzen auf, die sehr auf den Menschen geprägt sind. Scheuere Katzen ziehen sich eher zurück, wenn es ihnen zuviel wird.

    Vor allem Katzen, die früh von Mutter und Geschwistern getrennt wurden, zeigen dieses Verhalten, welches von geringer Frustrationstoleranz zeugt.

    Katzenwelpen lernen im Alter bis zu 12 Wochen (vermutlich auch noch später) von ihrer Mutter und den Geschwistern bestimmte Details des Sozialverhaltens. So hält die Mutter z.B. einen Welpen mit sanfter Gewalt fest und putzt ihn, auch gegen dessen Willen. Im Spiel mit den Geschwistern lernt der Katzenwelpe, dass die Spielkameraden mit dem Spiel aufhören, wenn es zu rauh zugeht.

    Katzen, die in dieser Phase schon von ihrer Katzenfamilie getrennt werden, sind unter Umständen "dissozialisiert", d.h. im Sozialverhalten zu Artgenossen gestört. Dies hat auch Folgen für das Verhalten gegenüber Menschen. Diese Tiere nehmen sich nicht als Katze wahr und kennen kaum Grenzen. Frustration (also wenn sie ihren Willen nicht bekommen) schlägt leicht in Agression um.

    Vielleicht ist Deine Katze ja so eine, die früh nur noch mit Menschen Kontakt hatte. Vielleicht hat sie aber auch aus anderen Gründen eine geringe Frustrationstoleranz.

    Was kannst Du nun tun? Hauptsächlich 2 Dinge:

    1. lerne die Körpersprache Deiner Katze ganz genau kennen, so dass Du das Spiel/Schmusen rechtzeitig beenden kannst. Keine Katze schlägt ganz ohne Vorwarnung zu. Die normale Katze zeigt mit leichtem Schwanzschlagen die steigende Abwehr beim Schmusen. Dann gehen die Ohren zurück. Kurz vor dem Schlag werden die Pupillen riesengroß.

    Eine meiner Katzen ist so eine "Kaspar-Hauser-Katze", bei der ich fast verzweifelt bin. Ich war immer so stolz darauf, dass mich noch nie einer meiner Katzen gekratzt hat, weil ich es immer früh genug kommen sah. Diese Katze - so glaubte ich - schlug völlig ohne Vorwarnung zu. Nach einigen Wochen der genauen Beobachtung habe ich aber ihre Körpersprache so genau kennengelernt, dass ich jetzt weiß, wie sie vorwarnt. Der Körper spannt sich fast unmerklich, der Kopf geht zurück - jetzt ist der letzte Moment vor dem Angriff gekommen. Wenn ich jetzt die Hände von ihr nehme, bleibt sie ruhig liegen.

    2. bringe Deiner Katze bei, dass rauhes Spiel und Aggression nicht erwünscht sind. Jedesmal (auch über Wochen und Monate, Konsequenz ist gefragt) wenn sie beim Spiel oder beim Schmusen aggressiv wird, ohne von Dir provoziert worden zu sein, hörst Du mit dem Schmusen/Spielen auf und ignorierst sie für eine Weile. Das wirkt bei Katzen nicht ganz so schnell wie bei Hunden, da Aufmerksamkeit des Menschen bei Katzen nicht ganz so weit oben auf der Liste stehen wie bei Hunden. Daher braucht es bestimmt einige Zeit und wie gesagt sehr viel Konsequenz "Beutespiel" mit den Händen oder Füßen (z.B. Rascheln unter der Bettdecke) sollte man vermeiden.

    Idealerweise fängt man mit Punkt 2 an, sobald man die Katze zu sich genommen hat. Viele Leute finden es ja soooo süß, wenn der kleine Katzenwelpe nach den Fingern hascht und wundern sich dann, wenn der 8kg Kampfkater das 1 Jahr später immer noch gern macht.

    Viel Erfolg,

    Myriam
    www.tierschutz-notfaelle.de

    • Antwort von nach 2 Stunden 4 hilfreich
      Re^2: Katze beißt beim Schmusen - was tun?

      HI Myriam,

      alle Achtung, ich finde Du hast da wirklich eine kompetente Antwort gegeben, nach der ich selbst lange gesucht hatte. Da ich wegen eines ähnlich gearteten Problems mir die Antwort nach Nachfrageversuchen selbst geben musste, kann ich DIr aber vom Gefühl und Erfahrungswerten her zustimmen. Eine genaue Analyse des Verhaltens wies mich auf fehlende Erfahrung von einem bestimmten WIderstand hin. Nur in einer Sache sollte man noch was ergänzen. Eine (meine..) Katze zeigt vor dem Angriff stark nach vorn! geneigte Ohren. Die hinten gestellten sind nicht immer dabei. Sonst stimmen alle Deine Angaben mit meinen Erfahrungen überein. Also dass dies Verhalten sowohl bei einem "he- es wird mir zuviel - , als auch bei einem "he- es ist mir zuwenig" - Futter, Aufmerksamkeit auftritt.
      Ich bin sehr froh, dass ich jetzt den Begriff Frustrationstoleranz in diesem Zusammenhang kennenlerne, weil ich es so besser einordnen kann. ALlerdings ist mein Tier trotz allem sehr umgänglich fügt sich beim Tierarzt und arrangiert sich mit Ortswechseln ungewöhnlich gut. Aber im Umgang mit dem Menschen selbst, reizt er schon ganz schön Grenzen aus.

