Kastrierte Katze rollig?

Anfang März haben wir unsere Katze kastrieren lassen, d.h. wir haben die Eierstöcke entfernen lassen. Der Tierarzt hat zum Schluß gesagt, es würde sechs Wochen dauern, bis die Hormone vollständig verschwunden sind.

Nun haben wir es etwa zehn Wochen später, und Maxi zeigt alle Anzeichen einer erneuten Rolligkeit. Draußen streunt ein Kater umher, der gestern den ganzen Tag unserer Maxi hinterher rannte, und dem folgt eine große Katze (zumindest schreit sie wie eine rollige Katze).

Nun flitzt Maxi schreiend durchs Haus, wälzt sich auf dem Boden, fordert mächtig dolle Streicheleinheiten von mir ein und bettelt vor der verschlossenen Haustür.

Und wir fragen uns, ob das normal ist oder ob der Tierarzt irgendetwas falsch gemacht hat. Kastrierte Katzen können doch mangels Hormonen gar nicht rollig werden? Ist das normal? Ahmt sie die Katze draußen nach? Können wir sie ohne Bedenken hinaus lassen?

Danke!
Schnoof

Hi,

schwierig auf die Entfernung zu sagen aber sollte noch mal mit dem TA
geklärt werden.

Restbestände von Eierstockgewebe könnten die Ursache sein.

JD

Hallo Schnoof,

ist die Katze zum Zeitpunkt der Kastration rollig, ist die Rolligkeit 24 Stunden nach der OP vorbei.
Ist sie nicht rollig, wird sie es auch nie mehr.

Deiner Beschreibung nach zeigt deine Katze Rolligkeitssymptome. Falls das Verhalten wiederholt auftritt, sollte man während dieser Phase einen Vaginalabstrich machen und zytologisch untersuchen. Dadurch kann man sicher sagen, ob ein Zyklus stattfindet oder nicht.
Falls ja, muss noch Eierstocksgewebe vorhanden sein (Nach-OP?!).

Eine nicht ganz so sichere Methode wäre, du lässt sie zum Kater. Nichtrollige Katzen lassen sich in aller Regel nicht decken. Lässt sie sich decken und sind dann die Rolligkeitssymptome binnen 24 Stunden weg (Reflexovulation) ist die Wahrscheinlichkeit für verbliebenes Eierstocksgewebe sehr hoch. (Nach-OP?!)

Man kann auch durch eine Injektion den Eisprung auslösen, nur ist es oft schwierig den richtigen Zeitpunkt zu treffen, an dem der Follikel reif ist, so dass mehrere Injektionen im Abstand von 1-2 Tagen nötig sein können. Auch hier gilt, hören die Rolligkeitssymptome nach der Injektion innerhalb 24 Stunden schlagartig auf, ist die Wahrscheinlichkeit für Eierstocksgewebe sehr hoch.

Wenn es meine Katze wäre, würde ich die jetzige Phase „aussitzen“. Sollte es sich um eine Rolligkeit handeln, wird diese nach ein paar Tagen aufhören. Weil aber ohne Kater kein Eisprung ausgelöst wird, wird die Katze mehr oder weniger schnell wieder rollig. Bei wiederholtem Auftreten des Verhaltens würde ich in die Diagnostik einsteigen und gegebenenfalls nachoperieren lassen.

Schöne Pfingsten

Johnny

ist die Katze zum Zeitpunkt der Kastration rollig, ist die
Rolligkeit 24 Stunden nach der OP vorbei.
Ist sie nicht rollig, wird sie es auch nie mehr.

Welche Probleme können eigentlich auftreten, wenn die Katze zum Zeitpunkt der Kastration bereits rollig ist?

Deiner Beschreibung nach zeigt deine Katze
Rolligkeitssymptome. Falls das Verhalten wiederholt auftritt,
sollte man während dieser Phase einen Vaginalabstrich machen
und zytologisch untersuchen. Dadurch kann man sicher sagen, ob
ein Zyklus stattfindet oder nicht.
Falls ja, muss noch Eierstocksgewebe vorhanden sein
(Nach-OP?!).

Eine nicht ganz so sichere Methode wäre, du lässt sie zum
Kater. Nichtrollige Katzen lassen sich in aller Regel nicht
decken. Lässt sie sich decken und sind dann die
Rolligkeitssymptome binnen 24 Stunden weg (Reflexovulation)
ist die Wahrscheinlichkeit für verbliebenes Eierstocksgewebe
sehr hoch. (Nach-OP?!)

