Hallo Sney,
ich kann mich den Ratschlägen meiner Vorredner nur teilweise anschließen.
Auf jeden Fall solltest Du VOR der Anschaffung einige gute Ratgeber über Erziehung und Rassewahl durchlesen (bei amazon.de, z.B. Baumann, Führmann, Trumler, Ziemen, E.Lind, von der Leyen, Gudrun Beckmann u.a.)und ggf. mit einer Hundeschule in Deiner Nähe Kontakt aufnehmen und einige Male zusehen. Möglicherweise beraten die auch in Sachen Rassenwahl. Viele verschiedene Rassen kannst Du Dir auf den VDH-Ausstellungen (vdh.de) ansehen und dort auch mit Züchtern und Haltern sprechen.
Ein Hund aus dem Tierheim KANN die bessere Wahl sein, muß aber nicht. Je nach Vorgeschichte kannst Du auch an einen Problemfall geraten, der eigentlich nur in der Hand von erfahrenen Hundehalten eine Chance hat. Und ob die Leute im Tierheim immer gut beraten, möchte ich bezweifeln. Die brauchen schließlich Platz.
Ein Welpe hat den großen Vorteil, daß der Hund von Anfang an eine gute Bindung zu Dir aufbaut, Du Einfluß nehmen kannst auf eine gute Sozialisierung und nicht mit den Macken als Altlasten klarkommen mußst.
Ein Mischling KANN gesünder sein, muß es aber nicht - warum auch? Ein Mischling trägt die Macken seiner Eltern in sich und wird NICHT nach Ausschlußkriterien gezüchtet. Von daher bringt ein Hund vom Züchter (VDH) ein größeres Maß an Sicherheit bezüglich Erbkrankheiten. Natürlich ist der Preis vom VDH-Züchter höher (i.d.R. 1000 Euro), aber dafür hat der Hund auch (meist) gesunde Eltern und eine gute Prägung hinter sich. Alles Dinge, auf die ich beim Massenzüchter oder beim Tierheim keinen Einfluß mehr habe.
Die monatlichen Kosten würde ich mal mit großzügig mit 100,00 Euro veranschlagen, ca 50 Euro davon für Futter. Du brauchst eine Grundausstattung (Leine, Halsband, Korb, Bürste, Spielzeug etc), eine Haftpflichtversicherung (70 Euro), Rücklagen für Tierazt (Impfungen, Wurmkur und Unvorhersehbares) und einige Kurse (Pflicht: Welpenspielstunde, Grunderziehung, Kür: Dogdance, Agility uvm)
Mit einem Retriever bist Du auf der sicheren Seite, die Hunde sind nicht umsonst so beliebt - aber vorsicht: Jagdhund (mir gefällt besonders der Flat-Coated, aber der hat auch Setterblut). Die belgischen Schäferhunde gehören zu den Hütehunden - die haben ganz andere Eigenschaften und sind nach meinen Beobachtungen nicht so leicht zu halten (obwohl ich die Malinois wunderschön finde). Sportlich sind sie ganz sicher, wobei ich den Golden Retrievern, die ich kenne, keine Stunde Joggen zutraue!
Soll es ein Rüde oder eine Hündin sein? Für beides gibt es gute Argumente. Ich persönlich würde immer eine Hündin vorziehen.
Ein Hund im Haus ist ganz was Tolles - aber das Team Mensch / Hund muß zusammen passen. Leider sehe ich in meiner Umgebung immer wieder Leute, die sich einen tollen aber leider für ihre Bedürfnisse falschen Hund ausgesucht haben.
Laß Dich nicht im Tierheim von treuen Augen überreden - überleg Dir vorher, welcher Hund zu Dir paßt.
Viel Glück wünscht Dir
J. Doe
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