Mein Hund reißt sich die Haare raus

Ich habe ein Problem mit meinen fast 7 Jahre alten Bearded Collie. Er leckt sich den Bauch total wund und hat sich auch schon alle Haare rausgerissen. Inzwischen macht er das auch mit seinen Pfoten und seiner Brust. Der Tierarzt hat nur teure Cremes verschrieben, die nichts gebracaht haben. Inzwischen haben wir es mal mit Zinksalbe versucht - mit Erfolg. Diese hat er sich nicht abgeleckt und die Haare wuchsen auch wieder nach. Aber der Erfolg war leider nicht von langer Dauer. Inzwischen sind die Haare wieder rausgerissen und er hat sich selbst wund geleckt.
Hat einer einen Rat oder weiß jemand warum er das macht?! Wäre wirklich dankbar um jeden Tipp!
Einen schönen Abend noch,
Gruß
Nicki

Hallo Nicki,

bei so massiven und lang andauernden Hautproblemen kommt man nicht umhin Ursachenforschung zu betreiben, um gezielt behandeln zu können. Meist haben Hauterkrankungen mehrere Gründe, und es gilt möglichst viele auszuschließen, um den Hund wieder unter die „Juckreizschwelle“ zu bringen und ihm ein komfortables Leben zu ermöglichen.

Da allergische Reaktionen auf Flohstiche als auslösende Ursache für einen Großteil der Hauterkrankungen verantwortlich sind, sollte man gründlich darauf untersuchen und evtl. selbst bei negativem Befund eine Flohbehandlung einleiten, da bei manchen Patienten schon minimaler Befall starke Reaktionen hervorrufen kann.

Über eine Blutuntersuchung lassen sich Sarcoptesantikörper (Räudemilbenart) und Schilddrüsenfunktionsstörungen feststellen.
Auch ein Allergietest kann übers Blut gemacht werden. Es gibt relativ preiswerte Vortests, in denen erst einmal Hauptgruppen möglicher Allergene (Futtermittel, Indoor und Outdoorpannel) angesprochen werden. Im positiven Fall kann dann differenzierter in den jeweiligen Gruppen gesucht werden.

Falls schuppige, nässende oder pustulöse Hautveränderungen vorliegen, sollte ein Hauttupfer bakteriologisch und mykologisch untersucht werden, bei positivem bakteriologischem Befund mit Antibiogramm.

Demodex, eine weitere Räudemilbenart, kann in tiefen Hautgeschabseln, die an mehreren Stellen entnommen werden sollten, nachgewiesen werden. Bei positivem Befund sind nicht die Milben die eigentliche Ursache, sondern eine Störung im Immunsystem des Hundes.

Falls die angesprochenen Untersuchungen keine befriedigenden Ergebnisse brächten, könnte man noch Hautstanzen histologisch untersuchen lassen (auf Autoimmunerkrankungen, Milben, Stoffwechselstörungen,…) bzw. diverse endokrinologische Stimulationstests laufen lassen.

Leider ist es nicht ganz billig, Hautpatienten diagnostisch aufzuarbeiten, auf der anderen Seite besteht aber auch eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität des Patienten. Wenn die Ursachen für den massiven Juckreiz und seine Folgen gefunden sind, bestehen gute Chancen, sie zu beseitigen oder zumindest zu verringern und wieder unter die „Juckreizschwelle“ zu kommen und so den Hund aus seinem Teufelskreis herauszuholen.

Außer Futtermitteln selbst kommen für allergische Reaktionen sehr häufig Bestandteile von Futter- und Vorratsmilben in Betracht, welche in sämtlichen Getreideprodukten und Trockenfuttern vorhanden sind.
Als unwissenschaftliche, aber oft bewährte Zusatztherapie empfehle ich deshalb eine Futterumstellung für mindestens zehn Wochen auf ausschließlich Kartoffeln und eine Sorte Fleisch. Als Fleischsorte wäre Pferd ideal, da der Preis aber sehr hoch und die Beschaffung oft nicht ganz einfach ist, würde ich erst mal eine beliebige andere Fleischsorte wählen (falls Schwein, dann nur gekocht). Wichtig ist es, dass der Hund in diesen zehn Wochen wirklich nichts anderes zu fressen bekommt, kein Leckerchen, Brot, Reis oder ähnliches. ( Falls es im Umfeld einen „Hundefreund“ gibt, der heimlich dem Hund irgendetwas zusteckt, kann man sich den ganzen Aufwand sparen, da schon geringe Zugaben anderer Nahrungsmittel das Ergebnis verfälschen.)

Zusätzlich würde ich versuchen, den Hund so viel wie möglich zu beschäftigen. Langeweile und Unterbeschäftigung fördern Hautprobleme oft massiv - wer dagegen abends „hundemüde“ ins Bett fällt, hat weniger Zeit, sich wund zu kratzen und damit wieder weiter Ursachen für Juckreiz zu schaffen.