Nachdem wir erfahren hatten, daß tatsächlich Restgewebe übrig bleiben kann (und wir vertrauen den Fähigkeiten des Tierarztes), haben wir sie rausgelassen. Sie war dann auch die ganze Nacht weg (war sie zuvor noch nie), und als sie am Morgen wieder da war, zeigte sie keine Rolligkeitssymptome mehr. Ob sie sich hat decken lassen, weiß ich nicht. Die Kater sind sehr scheu. Sie sind immer geflüchtet, sobald einer von uns auf der Bildfläche erschien.

Wie sinnvoll ist eine solche Nach-OP? Findet man das Gewebe überhaupt noch? Wandert das nicht etwas haltlos durch die Bauchhöhle? Trächtig kann sie doch nicht werden, oder?

Man kann auch durch eine Injektion den Eisprung auslösen, nur
ist es oft schwierig den richtigen Zeitpunkt zu treffen, an
dem der Follikel reif ist, so dass mehrere Injektionen im
Abstand von 1-2 Tagen nötig sein können. Auch hier gilt, hören
die Rolligkeitssymptome nach der Injektion innerhalb 24
Stunden schlagartig auf, ist die Wahrscheinlichkeit für
Eierstocksgewebe sehr hoch.

Wenn es meine Katze wäre, würde ich die jetzige Phase
„aussitzen“. Sollte es sich um eine Rolligkeit handeln, wird
diese nach ein paar Tagen aufhören. Weil aber ohne Kater kein
Eisprung ausgelöst wird, wird die Katze mehr oder weniger
schnell wieder rollig. Bei wiederholtem Auftreten des
Verhaltens würde ich in die Diagnostik einsteigen und
gegebenenfalls nachoperieren lassen.

Drin lassen klappt nicht. Sie lauert nach einer Weile richtig hinter der Haustier. Und irgendwann entwischt sie doch. Wenn der Eisprung ausgelöst wurde, sie aber nicht trächtig wird, wann wird sie dann wahrscheinlich wieder rollig?

Schöne Pfingsten

Danke! Wünsch ich Dir auch!
Schnoof

Hallo Schnoof!

Welche Probleme können eigentlich auftreten, wenn die Katze
zum Zeitpunkt der Kastration bereits rollig ist?

Normalerweise wrde man die Katze nicht gern Kastrieren, wenn sie grade rollig ist, weil dann die Eierstöcke stark durchblutet sind, und die bei der OP entstehende Blutung größer wäre. Eine zahme Hauskatze würde man normalerweise wieder nach Hause schicken und ein paar Tage mit der OP warten. Bei wilden Katzen würde man trotzdem operieren, um ihnen den Streß des Einfangens nicht noch einmal zumuten zu müssen, man KANN ja operieren, nur das die Blutung stärker sein kann.
Insgesamt ist die Kastration einer Katze ein Routine-Eingriff, der sehr schnell geht, wenn alles normal ist. Daß Eierstockgewebe übrig bleibt, ist auch unwahrschenlich, aber sicher nicht unmöglich, dieses wandert dann aber nicht durch die Bauchhöhle, dann würde der Körper es resorbieren, es hätte ja keine Funktion ohne Verbindung zum Blutkreislauf. Wenn estwas übriggeblieben sein sollte, dann hängt es noch an dem Band, das den Eerstock an seinem Platz hält. Den Eileiter entfernt der Tierarzt nahe der Gebährmutter, dort kann also nichts übrigbleiben.
Wie alt ist denn die Katze? Bei einer älteren Katze kann es durchaus sein, daß das Verhalten nicht sofort verschwindet. Ich würde vorschlagen, wenn das Rolligkeitsverhalten weiter anhält, nochmal den Tierarzt aufzusuchen.

Viele liebe Grüße!
Momo

Wie alt ist denn die Katze? Bei einer älteren Katze kann es
durchaus sein, daß das Verhalten nicht sofort verschwindet.
Ich würde vorschlagen, wenn das Rolligkeitsverhalten weiter
anhält, nochmal den Tierarzt aufzusuchen.

Die ist jetzt etwa ein Jahr alt. War ein Streuner, den wir vor einem halben Jahr aufgenommen haben. Damals wurde sie auf 6 Monate geschätzt.

