Hallo, Inselchen,
nun haben wir nach vielen Monaten der Suche endlich unseren
absoluten Traumhund gefunden - im Tierheim 
herzlichen Glückwunsch! Was für einer ist es denn?
Sternchens Geschichte habe ich leider nicht ganz verfolgt,
lese heute nur das Posting mit Stirnrunzeln.
Wie hoch ist denn das Risiko, dass so etwas vorkommt ?
Wir haben/hatten selbst insgesamt drei Hunde aus dem Tierheim - und alle waren echte „Goldstücke“.
Da wir engen Kontakt zu einer Hundeschule haben und daher auch eine Menge anderer Hundebesitzer kennen, wissen wir aber auch, dass und wodurch Probleme gerade mit Tierheim-Hunden entstehen können.
Es wird vieles davon abhängen, wie ihr mit dem neuen Hausgenossen umgeht. Die Weichen werden schon in den ersten Tagen gestellt. Viele Leute, die einen Tierheimhund holen, haben das Bedürfnis, dem Tier endlich ein schönes Leben zu ermöglichen und es für erlebtes Leid zu entschädigen, deshalb neigen sie gerade in der Anfangszeit dazu, den Hund zu verwöhnen und ihm - vermeintlich! - kleinere Unarten erst einmal durchgehen zu lassen (man will ja nicht gleich wegen jeder Kleinigkeit streng sein und schimpfen). Allerdings wird der Hund es sich später nicht so einfach gefallen lassen, wenn der Besitzer anfangen will ihn umzuerziehen und seine Privilegien zu beschneiden (z. B. bei der Wahl seines Ruheplatzes), er wird seine Ressourcen (möglicherweise mit Zähnen und Klauen) verteidigen. Also sollte man sich von Anfang an darüber klar sein, was man seinem Hund erlauben will und sich unbedingt auch konsequent verhalten (Wer z. B. keinen „Bettler“ möchte, sollte auch nicht „ausnahmsweise mal“ vom Tisch füttern …).
Es ist verständlich, dass man sich als neues „Frauchen“ oder „Herrchen“ freut, wenn das Tier eine enge Beziehung zu einem entwickelt und sich besonders anhänglich aund folgsam zeigt. Man sollte aber damit rechnen, dass der Hund, sobald er sich in der neuen Umgebung auskennt und sicher fühlt, anfangen wird, seine Grenzen auszutesten. Und übergroße Anhänglichkeit, die vom Besitzer noch gefördert wird, kann leicht dazu führen, dass der Hund irgendwann gegenüber allen, von denen er seine Sonderstellung bedroht sieht, aggressives Verhalten zeigt.
Im Gegensatz zu den beiden anderen Tierheimen, die ich
angeschaut habe, ist „unseres“ nicht nur tier-, sondern auch
menschenfreundlich. Man wird ausführlich beraten und bekommt
viel Gelegenheit, sich mit den Hunden zu beschäftigen.
Das hört sich schon mal sehr gut an.
Die Mitarbeiter dort haben mir versichert, dass unser Hund
sehr freundlich ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals
aggressiv wird.
Jetzt aber bin ich doch verunsichert…
Aber vielleicht kann mir jemand hier
sagen, ob es oft vorkommt, dass auch die Tierheimmitarbeiter
sich täuschen ? Dass Hunde erst nach Wochen oder Monaten
plötzlich „austicken“ ?
Eine Garantie wird dir niemand geben können, aber sie werden dich bestimmt nach bestem Wissen und Gewissen beraten haben. Wenn der Hund unerwartete Verhaltensweisen zeigt, frag gleich dort nach, ob sie das von ihm kennen.
Ich hatte schon einen Hund, traue mir eine vernünftige
Erziehung zu und werde auch zur Hundeschule gehen, das steht
fest.
Das sind doch ideale Voraussetzungen
Mit der Hundeschule würde ich so bald wie möglich anfangen und wenn möglich, auch die anderen Familienmitglieder, vor allem die Kinder, mit zum Unterricht nehmen. Es ist besonders wichtig, dass bei der Hundeerziehung alle Beteiligten am gleichen Strang ziehen. Außerdem sollte der Hund Gelegenheit haben, viel Neues kennen zu lernen und zu erleben. Eine gute Möglichkeit zur Förderung des Sozialverhaltens, vor allem für Hunde, die wenig Kontakt zu Artgenossen haben, sind Hundespielstunden (die von manchen Hundeschulen auch für erwachsene Hunde angeboten werden).
Ich wünsche euch viel Freude mit dem neuen Hausgenossen!
Gruß
Kreszenz