Molch zugelaufen

Liebe ExpertInnen,

gestern brachte mir eine Nachbarin einen Molch oder Lurch (?), den sie im Garten unter einem Stein gefunden hat. Auf Nachfrage kam dann raus, dass das Kerlchen auch aus dem Gartenteich gekommen sein könnte (ich liebe derart genaue Beobachtungen…). Das Viecherl ist kohlrabenschwarz, glänzt nicht, eher stumpf samtig, spitzes Köpfchen, Länge über alles 8 cm. Ich habe ihn an den Rand meines Gartenteiches gesetzt, in der Hoffnung, dass er schon den Weg dahin finden wird, wo er sich wohl fühlt. Er hat sich unter dem Kraut eingegraben, das am Rand des Teiches wächst.

Wie geht’s nun weiter? Braucht er Feuchte, soll ich nun das Kraut gießen oder muss ich mich nicht weiter kümmern? Findet er Gesellschaft?

Frage am Rande: Wo kommt der Kerl überhaupt her? Der nächste natürliche Teich ist gut anderthalb Kilometer entfernt, von meinen Nachbarn hat noch nie einer gezüchtet. Wer weiß was?

Gruß Ralf

Hi,

in unserem Gartenteich leben und vermehren sich die Molche ganz prächtig. Wenns ihn also zum Wasser zieht, wird er schon hingehen.

LG
Stuffi

Hi,

Wie geht’s nun weiter? Braucht er Feuchte, soll ich nun das
Kraut gießen oder muss ich mich nicht weiter kümmern? Findet
er Gesellschaft?

mh, irgendwie finde ich die Überschrift: „…zugelaufen“ kritisch - imho kannst Du immer erstmal davon ausgehen, dass „wilde“ Tiere alleine klarkommen. Ok, ich bin auch dafür, einzuschreiten, wenn das Tier verletzt wirkt, aber erstmal muss der ja auch irgendwie großgeworden sein, sprich: nur weil er nett und süß aussieht und man sich nicht damit auskennt, heißt dass nicht, dass das Tier nicht alleine klarkommt.

Versteh mich nicht falsch, das soll kein Angriff oder Gemosere sein, ich hab es nur schon zu oft erlebt, dieses typische: och guck mal, die süße kleine Amsel, die ist bestimmt aus dem Nest gefallen - NEIN, ist sie zu 99% nicht!
Aber das kann tatsächlich nicht jeder wissen, drum motz ich hier nur allgemein und nicht persönlich… :smile:

Also: ich bin SEHR sicher, dass das Tier wunderbar alleine klarkommt, sobald es sich von dem Schock erholt hat, dass es durch die Gegend geschleppt wurde! Einfach in Ruhe lassen und aus der Ferne beobachten!

LG,

Cess

Der Molch als Haustier
Seh ich auch so…

Naja… die Worte „Molch“ und „Schock“ würd ich nicht unbeding in dieser Konstellation in einen Satz packen… bin kein Tierpsychologe, aber so wie’s für mich aussieht, kennen die nur „Dinge zum fressen“ und „Dinge, die zur Landschaft gehören“. Also trag sie ruhig in der Gegend rum, wenn’s dir Spass macht (blos nicht zu lange)! Die sind lethargisch genug, sowas zu verkraften und mit einem schlichen „warum ist mein Teich auf einmal so weit da drüben?“ wegzustecken.

Bei uns trägt man schon seit Generationen die örtlichen Amphibien und sonstige Kreaturen, die zu langsam sind, einem durchschnittlichen Hinterwäldler zu entkommen, durch die Gegend, um sie in einem spontanen Anfall von „hier-sieht’s-hübsch-aus“ in einen neuen Lebensraum zu entlassen (worauf sich diese meistens wieder auf den Rückweg machen). Bis jetzt hat’s dem Bestand noch nicht geschadet.

Ansonsten: Wirklich nette Tiere im Allgemeinen. Fast hübscher anzusehen als Frösche & Co, zudem noch des Nachts nicht so laut und vergleichsweise einfach zu finden/fangen.

Manchmal frag ich mich auch ernsthaft, wie die in freier Wildbahn überleben… bei uns sieht man nicht nur Molche sondern auch noch Feuersalamander lustig und gemächlich durch die Gegend wandern ohne irgendwelche Rücksicht auf Katzen, Vögel und andere Gefahren. Warum der Feuersalamander nich gefressen wird, ist mir klar… der schreit ja geradezu: „ich bin giftig!“. Beim durchschnittlichen Molch fällt mir da nichts ein, aber irgendwie kommen sie zweiffellos allein gut zurecht.

Was den Herkunftsort angeht: Da sind Molche gleich nach den Aalen die Nummer Zwei in der Top-Ten der „Überraschenden Siedler am Gartenteich“. Beide scheinen ziemlich gerne über Land zu wandern, auch längere Strecken wenn’s sein muss, um dann irgendwann ohne erkennbaren Grund wieder zu verschwinden (oder auch nicht).

Bei eurem Exemplar wir sich’s warscheinlich um einen Berg-Molch (oderwiediewiederhiessen) oder einen weiblichen Kammolch handeln. Spätestens wenn’s Nachwuchs gibt, wisst ihr bescheit, denn wenn die Viechers keinen Kamm auf dem Rücken tragen, dann sagt gibt euch das lustige Bauchmuster bescheit.