Heute waren wir mit der Nachbarskatze beim Tierarzt und haben ihn gleich mal drauf angesprochen. Er sagte, die Gebärmutter könne auch Hormone produzieren, und außerdem gebe es im Gehirn eine Drüse, die die Vorstufe dieses Hormons produziere. Daher könne eine Rolligkeit immer mal auftreten.

Bis denne!
Schnoof

Hallo Schnoof,

Heute waren wir mit der Nachbarskatze beim Tierarzt und haben
ihn gleich mal drauf angesprochen. Er sagte, die Gebärmutter
könne auch Hormone produzieren, und außerdem gebe es im Gehirn
eine Drüse, die die Vorstufe dieses Hormons produziere. Daher
könne eine Rolligkeit immer mal auftreten.

ich möchte die Aussage deines Tierarztes nicht weiter kommentieren, sondern kopiere dir einmal drei Antworten zu genau dieser Problematik aus einem tierärztlichen Fachforum.
Das Problem war jeweils Rolligkeit trotz Kastration.

Die Verfasserin der Antwortschreiben:

Prof. Dr. A. Günzel-Apel
Inhaberin der C3-Professur für „Gynäkologie und Andrologie der kleinen Haustiere“ am Institut für Reproduktionsmedizin der Tierärztlichen Hochschule Hannover

_… Die einfachste und aussagekräftigste Methode, endokrin aktives Ovargewebe nachzuweisen, ist die Untersuchung eines Vaginalabstrichs zum Zeitpunkt der (vermeintlichen) Rolligkeit. Wenn das Zellbild sich überwiegend aus Superfizialzellen und Schollen zusammensetzt, ist das beweisend für das Vorhandensein von Ovargewebe. Das gilt bei der Hündin entsprechend. Östradiolkonzentrationen im peripheren Blut sind meist wenig aussagekräftig. Auch ein Stimulationstest bringt oft nicht die gewünschte Information.
Man kann dann versuchen, einen Eierstocksrest sonographisch nachzuweisen. Therapeutisch ist ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung des Ovargewebes auf jeden Fall die erste Wahl. Die Rolligkeitsunterdrückung mit Gestagen ist eben doch immer mit dem Risiko der Endometritis behaftet (falls die Gebärmutter noch vorhanden ist). Außerdem scheinen solche Eierstocksreste oft zystisch oder tumorös zu entarten, was auch für die chirurgische Intervention spricht. …

… wenn die Katze wirklich Rolligkeitssymptome zeigt und wenn Sie abklären möchten, ob dafür tatsächlich aktives Ovargewebe verantwortlich zu machen ist, brauchen Sie nur einen Scheidenabstrich zu entnehmen und auf das Vorhandensein von Superfizialzellen und Schollen zu untersuchen. Diese sind schon beweisend! …

…wenn es sich tatsächlich um eine Rolligkeit gehandelt hat, kann diese nur von einem aktiven Eierstocksrest ausgegangen sein. Andere Möglichkeiten kommen nicht in Betracht.
Nach dem erneuten chirurgischer Eingriff empfehle ich folgende weitere diagnostische Vorgehensweise: sobald erneut Rolligkeitssymptome auftreten, sollte ein Scheidenabstrich entnommen werden, um durch zytologische Untersuchung die Aktivität ovarialer Östrogene und damit die Präsenz aktiven Eierstocksgewebes nachzuweisen. Die Messung der Östradiol 17-ß-Konzentration im peripheren Blutplasma kann dazu ebenfalls hilfreich sein, ist jedoch eigentlich nicht notwendig, wenn der Vaginalausstrich den Östrogeneinfluß eindeutig erkennen läßt. Das Zellbild entspricht weitgehend dem einer im Proöstrus befindlichen Hündin (überwiegend Superfzialzellen und Schollen).
Zur Therapie: am besten und effizientesten ist sicherlich die erneute Operation. Es sollte versucht werden, den Eierstocksrest vorher sonographisch ausfindig zu machen, was allerdings bei der wahrscheinlich nur geringen Größe schwierig oder gar unmöglich sein kann. Falls ein chirurgischer Eingriff nicht erfolgen soll, bleibt nur die Möglichkeit, den Zyklus durch Gestagengaben auszuschalten, was mit den üblichen und bekannten Risiken z.B. (Entwicklung einer Endometritis) verbunden ist. …_

Gruß

Johnny

ich möchte die Aussage deines Tierarztes nicht weiter
kommentieren, sondern kopiere dir einmal drei Antworten zu
genau dieser Problematik aus einem tierärztlichen Fachforum.
Das Problem war jeweils Rolligkeit trotz Kastration.

