Hallo,
Kühe tun ja manchmal so, als ob sie ihre Artgenossinnen „bespringen“ wollten - ich glaube, das heisst „aufreiten“.
Warum machen sie das?
Vielen Dank!
Gruß
karin
Hallo,
Kühe tun ja manchmal so, als ob sie ihre Artgenossinnen „bespringen“ wollten - ich glaube, das heisst „aufreiten“.
Warum machen sie das?
Vielen Dank!
Gruß
karin
Hallo Karin,
Warum machen sie das?
es ist eine der nicht so sehr häufigen Fälle in der „Natur“ beobachtbaren homosexuellen Verhaltens. Kommt beiläufig in Herden, in denen ein Bulle mitläuft, viel weniger vor. Kann ein Indiz dafür sein, dass die besprungene Kuh rindert (= ihre fruchtbaren Tage hat), muss aber nicht. Ich fand es seinerzeit interessant, dass sich die entsprechenden Kandidatinnen in den Übergangsjahreszeiten Mai und September, wo auch Menschen öfter nicht so recht wissen wohin mit dem Hormonkram, besonders auffällig gebärdeten.
Spekulativ: Domestiziertes Milchvieh gibt viel mehr und viel längere Zeit Milch als die Wildformen zum Säugen der Nachzucht brauchen würden. Die Selektion in diese Richtung dürfte der Hintergrund für einen insgesamt etwas überbordenden Hormonhaushalt sein. Die seit etwa hundert Jahren übliche Haltung von kleineren Herden ohne Bullen ist sicher nicht der einzige Grund für das Aufspringen, das auch schon vorher beobachtet werden konnte.
Schöne Grüße
MM
Hallo, Martin
ich danke Dir für Deine fachkundige Antwort!
Spekulativ: Domestiziertes Milchvieh gibt viel mehr und viel
längere Zeit Milch als die Wildformen zum Säugen der Nachzucht
brauchen würden.
Hierbei wirft sich für mich eine neue Frage auf:
Leiden die Kühe unter ihrem übervollem Euter?
Normalerweise würde der Nachwuchs pralle Euter verhindern - die domestizierende Milchwirtschaft verhindert das logischerweise.
Wenn ich nachmittags an Kuhweiden vorbeikam, schrien manche Kühe fürchterlich und liefen mir entgegen, bzw. sie versammelten sich vor der Weideöffnung, so als ob sie mir sagen wollten „Nimm mich mit und melke mich endlich“.
Hat meine Wahrnehmung getrogen?
Vielen Dank!
Gruß
karin
Warum machen sie das?
neben der Anzeige der fruchtbaren Tage im Zyklus bei Rindern ist das „aufreiten“ auch eine Dominanzgeste … nicht nur unter Rindern sondern überhaupt bei Säugetieren (Hunder, Pferde, Katzen, äh… Menschen ? *g*)
Grüße Hexerl
Hallo nochmal,
Leiden die Kühe unter ihrem übervollem Euter?
Leiden ist bei Lebewesen, die keine Person oder noch keine Person haben, immer bissel schwer zu benennen. Wenn ein Säugling schreit wie am Spieß, weil er Hunger hat: Leidet er dann mehr oder weniger als ich, wenn ich es stumm erdulde, wenn grade kein Tabak greifbar ist?
Normalerweise würde der Nachwuchs pralle Euter verhindern -
die domestizierende Milchwirtschaft verhindert das
logischerweise.
Einzelne Bauern haben noch zu Beginn der 1980er Jahre drei Mal am Tag gemolken, mit geringfügig höheren Erträgen. Die Sammlung von Milch im Euter über zwölf Stunden und länger ist sicherlich nicht das, was einem natürlichen Rhytmus entsprechen würde - „natürlich“ unter dem Vorbehalt, dass Haustiere generell eigentlich künstlich erzeugte Arten sind.
Wenn ich nachmittags an Kuhweiden vorbeikam, schrien manche
Kühe fürchterlich und liefen mir entgegen, bzw. sie
versammelten sich vor der Weideöffnung, so als ob sie mir
sagen wollten „Nimm mich mit und melke mich endlich“.
