Hallo Schnoof,
Heute waren wir mit der Nachbarskatze beim Tierarzt und haben
ihn gleich mal drauf angesprochen. Er sagte, die Gebärmutter
könne auch Hormone produzieren, und außerdem gebe es im Gehirn
eine Drüse, die die Vorstufe dieses Hormons produziere. Daher
könne eine Rolligkeit immer mal auftreten.
ich möchte die Aussage deines Tierarztes nicht weiter kommentieren, sondern kopiere dir einmal drei Antworten zu genau dieser Problematik aus einem tierärztlichen Fachforum.
Das Problem war jeweils Rolligkeit trotz Kastration.
Die Verfasserin der Antwortschreiben:
Prof. Dr. A. Günzel-Apel
Inhaberin der C3-Professur für „Gynäkologie und Andrologie der kleinen Haustiere“ am Institut für Reproduktionsmedizin der Tierärztlichen Hochschule Hannover
_… Die einfachste und aussagekräftigste Methode, endokrin aktives Ovargewebe nachzuweisen, ist die Untersuchung eines Vaginalabstrichs zum Zeitpunkt der (vermeintlichen) Rolligkeit. Wenn das Zellbild sich überwiegend aus Superfizialzellen und Schollen zusammensetzt, ist das beweisend für das Vorhandensein von Ovargewebe. Das gilt bei der Hündin entsprechend. Östradiolkonzentrationen im peripheren Blut sind meist wenig aussagekräftig. Auch ein Stimulationstest bringt oft nicht die gewünschte Information.
Man kann dann versuchen, einen Eierstocksrest sonographisch nachzuweisen. Therapeutisch ist ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung des Ovargewebes auf jeden Fall die erste Wahl. Die Rolligkeitsunterdrückung mit Gestagen ist eben doch immer mit dem Risiko der Endometritis behaftet (falls die Gebärmutter noch vorhanden ist). Außerdem scheinen solche Eierstocksreste oft zystisch oder tumorös zu entarten, was auch für die chirurgische Intervention spricht. …
… wenn die Katze wirklich Rolligkeitssymptome zeigt und wenn Sie abklären möchten, ob dafür tatsächlich aktives Ovargewebe verantwortlich zu machen ist, brauchen Sie nur einen Scheidenabstrich zu entnehmen und auf das Vorhandensein von Superfizialzellen und Schollen zu untersuchen. Diese sind schon beweisend! …
…wenn es sich tatsächlich um eine Rolligkeit gehandelt hat, kann diese nur von einem aktiven Eierstocksrest ausgegangen sein. Andere Möglichkeiten kommen nicht in Betracht.
Nach dem erneuten chirurgischer Eingriff empfehle ich folgende weitere diagnostische Vorgehensweise: sobald erneut Rolligkeitssymptome auftreten, sollte ein Scheidenabstrich entnommen werden, um durch zytologische Untersuchung die Aktivität ovarialer Östrogene und damit die Präsenz aktiven Eierstocksgewebes nachzuweisen. Die Messung der Östradiol 17-ß-Konzentration im peripheren Blutplasma kann dazu ebenfalls hilfreich sein, ist jedoch eigentlich nicht notwendig, wenn der Vaginalausstrich den Östrogeneinfluß eindeutig erkennen läßt. Das Zellbild entspricht weitgehend dem einer im Proöstrus befindlichen Hündin (überwiegend Superfzialzellen und Schollen).
Zur Therapie: am besten und effizientesten ist sicherlich die erneute Operation. Es sollte versucht werden, den Eierstocksrest vorher sonographisch ausfindig zu machen, was allerdings bei der wahrscheinlich nur geringen Größe schwierig oder gar unmöglich sein kann. Falls ein chirurgischer Eingriff nicht erfolgen soll, bleibt nur die Möglichkeit, den Zyklus durch Gestagengaben auszuschalten, was mit den üblichen und bekannten Risiken z.B. (Entwicklung einer Endometritis) verbunden ist. …_
Gruß
Johnny