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Gegen Nachbarinnen…

mh, irgendwie finde ich die Überschrift: „…zugelaufen“ kritisch

…ist kein Kraut gewachsen. Was soll ich denn machen, wenn die mir den Molch anschleppt? Noch dazu im Handschuh - vor lauter Angst. Ich hätte ich einfach da hocken lassen, wo sie ihn gefunden hat.

imho kannst Du immer erstmal davon ausgehen, dass
„wilde“ Tiere alleine klarkommen. Ok, ich bin auch dafür,
einzuschreiten, wenn das Tier verletzt wirkt, aber erstmal
muss der ja auch irgendwie großgeworden sein, sprich: nur weil
er nett und süß aussieht und man sich nicht damit auskennt,
heißt dass nicht, dass das Tier nicht alleine klarkommt.
Versteh mich nicht falsch, das soll kein Angriff oder Gemosere
sein, ich hab es nur schon zu oft erlebt, dieses typische: och
guck mal, die süße kleine Amsel, die ist bestimmt aus dem Nest
gefallen - NEIN, ist sie zu 99% nicht!
Aber das kann tatsächlich nicht jeder wissen, drum motz ich
hier nur allgemein und nicht persönlich… :smile:

Das war fürs hochverehrte Publikum…

Also: ich bin SEHR sicher, dass das Tier wunderbar alleine
klarkommt, sobald es sich von dem Schock erholt hat, dass es
durch die Gegend geschleppt wurde! Einfach in Ruhe lassen und
aus der Ferne beobachten!

…und das war für mich. Danke.

Gruß Ralf

Hi,

…ist kein Kraut gewachsen. Was soll ich denn machen, wenn
die mir den Molch anschleppt? Noch dazu im Handschuh - vor
lauter Angst. Ich hätte ich einfach da hocken lassen, wo sie
ihn gefunden hat.

siehst Du, genau deswegen hab ich extra erwähnt, dass es NICHT persönlich gemeint war!

Das war fürs hochverehrte Publikum…

Richtig, weil ich es z.B. wichtig finde, dass diejenigen, die es eben noch nicht wissen, mal mitbekommen, dass nicht jedes hilflos wirkende Tier auch hilflos ist!

Also: ich bin SEHR sicher, dass das Tier wunderbar alleine
klarkommt, sobald es sich von dem Schock erholt hat, dass es
durch die Gegend geschleppt wurde! Einfach in Ruhe lassen und
aus der Ferne beobachten!

…und das war für mich. Danke.

Hoffe, es hat trotzdem geholfen! :smile:

LG,

Cess

Hallo,

Molche finden sich eigentlich recht schnell an größerenund ordentlich angelegten Gartenteichen an und leben dort wunderbar. Im Winter zieht es sie in dunkle, frostsichere aber eher feuchte Ecken und dabei kommt es dann schon einmal vor, dass sie sich in missliche Situationen begeben, aus denen sie dann nicht mehr rauskommen und Hilfe brauchen. So finden wir jedes Frühjahr sicher so an die zehn Molche im ehemaligen Kohlenkeller unter unserer Treppe vor dem Eingang, die dann nicht mehr alleine den Weg nach draußen finden und von uns dann wieder an die diversen Teiche im Garten verteilt werden. Auch bei meiner letzten Inspektion eines unserer Drainageschächte begegnete mir ein Molch, den ich dann wieder rausgesetzt habe. Ansonsten lässt man die Tiere aber besser in Ruhe und freut sich darüber, wenn man sie mal im Gartenteich beobachten kann. Sie können dort vollkommen ohne menschliches Eingreifen überleben. Und selbst als wir vor unseren Bauarbeiten ein uraltes total versifftes und schon ewig nicht mehr gereinigtes Betonbecken abpumpen mussten kamen dort zig Molche zum Vorschein die offebnbar selbst dort wunderbar die Jahre überlebt hatten.

Gruß vom Wiz

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Hallo Ralf,

Deiner Beschreibung nach ist das kein Molch sondern ein Alpensalamander. In der Gegend, in der Du wohnst auch durchaus möglich. Google mal danach, er steht auf der Roten Liste. Setz ihn ins Freie und fasse ihn nur mit Handschuhen an, der Hand-Schweiß kann seiner Haut schaden.

Gruß

Johannes

Hallo Narf,

Naja… die Worte „Molch“ und „Schock“ würd ich nicht unbeding
in dieser Konstellation in einen Satz packen… bin kein
Tierpsychologe, aber so wie’s für mich aussieht, kennen die
nur „Dinge zum fressen“ und „Dinge, die zur Landschaft
gehören“. Also trag sie ruhig in der Gegend rum, wenn’s dir
Spass macht (blos nicht zu lange)! Die sind lethargisch genug,
sowas zu verkraften und mit einem schlichen „warum ist mein
Teich auf einmal so weit da drüben?“ wegzustecken.

Aber neben „Dinge zum fressen“ und „Dinge die zur Landschaft gehören“ kennen Tiere sehr wohl auch „Dinge die mich fressen wollen“.
Das Umsetzen in einen neuen Lebensraum wird diesen Tieren an sich nicht sooo viel ausmachen (vorausgesetzt natürlich, es ist ein passender Lebensraum!), aber herumgetragen und festgehalten zu werden hat eigentlich für jedes Tier die Bedeutung von „da will mich jemand fressen!“
Warum sonst springt ein Frosch davon, wenn man ihn versucht zu fangen?!

Beim durchschnittlichen Molch fällt mir da
nichts ein, aber irgendwie kommen sie zweiffellos allein gut
zurecht.

Molche halten sich ja zumeist im/am Wasser versteckt auf. Sitzen zwischen Pflanzen, kriechen ans schlammige Teichufer…
Ihre Färbung ist in trübem Wasser eine hervorragende Tarnung.
Feinde, außer Wasservögel, trifft man in seinem _typischen_ Lebensraum kaum. Wenn sich so ein Molch zu weit vom Wasser weg wagt, tja, dann kann’s für ihn schon mal gefährlich werden (Katzen, Vögel…).

Viele Grüße,
Nina