Um Kosten zu sparen, muss man nicht gleich das ganze Hautdiagnostikprogramm auf einmal durchlaufen lassen, sondern kann stufenweise, je nach Befund, Ursachen für die Hauterkrankung ausschließen bzw. behandeln, bis es dem Hund wieder gut geht.

Ich wünsche euch alles Gute

Johnny

Hallo Nicki,

Zinksalbe schmeckt ihm vielleicht nicht?
Kann es vielleicht sein, dass er ein psychisches/seelisches Problem hat?

…nur so eine Idee…

Wenn alles „organische“ ausgeschlossen ist, würde ich mal einen Tierpsychologen kontaktieren…

Viel Glück!

Spotvolta

Hallo Nicki,

ich habe die anderen Antworten nicht gelesen, mal vorab… :wink:

Deiner Beschreibung nach hat dein Hund eine Allergie und zwar auf vll Gräser. Wir haben einen Golden Retriever, der sich seit letztem Jahr auch die Haare rauft. Er hat rote Flecken am Bauch, beißt und kratzt sich wund u es wird eitrig. Sieht schlimm aus, weil er teilweise rießige Stücke - ca. 6cm lang - wundleckt.
Wir haben von unserem Tierartz ein Allergen-Shampoo bekommen, heißt Allercalm u kostet um die 10-15 Euro beim Tierarzt. Wenn sich der Hund arg beißt, solltest du ihn täglich damit waschen. Is bei nem großen Hund sehr zeit- und kraftaufwendig :wink:), aber es hilft.

Viel Erfolg.
Tanja

Hallo Nicki!
Hat dein Tierarzt auch einen Allergietest gemacht?
Vielleicht habt ihr ja renoviert,neue Teppichböden verlegt oder den Liegeplatz des Hundes erneuert?
Ansonsten bleiben noch Milben,Flohbisse,Gräser oer das Futter.
Falls all das negativ ist bleibt noch ein großer Gesamtcheck.
Falls da nix gefunden wird könnte es was psychisches sein.Hat sich etwas verändert mit dem der Hund nicht klar kommt?
Du siehst-es gibt ein große Bandbreite.
Ich würde den Doc wechseln und mit einem Allergietest anfengen.
Gruß
Andrea

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Das glaube ich mittlerweile auch. Bei meinen Eltern (wo der Hund lebt) wurde vor ca. einem halben Jahr eingebrochen. Der Hund war alleine zu Hause und keiner weiß halt so genau, was in der Zeit, als die Einbrecher da waren, passiert ist. Seitdem verhält er sich aber manchmal anders, ist sehr geräuschempfindlich geworden etc. Aber ängstlich war er schon von Baby an, abgesehen davon war er auch von anfang an ein Problemhund.
Als er noch „Welpe“ war hatten wir mal eine Tierpsychologin da, die hat nach dem zweiten Besuch gesagt „einschläfern“. Deshalb halte ich da nicht so viel von.

Aber ich möchte, dass es ihm wieder gut geht, denn durch die Kratzerei etc. ist das ganze ein Kreislauf.
Gruß,
Nicki

Hallo Andrea!

Das Erdgeschoss bei meinen Eltern ist komplett gefliest, aber schon bevor wir den Hund hatten. Vor knapp einem Jahr hat mein Vater im Obergeschoss nach und nach Laminat gelegt und vor einigen Monaten wurde sein Körbchen mal umgestellt. Kann es sein, dass es wirklich damit etwas zu tun hat?!

Gruß,
Nicki

Hallo Nicki!
Nach so langer Zeit ist das eher unwahrscheinlich.
Ich habe mir jetzt mal die anderen Antworten angesehen.
Aufgrund des Einbruchs und das dein Hund schon immer eher ängstlich ist vermute ich eher ein psychisches Problem.Fallen die Hautgeschichte und der Einbruch zeitlich zusammen?
In diesem Fall würde ich Dir raten es doch nochmal mit einem Tierpsxcologen zu versuchen.Es gibt nicht nur Luschen auf diesem Gebiet.
Oder rede mal mit deinem Doc.Es gibt inzwischen gute Psychopharmaka für Hunde.
Gruß
Andrea

P.S.:Habt ihe eueren Bodenreiniger gewechselt?Fiel mir gerade ein…

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Hallo Nicke,

hab mir gerade alle Antworten durchgelesen und vermisse einen Hinweis:

Sorgst D irgendwie dafür, daß Dein Hund sich die Creme NICHT ablecken kann. Das sollte bei einem sensiblen und ängstlichen möglichst keine „Tröte“ sein, aber gute Dienste leistet auch ein Body oder eine Leggins mit Stretchgürtel. Zur Not tut’s auch ein Handrtuch mit vier Löchern und ein paar Bändern. Irgendwie mußst Du der Salbe eine Chance geben, zu wirken damit die Wunde heilen kann.

Und Beschäftigung bzw. Ablenkung scheint mir auch sehr wichtig zu sein.

Viel Erfolg
J. Doe

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