      Grüße
      PEtra



      dieses Verhalten tritt bei den meisten Katzen auf, die sehr
      auf den Menschen geprägt sind. Scheuere Katzen ziehen sich
      eher zurück, wenn es ihnen zuviel wird.

      Vor allem Katzen, die früh von Mutter und Geschwistern
      getrennt wurden, zeigen dieses Verhalten, welches von geringer
      Frustrationstoleranz zeugt.

      Katzenwelpen lernen im Alter bis zu 12 Wochen (vermutlich auch
      noch später) von ihrer Mutter und den Geschwistern bestimmte
      Details des Sozialverhaltens. So hält die Mutter z.B. einen
      Welpen mit sanfter Gewalt fest und putzt ihn, auch gegen
      dessen Willen. Im Spiel mit den Geschwistern lernt der
      Katzenwelpe, dass die Spielkameraden mit dem Spiel aufhören,
      wenn es zu rauh zugeht.

      Katzen, die in dieser Phase schon von ihrer Katzenfamilie
      getrennt werden, sind unter Umständen "dissozialisiert", d.h.
      im Sozialverhalten zu Artgenossen gestört. Dies hat auch
      Folgen für das Verhalten gegenüber Menschen. Diese Tiere
      nehmen sich nicht als Katze wahr und kennen kaum Grenzen.
      Frustration (also wenn sie ihren Willen nicht bekommen)
      schlägt leicht in Agression um.

      Vielleicht ist Deine Katze ja so eine, die früh nur noch mit
      Menschen Kontakt hatte. Vielleicht hat sie aber auch aus
      anderen Gründen eine geringe Frustrationstoleranz.

      Was kannst Du nun tun? Hauptsächlich 2 Dinge:

      1. lerne die Körpersprache Deiner Katze ganz genau kennen, so
      dass Du das Spiel/Schmusen rechtzeitig beenden kannst. Keine
      Katze schlägt ganz ohne Vorwarnung zu. Die normale Katze zeigt
      mit leichtem Schwanzschlagen die steigende Abwehr beim
      Schmusen. Dann gehen die Ohren zurück. Kurz vor dem Schlag
      werden die Pupillen riesengroß.

      Eine meiner Katzen ist so eine "Kaspar-Hauser-Katze", bei der
      ich fast verzweifelt bin. Ich war immer so stolz darauf, dass
      mich noch nie einer meiner Katzen gekratzt hat, weil ich es
      immer früh genug kommen sah. Diese Katze - so glaubte ich -
      schlug völlig ohne Vorwarnung zu. Nach einigen Wochen der
      genauen Beobachtung habe ich aber ihre Körpersprache so genau
      kennengelernt, dass ich jetzt weiß, wie sie vorwarnt. Der
      Körper spannt sich fast unmerklich, der Kopf geht zurück -
      jetzt ist der letzte Moment vor dem Angriff gekommen. Wenn ich
      jetzt die Hände von ihr nehme, bleibt sie ruhig liegen.

      2. bringe Deiner Katze bei, dass rauhes Spiel und Aggression
      nicht erwünscht sind. Jedesmal (auch über Wochen und Monate,
      Konsequenz ist gefragt) wenn sie beim Spiel oder beim Schmusen
      aggressiv wird, ohne von Dir provoziert worden zu sein, hörst
      Du mit dem Schmusen/Spielen auf und ignorierst sie für eine
      Weile. Das wirkt bei Katzen nicht ganz so schnell wie bei
      Hunden, da Aufmerksamkeit des Menschen bei Katzen nicht ganz
      so weit oben auf der Liste stehen wie bei Hunden. Daher
      braucht es bestimmt einige Zeit und wie gesagt sehr viel
      Konsequenz "Beutespiel" mit den Händen oder Füßen (z.B.
      Rascheln unter der Bettdecke) sollte man vermeiden.

      Idealerweise fängt man mit Punkt 2 an, sobald man die Katze zu
      sich genommen hat. Viele Leute finden es ja soooo süß, wenn
      der kleine Katzenwelpe nach den Fingern hascht und wundern
      sich dann, wenn der 8kg Kampfkater das 1 Jahr später immer
      noch gern macht.

      Viel Erfolg,

      Myriam
      www.tierschutz-notfaelle.de



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!