Hallo liebe ExpertInnen, hallo lieber Johnny 
Bei meiner Katze (w, Halbperser) entdeckte ich vor knapp 2 Wochen beim Streicheln einen Knoten, im Bauchgewebe an der seitlichen unteren Flanke zwischen Rippen und Oberschenkelmuskulatur, ca. 5-10 cm oberhalb der Impfeinstichstelle. Ich suchte sofort meine Tierärztin auf, die auch sofort operierte. Der Befund ergab, dass es sich um ein Fibrosarkom handelt. Die Kopie des Befundberichts (gescannt zu finden unter http://www.regenbogenreich.de/befund.shtml) des Labors ist sehr schwer zu lesen, habe aber (mit google-Hilfe, zur Prüfung, ob es die Begriffe die ich zu entziffern glaube, tatsächlich gibt) versucht, ihn so genau als möglich abzutippen und hänge ich unten an.
Zur Vorgeschichte: Als ich Sissi vor 3,5 Jahren ich als Notfall bekam, war sie unkastriert und massiv dauerrollig, der ganze Bauch war voll mit Zysten. Sie wurde ganz offensichtlich von ihren Vorbesitzern schwer misshandelt. Und sie hat sich von meinem temperamentvollen ungestümen jungen Kater schon zahlreiche kleine, aber auch einige schwerere Verletzungen zugezogen (1 x eine schwere Hornhautverletzung, 1 x eine in ihrem dichten langen Fell nicht bemerkte Verletzung entzündete sich und musste operativ entfernt werden).
Seit ca. halbem Jahr hat sie immer wieder kehrende Zahnfleischentzündungen, die jeweils mit entzündungshemmender Spritze behandelt (unterdrückt?) werden, aber immer wieder kommen. Maßnahmen zur Zahnfleischsanierung, wie z.B. homöopathische Mittel bekam Sissi nicht. Und ohne irgendwelche Blut- oder sonstigen Tests gemacht zu haben, behauptet meine TÄ schon seit einiger Zeit, dass Sissi an einem Virus leiden würde, der das Immunsystem schwächen würde und für die Zahnentzündungen verantwortlich sei. Einen Namen für diesen Virus erwähnte sie nicht, Fragen nach FIV und FeLV wich sie aus - und führte die FeLV-Impfung im Juni 2004 auch wieder durch.
Das Alter meiner Katze ist unbekannt, sicher jedoch ist sie mindestens 5 Jahre alt, wahrscheinlich zwischen 6 und 10 Jahren. Trotz des Alters der Katze und ohne weitere (Blut)-Untersuchungen diagnostizierte die behandelnde Tierärztin, dass es sich um ein virusinduziertes Sarkom handeln soll. Blutuntersuchungen seien unsinnig, da sie zu 80 % ohnehin zu keinem Ergebnis führen würden. D.h. ich habe jetzt nicht nur Angst um Sissi, sondern auch noch um meinen 2-jährigen Kater, der als Baby von 10 Wochen zu uns kam erst mit einem halben Jahr gegen FeLV geimpft werden konnte, wo es dann schon zu spät gewesen wäre :’’’’’-(((((((((
Zur OP sagte mir meine TÄ, dass sie das Sarkom „großzügig ausgeschnitten“ und vollständig im gesunden Gewebe erwischt habe, es sei nichts zurückgeblieben. Der Laborbefund bestätigt dies. Jedoch habe ich inzwischen (von dieser Patientenbesitzerin, die mich zu Ihnen empfohlen hat) gehört, dass es nicht reicht, das Krebsgewebe vollständig zu entfernen, es müsse mindestens 3 cm rundherum „Abstand gehalten“ werden, da das Sarkom mikroskopisch nicht oder kaum nachweisbare Fäden ins gesunde Gewebe bilden würde, und sobald auch nur eine einzige Zelle dieses Fadens zurückbleiben würde, das Sarkom dann wiederkäme. So groß war jedoch das herausoperierte Material laut Laborbericht (die Probe war demnach 4 x 3 x 1,5 cm, und ich denke, dass die TÄ doch das gesamte Stück ans Labor gesandt hat)
((((((
Aus alledem ergeben sich jetzt für mich viele Fragen.
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Muss das Sarkom wirklich virusinduziert sein?
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müssen die ständigen Zahnfleischentzündungen von Leukose kommen oder sind andere Ursachen denkbar?
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Gibt es einen zuverlässigen und für das Tier zumutbaren Test, der hierüber zuverlässige Auskunft geben könnte?
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könnte das Sarkom dennoch impfbedingt sein, auch wenn die Einstichstelle ein Stück davon entfernt liegt (max. 10 cm)?
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Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich mein 2-jähriger Kater angesteckt hat und ebenfalls ein Fibrosarkom entwickeln wird?
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Und vor allem die wichtigste und dringlichste Frage im Moment: Was kann/soll ich jetzt tun? Welche Schritte sind möglich/sinnvoll? Welche Behandlung(en) empfehlen Sie? Was kann ich tun, um die Chance meines Tieres zu erhöhen, dass es bei diesem einmaligen Ausbrechen der Krankheit bleibt?
Danke für eure Tipps
Nena + Sissi
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Pathologisch-histologische Untersuchung
1 Probe, 4 x 3 x 1,5 cm, mit Knoten 1,5 cm im Durchmesser
Diagnose: Fibrosarkom
Zur Diagnose und Beurteilung: Im eingesandten Untersuchungsmaterial fanden sich keine Hinweise auf entzündliche Prozesse
Fibrosarkome bei bis 3 Jahre alten Katzen sind häufig durch das Feline Sarkom-Virus induziert mit multiple Neoplasien. Diese Tiere sind stets FeLV-positiv, da eine Kreuzreaktion zwischen FESV und FeLV besteht. Solitäre Fibrosarkome bei älteren Katzen sind in der Regel nicht FeSV-induziert und werden in der Tumorgenese auf Reizungen des Bindegewebes zurückgeführt. Scheinbar besteht eine gewisse Prädisposition mesenchymaler Zellen auf bestimmte Substanzen oder mechanische Reize. Daher treten Fibrosarkome häufig an Injektionsstellen v.a. zwischen den Schulterblättern auf.
Bei einer virusinduzierter Fibrosarkomatose mit multiplen Tumorherden ist die Prognose ungünstig.
Beziehung zum gesunden Gewebe:
Die operative Entfernung (Schnittführung der Neoplasie/Gewebealteration erfolgte vollständig im gesunden Gewebe.
Wenngleich eine bindegewebige Abkapselung fehlt, so ist die Neoplasie/Gewebealteration zum umliegenden Gewebe noch relativ gut abgegrenzt.
Innerhalb der Schnittprärate sind die Blut- und Lymphgefäßabschnitte frei von Tumorzellen.
Prognose:
Die neoplastischen Zellen sind gut diferenziert. Die vorliegende Neoplasie ist als maligne einzustufen.
Die Prognose ist noch als relativ günstig zu beurteilen. Die Neoplasie neigt stark zur Rezidivierung, eine Metastasierung ist selten zu … (beobachten?).