Hallo Yvonne,
ich kann Dich gut verstehen! Wir wollen uns in näherer Zukunft einen Hund aus dem Tierheim holen, der zwar „böse“ aussieht, aber bei dem nicht mal sicher ist, dass es überhaupt ein Staff-Mix ist… Und schon bei einem unserer Kennenlern-Spaziergänge mussten wir uns Anfeindungen anhören…
Diese kamen übrigens von einem Kerl mit drei freilaufenden Großpudeln, der diese - obwohl „unser“ Hund an der Leine war - erstmal nicht zurückgepfiffen hat. Also kamen drei große Hunde in voller Fahrt auf uns zugejagt… Toller Hundehalter!! Und uns wegen dem Kammpfhund anpöbeln!! Aber das ist ein anderes Thema…
Ich denke, dass wenn man Besitzer eines sogenannten Kampfhundes ist (oder wird), dann muss man sich im Klaren darüber sein, dass man bei seinen Mitmenschen nicht unbedingt auf Zustimmung, sondern eher auf Abneigung und vor allem viele Vorurteile stößt. Damit sollte man sich abfinden, sonst wird man seines Lebens nicht mehr froh! Natürlich kann man immer wieder predigen, dass der Hund lieb ist, dass er noch niemals aggressiv war, dass das alles nur Vorurteile sind… Zwecklos! Vor allem, wenn die Medien (wie jüngst wieder RTL) diese Ängste und Ressentiments noch durch wenig objektive Berichterstattung verstärken…
Als Halter kann man höchstens dafür sorgen, dass der eigene Hund gut sozialisiert und bestens erzogen ist. Damit man selber ein positives Beispiel ist. Leider gibt es doch immer noch zu viele Leute, die ihre Hunde nicht im Griff haben, und das schließt alle Hundehalter mit ein. Was nützt es mir, wenn ich mit meinem überaus gut erzogenen, angeleinten Bullterrier durch den Park spaziere, wenn dann so ein Kamikaze-Westhighland-Terrier meinen Hund anfällt. Wenn dieser dann beißt, dann sieht es für den kleineren Hund natürlich übel aus - und schwupp! haben die Medien wieder einen Killerhund gefunden. Demnach stimme ich der Meinung, dass man einen allgemeinen Hundeführerschein für alle Hunde einführen sollte, auch total zu. Im Grunde vermasseln es sich die Hundehalter durch Unkenntnis oder falsch verstandener Tierliebe doch selbst - Leidtragende sind in diesem Fall die sogenannten Kampfhunde.
Natürlich passieren auch mit anderen Hunderassen Beißunfälle, doch wie Du ja selber schon festgestellt hast: Das ist für andere unerheblich! Und man sollte ja auch nicht vergessen, dass die sogenannten Kampfhunde potentiell immer gefährlicher sind als z.B. ein Beagle oder Golden Retriever. Das Aggressionspotential ist nun mal da, und ich finde es ziemlich gefährlich zu behaupten, ein American Staffordshire wäre harmlos. Die haben nun mal eine enorme Beißkraft, die, wenn sie „entfesselt“ wird, schlimme Verletzungen verursachen kann. Darüber sollte man sich als Hundehalter einfach im Klaren sein und das nicht verdrängen…
Aber Du wolltest ja wissen, wie Du auf die Sturheit Deiner Familie reagieren kannst. Ich denke, dass Du ja schon festgestellt hast, dass Du mit Argumenten für Deinen Hund nicht weiter kommst. Und wenn er Deine Schwiegermutter schon mal angeknurrt hat, dann kann ich auch verstehen, wenn diese sich in ihren Vorurteilen bestätigt fühlt. Und das Argument mit deren Katze ist ja wohl daneben - man kann doch einen (möglichen) Hundebiss nicht mit Katzenkacke auf dem Bett vergleichen.
Meiner Meinung nach solltest Du den Hund einfach von den entsprechenden Familienmitgliedern fernhalten. Du tust Dir damit ja keinen Gefallen, wenn Du ständig auf Konfrontationskurs gehst. Wenn Du Deine Schwiegereltern besuchst, dann lass den Hund zu Hause. Und lass die doch reden - sie wissen’s doch nicht besser! Sag am besten einmal klipp und klar, dass Du die Hetzerei gegen Deinen Hund nicht mehr hören willst. Die können ja gerne in Deiner Abwesenheit lästern, aber eben nicht, wenn Du dabei bist. Vermutlich ist das die einzige Möglichkeit, ein bisschen Ruhe in die Situation zu bekommen.
So, das ist jetzt ein langes Posting geworden! Falls Du doch noch mal ein paar Argumente (auch von Dorit Feddersen-Petersen) suchst, dann schau doch mal bei den Kampfschmusern unter http://ksgemeinde.de/html/info_gutachten.html nach. Da finden sich einige Gutachten, Stellungnahmen und Dokumente zum Thema Kampfhund.
Ich hoffe mal, dass Du mit Deiner Verwandtschaft wieder ins Reine kommst.
Grüße vom
Sternchen