Das kann verschiedenes sein: (1) Leerer Wasserwagen bzw. klemmende Pumpe - die Tiere wissen, dass es im Stall was gibt. (2) Bedrängnis durch das volle Euter - zum Leiden s.o. (3) Das dringende Begehren (positiv), gemolken zu werden - Kühe scheinen insbesondere das Anmelken von Hand als recht angenehm zu empfinden. Übrigens auch umgekehrt nicht jeden ranzulassen: Habe zu Zeiten als Lehrling am Montagmorgen, wenn die Damen offenbar was von meinem Restalkohol bzw. dem damit zusammen hängenden Zustand mitkriegten, öfter mal einen satten Links- bzw. Rechtsausleger eingefangen.
Problematischer in diesem Zusammenhang scheint mir, wenn Kühe (insbesondere Schwarzbunte nach Einkreuzung von amerikanischen „Holstein Frisian“) in extremer Leistungszucht ein derartiges Gebirge aus Milchdrüsen mit sich herumtragen, dass sie nicht mehr normal gehen können, sondern bei jedem Schritt sozusagen dem Euter ausweichen müssen - das hat dann auch ein Gewicht, für das Knochen, Gelenke und Bänder im Beckenbereich nicht gebaut sind, so dass man die Kühe wegen arthritischer Geschichten und ähnlicher Degenerationserscheinungen frühzeitig verschrotten muss.
Da man solche extremen Leistungen nur mit sehr geringem Anteil an Grün-, Rauh- und Gärfutter erreichen kann und die zugekauften konzentrierten Futtermittel vergleichsweise teuer sind, dürfte der Höhepunkt dieser Entwicklung, die man mit oder ohne Philosophie glaube ich nur pervers nennen kann, mit heftig nachgebenden Milchpreisen überschritten sein.
Schöne Grüße
MM
Hallo, Martin
vielen Dank, dass Du mich am unerschöpflichen Quell Deines Wissens teilhaben lässt!
Leiden ist bei Lebewesen, die keine Person oder noch keine
Person haben, immer bissel schwer zu benennen. Wenn ein
Säugling schreit wie am Spieß, weil er Hunger hat: Leidet er
dann mehr oder weniger als ich, wenn ich es stumm erdulde,
wenn grade kein Tabak greifbar ist?
Der Unterschied scheint mir darin zu liegen, dass Du Deinen Mangel selbst beheben könntest bzw. Dir auf andere Art und Weise Erleichterung verschaffen könntest - der Säugling nicht; die Kuh auch nicht, da sie ihre Milch nicht selbst abpumpen kann.
Wenn ich nachmittags an Kuhweiden vorbeikam, schrien manche
Kühe fürchterlich und liefen mir entgegen, bzw. sie
versammelten sich vor der Weideöffnung, so als ob sie mir
sagen wollten „Nimm mich mit und melke mich endlich“.Das kann verschiedenes sein: (1) Leerer Wasserwagen bzw.
klemmende Pumpe - die Tiere wissen, dass es im Stall was gibt.
An Wassermangel habe ich gar nicht gedacht - es gibt einige Weiden, auf denen keinerlei Wasserangebot zur Verfügung steht.
Bis jetzt dachte ich eigentlich, dass es nicht unbedingt notwendig ist, Wasser zusätzlich zur Verfügung zu stellen, wenn die Tiere auf einer üppigen grünen Weide stehen.
Ist ja schon wieder eine neue Frage.
Gruß
karin
Hallo,
Bis jetzt dachte ich eigentlich, dass es nicht unbedingt
notwendig ist, Wasser zusätzlich zur Verfügung zu stellen,
wenn die Tiere auf einer üppigen grünen Weide stehen.
Der Bedarf an Wasser über das hinaus, was im Futter schon drin ist, liegt bei 80 Liter pro Kuh und Tag, mit Schwankungen abhängig von Außentemperatur, Milchleistung, Wind usw.
Etwa 15-20 Liter sollten tagsüber auf der Weide zur Verfügung stehen, den Rest kann man im Stall geben. Man sieht auf der Weide nicht immer den bekannten Wasserwagen. Es gibt auch einfache Versorgungsmöglichkeiten etwa an Gräben, mit Brunnen usw.
Schöne Grüße
MM
Hallo, Martin
Man sieht auf der
Weide nicht immer den bekannten Wasserwagen. Es gibt auch
einfache Versorgungsmöglichkeiten etwa an Gräben, mit Brunnen
usw.
leider habe ich überschaubare Weiden gesehen, die wirklich keinerlei Wasserquellen besaßen.
Ich danke Dir!
Gruß
karin