Auch eine Art, Kritik zu äußern. Das ist hier eine sehr ländliche Gegend, mit vier Tierärzten, die allesamt eher auf das Großvieh spezialisiert sind. Der uns am nächsten gelegene macht keinen Hehl daraus, daß ihm die Kleintiersprechstunde äußerst lästig ist. Der, zu dem wir dann gehen, gibt sich auf jeden Fall Mühe, macht aber auch nur acht Stunden Kleintiersprechstunde in der Woche.

Wenn mal etwas anderes als ein Routinegriff sein sollte, würde ich sicher in die Tierklinik von MD fahren, aber für alles anderthalb Stunden Fahrt zum TA wäre sicher Quälerei für die Katze.

Dann würdest Du, sollte der Vaginalabstrich positiv sein, eine solche Nach-OP empfehlen? Wie lange nach der Erst-OP sollte das sein? Ich kann mir vorstellen, daß es problematisch ist, eine Narbe noch mal aufzuschneiden.

Danke!
Schnoof

Hallo Schnoof,

Dann würdest Du, sollte der Vaginalabstrich positiv sein, eine
solche Nach-OP empfehlen? Wie lange nach der Erst-OP sollte
das sein? Ich kann mir vorstellen, daß es problematisch ist,
eine Narbe noch mal aufzuschneiden.

der Vaginalabstrich macht nur Sinn, während die Katze Rolligkeitssymptome zeigt. Sollte das wieder vorkommen, würde ich mit der Katze zu einem in der Kleintiergynäkologie erfahrenen Tierarzt fahren und eine zytologische Untersuchung eines Vaginalabstriches machen lassen. Sollten sich hauptsächlich Superfizialzellen und Schollen im Zellbild befinden (-> Nachweis von aktivem Eierstocksgewebe), würde ich, wenn es meine Katze wäre, nachoperieren lassen. Andernfalls kann es, wie gesagt, zu Problemen kommen, z. B. Zysten, Gebärmutterentzündung, Tumoren. - Wegen der Wundheilung gibt es i. d. R. keine Probleme.

Die Kosten liegen allerdings höher als bei einer normalen Kastration: Mit Laparatomie 120,- + Narkose + Material ist man schnell bei ca. 250,- € (bei einfachem Gebührensatz).

Gruß

Johnny

der Vaginalabstrich macht nur Sinn, während die Katze
Rolligkeitssymptome zeigt. Sollte das wieder vorkommen, würde
ich mit der Katze zu einem in der Kleintiergynäkologie
erfahrenen Tierarzt fahren und eine zytologische Untersuchung
eines Vaginalabstriches machen lassen. Sollten sich
hauptsächlich Superfizialzellen und Schollen im Zellbild
befinden (-> Nachweis von aktivem Eierstocksgewebe), würde
ich, wenn es meine Katze wäre, nachoperieren lassen.
Andernfalls kann es, wie gesagt, zu Problemen kommen, z. B.
Zysten, Gebärmutterentzündung, Tumoren. - Wegen der
Wundheilung gibt es i. d. R. keine Probleme.

Wo finde ich denn Tierärzte mit Erfahrung in Kleintiergynäkologie? Die Tierklinik sollte dann doch geeignet sein? Aber ein Großviehdoktor verfügt da vermutlich weniger drüber?

Die Kosten liegen allerdings höher als bei einer normalen
Kastration: Mit Laparatomie 120,- + Narkose + Material ist man
schnell bei ca. 250,- € (bei einfachem Gebührensatz).

Naja, Zysten oder Tumore werden sicher nicht billiger … Das ist meine Kleine mir schon wert.

Danke und bis denne!
Schnoof

Hallo, Schnoof,

Wo finde ich denn Tierärzte mit Erfahrung in
Kleintiergynäkologie? Die Tierklinik sollte dann doch geeignet
sein?

Tierklinik ist in Ordnung.
Vielleicht gibt es aber auch in deiner näheren Umgebung einen geeigneten Kleintierpraktiker, z. B. einen, der Hundezüchter betreut (dort werden solche Untersuchungen häufig gemacht, um den idealen Deckungs-Zeitpunkt für Hündinnen herauszufinden).

Gruß
Johnny